Februar 2012
M D M D F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  

Archive

Kategorien

Über sieben Hügel mußt du gehn …

30.09.2011 22:00 PDT

Der Tag beginnt schon wieder so trüb. Da es gestern entgegen der Wettervorhersage nicht aufgeklart hatte, sind wir unschlüssig, was wir mit unserem letzten Tag in San Francisco anfangen sollen. Auch ein Frühstück zwingt uns nicht aus dem Bett, die Reste des Vorabends wollen noch verzehrt werden. Um morgens kalte Pizza und Caneloni essen zu können, haben wir mit Unmengen von Eiern in jeglicher Zubereitung, mexicanischen Burritos (inklusive Bohnenmus), Kartoffelspalten in Bechamelsoße mit Bratwurstscheiben, Veganen Currytofu auf Reibekuchen usw. experementiert. Trotzdem, das Zeug will nur schwer zu mir und ich denke sehnsüchtig an das gestrige Frühstück bei Thad’s zurück: einfach nur ein aufgetoasteter Vollkornbeagel mit Creamcheese und Lachs. Na gut, es hilf nichts, das Zeug muß weg. Immerhin hat das Wetter ist inzwischen deutlich besser geworden und wir können das Asia Museum getrost auf einen nächsten Aufenthalt in San Francisco verschieben.

Zum ersten mal verlassen wir unser Hotel in westlicher Richtung. Schräg gegenüber wird der erste Boxenstopp beim Jerusalem Market eingelegt – nur so interessehalber. Das ist wohl das andere Jerusalem, das arabische. Entäuscht schlendern wir durch die Regale mit Hülsenfrüchten in Dosen, Gewürzen, … nix für uns dabei.

Weiter geh’s Richtung St. Mary’s Cathedral. Gerade mal 100 Meter vom Hotel fragt schon die erste Person nach Geld. Die ca 60-jährige Frau mit langem blonden Haar sieht zwar verlebt aus, aber nicht ungepflegt. Sie ist geschminkt und ordentlich gekleidet. Schimpfen kann sie aber ganz undamenhaft, wenn man sich auf ihre Frage hin taub stellt. Als nächstes würde sich die Gemeinde von St. Mary über eine Spende zu Erhaltung ihrer Kathedrale freuen, so erfahren wir, als wir das interessante Gebäude von außen abgelichtet haben und den fantastischen Innenraum betreten. $5 Dollar ist uns das auf jeden Fall wert! Hochmodern und doch so ergreifend ist dieser Innenraum, der auf 4 asymetischen Sockeln ruht, bis er über einer Fensterfront mit der Kuppel verschmelzt. Der Clou ist ein schmales Bundglasband das sich von West nach Ost, und ein zweites, das sich von Süd nach Nord durch den Beton zieht und sich genau im Zenit der Kuppel kreuzt. Die Mosaiksteinchen des Buntglases haben Farbverläufe wie in einem Regenbogen, der ja das Bündnis zwischen Mensch und Gott bekräftigt. Die Farben stehen aber auch für das Blau des Wassers, das Grün der Pflanzen, dem Gelb der Sonne, usw. Ganz zauberhaft macht sich aber auch ein überdimensionales Windspiel über dem Altar. Diese dünnen Silberstäbe klingen zwar leider nie wirklich im Wind, aber wen sie es könnten, käme das den Stimmen der Engel bestimmt ganz nahe. Für die Töne sind in der Kathedrale eine ebenfalls hochmodern aussehende Orgel aufgestellt, die wie ein abstraktes Kunstwerk im Raum steht und diesen mitgestaltet. Sie soll über 4000 Pfeifen haben, wenn das noch richtig im Kopf behalten haben. Die Gemeinde feiert in diesen Tagen auch ein Blumenfest und so werden wir gebeten auch die unteren Räume zu besuchen, wo auch ein Frühstück und Kaffe gereicht werde. Gefrühstückt haben wir bereits, da möchten wir die Stärkung lieber bedürfigeren Leuten überlassen, aber nachdem wir von Wand zu Wand auch die figürlich gehaltenen Bronzerelieffe angesehen haben, die auch mit modernenm Blumenschmuck verziert wurden, gehen wir auch in die untere Etage, die allerdings trotz Blumenschmuck wie ein altes Flughafenterminal wirkt. Auch die “secret treasures”, also geheime Schätze genannte Ausstellung wirkt ein wenig verloren. Zwar hat man Leihgaben anderer Kirchen bekommen, wie das älteste taernakel aus der Mission Dolores, die als ältestes Gebäude San Franciscos gilt, aber das wirkt alles sehr armselig, wenn ich an die Kirchenmuseen von Sienna oder Wien denke, die ich gesehen habe. Hier liegt die Faszination eindeutig bei der Architektur!

