Langkofel darf auch nicht fehlen

Nachtrag vom 20.07.2021 21:35 Auch hier eigentlich Routine. Aber halt auch immer wieder schön. Mit dem Auto zum Sellajoch, dort gebührenpflichtig parken – ja, die Parkanlagen werden sogar immer professioneller. Steinerne Stadt, Comici-Hütte, mal wieder irgendwo verlaufen, hintenrum zur Langofelhütte, Scharte hoch zur Demetz-Hütte, mit der urigen Seilbahn runter, Rückfahrt. Das war’s. Nicht ganz. Auf der Hin- und Rückfahrt fiel auf, daß die Reisebusse pandemiebedingt immer noch fehlen, aber nicht vermisst werden. Bestenfalls von den Schleichern, die nun um so mehr auffallen und irgendwie immer direkt vor mir fahren. Überholen ist leider nicht und überholen lassen ist wohl ehrenrührig. Am Sellajoch wies ein Mitarbeiter mit Warnweste höchstmotiviert die Autos in die Parklücken ein. Mit Warnweste heißt hier, daß er eine trug und mit einer weiteren winkte wie ein Torero. Und er war darauf bedacht, die Lücken zwischen den Autos klein zu halten, um viele Autos unterzubringen. Näher als mir lieb war hielt ich dann hangabwärts von einem frisch eingeparkten Auto, dessen hintere Tür prompt etwas weiter aufsprang und unsere hintere Tür auf der Beifahrerseite eindellte. Um es kurz zu machen: Nach etwas Hickhack mit dem unterschiedlichen Recht und einer Werkstatt, die fürs Anschauen schon Mondpreise aufrufen wollte, war das ganze für so kleines Geld zu beheben, daß der “Unfallgegner” direkt aus eigener Tasche zahlte. An der Comici-Hütte nahmen wir einen etwas anderen Weg als sonst. Dank Schneefreiheit oberhalb, sparte dann aber doch keine Höhenmeter und wir verliefen uns über eine Weide. Die zugehörigen Kühe waren aber teils längst ausgebüchst und blockierten den Wanderweg, sehr zum Verdruß der verunsicherten Rentnertruppe. An der Demetzhütte verweilten wir bei einem Getränk noch kurz auf der Terrasse. Bis wir jemanden fanden, bei dem wir das Ticket für die Seilbahn zahlen konnten, verging etwas Zeit und die Aussage, man könne oben nur bar zahlen, unten jedoch mit Karte verwirrte erst. Abgesehen davon, daß die 15€ pro Person für die einfache Talfahrt schwindelig machten. Aber die Bahn steht nunmal strategisch günstig und macht mit ihren urigen Kabinen mächtig auf Vintage, das kostet auch die Betreiber. Unten klärte es sich dann: Man braucht das Ticket, um aus der Bahnanlage raus zu kommen, kann aber auch einfach unten eines kaufen damit man eben raus kommt. Vorschlag für ein Schild am Kassenhäuschen oben: “Wenn hier niemand an der Kasse sitzt, zahlen sie einfach unten. Das geht dann auch per Karte.” Essen war natürlich wieder lecker. Eine Art kurz geschnittener Canneloni mit Ricotta und Spinat, aufgewickelte Schnitzelchen mit Kartoffeln und hinterher Pudding.

