… ist doch einfach eigenwillig. Ich hatte es noch als Versehen betrachtet, daß sie das große Sandbad im Terrarium durch die Löcher der Trennwand mit Streu aufgefüllt hatten. Innerhalb des heutigen Tages haben sie das hier vollbracht:
Man sollte also nicht fragen, wie eine Maus durch die Verbundungsröhre kommt. Man sollte sich vielmehr fragen, wie das wohl aussieht, wenn sie dabei ein fast vollständiges Papiertaschentuch mit durchzerrt. Zwei Mal. Wie viel Streu auf einmal getragen werden kann, hat mir Granate dann noch gezeigt. Wenig ist das nicht, aber dennoch waren die beiden Racker fleißig. “Dann sind sie wenigstens beschäftigt” ist Annettes lapidarer Kommentar zu dieser Unterwanderung all meiner Wohnraumplanungen. In der Tat nutzen sie dieses Zweitnest zumindest als Lustschloß, um darin zu kuscheln oder sich gegenseitig das Fell zurechtzuzupfen. Mit fiepsigem Genuß wie ich feststelen musste. Mangels Streumenge und dank Rundumverglasung kann ich das sehr gut bezeugen. Inzwischen pennen sie aber wieder im Hauptnest.
Ich habe mir dann den Spaß erlaubt und wollte mal sehen, wie die beiden auf eine weitere Territoriumserweiterung reagieren. Kurzerhand nahm ich die Plexischeibe aus der Führung und legte sie als Brücke zum weitgehend aufgeräumten Schreibtisch. Laptop, zwei serielle Zeigegeräte, TFT und Tastatur waren noch zugegen. Natürlich machte ich das, als grad keine Maus in Sichtweite war.
Erwartungsgemäß waren es Granates Schnurrhaare, die das Fehlen von Widerstand im Bereich der Scheibe bemerkten. Erst mit den Vorderpfoten, dann mt allen vieren wagte sie sich zaghaft auf die doch recht glatte Brücke. Dann der erste Kontakt mit der Schreibtischplatte. Selbstverständlich reichte die kleinste Bewegung meinserseits, um sie wieder in den Anbau zurückhechten zu lassen. Wobei das Plexi wohl um so weniger Halt bietet, je schneller sie drüberrennen will. Leicht bergauf ein köstlicher Anblick. Und sofort drehte sich wieder um, peilte kurz die Lage und kam schon wieder angehoppelt. Immer schneller und selbstsicherer. Schon bald war der für mich nicht einsehbare Bereich hinterm Laptop anerkannte Zwischenstation. Dann musste ich feststellen, daß Mäuse wirklich sehr energisch auf Artgenossen und Artverwandte reagieren und Granate dieses neue Revier eindeutig für sich beanspruchen wollte.

Im Revier bereits ansässige Mäuse werden schonungslos attakiert! Mirabellchen drückt im Hintergrund die Daumen.
Das ließ ich natürlich nicht zu, es reichte aber für einen einzelnen Zahnabdruck. Überhaupt war Fotografieren nur unter Verwendung des Displays ratsam, per Sucher nutzte Granate ihre Chance spätestens dann, wenn das aufgenommene Bild für zwei Sekunden das Livebild ersetzt. Nachdem sie ohne Zwischenstopp mit voller Fahrt zwei Mal das Regal am anderen Ende des Schreibtischs mitsamt Stereoanlage, zig Kabeln und ungezählten schwer zugänglichen Verstecken angesteuert hatte, beendet ich die Auflüge. Nächest Mal dann mit Brett vorm Regal und griffigerem Material für die Brücke. Obwohl, warum soll nicht auch ich meinen Spaß haben?
Aber insgesamt finde ich die Idee ganz praktikabel. Sie haben die Möglichkeit, sich mir so weit zu nähern, wie sie wollen, während ich sie nicht voll im Fokus meiner Aufmerksamkeit habe. Bevor sie das Regal mit der Stereoanlage entdeckte, saß Granate ne Weile neben dem Laptop und schaute meinen Händen beim Tippen zu bzw. beschnupperte meine Hand beim Mäuseschubsen.
Das Verschließen des Anbaus quittierten die beiden dann mit einer jeweils recht typischen Handlung: Granate fing an, ausgiebig am Seil des Klettergerüsts zu Nagen, so wie sich andere an einem Sandsack abreagieren. Mirabellchen saß dabei regungslos auf der Plattform unter der Röhre und schaute starrte mich übellaunig an.
Zu den Bildern noch ein kurzer Hinweis: Auf Fotos mit Blitz kommen ja Granates rote Augen noch heftiger rüber als im Tageslicht. Bei dem Mäusekampfbild fand ichs passend. Die per Picasa entröteten Augen auf dem Galopperbild sind aber auch unnatürlich, denn so “rotlos” sieht man sie nie.



Hi Peter,
da müssen die euren doch erheblich scheuer sein als unsere – ich werde regalmäßig beklettert, und Alek dann (auf dem Sofa liegend) als Kampfbahnunterlage überrannt.