Interessante Architektur erhoffe ich mir auch von Japantown, auch wenn diese vom Reiseführer als nüchtern bezeichnet wird. Das könnte zu dem übertriebenen, hektischen Chinatown doch eine wohltuende Abwechslung sein. Unter dem Begriff “Japan Center” hatten wir uns allerdings doch etwas anderes als eine Einkaufsmall vorgestellt. Aber, das muß man dann halt einfach mitnehmen. Na gut, das meiste stellt sich dann als die Japanische Version von Rudis Resterampe heraus. Aber essen soll man in Japan Town laut Reiseführer gut. Tatsächlich gibt viele Restaurants oder Imbisstuben, wir tun uns schwer, da wir mit den Namen der warmen Gerichte nichts anfangen können. So verbleiben wir beim Sushi, das wir ja auch von zuhause kennen. Kleinen Bambusboote sind mit je 3 Tellerchen beladen und schwimmen an einer Kette hintereinander festgemacht in ständiger Rozation in einem miniaturisierten Wasserkanal. Das sieht schon mal sehr nett und appetitlich aus. Wir bekommen ein heißes Tuch zur Erfrischung und grünen Tee aufs Haus, dann legen wir los. Zuerst halten wir uns an bekanntes wie die Tamago oder Algensalat, denn die Schaubilder mit den Zutaten, die wir vor uns haben, stimmen nicht mit dem Inhalt der Tellerchen überein. Da es sich bei diesem Sushiessen nicht um ein “all you can eat”-Arrangement handelt, möchte man natürlich schon wissen, wofür man nachher bezahlen muß, auch wenn es nicht geschmeckt hat. Doch probieren geht über studieren und so greifen wir schließlich auch bei unbekanntem zu und tatsächlich schmeckt uns alles. Ganz exotisch aussehendes “Gach” lassen wir aber an uns vorüberziehen. Mit $45 schlägt unser Mittagsmahl zu (Scheck-)Buche, aber da war auch ein Schälchen mit Dungeon Krabbenfleisch dabei. Das geht also schon in Ordnung. Für den Nachtisch habe ich auch schon eine Idee: um’s Eck habe ich eine japanische Creperie entdeckt. Da teilen wir uns Ein Crep mit Banane, Cornflakes, Banane, Schokolade, Sahne und einer Kugel Vanilleeis. Und da sich der Laden “Happy Face” nennt, wird die Eiskugel mit gespritzer Sahen, Schokoklecksen, etc. zu einem im wahrsten Sinne des Wortes süßen Hundegesicht, das wir mit Genuß verspeisten. Also nicht nur in China essen sie Hunde ;-)

Das Wetter ist immer noch sonnig und es weht ein kühler Wind, also spricht nichts gegen eine Fortsetzung unserer letzten Sightseeintour in San Francisco. Als weiteres touristisches Highlight preist uns der Reiseführer die bereits erwähnte Mission Dolores, die Wiege der heutigen Stadt, und den dazu gehörigen Mission District mit seinen Wandmalereien, den Muros an. Auf dem Weg liegen noch die Seven Sisters genannt Häuserzeile aus viktorianischer Zeit, die man am besten vom erhöht gelegenen Park fotografiert, da dann die Skyline von San Francico den Hintergrund bildet. Ansonsten sind in dieser Gegend nämlich auch andere Häuschen in diesem Zuckerbäckerstil allerliebst anzusehen, nur eben ohne den Skylinehintergrund nicht so beliebt bei Fotografen.

Auch Richtung Mission Distrikt gehend, sind die Häuser schmuck und liebevoll gepflegt, aber das Viertel wirkt allein schon wegen seinen Bewohnern etwas beägstigender. Man steht in Gruppen beieinander, lacht dröhnend oder handelt irgend etwas aus. Peter hält meine Hand fester! Für die nur noch eine halbe Stunde geöffnete Mission wollen wir keine $4 pro Person mehr berappen und wollen statt dessen die kostenlosen Wandmalereien ansehen. Die auf der Karte ausgewiesene Gegend ist aber dafür keine gute Adresse, die ganze Gegend eher ein Flopp. (Nachtrag Peter: Nicht zu vergessen aber der Poser mit freiem Oberkörper und Zylinder, der von seinem Balkon aus bedeutungsvoll die Straße rauf und runter schaute!)

Wenigstens das letzte Abendessen in unserem Urlaub soll aber nochmal etwas besonderes sein, daher laufen wir zur Straßenbahnlinie vor und fahren nochmal raus an die Wharf. Die Wagons dieser berühmten Linie F sind alle historisch und stammen ursprünglich aus den verschiedenen Städten. Unsere ist aus Mailand, die italienische Beschriftung ist einfach nur bei wichtigen Informationen durch Englisch ergänzt. Richtung Market Street, Haupteinkaufsstraße der Stadt mit den teurersten Läden füllen sich die 2 Abteile mit allerhand Volk. Vom Penner bis zur Dame ist alles vertreten. Jeder muß beim Fahrer $2 für die Fahrt bezahlen, egal ob er die ganze Strecke mitfährt, oder nur eine Station. Unser Geld ist gut angelegt, wir fahren beinahe die ganze Strecke und steigen bei Fisherman’s Warf aus. Bald stehen wir unter der berühmten Lichtreklame mit dem roten Taschenkrebs, die ich nicht ansehen kann, ohne die Titelmusik von “Die Straßen von San Francisco” im Ohr zu haben. Doch diesmal gibt es dort ein Gratisauftritt von einem beinamputierten Countrysänger, der seine CDs zum Verkauf ausgelegt hat. Mir gefällt das Stück ganz gut, vielleicht wären vielleicht was für Stereonlage zuhause, aber Peter mag nicht so recht. Noch ist mein Appettit nicht so groß, darum schauen wir uns noch ml bei den vielen Lokalen hier um, nur um doch wieder bei Nick’s Lighthouse einzukehren. Dort bestelle ich erneut die leckere Crab chowder in a bread bowl (Krabbeneintopf in einem ausgehöhlten Brot serviert), Peter entscheidet sich für die Clam chowder, also Muscheln statt Krabbe zu seinem Bier und ein Cesar Salat mit Krabben ist für uns beide gedacht. Die Belegschaft dreht gerade jetzt zur besten Dinnerzeit auf Hochtouren. Noch bevor Peter vom Örtchen zurückkommt, stehen Suppen und Salat auf dem Tisch. Bei der Rechnung ist man dann allerdings genauso verblüffend flink: wir haben die Suppe kaum angerührt, liegt das Büchle schon zur Unterschrift bereit. Das Trinkgeld ist, wie in Touristenlokalen durchaus üblich, schon als Fixposten vermerkt. Zu den 15% schlägt Peter aber auch keinen Cent drauf, denn mehr ist der heutige Hopplahopp-Service nicht wert.