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Sassongher fehlte noch

Nachtrag vom 19.07.2021 21:33Uhr Sassongher geht immer, das alte Motto. Aber Annette wollte diesmal keinen Unfug, nur sicher hoch und wieder runter kommen. Da sich aber abzeichnet, daß wir keinen Klettersteig machen werden obwohl ich sogar mein altes (sowohl hinsichtlich Materialalterung als auch Technologie) Klettersteigset durch ein neues ersetzt hatte, gönnte mir Annette etwas Abwechslung. Ja sie drängte sie mir förmlich auf. Sie wollte alleine den Aufstieg vom Gardenaccia-Lift zur namensgleichen Hütte bewältigen. Denn zusätzlich zum Weg um die Felswand herum zu einem Einschnitt mit steilem, kehrenreichem Wanderpfad gibt es seit ein paar Jahren auch einen Klettersteig direkt die Felswand hoch. Mehr oder weniger. Und so trennten sich kurz unsere Wege. Ich hangelte mich entspannt, die Felswand hoch. Entspannt auch deshalb, weil eine völlig überforderte Frau vor uns gleichzeitig versuchte, einen quirligen vorauskletternden Bub im Zaum zu halten, ein Mädchen mit denkbar ungeeignetem Schuhwerk hoch zu bugsieren und selbst mit dem Steig zu kämpfen hatte. Aber es gab ja kleine Ausstiege zum Rasten, einer davon sogar mit Picknickbank. “Uns” heißt hier die restlichen Kletterer, die sich hinter mir stauten. Ich war direkt hinter dem Drama. Und dementsprechend gab ich Gas, als der Weg frei war, um nicht selbst zum Hindernis zu werden. Leicht außer Atem und ein wenig angeschwitzt erreichte ich dann zügig das obere Endde des Steigs, setzte meine Meldung ab und lief mit kleinem Schlenker zur Hütte, dem vereinbarten Treffpunkt. Keine Annette in Sicht. Ha, doch noch schneller!? Nein, just als ich Annettes Nachricht erhielt, daß sie das WC der Hütte besuchen wolle, kam sie von dort zurück. Aber immerhin. Ohne Stau hätte es locker gereicht. Wanderweg Nr.5, hier als Höhenweg über dem Val de Juel zur Sassongherscharte, hoch zum Gipfel, das gleiche retour, Sessellift runter, Duschen, Chillen, Abendessen… nein, ganz so Routine und ereignislos war es doch nicht. Im Val de Juel zahlte es sich aus, das Fernglas mitgenommen zu haben. Immer wieder war Steinschlag zu hören und so suchte ich die Wand gegenüber ab, wo ich prompt eine recht große Gruppe Gemsen ausmachen konnte. Die hatten wir noch nie gesehen, bestenfalls Murmeltiere. An der Scharte fiel dann ein junger Mann in offiziell aussehender Kleidung1 auf, der den Aufstieg im Auge behielt. Annette verstieg sich direkt mal und kämpfte mit dem Schotter. Prompt steigerte sie sich wieder in die Idee rein, es künftig nicht mehr zum Gipfel zu schaffen. Oben war dann recht voll und der Aufenthalt entsprechend kurz. Ich kann das nicht mehr ab. Abends gab es dann Nudel mit frischen Tomaten in der Soße vorweg (und nach dem üblichen Salatbuffett) Lachs mit Kartoffeln und Fenchelgemüse sowie ein Eis mit einem Schaum drauf. Lecker natürlich. Model “Park Ranger” oder Pfadfindergruppenchef [↩]

