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Sardinien-Bericht

So, alles fertig. Naja, fast. Reisebericht geschrieben, GPS-Tracks nachbearbeitet und eingebunden, Bilder sind auch dabei und überhaupt.

Vielleicht lade ich mal die gesamten 97 Bilder, die Annette ausgewählt und nachbearbeitet hat, hoch. Aber hier ist schon mal alles schick. Ganz so, wie vor wenigen Tagen noch angekündigt. Den Link setze ich übrigens nur wegen dem Trackback.

Le col sans le col

Oder so. Franzockistan. Eigentlich wollte ich dieses Wochenende mit dem Motorrad hin, aber bei Mitfahrern und Wetter war das nicht so ideal. Zum Wandern hätte ich auch noch andere Ideen gehabt, aber vor der ersten Frühlingssonne braucht man sich ja nicht im Wald zu verstecken. Und im Wanderführer Pfalz verläuft eben diese eine Tour in Frankreich laut Karte wohl größtenteils durch offenes Gelände. Und über den Col de Pigonnier, einem meiner ersten Pässe mit dem Motorrad und immer wieder ein beliebte Saisonstartziel. Weiterlesen

Franzockistan Reloaded, Teil 2

Wie zu erwarten, französisches Frühstück ist einfach nix für mich. Labbrige Croissants, Zwiebackbaguette und süßer Aufstrich. Immerhin war die heiße Schokolade lecker.

Was die doch nicht stattgefunde Beteiligung der vier anderen angeht, so bin ich inzwischen geteilter Meinung. Wir können uns für die Auberge begeistern, auch wenn für die 117€, die wir beide für Zimmer, Abendessen und Frühstück zusammen gezahlt haben, eher einen etwas morbiden Charme erhielten. Wir sassen z.B. an dem kleinen Zweiertisch, der wohl als einziger benutzt wird. Der eingedeckte Nachbartisch wirkte so, als wäre er schon lange in dem Zustand. Auch wenn die Spinnwebe vom Vorabend an dem einen Glas bis heute morgen ausgebaut, also neu war. Ich fürchte, es geht dort mangels Kundschaft langsam bergab und in ein paar Jahren kann man dort nicht mehr hingehen. Leider.

Nachtrag: Als wir im Jahr drauf mit den vier anderen dort waren, war alles top und das Restaurant gut gefüllt. Allerdings war es da auch später im Jahr. Ich glaube, daß wir einfach noch den Winterschlaf erwischt hatten und die Worte oben unangemessen sind.

Gestern abend bin ich übrigens quasi sofort eingeschlafen, dafür waren wir heute morgen deutlich vor der vereinbarten Frühstückszeit wach. Wir nutzten die Zeit, u.a. für die Routenplanung. Annette plädierte für eine Schleife nach Südwesten und Rückfahrt ab Obernai wieder über die Autobahn. Wenn wir schonmal so weit südlich sind. Außerdem hatten wir heute abend in Roeschwoog noch was vor. Damit fiel die Rückreise über Le-Petite-Pierre aus.

Eine Neuerung auch beim Packen. Mein Pharao Explorer Tankrucksack ist ja riesig und hat zudem noch die beiden Seitentaschen. Nach der Denke “erst Tankrucksack, dann bei Bedarf auch die ‘Hamsterbacken’” ignorierte ich bisher einen beiliegenden Gurt. Mit dem kann man die Seitentaschen ohne Tankrucksack befestigen. Nundenn, der TomTom hat eine Lenkerhalterung, der Garmin kommt zum Aufzeichnen neuerdings in eine Lenkertasche und das Handy ist mir mal egal. Ich brauche also kein Kartenfach. Die Taschen nerven zwar ein wenig an den Knien rum, behindern aber nicht den Lenkeinschlag. Die Erfahrung damit gestern war durchaus positiv, zumal der Tankdeckel leicht zu erreichen ist.
Heute die Neuerung. Statt den vorderen Riemen hinter dem Lenkkopf über das Motorrad zu legen, führe ich den Gurt unter dem Scheinwerfer um die Front herum. Dank Verzurrpunkten an den Sturzbügeln halten die Taschen bombig und sind nun ein gutes Stück weiter vorne. Diese Gewichtsverlagerung, denn ich nutze sie für schwere Sachen, ist gerade mit Sozia ein echter Gewinn. Außerdem ist der Tankdeckel nun komplett frei. Ich hätte Fotos machen sollen. Gestern gabs übrigens kein einziges, nur Fahren…