Die Nacht ist noch jung, so beschließen wir uns diesmal die teuren $6 pro Nase für die historische Powell-Hyde Linie zu sparen und zu Fuß ins Hotel zurück zu laufen, immerhin haben wir diese unbeding erlebenswerte Touristenattraktion bereits 2x für den Rückweg genutzt. Indem wir die Taylor Street immer weiter nach Süden entlanglaufen, kommen wir auf den Nob Hill, die teuerste Wohngegend der Stadt, denn von dem Hill (=Hügel), den für den man wirklich eine gute Kondition braucht, hat man einen sagenhaft schönen Blick auf die größten Attraktionen wie Transamerican Pyramid, Coit Tower und die Bay Bridge. Und für uns erstrahlt die nächtliche Schönheit nochmal in vollem Lichterornat. Nachteil für die betuchten Bewohner des uch als Snob Hill verballhornten Stadtteils: Ein Gang zum Bäcker benötigt die Kondition eines Marathodläufers und Busse, bzw. längere Autos können auf diesen starken Steigungen denen sofort wieder ein starkes Gefälle folgt, nicht fahren. Sogar das ortsübliche Autoparken mit gegen den Bürgersteig eingedrehten Rädern, die ein Wegrollen des Fahrzeuges verhindern, ist hier zu wenig: die Parkplätze werden daher quer zum Gefälle ausgerichtet, was die eher schmalen Straßen für den Verkehr zusätzlich einschränkt. Daher gibt es hier viele Einbahnstraßen.

Nolens volens passieren wir auch noch die Grace Cathedral, die praktische Weise noch auf unserem Weg liegt. Ihrem Pariser Vorbild, der berühten Notre Dame, kann sie aber gewiß nicht das Wasser reichen, fehlen doch schon äußerlich wichtige Details wie die Gargeuls, also die wassersperenden Ungeheuer. Die Flügeltüren des Hauptportals unterziehen wir wegen der Dunkelheit keiner näheren Betrachtung, auch kennen wir bereits das Original: die Paradiestüren des florentiner Baptisteriums. Peter stimmt mit mir überein, das gleiche ist eben nicht das selbe. Da loben wir uns doch die eigenwillige Schönheit von St. Mary’s Cathedral, die wir heute morgen bestaunen dürften!

Schließlich trifft die Taylor auf die Sutter Street, der wir bis zu unserer Unterkunft im Hotel Carlton folgen. Eigentlich sind wir jetzt schwer geschafft und bettreif, aber leider müssen wir uns noch mit den Abreseisevorbereitungen beschäftigen. Es geht gegen Mitternacht, bis wir endlich ins Bett gehen können.

Guggenheim

16.09.2011 20:30EDT

Viel gibt es von heute nicht zu berichten. Nach unserem inzwischen schon fast traditionellen Frühstück am Union Square achten wir uns auf zum Guggenheim Museum. Das hatte plangemäß geöffnet und zeigte neben ein paar Dauerexponaten primär eine Ausstellung von Lee Ufan. Fotografieren war jenseits des Foyers natürlich nicht gestattet. Wobei sich das bei den Installationen sehr gelohnt hätte. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann im Südosten. Wir wollten noch Little India einen Besuch abstatten und fanden es auch. Kurz vor Ende der Lunchzeit1 landeten wir dann auch noch in einem kleinen indischen Restaurant mit einem leckeren “Mittags”menü.

Der Rest ist Packen. Morgen  um zehn soll der Mietwagen abgeholt werden und dann gehts ab zur Verwandtschaft.

  1. die hier generell wohl bis zum frühen Abend geht []

Uptown

15.09.2011 23:30 EDT

Die europäische Bettflucht kommt um die übliche Zeit wieder mal zum Zuge, aber diesmal gelingt mir das Rumdrehen und Weiterschlafen ganz gut. Daher sind wir diesmal erst gegen 9 Uhr unterwegs. Unsere nächstgelegene Subwaystation Unionsquare ist auch heute Ausgangspunkt unseres Tagesprogrammes. Hier stärken wir uns in einem Deli für den Tag. Die mit Käse und Bacon überbackenen Toasts decken zweifellos den Fettbedarf einer Woche – was wird wohl meine Hose dazu sagen! Immerhin ist der Orangensaft direkt gepresst und daher gesund. Wir finden auf dem Union Square ein Sonnenplätzchen und dann geht es in den Untergrund. Weiterlesen