Es kitzelt übrigens heftig, wenn Darth Vader in meinem Ärmel rumturnt und den Ausgang nicht mehr findet…
Sie sind schon recht scheu, vor allem wenn man bedenkt, daß sie auf aunsere Schuhe bzw. dann Hände geklettert sind, um mitgenommen zu werden. Damals auf dem frostigen Flugplatz. Inzwischen kann man Mirabellchen gar nicht mehr anfassen und Granate duldet immerhin, gestreichelt zu werden, wenn sie grad mit Knabbern beschäftigt ist. Schade eigentlich. Aus der Anfangszeit gibts sogar noch ein Video, wo sie in der Badewanne Freigang hatten, Annette sich mit reingesetzt hat und sie dann auch in Ärmeln und Hosenbeinen rumkrabbeln.
Aber leider kriegen sie manchmal 2-3 Tage lang nur Futter und Spielzeug, aber keinen wirklichen Kontakt. Das hilft sicher auch nicht.
Also bei unseren ist es so, daß sie wirklich wach sein müssen – nicht halbverschlafen aus dem Nest kommend. Das merke ich vor allem daran daß sie von alleine an die Scheibe kommen wenn ich davorstehe. Und Hunger sollten sie auch keinen haben.
Dann überwiegt der Spieltrieb. Lieblingskörner, strategisch auf dem Ärmel verteilt, helfen auch
Es war aber schon mühsam, und die 3 sind auch unterschiedlich – Fettsack kommt nur zum Schnuppern, die anderen beiden kommen klettern. Allerdings nehmen mir alle 3 das Futter aus den Fingern ab.
Zum Thema Badewanne – schau mal da: http://picasaweb.google.com/Holger.Issle/PatrickBadetMitDenMUsen#
Ich beschäftige mich auch hauptsächlich mit den beiden, wenn sie hellwach sind und gelangweilt an der Scheibe stehen. Solange sie ihr eigenes Ding durchziehen, laß ich sie in Ruhe. Gut, hungrig dürfen sie gerne sein, dann kommen sie umso bereitwilliger da hin, wo es was Leckeres ibt, auch wenns die Hand ist.
Aber ungeachtet kommen beide zur Hand und fressen auch daraus bzw. setzen sich mitten rein. Nur bewegen darf man sich dann nicht, das hat Granate auch schonmal damit quittiert, daß sie gezwickt hat, bevor sie abgehauen ist. Zudem hat sie es bei Kletterversuchen bisher immer geschafft, auf den Boden zu entwischen und dort ist sie inzwischen verdammt schnell und selbstsicher und es ist nicht leicht, sie wieder ins Terrarium zu bekommen.
Zu euren dreien: die graue/schwarze ist sicher Darth Vader. Wenn die Namen da immer noch gerechtfertigt sind, ist die mit den weißen Flecken Anakin und der Mirabellchenzwilling sicher Fettsack. Oder irre ich mich?
Du irrst nicht mit den Namen
Und frech sind die immer noch, Darth Vader am frechsten, gefolgt von Anakin der auch mal zwickt, und Fettsack der nur schnuppern kommt, aber die Kampfbahn (meine Holde) beklettert wenn er dazu gezwungen wird. Darth Vader springt auch von meiner Hand auf den Boden (1m runter) um abzuhauen. Bisher kann er auf den Fließen nicht rennen und so erwische ich ihn.
Vielleicht solltest Du Dich ins Spiel bringen wenn sie grad irgendwas anstellen – also bevor sie gelangweilt an der Scheibe warten. Andererseits hab ich bei meinen weißen Mäusen (vor sehr langer Zeit) auch nur ihn dressieren können. Vielleicht ist das Geschlechterspezifisch.
Wenn sie an der Scheibe parat stehen, haben sie wahrscheinlich auch nur mich die Treppe hochkommen gehört, denn davor machen sie noch munter anderen Krach. Ansonsten lasse ich einfach die Tür offen bzw. baue die Brücke zum Schreibtisch und lasse sie kommen, wann sie wollen. Oder wenn sie munter im Terrarium rumtollen, spiele ich dann eben mit.
Das mit der Zutraulichkeit könnte aber wirklich etwas geschlechtsspezifisch sein. Ein Kollegin hat auch drei Jungs und die sind allesamt zutraulicher. Einer von denen beklettert sie prinzipiell, sobald die Hand auch nur grob in Reichweite kommt und muß dann irgendwo aus den Klamotten gepflückt werden.
Andererseits ließen sich gestern abend beide (auch Mirabellchen!) problemlos hinterm Ohr kraulen, als sie frisch aus dem Nest direkt an die offene Tür kamen. Zickige Weiber halt, nie kann man es ihnen Recht machen
[...] hellwach und umtriebig waren sie. Warum also nicht mal den Schreibtisch aufräumen und den Mäusen wieder etwas Abenteuer gönnen?Die Plexibrücke war schnell wieder aufgebaut. Zuvor hatte ich aber das [...]