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Aosta nach zwei Tagen

Erst mal zur Anreise gestern. Ging halt erst mal quasi wieder durch die Po-Ebene, raus aus dem einen, rein ins andere Tal. Unterwegs beschlossen, daß wir nicht nur im Val d’Ayas wie geplant reinschauen, sondern auch das weiter vorne im Aostatal gelegene Val di Gressoney mitnehmen. Gut, dadurch wurden es geringfügig mehr als die angepeilten 200km pro Tag.

Das Ende der Sackgasse im ersten Tal war leider unspektakulär, ein Parkplatz eines Skilifts. Aussicht zum Monte Rosa gab es da auch nicht und unterwegs fehlten die Haltemöglichkeiten. Mittagspause machten wir dann an einem eigentlich gebührenpflichtigen Rastplatz. Die Gebühren werden wohl aber wegen den Grills erhoben, die nicht an waren und somit auch niemand da, um zu kassieren. Essen gab es eh nicht, da das Frühstück1 üppig war. Gut, Annette hatte einen Apfel.

Ähnlich im nächsten Tal. Abruptes Ende ohne Aussicht auf die vergletscherten Gipfel des Talschlusses, kein Haltepunkt auf dem Weg hoch, der gefallen hatte. Direkt nach dem Wenden dann eine Gelateria. Das wär’s, dachten sich auch die Blasen. Pustekuchen, trotz Kaiserwetter und Tischen auf der Terrasse war zu. Dann halt kurze Rast auf der nahen Wiese samt Ausflug in die Büsche. Dann zog es sich aber auch. Abwechslung bot der Colle di Joux mit seinem Blick auf das, was wir bisher für den Mont Blanc halten. Mal sehen, ob er es wirklich ist. Doch auf der langen Abfahrt nervte erstmals wieder die Schulter und die Bundesstraße nach Aosta zog sich. Ich mag knauserig sein2 und was gegen Autobahnen haben, aber man kann sie empfehlen. Die Aussicht ist sicher genau so gut und es schont Zeit und Nerven.

Etwas nervig dann auch die Unterkunft. Tatsächlich eine kleine Ferienanlage mitten im Ort. Wobei die Orte sich eh nahtlos an die Durchgangsstraße reihen. Eben, Durchgangsstraße. Lauter, als gedacht und wir bekamen auch noch das Häuschen direkt vorne zugewiesen. Auf Nachfrage konnten wir uns für eine Wohnung im Haupthaus entscheiden. Etwas weniger von der Straße zu hören, dafür umso hellhöriger, was die Nachbarwohnung und vor allem die der Eigentümerin darüber angeht. Fliesenboden offenbar und heute abend reichlich stühlerückende Gäste. Die aber zum Glück vor 22Uhr wieder weg waren.

Duschen etc, schnelle Fahrt zum Supermarkt für das Nötigste und Abendessen 1km Fußweg entfernt. War ganz lecker, aber Hunger hatte ich nicht mehr. Dafür aber Annette, die diesbezüglich allmählich mordfähig wurde. Witzig auf dem Heimweg: Ein Bauernhof hat nicht nur einen Hofladen, sondern auch einen Automaten für Milch, Joghurt und Käse. Annette konnte da nicht widerstehen.

Heute blieb dann das Motorrad stehen. Mit dem Bus3 in die Stadt rein, Sightseeing. Und Shopping ohne Einkaufen für Annette. Römische Ruinen, alte Kirchen mit archäologisch erkundeten Kellern und so weiter. Dieses Wochenende sind die ganzen Museen und Sehenswürdigkeiten kostenlos, praktisch. Zu Mittag waren wir in einem etwas versteckten, aber sehr niedlichen Lokal eingekehrt. 15€ für drei Gänge sind nicht schlecht. Frei von der Karte wählbar, nix Tagesgericht! Auch das hier so verbreitete Pane&Coperto4 war schon mit drin.

Abschließend zog sich der Weg ein wenig zu einem eigentlich recht interessant gemachten Museum, das über einer Ausgrabungsstätte gebaut wurde. Megalithen sind hier das Stichwort. Gut gemacht. Die Ausstellung moderner Kunst am Ende, auf die Annette eigentlich scharf war, fiel da mächtig ab. Da kann man schon ein schlechtes Gewissen haben, daß sie in ihren Schläppchen5 so weit gelaufen war.

Dafür gab es dann wieder den Bus für den Rückweg. Erst noch bis zu einem großen Supermarkt, wo wir uns noch ein wenig mit Tee und Salat eindeckten.