Zweiter Tag New York

13.09.2011 22:30EDT

Es ist Dienstag, die Leuchtanzeige des Radioweckers bestätigt die Abwesenheit des Sonnenlichtes: 4:30! Tja, das ist hier wohl die Europäische Krankheit – daheim wäre es jetzt 9:30 und eine angemessene Urlaubstag Aufstehzeit. Aber nicht hier, also nochmal rumdrehen. Das ist dann irgendwann auch nicht mehr gewinnbringend und da wir nun zu zweit wach sind kann der Tag gegen 5 Uhr mal in Angriff genommen werden. Der Wetterbericht versichert uns eines heißen und trockenen Tages, doch trotzdem sind Jacke und Unterhemd Pflicht, denn der US-Amerikaner beeinflußt das Klima gerne wo er kann, also auch bei diversen Innenraumtemparaturen und so drohen Schnupfen und Halskathar jede, der nicht glauben kann, daß ein Temparaturunterschied von 10°C hier von den Eingeborenen als angenehm empfunden wird. Solange das Wetter so gut ist, spricht alles für Outdooraktivität. Wir entscheiden uns geografisch für die entgegengesetzte Richtung zu gestern, also für den Süden von Manhatten, wo Soho, Brooklyn Bridge, Staten Island usw. locken. Die jüngst erworbene U-Bahnkarte bringt uns schnell in die gewünschte Richtung und zwar erstmal zum Frühstücken in die Lower East Side. Dort preist der Reiseführer mehrere Lokalitäten an: Yonah Schimmel’s macht wohl die besten Knishes, also Kartoffelkrapfen der Stadt, hat aber noch geschlossen. Also weiter zu Katz’s Delicatessen, ein jüdischer Deli von 1888. Es fällt auf, daß diese Gegend nicht die Schokoladenseite der Stadt ist, was hat man da von einem Delikatessengeschäft zu erwarten? Äußerlich fügt sich das langgestreckte Gebäude nahtlos in die etwas heruntergekommene Gegend ein. Beim Betreten fragt der junge Mann von Service, ob man das Bezahlsystem von Katz kenne und erklärt dem Uneingeweihten, daß das ausgehändigte Ticket bei jeder Bestellung an der langgestreckten Theke mit dem entsprechenden Betrag beschriftet wird und zum Schluß an der Kasse abgerechnet wird. Dann überläßt er uns dem Studium der altertümlichen Tafeln, die eine Speisearte ersetzen. Viele Worte sind jiddisch und daher dem Deutschen verwandt. Was eine Liverwurst ist, muß also nicht weiter erklärt werden. Dennoch ist meine Überraschung groß, als die Kartoffelpfannkuchen 3 knusprige Kartoffelpuffer mit einem Schälchen Apfelmus bzw. Sauerrahm darstellen. Eigentlch logisch, aber so vertraut, so deutsch wie daheim bei Mama, eben doch ganz unerwartet. Peter tut sich an klassisch britisch-amerikanischer Kost gütlich, doch eine würzige gebratene rote Rindswurst bildet ein wilkommenes upgrade zu den scrambled eggs und den Toastscheiben. Obwohl Katz’s eine New Yorker Berühmtheit ist, sitzen wir einigermaßen verloren an einem der vielen Tische. Abgesehen von den Fotos unzähliger Berühmtheiten, unter denen wir nur die die wenigsten wie Clinton oder Streisand erkennen, fällt auch ein Deckenhänger mit einem Pfeil auf: “That’s were Harry met Sally. We hope that you have what she had”. Ok, an diesem saugewöhnlichen Würstelstandtisch fand also eine der witzigsten Begegungen der Hollywood-Filmgeschichte statt … und die Geschichte geht weiter: Ein paar Beschucher entpuppen sich als Filmteam, die vor unseren erstaunten Augen einen Kamara auspacken und Puschelmikrofone auspacken. Ein Filmregisseur instruiert zwei sehr schlanke hübsche Mädchen, die ihre Filmgardarobe in den Händen halten. Im Hintergrund werden die alten Leuchtreklamen von Budweiser und Co in die genauso alten Steckdosen gesteckt. Das Personal macht von all dem keinerlei Aufhebens. Ungerührt werden riesige Pakete mit Lebensmitteln gepackt und halbe Rinderhälften zu Roastbeef tranchiert. Man hat eher zu wenig als zu viel zu tun und es kann noch ein bissl geblödelt werden, indem man den Vordermann von hinten an der Wampe packt und daran rüttelt. Wir sind mit unserem Frühstück fertig und bezahlen unsere Tickets wie geheißen. Draußen erwarten uns nebst weiter gestiegenen Temperaturen, die einen heißen Sommertag ankündigen auch der “Rest” vom Filmteam. Die haben wohl noch Großes vor, denn weitere 10 Personen sind gerade erst im Abrödeln begriffen. Sogar ein Polizeiwagen mit der Aufschrift “movie-tv”1 vervollständigt die skurile Szenerie. Wir machen ein paar Fotos von der ungewöhnlichen Szenerie und gehen dann zwecks sightseeing “the long way down” zur übernächsten Subwaystation. Dieser zufällig gewählte Weg, die Ludlow Street führt uns durch eine überaus sehenswerte Gegend voller alter Brownhouses mit Stuckverzierungen und den eisernen Fluchtleitern, die man aus Film und Fernsehn kennt. Hier ist es alles andere als schick oder auch nur aufgeräumt, aber alles strahlt die Atmosphäre eines uralten von Generationen geliebte englischen Pubs aus. Man fühlt sich sofort heimisch oder möchte es zumindest. Schließlich erreichen wir die Subwaystation und entscheiden uns für die falsche Richtung, wie wir bemerken, als wir nicht Richtung downtown Manhatten zur Staten Island Fähre, sondern nach Brookelyn fahren. Wir kommen über die Wiliamsburg Bridge und jetzt erkennen wir im Abstand zu Manhatten, daß die Fernsicht trotz des heißen sonnigen Tages alles andere als gut ist – die Häuser verschwinden im Dunst. So hat es sogar ertwas Gutes, daß wir den falschen Zug genommen haben, den wir können umdisponieren und entscheiden uns für Chinatown, Little Italy und das Lower East Side Tenement Museum, das in einer interessanten Führung die Lebensumstände der Einwanderer in einem rekonstruierten Brownhouse beleuchtet. Doch nach einem kurzen Fernblick auf das Justizviertel lockt erstmal das überaus fremdländische Chinatown. Hier könnte man die Gassen getrost nach den vornehmlich ansässigen Berufsgruppen benannt werden, denn der Chinese hat wohl gerne Beerdingungsinstitute, Friseureure, Restaurants, Frischwaren und Gemischtwaren nach Straßen getrennt. Vielleicht lassen sich so die Angebote besser vergleichen?! Ich stolpere staunend und fotografierend hinter Peter durch das Straßengewirr, die Hitze macht mir zu Schaffen und so gibt es endlich eine willkomme Verschnaufpause bei erfrischendem Wassermelonensaft und leckerlockerer Zitronenbisquitrolle für mich und kaltem Grüntee und Kokosmilchmuffin für Peter. Seeehr empfehlenswert, im Gegensatz zu dem daneben liegenden Buddahschrein, der sich im Reiseführer doch deutlich interessanter las! Wer möchte, darf beim Chinabäcker übrigens gerne die internationale Spezialitäten wie Schwarzwälder Kirschtorte oder ähnliches testen. Gegenüber findet sich ein vom Reiseführer wärmstens empfohlenes Restaurant “Big Wong King” und ein Aushang empfielt 2 Hummer für $20, da die Hummerhochsaison diesen überaus günstigen Preis für die Kundschaft möglich mache. Das wollen wir uns doch gleich mal für den Abend vormerken! Doch erstmal klappern wir den nächsten Programmpunkt der Wellerschen Sightseeingliste ab: einen Laden mit “frischem” Jerky, also getrocknetem Fleisch. Wir gedachten uns dort einen Vorrat für die Nationalparktouren zuzulegen, gar als Mitbringsel für Schwager Patrick, aber müssen feststellen daß auch dem haltbar gemachten Fleisch erstaunlich kurze “Verfallswerte” gesetzt sind – nur 5 Tage ohne Kühlung sind empfohlen. Einen kleinen Beutel läßt sich Peter trotzdem packen, obwohl einem in New York das Verhungern – zumindest mit Geld – unmöglich sein dürfte, denn an allen Ecken gibt es die leckersten Dinge zu kaufen. Kaum hat man die eine Leckerei verdrückt, lockt schon die nächste und macht Lust auf’s Probieren – kein Wunder ähneln hier die Menschen oft wandelnden