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Das große KTM-Schrauben

Gemeint ist das Fahrrad, nicht das Motorrad. Da steht auch einiges bevor. Aber das hier ist der heute morgen neulich versprochene Bericht. Harmlos fing es an. Entgegen der Praxis beim Motorrad, daß Kette und Zahnräder zeitgleich gewechselt werden, ist beim Fahrrad die Kette häufiger fällig. Sagte man mir. Und daß das die Lebensdauer der Zahnräder verlängern würde. Glaube ich nach dem Geknarze am Tern, das mit dem Kettenwechsel verschwand, gerne. Also besorgte ich mir für kleines Geld eine Kettenverschleißlehre und wendet diese regelmäßig an. So Anfang September war es wohl, da teilte mir diese Lehre mit, daß meine Kette nun verschlissen, sprich zu sehr gelängt sei. Ok, kein Hexenwerk. Kette wechseln ging schnell, auch wenn die zwischenzeitlich bestellten Clipschlösser ums Verrecken nicht zu zu kriegen waren. Dafür ließ sich das mitgelieferte Shimano-Clipschloß problemlos installieren. Mission accomplished. Denkste, irgendwas im Antriebsstrang war murksig. Abgesehen davon, daß ich eine gewechselte Kette nicht als Grund ansehe, am Umwerfer was neu einstellen zu müssen, klappte eben diese Justage nicht. Egal, was ich machte, die Kette blieb nicht richtig auf dem Zahnrad. Da der eine oder andere Rest einer Feder, dessen Herkunft ich nicht erkennen konnte, mich eh schon seit einiger Zeit am Umwerfer – wir reden hier übrigen über den vorderen – zweifeln ließ, war der nächste Schritt für mich klar. Neuer Umwerfer, kostet keine 20€ und konnte Annette direkt auf dem Heimweg aus dem Büro vom lokalen Händler mitbringen. Vor der Montage kam dann aber doch noch der Urlaub. Ich hatte mich ans Tern für den Weg zur Arbeit gewöhnt, nur die Wochenendrunden in die Rheinauen waren damit nicht so toll. Die Montage selbst war dann erst mal verwirrend. Aus den Optionen Top Pull, Down Pull, Straight Pull, Schellenmontage oder derlei zwei an Gewinden schien ich mir das richtige ausgewählt zu haben. Allerdings sitzt die Schelle auf einer anderen Höhe als beim alten Umwerfer, was beinahe mit einem ungenutzten Gewinde für einen Flaschenhalter kollidierte. Auch die Aussparung am Schutzblech sieht nach einer knappen Nummer aus, aber läuft. Was nicht lief, war der Schaltvorgang. Zwar schnappt der Umwerfer knackiger und entschlossener um als der alte, aber das Grundproblem war das selbe. Auf dem mittleren Zahnrad wollte die Kette nicht bleiben, egal, wie ich rumjustierte. Verzweifelt drehte ich sogar die Kette um für den Fall, daß es entgegen fehlender Anleitung oder Markierung doch eine vorgegebene Laufrichtung gäbe. Fehlanzeige. Fündig wurde ich zwischenzeitlich bei Schaltzug. Durch die gänderte Führung beim neuen Umwerfer war der eh etwas knapp und ich wollte mir einen neuen gönnen. Zumal das Einstellen irgendwie teigig war. Bingo, Zug war im Schalthebelgehäuse schon etwas aufgedröselt. Wäre eh nicht mehr lange gut gegangen. Nicht nur den Zug, sondern auch die Hülle tauschte ich gleich mit, alles mal neu. Gut, jetzt aber nur noch schnell ordentlich einstellen, dann wars das doch, oder? Oder. Die Symptome blieben mir erhalten. Kleines und großes Kettenblatt konnte ich problemlos nutzen, das vermaledeite mittlere war unfahrbar. Die Kette sprang nicht wirklich runter, war nur nahe dran. Die Seitenlaschen liefen schon auf den Zahnspitzen, dann schnappte die Kette irgendwann wieder mit den Rollen zwischen die Zähne. Unter Last kein Spaß. Aber Moment mal, abwechselnd rechts und links wollte die Kette sich vom Zahnrad machen, nicht in eine Richtung ausschließlich. Wie soll man denn da was Einstellen, in welche Richtung soll man den Umwerfer verstellen. Kopfkratzen. Noch ein Blick. Sollte es möglich sein? Geht das überhaupt? Arbeitshypothese: Das mittlere Zahnrad eiert, daß es einer Sau graust. Kurbel wechseln. Gesagt, bestellt, gewartet, getan. Beim doppelten Preis vor Ort und gut eingefahrenem Tern kaufte ich dann doch beim Versender, der sich prompt eine Woche Zeit ließ. Egal. Montiert und schon mal besser. Bei meiner Einstellorgie hatte icht dann auch noch gleich den hinteren Umwerfer verstellt, im ersten Anlauf High- und Low-Anschlag verwechselt und irgendwie war der hintere Schaltzug auch was kurz. Heute klappte die Justage dann endlich. Cremig ist es noch nicht ganz, in manchen unüblichen Gangkombinationen schleift es noch ein bißchen, aber definitiv sind meine üblichen fünf Gänge fahrbar. Geräuschfrei, geschmeidig und grad zur rechten Zeit. Langsam kam mir das Tern doch was überstrapaziert vor. Vom fehlenden Packtaschenvolumen mal abgesehen. Fürs Protokoll: 25045km hatte das KTM bei der Aktion auf der Uhr. 1091km hat derzeit das Tern. Fazit: Manchmal ist es das fast neueste und unwahrscheinlichste Bauteil mit einem unglaublichen Defekt. War dann auch ein Schubs in Richtung Arbeitsrad1. Wartungsarm, flink und nix dran, was nicht gebraucht wird und nur kaputt gehen kann. Das ist der Plan. Wenn jemand ein KTM Kent loswerden will, bitte in meine Richtung schieben… klingt öder als Commuter Bike, trifft es aber auch [↩]

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Neue Tern-Kette

Genau genommen ist es eine btwin-Kette, aber für das Tern. Bei ziemlich genau 1000km habe ich sie nun gewechselt, weil die alte so gelängt war, daß sie hörbar nicht mehr die Zähne der Zahnräder richtig traf. War extrem problemlos, selbst das Clipschloß funktionierte. Mit so einem hatte ich schon meine Probleme gehabt, als ich am KTM die Kette neulich wechselte. Das ist aber eine andere Baustelle, über die ich berichten werde, wenn sie abgeschlossen ist. Sein wird. Insgesamt war ich also froh über den schnellen und problemlosen Tausch, denn das Tern ist derzeit mein einiges fahrbereites Rad. Der Artikel hier dient einfach auch mal zur Protokollierung der Wartung und der getauschten Teile. Und war finaler Anlass für den Artikel von “gestern”. Ach ja, heute hatte ich doch mal wieder das Konzept “alles was ich brauchen werde in eine Kiste werfen” angewandt. Das Thema Werkstattwagen werde ich im Bastelbericht des KTM-Rads erwähnen, möge dies der Cliffhanger dafür sein.

