Ich habe ihre Bilder angeschmachtet. Ich seufzte beim Lesen ihrer Bedienungsanleitung. Ich wünschte mir, Minolta würde wieder ins Kamerageschäft einsteigen und diese Kamera digital neu bauen mit einem 24MP Vollformatsensor. Und mir eine schenken, denn die analoge wird schon teuer genug gehandelt. Sogar die Dynax7D, der digitale Nachfahre mit 6,3MP und Cropsensor, wird gebraucht teurer gehandelt als meine alpha230 neu!
Und ich habe mich spontan verliebt, als ich sie in Händen hielt. Es war eine verdammt günstige Gelegenheit. Samt Vertikalgriff habe ich 155€ gezahlt. Das wird normal schon locker für die Kamera aufgerufen, 180€ sind keine Seltenheit. Für den Griff muß man üblicherweise noch einmal mindestens 100€ hinlegen. Und komplett war sie auch. Alles dran, was sonst gerne fehlt: Blitzschuhabdeckung, Studioblitzanschlußabdeckung, Augenmuschel und Bajonettdeckel. Auf die Okularabdeckung und den Gurt kann ich verzichten, die stapeln sich hier.
Ja, und was machte mich nun so an? STF zum Beispiel. Smooth Transition Focus. Es werden mehrer Belichtungen mit unterschiedlicher Blende gemacht, was einen seidenweichen Schärfeverlauf ergibt. Natürlich nur bei unbewegten Objekten. Allerdings gibt es bei bewegten Objekten lustige Effekte. Die Handhabung. Trotz ausladendem Display hat alles Wesentliche einen eignenen (Dreh-)Schalter. 600si, Du hast verloren. Datenspeicher für 7 Filme mit Filnummerierung. D.h. die fortlaufende Nummer des Films wir auf diesen vor der ersten Aufnahme auch einbelichtet, Verwechslungen ausgeschlossen. 800si, Du hast Konkurrenz. Mehr noch, es wird Datum und Uhrzeit mit gespeichert, da die “Datenrückwand” ins System integriert ist. 9 frei wählbare Fokuspunkte, deren aktiver im Automatikmodus eingeblendet wird. Dynax 5, dein letzter Vorteil ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Und dann noch die kleine Taste, die mal eben für eine Aufnahme den Autofokus abschaltet. Perfekt für die beiden Sigma-Objektive: Autofokussieren, Knopf drücken, Fokusring nach hinten ziehen und nachregeln, Auslösen. Und “professionelle” Gurtbefestigungen, durch die man blitzschnell einen Gurt fädeln kann oder gleich einen Karabiner einhängt. Und der letzte Hammer: Speichert man den Belichtungswert statt auszulösen, dann kann man sich im Display die wabenförmigen Meßfelder anzeigen lassen. Inklusive Schraffierung1, dunkler Färbung mit Zahlenwert2 oder heller Färbung mit eingeblendeter Zahl3. Und als ob das nicht schon genial genug wäre, kann man während dieser Anzeige das Rad für die Belichtungskorrektur drehen und die Anzeige ändert sich entsprechend! So kann man Landschaftsaufnahmen bei schwierigem Licht perfekt ausbalancieren. Antelope Canyon, wir kommen!
Dazu noch das Design. Eckig, aber nicht altbacken. Nicht rundgelutscht wie die 5xi, aber dennoch ein Handschmeichler. Sitzt natürlich wieder perfekt in der Hand.
Dazu dann der Vertikalgriff. Abschaltbar, damit man nicht versehentlich eine Taste drückt. Er ersetzt auch nicht die eingelegten Batterien, sondern hat eine eigene Spannungsverbindung. Ergebnis: Man kann zwischen den kamerainternen Lithiumbatterien als Reserve4 und den Akkus im Griff als Normalbetrieb schnell umschalten. Akkus leer just in dem Moment, wenn ein tolles Motiv gleich verschwindet? Kein Problem, das sich nicht mit einem kleinen Schiebeschalter lösen lässt.
Insgesamt ist die Dynax 7 die modernste Kamera, die Minolta5 je gebaut hat. Selbst der professionellen Dynax 9 hat sie einiges voraus. Letztere kann so z.B. nur mit einem Firmwareupdate SSM-Objektive benutzen. Und ach ja, eine Abblendtaste ist natürlich selbstverständlich.
- Dynax 7 vorne mit Griff: Gut zu erkennen das Drehrad für die AF-Einstellungen, die Gurtbefestigung und der schicke Handgriff
- Dynax 7 von hinten mit Griff: Klappe über den Tasten für die Grundeinstellungen ist offen. Gut zu sehen die Wahlräder für Blitz- und Belichtungskorrektur, Filmtransport und Aufnahmemodus
- Dynax 7 mit Blitz ohne Griff von vorne: Hier sieht man auch das kleine Display oben und die Abblendtaste
- Bedienelemente: Man beachte die geniale AF/MF-Taste und den Schutz des Gehäuses vor Kratzern durch den Gurtkarabiner
- Dynax 7 von unten: Auffällig der Anschlußschacht für den Vertikalgriff unter dem Schiebedeckel neben dem Batteriefach
- Big Mean Portrait Machine: Schau mir in die offene 2.8er Blende meines 105mm-Objektivs!
- Big Mean Macro Machine: Das Sigma 105mm macht auch Makroaufnahmen bis zum Abbildungsmaßstab 1:1
- Compact Portrait Machine: Das 50mm f/1.7 wirkt vergleichsweise winzig an der Kamera samt Griff, ist aber perfekt für Portraits aus nächster Nähe