Fleisch, bzw. Fettbergen. In einem kleinen Park um die Ecke finden wir eines der raren Schattenbänkchen und verdrücken ein wenig von Peters spicy Jerky. Ja, doch, lecker … deutlich besser als die aus der Tüte beim Metro daheim. Um uns herum sitzen die älteren Chinesen zum Lesen oder Kartenspielen. Die Zeitung ist in chinesischer Schrift, man hört kein verständliches, sprich englisches Wort. Es stimmt, dieses Viertel ist einen chinesische Exklave mit Wahlrecht. Wir gehen weiter Richtung Tenemetmuseum und nehmen an besagter Führung teil. Die junge Dame2 leitet die Führung sehr engagiert, man merkt, das Publikum ist interessiert, stellt viele Fragen. Zum Glück bekomme ich schriftlich auch eine deutsche Übersetzung, ich kann dem Gesagten oft nicht folgen. Obwohl es in dem Tenement nie ein Wasserklosett und lange kein Licht gab oder fließendes (kaltes) Wasser gab, wirken die Wohnungen doch netter und anheimelnder, als ich erwartet hatte. Zurück im Museumsshop findet sich zwar kein Souvenir, aber ein sauberes WC, das man nach dem Erzählten doppelt zu schätzen weiß und treffen draußen unsere Museumsführerein apfelkauend auf dem Pausenbänkchen. In jedem von uns löste der Besuch der alten Wohnungen alte Erinnerungen an die Kindheit, an die Großeltern aus und das sprudelt einfach so aus uns heraus, als wir vor ihr stehen. Interessiert hört Keren uns zu, ist solche Reaktionen auf die Konfrontation mit der Vergangenheit wohl gewohnt, deutet ähnliche Erfahrungen bei sich selbst an – rührend!3 Schließlich bekommen wir noch eine Empfehlung, wie wir am besten nach Little Italy kommen, doch das verdummbeuteln wir wohl irgendwie und gelangen in eine langweilige Gegend. Endlich gibt die Karte ein wenig Orientierung, zumal ich mich erinnere, auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Chinatown eine italienische Girlande gesehen zu haben, die für das Fest des heiligen Gennaro aufgehängt wurde. Also suchen wir die Mullberry Street und werden schließlich fündig. Am 15.9. beginnt das Heiligenfest und die Straße eine einzige Baustelle! Überall werden Bretterbuden aufgestellt oder dekoriert und eine vorfreudig gestimmte Italienergemeinde strömt durch das stark verengte Sträßchen. Aus den Restaurants duftet es verführerisch und erinnert mich daran, daß einen Bisquitkuchen und ein Melonensaft am frühen Mittag nicht als vollwertige Mahlzeit betrachtet werden kann. Peter ist skeptisch – er sicht das Hummerabedessen in Gefahr. Ich verspreche mich zurückzuhalten, führe ihm aber die Gefahr eines mir demnächst bevorstehenden Schwächeanfalls deutlich genug vor Augen, um sein Einlenken zu erwirken. Das S.P.Q.R. ist tatsächlich eine gute Wahl – die Bolognese schmeckt lecker und Peter ist mit den Penne in Pilzsahnesauce auch zufrieden, so daß er den um sich tobenden Krach der Aufbauarbeiten verdrängen kann. Gestärkt und erfrischt ziehen wir weiter und beschließen die Zeit vor dem Abendessen mit der am Morgen geplanten Fährfahrt zu nutzen, da die Luft inzwischen nicht mehr so trüb wirkt. An der U-Bahnstation macht Peter noch unliebsame Bekanntschaft mit der Barriere, die verhindern soll, daß ein gerade eben genutzes Ticket nochmals (z.B. für den Kumpel ohne eigene Karte) genutzt werden kann. Das Drehkreuz akzeptiert fälschlicherweise seine U-Bahnkarte nicht und auch alle anderen Schranken blockieren seinen Durchgang! Ich bin bereits auf der anderen Seite des Gitters, also ist meine Karte auch nutzlos für ihn. So muß ich wieder herauskommen und draußen auf der Straße 15 Minuten abwarten, bis Peters Karte wieder ihre Gültigkeit erreicht hat.4 Wer schon einmal in den unglaublich stickig-heißen und höllen-lauten U-Bahnschächten wer, weiß, warum wir lieber draußen an der vielbefahrenen sommerheißen Straße warten. Auch der nächste Versuch stellt uns eine Gedultsprobe – anscheinend sind die 15 Minuten noch nicht ganz vergangen – dann könen wir endlich passieren. Da von Chinatown aus nicht direkt an den Pier der Fähre zu kommen ist, müssen wir uns erst noch vom Bankenviertel den Weg suchen. Dank GPS ein leichtes Spiel für Peter. Es ist Feierabend für die New Yorker und die Fähre ist kurz vor der Abfahrt, da bekommt man schon Angst um einen Platz an Deck, aber dann ist das Schiff doch so riesig, daß sich die Masse fast schon verflüchtigt. Sogar Festerplätze sind noch zu haben, denn die Einheimischen haben die Show ja jeden Tag und wolen einfach nur nach Hause. Hinter uns wird Manhatten imer kleiner und die Abensonne spiegelt sich in den Glitzerfassaden der Wolkenkratzer – ein tolles Bild! Doch für Lady Liberty kommt das Licht nun leider von der falschen Seite :-( Wir beschließen, am nächsten Tag auch die grüne Dame ins rechte Licht zu rücken und die kostenlose Fährfahrt im Morgenlicht zu wiederholen. Einstweilen begnügen wir uns mit Gegenlichtstudien und steigen auf Staten Island in die nächste5 Fähre zurück nach Manhatten. Das Timing für das Abendessen in Chinatown ist perfekt, bei angehender Dunkelheit finden wir einigermaßen zügig das gesuchte Restaurant Big Wong King wieder und ergattern glücklich einen der letzten Tische im brechend vollen Lokal. Drinnen sind die Temperaturen gefühlte 20°C niederer und zum ersten mal freue ich mich heute über das Unterhemd, das ich trage und schnüre die Jacke um meinen Bauch fester. Das Studium der Speisekarte festigt die Entscheidung für den Hummer – ja, bestätigt uns die freundliche Bedienung, der Hummer ist für 2 Personen, ja, das Ganze für $20. Na denn! Während wir auf das Essen warten fällt wieder einmal auf, wie laut die Stadt ist. Diesmal ist es eine chinesische Großfamilie die lautstark und keinesfalls in der sonst üblichen Landessprache parliert, gepaart mit dem schwungvollen Abräumen der Tische, die ebenso schnell, gründlich und geräuschvoll auch von einem Hurrican abgetragen worden wären. Sehr schnell steht auch das bestellte Krustentier vor uns. Umhüllt von einer lecker duftenden Sauce und kurz angebratenen Lauchstücken wartet es nebst gedämpftem Reis für mich und gebratenem Gemüsereis als Sideorder für Peter auf Verzehr. Gespannt nehme ich die kleine Gabel in die Hand um den ersten Hummer eines Lebens zu kosten und stelle fest, daß das Tier wohl keinesfalls freiwillig gegessen werden wollte – selbst nach seinem Tod wehrt es sich mit einem Panzer von der Härte einer Kokusnuß und die Fleischstückchen verstecken sich in kleinen Gliedern und Höhlen aus Schale, daß selbst das zerlegte Tier schwer zu essen ist. Irgendwann lege ich die Gabel beiseite und arbeite mit Zähnen und Fingernägeln weiter. Etikette hin oder er, ich will ja die $20 nicht verschenken. Am Nachbartisch grinst man wohlwollend herüber, so quasi: “Na also, geht doch”. Wir werden gerade noch rechtzeitig mit unserem Mahl fertig und entkommen so einer Zwangsumsiedlung, die aus unbekannten Gründen an den Nachbartischen vorgenommen wird und die Rechnung weist außer den besagten $20 für den Hummer nur einen weitern Posten aus, vermutlich den Gemüsereis6. Können wir aber mangels chinesischer Schriftkenntnisse7 nicht verifizieren. Jedenfalls geben wir der netten chinesischen Bedienung ein sattes Trinkgeld und verlassen das Lokal. Draußen erwartet uns eine tropische Nachtluft, die unseren tiefgekühlten Körper im nu zum schwitzen bringt. Die U-Bahn leistet diesmal keinerlei Gegenwehr beim Betreten und so kommen wir satt und müde zurück in unser Hotel in der East 17. Die abendliche Dusche im Gemeinschaftsbad bringt nur kurze Abkühlung, dann sinken wir in wohlverdienten Schlaf.