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Cut

Es ist mal wieder soweit, Stau führt zum Stillstand. Stau an Artikeln, die längst zu ende geschrieben und veröffentlicht sein sollten wie der Rest des *Sommer*urlaubs und dadurch Stillstand ab da. Ja, wir waren inzwischen im Aostatal, es gab Interessantes auf der Arbeit und bei den Fahrrädern gab es auch einiges. So habe ich mittlerweile verschärftes Interesse an einem Jobrad1 Pendelrad2 Commuter Bike3: Ein Rad, um die künftigen 7km einfach zur Arbeit zügig und wartungsarm zu bewältigen. Aber das wäre ja mal ein eigener Artikel, ich will hier nicht alles in einem nachholen. Darum hier die Roadmap: Letzte Artikel vom Sommerurlaub fertig machen. Halt mal wieder zur Not mit falschem Datum veröffentlichen und später wieder einsortieren, wenn… … die Seite zum Urlaub mit den Bildern und den Tracks fertig ist. Begleitend tagesaktuell werden. Schon das hier ist ein Witz, eigentlich schreibe ich das am 11.10. nach. Den Aostabericht schreiben. Wird eine lange Seite, weil ich will (derzeit) keine Blogartikel nachschreiben. der Begriff klingt zu sehr nach Leasing, was ich nicht kriege [↩]klingt nach zu viel Alkohol [↩]ist zwar Englisch, trifft den Nagel aber besser auf den Kopf als jeder deutsche Begriff, der mir einfällt [↩]

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Hoch hinaus: Lago di Conturines

Gestern war uns schon bewusst geworden, daß ja Wochenende ist. Das heutige Ziel sollte dem unsicheren Wetter Rechnung tragen und nicht unbedingt eines sein, wo eh alle hin wollen. Also der See unterhalb der Conturinesspitze. In der Vorstellung schön eingeschlossen von den Bergen drumherum, darunter eben Conturines und Lavarella. Es war leicht anders … Bei der Einfahrt zum Parkplatz bei der Capanna Alpina, mittlerweile schon gut bekannt, zeigte sich, daß ein von dort erreichbares Ziel doch beliebt sein muß. Wahrscheinlich die Fanes-Alm, unser Ziel von vor zwei Jahren. Denn in diese Richtung schlängelte sich der bunte Tatzelwurm, aus dem wir dann aber ausscherten und auf einem Schlag praktisch alleine waren. See war dann recht unspektakulär, Regen gab es kurz beim Anstieg und ein großer Teil der umliegenden Berge war in den Wolken. Aber egal, es war schön zu laufen, ruhig und die Aussichten auf die restliche Bergwelt beim Anstieg bzw. auch beim Abstieg großartig. Was es beim Abstieg aber auch gab, waren riesige Wandergruppen auf dem Weg. Aber irgendwann hatte man sich passend einsortiert, sprich den maximalen Abstand gefunden. Und dann wieder mal beizeiten genug in der Unterkunft, daß, wäre es in Marokko gewesen, Annette über Halbtagestouren gelästert hätte. Aber erholsam. Abends gab es dann Pilzrisotto, nach dem Annette extra gefragt hatte. Das Truthahnschnitzel war bei mir wunschgemäß einfach mehr Gemüse.