Fahrerisch geht alles dann auch bestens los. Ohne Kopfschmerzen und mit etwas Übung vom Vortag läuft alles flüssig. Auf dem ersten Teilstück zum Grand Ballon wird dann auch gleich eine holländische Boxer-RT erlegt. Annette mahnt jedoch später zu einer gemächlicheren Gangart. Erstes Ziel ist der Ballon d’Alsace mit dem herrlichen Anstieg auf der Ostseite. Ich liebe diese Strecke! Nördlich von Kruth gibts an einem See auf der Terasse dann leckere Salate mit ziegenkäseüberbackenem Baguette und Schinkenbrot. Witzig dabei ein etwas unbeholfen einparkender Schweizer mit einer K12LT. Die Klamotten waren ungefähr so alt wie die Sozia, die hoffentlich seine Tochter ist. Die Reifen hatten Autobahnformat.
Zurück am Col de la Schlucht gabs dann endlich mal die noch unbefahrene Ostrampe abwärts. In Munster dann Tankstellenverwirrung, da die gesichtete Tankstelle offensichtlich nicht besetzt war. Die andere aber auch geschlossen. Es stellte sich raus, daß erstere Geldscheine akzeptiert und im Tank ziemlich genau für Sprit im Gegenwert von 20€ war. Ohne Sucherei wäre der Tank übergelaufen.

Ach ja, auch wenn Annette anderer Meinung ist: Die Kirchen in Munster sind nicht automatisch Münster.

So langsam dämmerte Annette dann aber auch, wie groß unser Bogen war, aber jetzt gings auf direktem Weg zurück. Unterbrochen wurde er nur von einer interessanten Kucheneinlage. Diese wurde eingefordert, als ich an einer Art Parkplatz an der Einmündung einer Route Forrestiere anhielt, um Müsliriegel und Wasser zu verkosten. Es war aber eine Auberge ausgeschildert und so ging die Expedition los. Über Schlaglöcher so groß, daß sich ganze Wanderergruppen drin verstecken könnten. Am Ende sogar bergab durch Sand, doch die Holde wollte den Beweis der Geländetauglichkeit. Dieser wurde erbracht. Die Auberge ist auch recht malerisch, kann ich nur empfehlen.

Eine kleine Kapelle gibts sogar noch obendrauf.

Bei der Abfahrt hats bergauf im Sand auch gut gestaubt…

Bis Obernai dann noch spassig, aber langsam beschwerten sich die Pobacken. Ein minimaler Umweg auf dem letzten Stück zur Vermeidung des touristenverseuchten Mont Ste. Odile führte dann auch zu verschärftem Protest von der Rückbank. Zumals es außer Wald und Kurven nichts zu sehen gab.

Dann der erwähnte Zwischenstop in Roeschwoog. Dort gabs leckeren Flammkuchen. Heimfahrt, Material versorgen, Wanne, Bett. Habe fertig.

Achso, die Datei für Google Earth. Wieder ab Rhein gekappt, wer mich nicht eh kennt braucht den Weg zu mir vor die Haustür auch nicht wissen.

Franzockistan Reloaded, Teil 1

So, heute gings lso, die lange geplante Ausfahrt. Ursprünglich wollten noch zwei befreundete Pärchen mitkommen, aber dem einen kam ein wichtiger Termin dazwischen und dem anderen… irgendwas.

Somit machten Annette und ich uns alleine mit der frisch renovierten F auf, um zwar nicht auf den Pfaden der letztjährigen Ausfahrt zu wandeln, jedoch im selben Zielgebiet und mit einer Übernachtung in einer bekannten Auberge.