  1. Ergänzung von Peter: Am Heck der Polizeiwagen steht immer deren Zugehörigkeit. Also Reviernummer, Verkehrslenkung, Antiterror oder hier eben “Movie-TV”. Es gibt wohl eine eigene Abteilung zur Absicherung von Dreharbeiten. Denn gefilmt werden sollte der Wagen anscheinend nicht. []
  2. Keren []
  3. Noch ne Anmerkung von Peter: Sie fand es interessant, daß wir so eine Beziehung zu solchen Wohnsituationen hatten. Ich bin auf dem Land ja auch mit einem Plumpsklo im Hof aufgewachsen. Die anderen Tourteilnehmer, allesamt Amis und deutlich älter als wir, hatten da überhaupt keinen Bezug, für die war das einfach nur kurios. []
  4. Anmerkung von Peter: Die Karte wurde beim ersten Mal akzeptiert, aber ich habe das mit dem Drehkreuz versaubeutelt. Jede Dauerkarte ist nach Benutzung 15min gesperrt, um zu verhindern, daß sie einfach durchs Gitter an den Kumpel gereicht und für mehrere Leute kurz hintereinander genutzt wird. []
  5. also eigentlich die selbe wieder (Peter) []
  6. Eistee wurde hier wohl nicht berechnet. Auf Nachfrage meinte die Kellnerin, daß das schon ok wäre. Sie könne ja mehr draufschreiben, wenn wir unbedingt wollen, meinte sie mit einem Lächeln. Ich erklärte ihr, daß ich sie ja nur nicht um ihren wohlverdienten Lohn bringen wollte, wenn sie fehlende Posten von ihrem Trinkgeld bezahlen müsste. (Peter) []
  7. oder waren es eher sehr krakelig lateinische Buchstaben? (Peter) []