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Crespeïna-Joch

Mir geht der Humor aus. Auch die Wanderung ist wahrlich nichts Neues. Änderungen: Weniger Pausen und damit eine Viertelstunde (!) eingespart. Am Grödnerjoch nehmen sie jetzt 6€ für das Tagesticket am Parkplatz, wobei das Hotel auf der Sella-Seite seinen großen Parkplatz jetzt verrammelt und mit Schranken versehen hat. Der Weg zwischen Edelweisstal und Forcelles-Hütte ist immer noch übel rumpelig. Kam mir heute schlimmer vor als letztes Jahr beschrieben. Da hat der Betreiber der Hütte wohl Lobbyarbeit betrieben, damit auch ja die Leute den bequemeren Fahrweg an seiner Hütte vorbei nehmen. Auch wenn Annette weniger Zeit benötigte, um die Verbesserungen und weiter bestehenden Unzulänglichkeiten ihrer Schuhe zu erklären, waren wir dann doch alles in allem gute 7,5 Stunden unterwegs. Entsprechend kürzer war heute die Zeit zum Abendessen. Außer Duschen und Ausrüstung richten war nicht viel drin. Es gab nach dem Buffet Schwarzbrotknödel mit Graukäse, danach dünnes und zartes Rindfleisch “auf Nudelteig”, sprich das Fleisch lag als oberste Lage auf einer Art Lasagne. Beim Dessert hat es sich der Koch ordentlich gegeben. Das Eis war quasi von einem Crepes-Beutel umhüllt, das ganze heiß und mit Schokoladen- und Vanillesoße umgeben. Gerne wieder.

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Das ist kein Scherz

Ich bleibe albern, denn Monte Cherz war eines der Stichworte heute. So heißt der Grashügel – Berg ist etwas unpassend im Angesicht der Felsriesen – den wir heute vom Campolongo-Pass aus erklommen. Eine schöne Aussicht tät es geben, wenn nicht alles wolkenverhangen wäre. Wobei das Wechselspiel aus Verstecken und sich Zeigen der Berge auch spannend ist. Erst mal ging es dann über die Wiese zurück bis zu einer Liftstation. Die war zwar geschlossen, hatte aber eine praktische Überdachung zum Anlegen der Regenklamotten. Beim wieder Loslaufen prasselte es nur so, aber nicht lange. Nur war der Weg an einem kleinen Bergrücken entlang nicht nur wegen diesen Regens reichlich rutschig. Der Wanderführer mag die Tour zwar als tollen Lückenfüller für halbgare Tage anpreisen, aber Matsch macht auf der Runde keinen Spaß. Das Incisia-Joch war der Wendepunkt, es ging auf der anderen Seite zurück zum Hotel Boe am Pass. Somit gab es mal wieder viel Zeit zu Überbrücken bis zum Abendessen, aber Tourplanung, Wetterbericht, der sorgenvolle Blick in die Hochwassernachrichten aus Deutschland und ein erstes Bildersichten füllten sie aus. Zum Abendessen gab es dann nach dem üblichen Buffet grüne Tagliatelle mit Specksoße, gefüllte gegrillte Tomaten nebst leicht panierten dünnen Lachsscheiben und Vanilleeis in einer Schokosoße, die wohl mit etwas Chili aufgepeppt war. Zum Glück sind die beiden Gänge eher Seniorenteller, dem größten Teil des Publikums hier halt angepasst. Sonst währe die Kalorienbilanz hier deutlich positiv, was negativ wäre.

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Höher, weiter, aber nicht schneller

