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Das Glück ist mit den Tüchtigen

Oder: The Storr and the Old Man of Storr. Rund 9km in weniger als 5 Stunden mit sehr wechselhaftem Wetter.

Passing sheep of Storr oder so ähnlich

Passing sheep of Storr oder so ähnlich

Ganz so langsam begannen wir den Tag zwar nicht, aber der Regen draußen bremste den Elan mal wieder. Kurze Aufheiterungen trieben dann aber zum Aufbruch. Annette hatte am Ortseingang von Portree1 was mit Outdoor Clothing gelesen und wollte dort mal stöbern. Der entpuppte sich aber als eine Art Landmaschinenhandel2 mit ein wenig Krimskrams. Ignorant wie man dort war, kauften wir nicht mal eine Tube Nikwax, mit der man Annettes Dichtigkeitsproblem vielleicht zumindest hätte abmildern können. Die von mir vorgeschlagenen Sealskins3 gabs dort tatsächlich und auch in ihrer Größe, aber Annette dachte, daß die 25GBP fehlinvestiert wären, wenn sie sie nach dem Urlaub eh nicht mehr verwenden würde.
Unseren coop-Besuch gabs dann auch schon am Vormittag da wir ja noch Wanderproviant brauchten. Zudem noch die letzten Besorgungen für ein letztes Abendessen und Frühstück im Cottage. So schnell vergeht die Zeit…
Am offiziellen Parkplatz für den Storr angekommen mussten wir feststellen, daß einiges los war. Einen freien Platz konnte ich gerade noch so finden und vorm Weidegatter4 gabs noch ein paar Infos. Dem Design der Schautafeln nach gehört es zur selben Reihe von “Naturwundern” wie der Quiraing, der ähnlich beschildert und gut besucht war. Der anfängliche gut ausgebaute Pfad durch den Wald sah dann auch aus wie beim Volkswandertag.

Old Man of Storr

Old Man of Storr

Doch wie erwartet drängte sich alles direkt hoch zum Old Man bzw. kurz davor. Man kann ihn sich übrigens vorstellen, als hätte Obelix einen seiner Hinkelsteine vor der Klippe vergessen, nur daß dieser 160m5 hoch ist.
Unsere Tour sollte aber am Old Man vorbeiführen und uns über einen weiten, aber notwendigen Bogen auf den Storr selbst hinaufbringen. Auf der Route war dann bis auf zwei entgegenkommende auch niemand mehr unterwegs. Kein Wunder eigentlich, denn die Oberkannte der Klippen konnte man bestenfalls zwischendurch in den Wolken erahnen. Aussicht würde es da oben wohl keine geben. Und das, wo sie bei klarer Sicht doch eine der schöneren auf Skye sein soll.

Alter Mann und junge Frau

Alter Mann und junge Frau

Sicherheitshalber habe ich kurz nachgefragt, um nicht nach der Tour verhauen zu werden, weil es für die Anstrengungen keinen Lohn, also keine Aussicht gegeben hat. Annette war aber gewillt und so zogen wir weiter. Der zu überkletternde Zaun war diesmal zum Glück stacheldrahtfrei und es gab eine kleine Kraxeleinlage, ansonsten einfach leicht ansteigender Pfad durch Wiesen, der wie mit Rollsplit befestigt wirkte. Der Rollsplit ist aber einfach nur der krümelige Rest des hier vorherrschenden uralten Vulkangesteins. Aber langweilig wurde uns dennoch nicht. Laut Wettervorhersage sollten die Winde heute zwar nachlassen, aber selbst hier unten blies es wieder mal ordentlich. Trekkingstöcke können da eher Last als Hilfe sein. Richtig heftig wurde der Wind aber, als wir den Gipfelgrat (oder Klippenkante, wie mans auch nennen will) erreichten. Dafür erschraken wir schon fast bei einem Blick zurück. Mit einem mal rissen die Wolken auf und gaben den Blick frei auf Landschaften, die wir zuvor nicht mal erahnen konnten.

Wetterumschwung zum Besseren

Wetterumschwung zum Besseren

Auf dem Rücken des Storr

Auf dem Rücken des Storr

Loch Fada

Loch Fada

Auch als wir neulich mit dem Auto unten die Straße langfuhren hatte es ja geregnet und die Sicht war entsprechend schlecht gewesen. Praktisch alles, wovon die Wanderbeschreibung geschwärmt hatte, konnten wir sehen. Gigantisch! Ein paar Bilder hab ich gemacht, aber wie schon mehrfach in diesen Tagen wurde ich dann egoistisch. Dieses Schauspiel der sich schnell ändernden Lichtverhältnisse kann man eh nicht angemessen einfangen. Genausogut könne man sich ein paar Standbilder ansehen statt einen kompletten Kinofilm. Und die Blicke durch den Sucher empfand ich ähnlich störend wie Werbeunterbrechungen im Fernsehen. Nein, ich wollte den Film komplett genießen!
Der Abstieg verlief dann erst mal weiter die Klippen entlang bzw. immer weiter landeinwärts. An einem etwas größeren Bach schwenkten wir dann wieder Richtung kannte ein, denn an ihm entlang sollte der Weg hinunter führen. Kurz bevor wir dann den Abstieg die Felskante hinunter in Angriff nahemn, gabs dann aber erst noch die heißersehnte6 Brotzeit.

Old Man und sonstige Brocken am Storr

Old Man und sonstige Brocken am Storr

Pause im Windschatten

Pause im Windschatten

Immerhin war der Platz relativ (!) windstill und das musste genutzt werden. Der Abstieg am Bach entlang ist dann auch definitiv die Schlüsselstelle der Tour. Hier muß man einfach durch und da sollte man schon ein wenig Trittsicherheit mitbringen.
Der Rest des Abstiegs war dann wieder relativ einfach, wobei im offenen Moor zwar immer ein Pfad7 gut erkennbar war, was aber leider oft auch an dem sich dort sammelnden Wasser lag. Prompt bekam Annette wieder nasse Füße. Die letzten 500m sollten entlang der Straße zurückgelegt werden, aber just an dieser lauerte wieder ein stacheldrahtgekrönter Zaun auf uns. Wir bezwangen ihn und können uns nicht erinnern, das Tor gesehen zu haben, von dem in der Beschreibung die Rede war. Auf jenen 500m wurden wir nochmal ein letztes Mal gut begossen8, aber zum Glück konnten wir ohne Eile und wohlgeordnet ins Auto steigen, da es da mal wieder grad trocken war.
Heimfahren, Duschen, Kochen, Essen, Kochen, Essen, dazwischen und danach packen, schnell war der Abend dann schon wieder rum…

  1. vom Cottage aus gesehen []
  2. in diesem Fall hier dann eher Bootszubehör []
  3. Socken mit Membrane []
  4. mit dessen eigentlich idiotensicherer Bedienung schon manche überfordert waren []
  5. wenn ich mich recht erinnere []
  6. von mir zumindest []
  7. mindestens []
  8. es hatte immer wieder geregnet, aber das Bedarf ja schon keiner Erwähnung mehr… []

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