Gestatten, das ist Horst. Horst Voll. Manche nennen ihn auch anders. Und auch wenn er immer wieder anders aussieht, so begegnet er mir doch fast täglich. Heute jedoch war er in Bestform.
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Gestatten, das ist Horst. Horst Voll. Manche nennen ihn auch anders. Und auch wenn er immer wieder anders aussieht, so begegnet er mir doch fast täglich. Heute jedoch war er in Bestform. Immerhin, heute ist Arbeitsbeginn ab 11:00 Uhr geplant. Da kann man mal sowas wie ausschlafen. Zumal ich gestern mal halbwegs früh pennen konnte. Und unterbrochen nur von einem Trupp Besoffener1, der mitten in der Nacht noch krakelend ins Nachbarzimmer polterte. War dann auch eine schöne Überraschung. Rappelvoll war der Frühstücksraum, so daß nichts draus wurde, gemütlich und lange zu frühstücken und dabei am Laptop die quasi Morgenzeitung zu lesen. Ich setzte mich dann zu einer lustigen Mädeltruppe mit an den Tisch. DieStimmen am Nachbartisch kamen mir irgendwie bekannt vor… In dem Trubel hielt ichs dann eh nicht lange aus. Ich blieb gerade noch lange genug, um am Nachbartisch, auf dem übrigens auch die Schlüsselkarte des Nachbarzimmers lag, die Frage mitzubekommen, wann man denn letzte Nacht heimgekommen wäre. Im Gegensatz zu den Herrschaften konnte ich diese Frage auch beantworten. “Kurz vor eins. (Pause) War ja nicht zu überhören.” Das fügte den verkaterten Gesichtern dann doch noch einen Hauch von Betroffenheit hinzu. Aber das sowas nur bis zum übernächsten Glas Bier vorhält2 kenne ich ja schon aus Bad Schandau. Hab noch meine Wäsche von gestern zusammengeräumt, schnappe mir jetzt die Kamera und dann ab ins Geschäft. Strahlender Sonnenschein, da muß die Kamera mal Futter kriegen! 01.10.2011 14:10 PDT Ostwärts gehts wieder. Erstmals seit langem nennenswert. Grad passieren wir mehr oder weniger Sacramento, CA. Wie lief es heute bisher? Gemischt. Duschen und Fertigpacken war ja so weit kein Problem. Frühstück war dann aber so eine Sache. Annette wollte dann doch nicht im Hotelrestaurant frühstücken und so zogen wir die Sutter Street entlang. Wir hattens uns dann für ein Cafe entschieden und waren sogar schon am Bestellen, als ich keine Kreditkartenlogos entdecken konnte und der Typ an der Kasse auf meine Frage hin bestimmt auf ein handgeschriebenes Pappschild “Cash Only!” zeigte. Mist. Mit gerade mal $9 und Klimpergeld in der Tache ist das doof. Wir wollten schon mit Karte zahlen, hat sich ja als bequem erwiesen. Also weiter, um schließlich wieder in Thady’s Cozy Cafe zu landen. Mike hatte und schon auf der anderen Straßenseite vorbeilaufen sehen und gegrüßt. Faszinierend, der Kerl. Ich tippe mal auf milden Authismus, er vergisst wohl so schnell kein Gesicht. Wir futterten wieder Granola1, dieses Mal mit Joghurt2 und wieder Bagel mit Lachs3. Heute war nebenbei ein anderer am Putzen und so leicht abgegriffen wie beide aussahen, scheint man hier wohl Leuten von der Straße die Möglichkeit zu bieten, sich etwas Kleingeld oder Essen zu verdienen. Ein weiterer Gast und wohl auch Stammkunde erzählte von seiner geplanten Chinareise und wusste zu unserer Herkunft hinzuzufügen, daß er selbst eine Zeit lang in Herzogenaurach war, wohl als Soldat. In den 80ern. Wirklich familiär dort. Im Hotel lungerten wir nur noch kurz auf dem Zimmer rum. Auf 10Uhr war das Shuttle bestellt. Ab 09:45Uhr sollten wir uns bereit halten. Um in Ruhe auszuchecken wollten wir um halb unten sein und just auf dem Weg zum Aufzug klingelt mein Telefon. Der Bus wäre da. Gut, man sollte sich bei so einer Zeitgestaltung dann die Musse nehmen beim Auschecken, aber beim flüchtigen Blick über die Rechnung fiel kein größerer Betrag auf, der da nicht hingehörte. Steuern und Abgaben trugen jedoch jeden einzeln aufgelisteten Tag ihren Teil zu den fast zwei Seiten Rechnungsposten bei und so summiert sich dann doch eine kleine