Apropos schlechte Gewissen: Das habe ich auch all denen gegenüber, die sich in der letzten Zeit so viel Mühe gegeben hatten, mir bei der Vermeidung von Milchprodukten zu helfen. Voerhersehbar habe ich hier all ihre Bemühungen zunichte gemacht und munter Mahlzeiten mit Milchanteil konsumiert. Geht praktisch nicht anders. Allerdings leide ich auch deshalb: Die ersten fetten Pickel sind schon wieder aufgetaucht, mich juckt es allenthalben und nach dem Mittagessen war es mir schon etwas übel. Wobei sicher nichts verdorben war, Annette und ich haben jedes Gericht geteilt und sie hatte keine Beschwerden.

  1. bei der Unterkunft inklusive, kann man nicht verfallen lassen! []
  2. Maut! []
  3. 1,50€ pro Nase und Strecke jeweils, zur Vollständigkeit []
  4. Wörtlich Brot und Besteck, aber eher sowas wie Bedienung und so []
  5. Und ich sagte noch: Zieh die Wanderschuhe an! []

Colle de Nivolet

Mal wieder wandern. Viel gibt es nicht zu sagen. Nach dem Frühstück (!) zur Paßhöhe gefahren, dabei die beiden fotogenen Seen gesehen und dann mehr oder weniger drauflos gewandert. Zurück zog sich der Weg ein wenig wegen Linienbus und diverser Schnarcher, obwohl wir objektiv schneller waren als auf dem Hinweg.

Abendessen im Ort, man scherzte schon mit uns. Gestern hatten wir unentschlossen beim ersten Versuch keine Bestellung abgegeben, heute kam die Dsame um die Ecke und sagte grinsend-fragend „No?!“, aber wir hatten doch schon gewählt. Immerhin führen die dort Moretti, wie ich gestern feststellen konnte. Als mein Wein schon auf dem Tisch stand.

Blöd auf dem Rückweg dann wieder wie gestern die vielen kläffenden Hunde in den Gärten an der Straße und der fehlende Fußweg.

Auf und ab und auf

Faszinierend war die Nacht. Der Wind heulte vorm Fenster. Morgens brachen wir dann wie geplant auf. Ohne Gepäck, erst mal den See umrunden. Schon beim Abrödeln pfiff der Wind durch alle Ritzen.

Plaudernd verpassten wir die Abzweigung und das erste Unheil des Tages nahm seinen Lauf. Die ausgewaschene Schotterpiste ging steil bergab, völlig ungeeignet dafür, sich erst mal wieder an den losen Untergrund zu gewöhnen. Immerhin schaffte ich es, die KTM zu wenden. Annette lief das kurze Stück zu Fuß zur Staumauer, ich fuhr den Umweg zurück zum geplanten Einstieg. Der Rest der Umrundung war dann auch unkritisch. Stick to the plan as long as ist is good, stupid!

Wir holten unser Gepäck und verabschiedeten uns herzlich im Le Malamot. 13:20 Ankunftszeit in der neuen Unterkunft, da musste doch noch was passieren.

Es passierte in Susa bzw. kurz danach. An einer Tanke entledigten wir uns bei inzwischen knapp 20°1 unserer Regenjacken bzw. Jackeninnenfutter. Beim Aufpumpen der Reifen2 fiel mir dann auf, daß die „Aluminium“koffer Risse im Kunststoffboden haben. Isnichwahr.

Über eine Stunde waren wir dann hin- und hergerissen, einfach weiter zur Unterkunft zu fahren oder einen Bau- oder größeren Supermarkt zu finden, in dem man Spanngurte und Kabelbinder3 kaufen könne. Supermärkte waren zu klein und hatten das Sortiment nicht, der gefundene Baumarkt hatte gerade seine Mittagspause begonnen.

Frustriert und vorsichtig fuhren wir dann weiter zur Unterkunft auf der ursprünglich geplanten Strecke durch die kleinen Dörfer. Das Kommunikationssystem erwies sich hier als Segen, konnten wir uns doch durch miteienander Reden auch weider aufmuntern. Ein Plätzchen, an dem wir eientlich fürs Gegenteil gestoppt hatten, erwies sich als nett, um die eigentlich abgesagte Mittagsvesper einzunehmen. Modernen Roamingkonditionen sei dank wurde ich da auch gleich noch telefonisch beim Kofferhersteller vorstellig. Spanngurte drum und erst mal heimkommen, dann reklamieren, so der Rat. Also genau mein Plan. Witzig an der Stelle auch, daß die Freunde, die ich um Rat fragen wollte, wie man denn in Italien unser Gesuchtes findet, sich meldeten. Selbst sind sie auch im Urlaub, der wohl was holprig verläuft.

