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Schwäbische Verhältnisse gabs dann noch gegen Ende dieses Tages. Gemäß des am Vormittag geänderten Plans fuhren wir nach Mamoiada. Entlang der Beschilderung und was der Garmin so ausspuckte. Mit den Umfahrungen von Oliena und Nuoro völlig streßfrei, wir waren innerhalb der hier üblicherweise etwas knapp gehaltenen Zeitschätzung des zumo am Ziel. Und haben dabei noch eine weitere Zufahrt zum Hotel hier entdeckt. Also eine andere Abzweigung in Dorgali.
Das Museum mediterraner Masken (museodellemaschere.it) selbst ist faszinierend. Klein, aber fesselnd. Das fing schon damit an, daß der Prospekt von den Fotos bis hin zum Logo künstlerisch sehr hochwertig ist. Am Mueseum selbst gabs erst mal mediterrane Lebensart: Öffnung 15Uhr, wir waren 10min danach dort, geschlossen. Kurzer Rundgang zu einem ausgeschilderten Maskenschnitzer. Der versicherte uns, daß das Museum geöffnet sein müsse. War es dann auch und das französische Pärchen, daß auch schon rumgeschlichen war, schon drin. Führung gibt es alle Stunde und so hat die nette Dame, die wohl alles allein bestreiten musste uns vier in drei Sprachen durchs Museum geführt. Es gab eigentlich nur eine Multimediashow zwischen drei voll gekleideten Figuren, zwei Räume voller verschiedener Figuren in voller Montur und Masken und einen Flaschbildschirm mit einem Dokufilm. Und am Ende noch der unvermeidliche Souvenirshop.
Immerhin fesselte das für deutlich länger als eine Stunde, aber wir hatten von den veranschlagten zwei Stunden noch was über. Also suchten wir diesen Stein, der im Ort ausgeschildert war. Wir fanden einen Parkplatz und Wohnhäuser. Ein alter Mann, der aus seiner Zeit in Deutschland noch recht gut deutsch sprach, forderte uns auf, einfach das Tor zum Nachbargrundstück zu öffen und reinzugehen. In der Tat, im Garten stand dieser vorgeschichtliche Stein mit seinen Gravuren rum wie in Deutschland irgendein Gartenzwerg aus dem Baumarkt. Einfach so auf dem Rasen. Keine große Show. Annette hatte allerdings bemerkt, daß der alte Mann Feigen erntete und war sofort alarmiert. Sie ist die ganze Zeit schon auf Feigensuche und hatte m Il Muto schon welche abgestaubt. Auch hier kam es, wie es kommen musste: Der alte Mann gab ihr eine handvoll Feigen und lehnte jegliche Gegenleistung strikt ab. Dafür unterhielten die beiden sich eine Weile, während ich am Parkplatzrand eine Gottesanbeterin beobachtete. Oder sie mich, ich war da nicht sicher. Jedenfalls war das Tierchen sehr aufmerksam, hat mich immer wieder fixiert und kam auch aus Verstecken immer wieder raus, um nach mir zu sehen.
Die zweite kostenlose Aktion des Tages war dann ein Hünengrab. Ein Parkplatz, ein Tor im Zaun um die Weide mit der Bitte, es wegen der Tiere wieder zu schließen und nach 10min Fußweg die Attraktion. Das wars. Interessant, aber schwer zu fotografieren im Abendlicht bei geschlossener Wolkendecke. Pünktlich kurz vor Dorgali regnete es übrigens wieder. Oder noch.
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Im Maskenmuseum
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Mammutone
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Krampen (aus dem Alpenraum)
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Hünengrab
Annette hatte sie schon im April in Pforzheim gesehen, als ich in Hannover arbeiten war. Doch sie war auf eine Wiedrholung gewillt, was die Nachbarn als Gelegenheit für ein Geburtstagsgeschenk sahen. Überraschenderweise gab es dann doch vor dem Termin im September, wieder in Pforzheim, aber mit neuem Programm, noch einen in Karlsruhe. Überraschend vor allem deswegen, weil der Termin beinahe mit meinen Arbeitszeiten kollidierte. Weiterlesen
Einmal hin und zurück. Das macht alleine schonmal je über anderthalb Stunden Fahrt, größtenteils über Single Tracks.