Großherzogliche Grabkapelle

Anfang des Monats waren wir aus traurigem Anlaß mal wieder dort gewesen und hatten festgestellt, daß nach der Sanierung der letzten Jahre nun auch Öffnungszeiten aushängen. Heute fuhren wir spontan mit dem Rad hin. War früher die Besichtigung der Gruft nur als Teil größerer Stadtführungen sporadisch möglich, so ist dies nun auch regelmäßig1 möglich.

Spontan wie unsere Aktion war2 hatten wir uns natürlich nicht angemeldet. Und die Führung war mit 27 Angemeldeten längst überbucht. Nachdenken. Gehen wir überhaupt rein und lauschen zumindest in der Oberkirche frech bei der Führung mit und kommen noch ein anderes Mal für die Führung durch die Gruft oder hauen wir wieder ab? Ein heftiger Regenguß und das Nichterscheinen zweier Angemeldeter klärten das. Wir waren dabei!

Zur Führung sage ich mal wenig. Sie war nett und kurzweilig und wie sie mir bestätigte kannte ich die Dame bereits von einer Führung durchs Schloß, an der wir mal teilgenommen hatten. Fakten sind bei Wikipedia eh besser nachzulesen. Ich kann mir die ganzen Wilhelms, Ludwigs und gelegentlichen Friedriche eh nicht merken. Auffällig war lediglich, daß in der Gruft von der Kompaktkamera bis zum Mobiltelefon alles munter rumblitzen durfte ohne Kommentar seitens der Denkmalpfleger. Versaute mir das eine oder andere Bild, das bei 1s Belichtungszeit dann plötzlich aufblitzende und somit überbelichtete Metallteile beinhaltete.

Fazit: Auf jeden Fall mal lohnend und sowas wie ein Geheimtipp, wenn auch doch ganz gut besucht. Die Gruft wäre kein Muß, die Führung ist aber sehr hilfreich. Wer also keine 6€ für die Sonderführung ausgeben will, kann auch ohne Führung für 2€ rein. Ermäßigte zahlen jeweils die Hälfte.

Damit geht eine etwas morbide Woche zuende. War doch letzten Samstag eine Kollegin verstorben und am Freitag beerdigt worden.

