25.09.2011 11:00 PDT
Mono Lake war ein weiterer Punkt auf unserer Wunschliste. Annette hatte ihn entdeckt und so stand fest, welche der möglichen Routen nach Westen wir nehmen würden. Gestern hatten wir uns bereits erfolgreich bis hierher durchgeschlagen, heute sollte der See fällig sein.
Doch zuerst mal Frühstück. Das Auschecken aus dem Motel war einfach genug. Wir hatten nur ein kleines Übernachtungspäckchen1 mit aufs Zimmer genommen und es ist hierzulande wohl üblich, den Zimmerschlüssel einfach in eine Art Briefkasten zu werfen. Bezahlt wird eh abends im Vorraus. So war unsere Vermieterin etwas überrascht, als wir den Schlüssel persönlich übergaben. Wir liefen wenige Meter weiter als gestern abend zu Bodie Mike’s und landeten in einem Frühstücksrestaurant, das wohl mal wieder zum selben Unternehmen gehört. Unser Versuch, mal wieder eine kleine Portion zu bestellen, scheiterte knapp. Immerhin schafften wir alles, aber klein waren die Portionen nun wirklich nicht. Bestellt man nur zwei Pfannkuchen, sind sie halt größer als die drei anderso… In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es noch ein Visitor Center, welches einiges über den Mono Lake erklärt. Sehr erhellend. Kurz zusammengefasst: Daß wir die Kalktufftürme sehen können, wegen denen wir gekommen sind, ist eigentlich einer menschengemachten Naturkatastrophe zuzuschreiben. Weia. Details einfach im Wikipedia nachlesen.
Gesättigt und gebildet ging es dann an den See. Der übrigens mal wieder gebührenpflichtig ist. Wir haben zwar damit immer noch gerade so nicht den Betrag eines Jahrespasses überschritten, aber inzwischen kann ich den nur empfehlen. Ich bin ein Freund von Pauschalen und ohne den eintrittsfreien Tag gestern wären wir schon drüber. Tjanu, Mono Lake. Wikipedia sagt schon alles. Die hiesige Gebühr ist eher eine Art Parkgebühl und man muß das Ticket aufs Amaturenbrett legen. Neben einigen Infotafeln gibt es auch welche, die den Wasserstand zu bestimmten Jahren veranschaulichen. Da merkt man erst, wie viel Wasser für Los Angeles abgezweigt wurde. Am See selbst war ich dann erst mal von der Tierwelt fasziniert. Starenartige Vögel jagten Fliegen am Wasserrand. Wie ein Radiergummi zogen sie hellgraue Streifen2 durch die schwarzen Fliegen. Nein, so viel gefressen haben sie nicht, aber die Fliegen sind ja nicht so doof und halten einen gewissen Abstand. Nach und nach setzt sich die Spur dann wieder zu. Dann wollte ich das schon fast ölige Fließverhalten des stark salzigen Wassers betonen, indem ich Langzeitaufnahmen machte. Dazu gabs dann neben der kleinsten möglichen Blende auch noch die dicksten Neutraldichtefilter3, die ich dabei hatte. Blöd nur, daß irgendwo auf meinem Sensor Schmutz sein muß, der sich bei so kleinen Blendenzahlen und der damit einhergehenden Schärfentiefe wunderbar in Szene setzt.
So verlor ich dann Annette aus den Augen und schlenderte weiter am ausgeschilderten Rundweg entlang. Irgendwann gabelte sich der Weg in eine lange und eine kurze Route. Da wir heute noch einiges vor haben und Annette schon lange weit und breit nicht zu sehen war, entschied ich mich für die Abkürzung. Im günstigen Fall würde sie den langen Weg genommen haben und wir kämen zeitgleich wieder ans Auto. Schlimmstenfalls gäbe es Mecker wegen der Trödelei. Aber nichts von beidem. Somit legte ich das Stativ sichtbar auf den Rücksitz als Zeichen, daß ich schon mal am Auto war und lief ihr auf dem langen Weg entgegen. Wieder nichts. Ich ging im Laufschritt auf der kurzen Variante wieder zurück, um sie da einzuholen – vergeblich! Schließlich kam sie gemütlich angeschlendert. Sie hatte sich zwischen den Felsen noch mehr vertüddelt als ich. Na dann.
- Freudige Erwartung beim Frühstück
- Der Eindruck täuscht, die Pfannkuchen sind riesig!
- Geisterstädte gibt es in der Gegend einige
- Mono Lake und Tufas
- Vogel auf Fliegenjagd
- Noch mehr Tufas
- Tufas und Berge
- erodierende Tufas an Land im Detail
- Auch auf der Suche nach Annette bleiben Echsen nicht unfotografiert!