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 Grabstein auf Colombas Island
Das Wetter hatte sich wieder stabilisiert und blieb trocken. Grund genug für einen kleinen Spaziergang. Annette hatte heute mittag was entdeckt, das sie mir zeigen und fotografiert haben wollte. Auf einer kleinen Insel im Fluß sind uralte Ruinen und ein Friedhof, der wohl bis ins 6. Jahrh. zurückdatiert. Aber auch lesbare Steine neueren Datums waren zu finden. Insgesamt scheint die Insel früher mal recht bedeutend gewesen zu sein. Der Golfplatz des Hotels in der Nähe war wohl mal ein ziemlich bluttriefendes Schlachtfeld.
Wir jedenfalls waren ein klein wenig zu spät dran. Die Sonne war just hinterm Hügel verschwunden und das Licht somit nicht mehr besonders. Außerdem umschwärmten uns wie schon häufiger die vielbeschrieenen schottischen Stechmücken und schienen auch zum ersten Mal ein wenig Appetit zu verspüren. Wir kamen aber ohne nennenswerte Verluste zurück ins Cottage.
Heute lungerten wir gar nicht lang am Besucherzentrum rum. Karten kaufen, rüber über die Brücke und rein in die Burg. Im ersten Raum gabs dann vorneweg eine recht lange und textreiche Erläuterung der Geschichte der Burg. Was mich überraschte: Eilean Donan war jahrhundertelang eine Ruine und ist eine Rekonstruktion ähnlich der Hochkönigsburg im Elsaß. 1912-1932 baute ein Mitglied des ortsansässigen Clans sie neu auf als Sommerwohnsitz mit rustikalem Charme. Die berühmte Brücke wurde sogar zum Abschluß des Neuaufbaus erstmals errichtet – vorher gab es nie eine!
In den Räumen dann wieder die übliche Devotionaliensammlung diverser Clanmitglieder und einiges über die Geschichte des Black Watch Regiments, in dem wohl etliche McRaes dienten. Besonders nett sind aber die Räume, die quasi aus dem Leben gegriffen sein sollen und liebevoll Szenen aus dem Leben auf der Burg nach dem Wiederaufbau darstellten – bis hin zur Katze unterm Tisch in der Küche. Da nach Verlassen der Insel das Restaurant im Besucherzentrum leider schon geschlossen war, muß die durchgefrorene Annette grad leider auf ihre ihr versprochene heiße Schokolade verzichten, drum nix wie los zum B&B!
 Eilean Donan Castle
Schnell auf der Durchreise und zwecks einer kleinen Mittagseinkehr stoppten wir bei der Burg Eilean Donan am Wegesrand. Die liegt auf einer kleinen Insel und dürfte den meisten bekannt sein als die Burg, aus der im Film “Highlander” McLeod in die Schlacht auszieht. So machten wir vom Parkplatz aus ein paar Fotos und ließen uns später im Cafe des Besucherzentrums leckere Tomatensuppe, Sandwiches und Kuchen schmecken. Den Besuch der Burg selbst wollten wir uns für schlechtes Wetter aufsparen, was Annette aber nicht davon abhielt, noch ein wenig im Souveniershop rumzutrödeln.
Wir sind jedoch noch früh genug dran und könnten uns eine kleine Wanderung auf Skye gönnen, drum müssen wir uns sputen.
Ein blöder Zufall, ein kleiner Ausrutscher. Nein, nicht die Anordnung der Buchstaben im Namen des Künstlers, sondern ein terminlicher: Ausgerechnet am Tage unserer WarmUp-Party im Laden fand der Auftritt im Jubez statt und die Karten waren gekauft, bevor ich dessen bewusst wurde.
Arnim Töpel selbst war uns bereits bekannt. Wir hatten schonmal Karten geschenkt bekommen für sein erstes Mundartprogramm und gingen so in voller Absicht in sein zweites. Die Atmosphäre war angenehm. Der Saal ist eher flach und wir hatten Sitze in der ersten Sitzreihe, leicht durch einen Absatz erhöht. In der ersten Reihe wohlgemerkt, davor waren etwa 5m bestückt mit Vierertischchen. Zum Künstler und zum Programm kann ich seiner Webseite nichts hinzufügen. Es ist einfach klasse und wirkt genz besonders durch den kleinen Saal. Da kommt sein ruhiges Wesen und die einnehmende Art am besten rüber. Stadien füllen sollen da lieber Krawallkasper wie Mario Barth. Annette schien übrigens die Stelle sehr gut gefallen zu haben, als er darstellte, wie man den als hochdeutschsprechend bekannten Partner im Kreise seiner dialektbehafteten Familie neu kennenlernt. Ob ihr das bekannt vorkam?