Summe. Eigentlich nur die Übernachtungen und die zwei Orangensäfte bei unserem zweiten Frühstück. Aber zum Hotel muß ich eh noch mal separat was schreiben. Im Bus saß dann bereits eine weitere Passagierin, aber der Kurs sah verdächtig nach Flughafen aus. Sehr flugs waren wir dann auch dort. Ziemlich genau zu der Zeit, als wir eigentlich abgeholt werden sollten. Aber egal. Koffer waren schnell eingecheckt, ein wenig in den Flughafenshops rumgestöbert und schon gings durch die Sicherheitskontrolle. Dabei gabs gleich mal was Neues. Schuhe ausziehen mal wieder, aber dieses Mal musste auch der Kunststoffgürtel aus und aller Kleinkram aus den Taschen, selbst die Papiertaschentücher. Grund für den Humbug: Wir hatten die Schlange mit dem Körperscanner statt Metalldetektor erwischt. Und das, wo ich inzwischen das Prozedere perfektioniert hatte. So gabs halt wieder Gehampel mit dem Gürtel und so. Dafür gabs keine Mecker mit der Bleitasche für die Filme, die Annette prophezeiht hatte. Naja, dafür hat die Trulla just den Teil des Bandes, auf dem mein Rucksack lag, mehrere Male hin und her laufen lassen und genau hingesehen. Wahrscheinlich hat sie die Dosis hochgeregelt, um ja alles zu Grillen. Bin mal auf die Bilder gespannt. Den Bildschirm konnte ich leider nicht sehen. Zweites Frühstück bzw. Mittagessen to go gabs dann noch in einem Cafe hinter der Kontrolle und der Rest war Warten. Boarding ab 12:40Uhr, Pushback4 pünktlich um 13:15Uhr und dann hieß es wegen der Windverhältnisse Schlange stehen an einer seltener genutztn, abgelegenen Piste5. Das verzögerte den Start um ca. 20 Minuten, die von unseren 65 Minuten Umsteigezeit in Toronto abgehen dürften. Andererseits brauchen wir uns dort nicht um unsere aufgegebenen Koffer zu kümmern und müssen auch nicht durch die Sicherheit6, was also zu einem zügigen Umsteigen führen dürfte. Einen letzten Blick gabs nach rechts aus dem Fenster noch auf die Skyline von San Francisco. Die Transamerica Pyramid war noch auszumachen, dann drehte der Flieger nord- und schließlich ostwärts. Adios, California!
21.09.2011 11:10 PDT (Arizona Time) Betriebsam war der heutige Morgen. Erst gab es ausführlich Jims vielgerühmte Pfannkuchen. Dabei mussten wir unbedingt eine Kopie des Rezepts annehmen und ich suchte noch die Seite des Auswanderermuseums im Bremen raus. Auf das waren wir im Gespräch gekommen und unsere Gastgeber waren sehr interessiert. Dann gabs noch einen kleinen Kommentar im Gästebuch, wir durften uns noch fotografieren lassen und kamen schlußendlich viel zu spät los für unser Tagesprogramm. Dachten wir zumindest. Erste Station war Walmart, um Tagesverpflegung einzuholen. Auf dem Parkplatz bastelte ich noch einen leeren 2,5gal-Kanister zu einer primitiven Eisbox um, in die wir einen Sack Eis vom Walmart kippten und unsere zu kühlenden Sachen reinlegten. Getränke waren nun auch wieder an Bord und los gings wieder zum Bend. Annette war ja überzeugt, daß das Licht besser sein müsste. Klarer als gestern war es allemal und so zogen wir los. In der Tat, es fehlt das Gegenlicht und es ist auch ein bißchen weniger los gewesen als gestern abend. Aber die Asiaten hatten recht: Stativ und Sonnenuntergang, das rockt. Zumal morgens der Aussichtsfelsen einen unschönen Schatten auf das ganze wirft. Ich experiemntierte ein wenig mit Belichtungsreihen, Filtern und – welche abwegige Idee – endlich auch mal mit dem Fischauge rum. Dieses hat aber das Problem, daß man den Horizont schlecht in die Bildmitte bringen kann und er somit auffällig krumm wird. Ich sollte mir echt mal eine aktuelle Version von Photoshop leisten, da kann man nämlich wunderbar mit entzerren. Es gibt sogar schon vorgefertigte Dateien für diverse gebräuchliche Objektive. Dann schlappten wir ein letztes Mal den langweiligen Weg zum Parkplatz zurück und brausten los gen Antelope Canyon. Mehr hiervon im nächsten Artikel.