Hier also noch ein paar Bilder:

  1. 2. und 4. Sonntag des Monats 14:30Uhr, mit Voranmeldung, maximal 25 Personen []
  2. “Ach, heute ist ja Führung!” []

Die blecherne Kokosnuß

Genaugenommen gab es keine Kokosnuß mehr im ganzen Stück. Lediglich ihr Nichtvorhandensein wurde anfangs thematisiert: Man könne sich inzwischen Pferde1 leisten. Somit war gleich klargestellt, daß das Puppenspiel “Auf der Suche nach dem Heiligen Gral”2 durchaus etwas abweichen will vom Vorbild. Und Monty Pythons “Die Ritter der Kokosnuß” hieß im Original ja auch “Monty Python’s Quest for the Holy Grail”. Also auch die Suche, nicht die Nuß. Egal, zurück zum Stück. Weiterlesen

  1. die auch nie zu sehen waren []
  2. so der eigentliche, offizielle Titel, auch wenn selbst beim Reservierungstelefon das Stück nur “Kokosnuß” genannt wurde wie in “Karten für Samstag? Gut, Maulwurf oder Kokosnuß?” []

Ein Tete-a-tete mit Jogi Leon

Ich glaube, die Wortspiele und Gedankensprünge sind so heftig, daß ich sie weiter unten erklären muß. Jedenfalls waren wir heute in Su Nuraxi, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Und mehr. Weiterlesen

Schwabentag

Schwäbische Verhältnisse gabs dann noch gegen Ende dieses Tages. Gemäß des am Vormittag geänderten Plans fuhren wir nach Mamoiada. Entlang der Beschilderung und was der Garmin so ausspuckte. Mit den Umfahrungen von Oliena und Nuoro völlig streßfrei, wir waren innerhalb der hier üblicherweise etwas knapp gehaltenen Zeitschätzung des zumo am Ziel. Und haben dabei noch eine weitere Zufahrt zum Hotel hier entdeckt. Also eine andere Abzweigung in Dorgali.

Das Museum mediterraner Masken (museodellemaschere.it) selbst ist faszinierend. Klein, aber fesselnd. Das fing schon damit an, daß der Prospekt von den Fotos bis hin zum Logo künstlerisch sehr hochwertig ist. Am Mueseum selbst gabs erst mal mediterrane Lebensart: Öffnung 15Uhr, wir waren 10min danach dort, geschlossen. Kurzer Rundgang zu einem ausgeschilderten Maskenschnitzer. Der versicherte uns, daß das Museum geöffnet sein müsse. War es dann auch und das französische Pärchen, daß auch schon rumgeschlichen war, schon drin. Führung gibt es alle Stunde und so hat die nette Dame, die wohl alles allein bestreiten musste1 uns vier in drei Sprachen2 durchs Museum geführt. Es gab eigentlich nur eine Multimediashow zwischen drei voll gekleideten Figuren, zwei Räume voller verschiedener Figuren in voller Montur und Masken und einen Flaschbildschirm mit einem Dokufilm. Und am Ende noch der unvermeidliche Souvenirshop. ;-)

Immerhin fesselte das für deutlich länger als eine Stunde, aber wir hatten von den veranschlagten zwei Stunden noch was über. Also suchten wir diesen Stein, der im Ort ausgeschildert war. Wir fanden einen Parkplatz und Wohnhäuser. Ein alter Mann, der aus seiner Zeit in Deutschland noch recht gut deutsch sprach, forderte uns auf, einfach das Tor zum Nachbargrundstück zu öffen und reinzugehen. In der Tat, im Garten stand dieser vorgeschichtliche Stein mit seinen Gravuren rum wie in Deutschland irgendein Gartenzwerg aus dem Baumarkt. Einfach so auf dem Rasen. Keine große Show. Annette hatte allerdings bemerkt, daß der alte Mann Feigen erntete und war sofort alarmiert. Sie ist die ganze Zeit schon auf Feigensuche und hatte m Il Muto schon welche abgestaubt. Auch hier kam es, wie es kommen musste: Der alte Mann gab ihr eine handvoll Feigen und lehnte jegliche Gegenleistung3 strikt ab. Dafür unterhielten die beiden sich eine Weile, während ich am Parkplatzrand eine Gottesanbeterin beobachtete. Oder sie mich, ich war da nicht sicher. Jedenfalls war das Tierchen sehr aufmerksam, hat mich immer wieder fixiert und kam auch aus Verstecken immer wieder raus, um nach mir zu sehen.

Die zweite kostenlose Aktion des Tages4 war dann ein Hünengrab. Ein Parkplatz, ein Tor im Zaun um die Weide mit der Bitte, es wegen der Tiere wieder zu schließen und nach 10min Fußweg die Attraktion. Das wars. Interessant, aber schwer zu fotografieren im Abendlicht bei geschlossener Wolkendecke. Pünktlich kurz vor Dorgali regnete es übrigens wieder. Oder noch.

  1. außerhalb der Saison halt, während der Karnevalszeit ist in Mamoiada wohl auch touristisch viel los []
  2. französisch für die Franzosen, englisch für uns und italienisch, wenn sie nicht weiterwusste []
  3. Anmerkung: Es gibt hier in den Läden einfach keine zu kaufen! []
  4. nach den abgestaubten Feigen []

Red Hot Chili Pipers

Annette hatte sie schon im April in Pforzheim gesehen, als ich in Hannover arbeiten war. Doch sie war auf eine Wiedrholung gewillt, was die Nachbarn als Gelegenheit für ein Geburtstagsgeschenk sahen. Überraschenderweise gab es dann doch vor dem Termin im September, wieder in Pforzheim, aber mit neuem Programm, noch einen in Karlsruhe. Überraschend vor allem deswegen, weil der Termin beinahe mit meinen Arbeitszeiten kollidierte. Weiterlesen

Dunrobin Castle

Einmal hin und zurück. Das macht alleine schonmal je über anderthalb Stunden Fahrt, größtenteils über Single Tracks1.

Weiterlesen

  1. Die jedoch zu großen Teil so unbefahren und übersichtlich waren, daß 40mph und mehr machbar waren []
Seite 1 von 212