Und das in doppelter Hinsicht. Nicht nur die zweite plattdeutsche Veranstaltung bei diesem Besuch, sondern auch bei meinem zweiten Weihnachten in Oldenburg die Begründung einer Tradition: Als Weihnachtsgottesdienst wird der im Dialekt abgehaltene in der Garnisonskirche besucht. Ich werde mal den Ablauf samt Liedtexten einscannen und hier veröffentlichen. Nicht immer leicht zu folgen, auch weil die Lautsprecher sehr leise eingestellt waren. Aber irgendwie erfrischend. Empfehelenswert!
Nachtrag: Die Scans habe ich natürlich mal wieder verbummelt, aber im zwischnezeitlich integrierten Blog fand sich noch was von vor zwei Jahren.
Im Original bekannt als “Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben” und seines Zeichens angeblich das erste Theaterstück in bayrischer Mundart. Klar klingt die Überschrift nicht bayrisch und in Oldenburg wäre es sich er kein Kassenschlager. Ganz im Gegenteil eben diese Umsetzung auf Platt.
Kurz zur Handlung: Grantiger alter Mann soll von Jan Klapperbeen (der hiesige Sensenmann) abgeholt werden, zockt diesen jedoch ab und handelt so 18 zusätzliche Lebensjahre raus, die er tüchtig nutzt, schließlich ist er ja somit bis dahin unsterblich. Wenige Jahre später jedoch erwischt es seine geliebte Enkeltochter versehentlich um just 18 Jahre zu früh und dadurch fällt die Mauschelei im mittleren Management (Hebenpahlupundaaldreiher aka Petrus) auf. Jan Klapperbeen steht nun vor der kniffligen Aufgabe, den Karl endlich einzusammeln ohne jedoch sein gegebenes Wort zu brechen.
Speziell war übrigens die Vorstellung durch einen Streik der Bühnenarbeiter. Dadurch entfielen die Leinwandhintergründe und das Ensemble musste selbst Hand anlegen, um das nur noch rudimentäre Bühnenbild umzubauen. Das ganze geschah aber so souverän, daß ohne Ansage vor der Vorstellung es mir nicht aufgefallen wäre. Naja, ok, die Bilder im Programm zeigen dann doch etwas mehr Bühnenbild, das hätte mich stutzig gemacht.
Gespielt wurde ürigens im Oldenburgischen Staatstheater vorzüglich und auch die Masken, speziell Jan Klapperbeen, waren genial. Schade nur, daß die anderen nicht mal die Hälfte von dem verstanden, was ich mitbekommen habe. Um so mehr Dank gebührt den Schwiegereltern für die selbstlose Einladung.
Eine schöne Einrichtung in der Garnisonskirche zu Oldenburg: Der Weihnachtsgottesdienst wird auf Platt gehalten. Ohne Krippenspiel und dementsprechend kinderarm, aber auch kurz und bündig. Der Pfarrer hielt die Predigt mit einem gewissen Augenzwinkern und nicht ohne Selbstironie. Als letzte Gruppe von Leuten, die sich wohl für was Besseres halten, nannte er die Prediger auf der Kanzel, insbesondere jenewelche, die Theologie studiert hätten.
Sprachlich hatte ich dann auch doch kleine Probleme. Aber deutlich weniger als die Holde und ihre Mutter aus dem Schwabenland oder der hörbehinderte Beutepapa aus Oldenburg. Doch auch der Rest der Kirchenbesucher war reichlich irritiert, da auf etlichen Kopien des Programms die Rückseite fehlte und der Pfarrer am Anfang (natürlich auf Platt) erklärt hatte, daß sich bei der Reihenfolge einiges ändert.
Ich hänge zur allgemeinen Erheiterung, aus Interesse an der Mundart und als Werbung für die Veranstaltung mal einen Scan an.
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Geschützt Manche Artikel sind nicht für jedermann gedacht, sondern nur für den Bekanntenkreis. Warum, tut nichts zur Sache. Wer das Kennwort haben möchte, kann mir eine Mail schicken. Oder sich an mich an die Zeit vor dem 05.06.2007 erinnern. Umlaute und Großbuchstaben sind hinderlich.
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