20.09.2011 23:00 PDT (nicht ganz korrekt, es ist zwar die selbe Uhrzeit als jetzt während der Sommerzeit am Pazifik, aber nur, weil Arizona keine Sommerzeit kennt) Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu. Von Kanab aus hatten wir die etwas längere Südroute nach Page genommen. So gab es ganz nette Aussichten am Kaibab National Forrest und zu den Vermillion Cliffs. Beeindruckende Weite mal wieder. Alles zusammen gehört ja nun wieder zum Grand Staircase, der großen Treppe. Zahllose Stufen werden gebildet durch die einzelnen Schichten aus Jahrmillionen der Erdgeschichte, die leicht schräg gestellt hier emporgehoben wurden. Selbst mit einem 10mm.Objektiv oder einem Fischauge kann man diese Weite nicht vermitteln. Das kann man nur durch eigenes Erleben nachvollziehen. Aber trotz dieser Aussichtslosigkeit der Bemühungen klickten die Auslöser nur zu oft. 14.09.2011 22:03EDT … ob Du ein Mädel hast… ach was. Hans Albers Ende. Kurz nach 20:00Uhr. Ich bin putzmunter, Annette pennt. Auf Reisebericht habe ich noch nicht ganz so viel Bock und weil es trotz lärmender Klimaanlage doch noch gut heiß im Zimmer ist1, habe ich keinen Bock auf Duschen. Noch bevor ich ins Bett gehe, werde ich wieder patschnass geschwitzt sein. Was dann? Weiterlesen
Anfang des Monats waren wir aus traurigem Anlaß mal wieder dort gewesen und hatten festgestellt, daß nach der Sanierung der letzten Jahre nun auch Öffnungszeiten aushängen. Heute fuhren wir spontan mit dem Rad hin. War früher die Besichtigung der Gruft nur als Teil größerer Stadtführungen sporadisch möglich, so ist dies nun auch regelmäßig1 möglich. Spontan wie unsere Aktion war2 hatten wir uns natürlich nicht angemeldet. Und die Führung war mit 27 Angemeldeten längst überbucht. Nachdenken. Gehen wir überhaupt rein und lauschen zumindest in der Oberkirche frech bei der Führung mit und kommen noch ein anderes Mal für die Führung durch die Gruft oder hauen wir wieder ab? Ein heftiger Regenguß und das Nichterscheinen zweier Angemeldeter klärten das. Wir waren dabei! Zur Führung sage ich mal wenig. Sie war nett und kurzweilig und wie sie mir bestätigte kannte ich die Dame bereits von einer Führung durchs Schloß, an der wir mal teilgenommen hatten. Fakten sind bei Wikipedia eh besser nachzulesen. Ich kann mir die ganzen Wilhelms, Ludwigs und gelegentlichen Friedriche eh nicht merken. Auffällig war lediglich, daß in der Gruft von der Kompaktkamera bis zum Mobiltelefon alles munter rumblitzen durfte ohne Kommentar seitens der Denkmalpfleger. Versaute mir das eine oder andere Bild, das bei 1s Belichtungszeit dann plötzlich aufblitzende und somit überbelichtete Metallteile beinhaltete. Fazit: Auf jeden Fall mal lohnend und sowas wie ein Geheimtipp, wenn auch doch ganz gut besucht. Die Gruft wäre kein Muß, die Führung ist aber sehr hilfreich. Wer also keine 6€ für die Sonderführung ausgeben will, kann auch ohne Führung für 2€ rein. Ermäßigte zahlen jeweils die Hälfte. Damit geht eine etwas morbide Woche zuende. War doch letzten Samstag eine Kollegin verstorben und am Freitag beerdigt worden. Hier also noch ein paar Bilder:
Zahnarzttermin in der Pfalz. Und bevor noch mal jemand fragt: Ja, es ist beschlossene Sache, zu einem Arzt in Karlsruhe zu wechseln, aber die drei Termine für eine professionelle Zahnreinigung hatte ich schon vor diesem Entschluß ausgemacht und nun ziehe ich das durch. Auch wenn es schwer fällt. |
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