Der Start war bereits eine Veränderung zum letzten Jahr. Wir kamen etwas früher weg und nahmen bis hinter Strasbourg die Autobahn. Will man nicht den großen Bogen über die Nordvogesen über Le-Petite-Pierre fahren, was ohnehin Bestandteil fast jeder Tagestour ins Elasass ist, dann ist das die sinnvollste Möglichkeit, die öde Rheinebene zu queren und in den Süden vorzustossen. Erschwert wurde das ganze allerdings durch seltsame Kopfschmerzen. Abwechselnd glaubte ich, der Helm würde meinen Kopf zerquetschen und dann wieder, daß der Helm meinen Kopf am Auseinanderfallen hindern würde. Natürlich traten die erst nach der Abfahrt auf und ich hatte keine Schmerztabletten mit. Aber es ging.

Die Route werde ich hier nur grob beschreiben, dafür aber am Ende den Track in einem GoogleEarth-tauglichen Format anhängen. Preisfrage: Kann man das auch im Browser ohne installiertes GE anzeigen lassen?

Also, ab Obernai dann westwärts bis zu Seones als westlichstem Punkt, dann Süd-Südwest bis zum Tankstop in Ste.-Marie-aux-Mines und über die Route des Cretes bis zum Grand Ballon. Dann ein Stück zurück zum Lauchtal und Tagesziel in Linthal, der Auberge Larmoriniere.
Pausen gabs keine außer einer Pinkelpause am Col de la Schlucht, Spitzemberg und dem Grand Ballon, wenn ich mich recht erinnere. Da hatte ich wohl einiges an Fahrerei nachzuholen und Respekt an Annette, die das klaglos mitgemacht hat.

Nach der Strecke das Erlebte: Naja, Kurven, schöne Landschaften etc. In der Auberge Spitzemberg, eine Empfehlung aus dem letzten Jahr, gabs ergänzend zum mitgeführten Wasservorrat reichlich Cola und Apfelsaftschorle, was prompt auch die Kopfschmerzen dämpfte. Der faule Hund vom letzten Jahr lag auch wieder rum, wobei er diesmal auch faulte. Eine große Wunde klaffte an ihm. Nicht appetitlich. Auf der Wiese am Parkplatz trieb sich dann auch noch ein Highlandrind rum, was prompt gestreichelt wurde. Später dann mitgebrachte Brötchen am Col de la Schlucht als Vesper. Vom Grand Ballon gabs im so benamten Gastronomiebetrieb dann doch wieder keinen Alpenblick. Dafür gabs alte Autos zu sehen von irgendeiner Oldtimerausfahrt, leckeren Schokokuchen und wieder viel zu Trinken.

Auf dem Rückweg zur Auberge versuchte der TomTom mich auch mit der Einstellung “Schnellste Route” wieder über den Eselspfad vom letzten Jahr zu schicken, aber ich erkannte die Gefahr diesmal sofort. In der Auberge wurden wir gleich herzlich empfangen. Ich hatte ja im Lauf der Woche angerufen, um zu erfahren, ob sie überhaupt schon geöffnet hätten. Erreicht hatte ich neimanden, dafür gabs aber einen Rückruf. Sehr serviceorientiert! Wir waren die einzigen Gäste und hatten freie Zimmerwahl. Unseres vom letzten Jahr erwies sich, nachdem wir diesmal alle drei gesehen hatten, als das deutlich schönste und wir nahmen es wieder. Nach dem Abrödeln des Motorrads und der zwingend notwendigen Dusche war dann auch schon Essenszeit. Naja, die Auswahl ist zumindest für mich dann doch klein genug, daß ich die selbe Vorspeise vom Vorjahr hatte. Als Hauptgang konnte ich immerhin mit Rahmschnitzel varrieren, welches auch irgendwie anders, aber besonders lecker war. Für Innereien und Sauerkraut bin ich halt zu mäkelig. Interessant auch die angebratenen Spätzle, war sehr lecker. Genauso wie der dazu gereichte Pinot Noir.

So, und hier die versprochene Datei für GoogleEarth. Bitte mit “Ziel speichern” herunterladen. Sind insgesamt 314km, ich habe mir erlaubt, den Teil von daheim bis zur Rheinbrücke hier nicht zu veröffentlichen.