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Gut gemacht, junger Padawan!

Es geht einfach nicht anders. Jedesmal muß ich bei dem Namen Ben Ledi an Star Wars denken. Der Jedi Obi-Wan bzw. Ben Kenobi machts nicht leichter. Und Annette ht sich wacker geschlagen.

Vorneweg begann der Tag natürlich wieder mit einem reichhaltigen Frühstück. Amüsant diesmal, daß Janet1 noch draußen bei den Alpacas war und so Freddy2 diesmal alleine das Frühstück servierte und mir mit ausdrücklicher Bitte um Verschwiegenheit die HP-Soße in der Flasche auftischte.3 Prompt kan Janet rein und war erkennbar not amused, doch ich konnte abwiegeln. Sie mochte zwar recht haben, daß es im “Hotelfach” sich einfach nicht gehöre, aber ich finde eine Plastikflasche auf dem Tisch weniger störend als der Gedanke an weggeschmissene Lebensmittel und unnötiges Geschirr.

Die Anfahrt zum Parkplatz war dann auch recht unkritisch. So langsam werde ich wieder dermaßen warm mit der Fahrerei, daß ich mich fragen darf, wo denn das generelle Tempolimit4 liegt. Der Parkplatz ist übrigens ein wenig versteckt. Parallel zur Straße auf der anderen Seite eines Baches verläuft ein holpriger Weg, der so ausgeschildert ist, daß man es als Deutscher für einen reinen Rad- und Fußweg hält5 und in einer Richtung jedoch den zusätzlichen Hinweis trägt, daß man nicht reinfahren darf, es sei denn, man ist Gast in einer der Hütten entlang des Wegs. Fährt man dann wagemutig in die andere Richtung, entdeckt man schnell die erste (bei unserer Ankunft leider schon proppenvolle)) Parkbucht. An der zweiten gabs dann auch ein Plätzchen für unseren Wagen.

Spinnweben im Morgentau sind ein gefundes Fressen für die Frau mit der Kamera

Spinnweben im Morgentau sind ein gefundes Fressen für die Frau mit der Kamera

Auf zum Ben Ledi

Auf zum Ben Ledi

Der Anstieg ist am Anfang schon recht fies. Ein gut ausgebauter Weg, aber mit einer saftigen Steigung. Den Wald hatten wir bald hinter uns und ab dann gabs bis zum Schluß nur noch offene Moorlandschaft. Gedeckelt von einer grauen Wolke. Wir sind aber dennoch munter immer weiter bergauf. Zwischendurch etwas mürrischer, weil meine Motivationsversuche sich als Fehlschlag erwiesen, was mir wohl noch jahrelang fiese Kommentare von Annette einbringen wird. Der vermeintlich zweite falsche Gipfel erwies sich dann doch als der erste und von dem zweiten, den die Wegbeschreibung meinte, gabs dann tatsächlich eine Ahnung einer Aussicht auf den Hauptgipfel. Die entgegenkommenden Wanderer hatten recht, ab der letzten Senke vorm Gipfel gabs nur noch Sonnenschein. Sehr fein!

Wanderer im Nebel

Wanderer im Nebel

Loch Lubnaig, Frau auf dem Weg zum Ben Ledi

Loch Lubnaig, Frau auf dem Weg zum Ben Ledi

Sonne am Gipfel

Sonne am Gipfel

Endspurt zum Ben Ledi

Endspurt zum Ben Ledi

Das vermeintliche Gipfelkreuz, das in Wahrheit eine Gedenkstätte für einen im Dienst verunglückten Bergwachtler ist, ließen wir buchstäblich links liegen und starteten zu dem steilwandigen Pyramidenstumpf durch, der den wahren Gipfel markiert.

Letzter Anstieg Ben Ledi

Letzter Anstieg Ben Ledi

Blendend weiße Waden

Blendend weiße Waden

Verbogene Steine

Verbogene Steine

Trigonometrischer Punkt am Gipfel

Trigonometrischer Punkt am Gipfel

Trigpunkt, Gipfelsteinhaufen und Gedenkkreuz

Trigpunkt, Gipfelsteinhaufen und Gedenkkreuz

Schnell was mümmeln bevor es sich zuzieht...

Schnell was mümmeln bevor es sich zuzieht...

Auch die Gipfelrast fiel aus, da Annette keinen Hunger hatte und rechtzeitig zurück sein wollte, um mir den Besuch der örtlichen Distille zu ermöglichen. Im lockeren Trab entlang eines Grates futterte ich dann wenigstens einen Energieriegel. Von dem kleinen Gipfel an dessen Ende kamen uns dann die Wanderer entgegen, die uns zuvor überholt hatten. Richtig, der leichteste Abstieg ist entlang der Aufstiegsroute, aber die Aussicht vom Ende des Grates aus ist den kleinen Abstecher locker wert. Wir wollten natürlich die volle Runde machen, erwischten aber dann doch den falschen Abzweig. Da sonst kein Weg für uns erkennbar war, hechteten wir wohl die schwierigste der drei Varianten hinunter.
Belohnt wurden wir mit technischen Herausforderungen, mehrmaligem Einsinken bis Oberkante Stiefelschaft6 und einem Weidezaun mitten im Weg. All das meisterten wir und gelangten so zu dem gut ausgebauten Weg, den wir eigentlich schon viel früher hätten genießen sollen und lange nur eine verlockende Aussicht am Talboden war. Prompt änderte sich die geschätzte Ankunftszeit laut etrex von “Denk nicht mal dran, die letzte Führung zu erreichen!” auf “Du hast ne Chance, sogar vorher noch nen Happen zu essen!”
So konnten wir nicht nur wie gestern die lt. Wandertip vorgegebene Zeit nicht nur einhalten, sondern mit 4:50h7 sogar noch fast8 unterbieten.

  1. unsere Gastgeberin []
  2. ihr Mann []
  3. Im Gegensatz zu einer Schale mit dem dreifachen der von mir benötigten Menge gestern []
  4. abseits von Beschilderungen []
  5. was es wahrscheinlich auch ist []
  6. aber zum Glück nie darüber hinaus, also kein Moor in den Stiefeln! []
  7. bei angegebenen 4-6h []
  8. naja, dafür wie lahm wir sonst verglichen mit den Zeitangaben sind []

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