Mir fällt gerade auf, daß ich in den Titeln rumalbere und wenig informativ bin. Malga Valparola war das Ziel, der Valparolapass wurde fast erreicht. Gemütliche Wanderung mit Start im Regen. Eine gemütliche Wanderung zu einer Alm also, trotz Regen. Entsprechend lange fiel das Frühstück aus und die Regenhosen wurden schon im Zimmer angezogen. Und die Regenjacke. Da hatte ich zu meiner blauen kein Zutrauen mehr, nachdem ich beim Radeln in die Firma neulich abgesoffen war. Deshalb wurde die alte Mehrfarbige1 zu einer Reserveübung herangezogen. Schwerer und weniger atmungsaktiv, dafür aber dicht. Annette wollte auch nicht ihre Regenjacke anziehen, sondern warf sich ihren Poncho aka Froschkostüm über. Der half immens, da er die Regenwolken dauerhaft vertrieb und so nach kurzer Zeit im Rucksack verschwinden konnte. Dafür war die Aussicht mit den Wolkenfetzen in den Bergen mal was Anderes als immer nur Sonne und blauer Himmel. Nur war die Alm schnell erreicht und dank Ruhetag nicht so interessant. Hühner samt stolzem Gockel, Schweine und Kühe gab es zum Ablichten, aber insgesamt zu wenig Betätigung. Da die anderen Wanderer und auch Mountainbiker den Hinweisschildern zum Valparolapass folgten, zog es auch Annette da hin. Kurzum, wir sparten uns dann die letzten paar hundert Meter zum Pass, da die auf der Straße zu laufen gewesen wären und davor war dies auch mal der Fall. Aus knapp 6km wurden so über 13km und über die Höhenmeter will ich nicht nachdenken. Gab aber nette Aussichten und die müden Beine konnten etwas gelockert werden. In der Unterkunft waren wir damit nicht all zu spät, weshalb wir noch einen Abstecher in den Ort machten. Annette wollte in dem Laden, in dem sie letztes Jahr ihre Schuhe gekauft hatte, über diese noch mal drüber sehen lassen. Denn die drücken neuerdings an den Knöcheln und es kommen eh im Stundentakt auf den Wanderungen Kommentare, wo was kneift. Klingt ganz anders als der Lobgesang über die besten Schuhe jemals, den sie letztes Jahr angestimmt hatte. Aber halt auch nicht zwei Tage hintereinander drin steckte. Ich schnappte mir vom Grabbeltisch eine wasserdichte Telefonhülle von Sea to Summit. Auf weniger als ein Drittel reduziert und perfekt passend für mein Telefon. Abendessen war dann spannend. Es gab eine Gulaschsuppe, die im Gegensatz zu den anderen Suppen bisher im Aushang erwähnt wurde. Das ladinische Buffet, das wohl Salatbuffet und ersten Gang ersetzen sollte, bestand unter anderem aus leckeren Knödeln, Schlutzkrapfen, Feigen im Speckmantel2, Kartoffelsalat, Speck und so weiter. Bei gegrilltem Schinken mit Käsefüllung dachte ich irgendwie an so am Stück gegrillten Schinken mit einer Käsefüllung, von dem dann jeder eine Scheibe bekommt. War aber dünn aufgeschnitten, einmal um den Käse umgeklappt und dann gegrillt. Lecker aber dennoch und irgendwas in der Art Balsamico mit Honig war da auch im Spiel. Die mit Preiselbeeren gefüllten Crepes waren zum Glück nur Stückchen und keine ganzen Crepes, die hätten nicht mehr gepasst. vor allem Grün- und Brauntöne fleckig angeordnet [↩]hätte ich nicht für ladinisch gehalten, das gehörte wohl in die Kategorie “übrig von gestern” [↩]

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Seen, Weiher, Tümpel

Mit schlechter Wetterprognose und schwindender Fernsicht verkleinern sich auch die Ambitionen. Heute war damit eine kleine Talrunde angesagt. Zwei Seen anschauen und nicht all zu viel ansteigen nach dem gestrigen langen Abstieg. Der ging mal wieder mehr in die Beine, als man vorher wahr haben will. Den Sompuntsee kannten wir schon vom letzten Jahr, da waren wir ja vom Villa Alba aus hier am Albergo Stella vorbei gelaufen. Und es ist immer noch der kleine Schwanenweiher mit großem Hotel daneben. Aber am Weg, den der Wanderführer von Pedratsches aus gehen wollte. Schöner sollte da der Lago Lalunch weiter nördlich sein. Grob am Tal entlang, aber dennoch mit einigen Höhenmetern in den Beinen kamen wir an und teilten mit den anderen Wanderern die Enttäuschung. Bilder zeigen einen klaren Bergsee vor großer Kulisse1 aber durch die Regenfälle der letzten Zeit gab es nur einen graubraunen Tümpel zu sehen. Bis auf die Seerosen eine Baustellenpfütze in groß. Die Umrundung sparten wir uns, wie der Kreuzkofel aussieht, wissen wir. Die Rückrunde gingen wir natürlich nicht bis runter in den Ort, wo laut Wanderführer Start und Ziel lagen, sondern kürzten entlang ausgeschilderter Wege oberhalb ab. Relativ ereignislos kamen wir so wieder zur Unterkunft zurück. Naja, bis auf die protestierenden Schienbeine, Waden und Knie, aber das liegt ja an der gestrigen Tour. Früh war es auch, aber die Erholung im Zimmer wurde gerne genommen. Kopfschmerzen und Dauerdurst2 plagten mich eh, weshalb ich bis zum Abendessen durchschlief. Da gab es nach dem Buffet3 Nudeln mit Tomatensoße und gratinierten Zucchini, Wiener Schnitzel4 mit Feigen und Fritten und abschließend Sachertorte. gerne den Kreuzkofel von der anderen Seeseite aus [↩]mit entsprechend häufiger Suche eines geeigneten Plätzchens [↩]mit Canellonistückchen, in denen von gestern wohl das Fleisch war [↩]eher Wiener Art [↩]

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