Anyway, ein paar kleine Nester weiter entdeckte Annette am Weg einen kleinen Krimskramsladen, der auch noch offen war. Und drinnen entdeckte ich mit Hilfe des Personals und einer Onlineübersetzung das Gesuchte!

Mit noch einem kleinen Exkurs über italienische Fahrweisen und Fahrbahnmarkierungen4 kamen wir dann immer noch etwas verfrüht in Sparone an. Im eigenen Saft, hatte es doch zwischenzeitlich knapp 30° gehabt und wir immer noch unsere Thermofutter in den Hosen. Tolles B&B, der Fußweg in den Ort zum Abendessen etwas blöd, weil ohne Gehweg, aber satt wurden wir und kamen heil wieder zurück.

  1. statt 3° und schmelzende Schneewehen auf der Straße am See oben []
  2. ich hatte für den Schotterteil Luft abgelassen, wie es sich gehört []
  3. zwei von dreien des Scottoilers hatten sich gelöst, Überraschung, haha []
  4. fehlend! []

Umgeplant

Tolle Sache so ohne Laptop, das wird morgen beim Navigieren spannend. Bin aber auch selbst schuld.

Da beobachte ich die Wetterprognose der Etappenziele und denke nicht an den Weg dazwischen. Zum Beispiel, daß morgen mit dem Col d’Iseran einer der höchsten Alpenpässe anstünde. Coole Sache an sich, endlich den mal in der Sammlung abzuhaken. Doch nicht bei der Witterung. Tageshöchsttemperatur -4°, das  wäre zu cool. Vertagt, eher verjährt, sozusagen.

Alternativroute geplant, ob des Umwegs auch mautpflichtige Autobahnen in Kauf nehmend. Für die kommende Nacht ist ein Hotel am Lac de Mont Cenis1 gebucht. Zwar stornierbar, aber so ganz reiße ich die Planung nicht um.

Hoffentlich ist die Aussicht wenigstens schön. Den Lac de Roselend gibt es ja noch mal auf em Rückweg. Und die schöne Strecke östlich des Lac d’Annecy will ich auch mitnehmen, Alternativstrecke erst ab Albertville. Schaumermal.

  1. mit Nachtfrost, aber tagsüber leichten Plusgraden []

Haaransatz

Urks. Nach Monaten oder Jahren guter Erfahrung mit Pomade nun das. Zwar musste ich mir was anhören von „zurechtgeschlonzt“ bis „siehst ja aus wie Dein eigener Großvater“, aber die Frisur hielt. Die Haare auch.

Nun gab es die Veränderung. Ein cooler, jugendlicher Haarschnitt vor wenigen Wochen, gestylt mit Gel und sogar Haarspray. Hatte ich in unguter Erinnerung. Zurecht.

Allein heute abend verabschiedete sich ein Haarbüschel vom Volumen eines geschlechtsreifen Tribbles1 und zwischen den Haaren deutet sich die Frisur meines Schwagers an. Tja, wer es mag… ich werde aus der Not heraus künftig nur noch pomadieren. Mit dem Gel komme ich mir ja vor wie ein Läukemiepatient nach der Chemo.

  1. „Die Dinger werden schwanger geboren“, Zitat Leonard McCoy []

Col de Faucille

Oder so. Kurz zum heutigen Tag: Bei Pieselwetter in Mömpelgard aufgebrochen. Kleine Schauer oder Niesel gab es immer wieder. Vom Doubs weniger gesehen, als geplant. Mittagessen spontan beim Chateau de Joux, guter Plan. Salat mit geräucherter Forelle und Fritten war nicht so warm wie der geschmolzene Käse mit gebratenen Kartoffelwürfeln von Annette, der auch von Forelle auf Salat begleitet wurde. Gut, die Rächerforelle war mehr LACHSforelle, schmeckte aber. Der Kaffee vom Nachtisch wärmte ebenso wie Annettes Kräutertee. Irgendwann gab es statt Trockenheit bei bedecktem Himmel auch Regen bei Sonnenschein. Vor der Unterkunft deckten wir uns beim Tanken noch mit Brotzeit ein. Guter Plan, Hotelrestaurant mit schlechter Auswahl und hohen Preisen.

Übernachtung dann auf besagtem Paß im Hotel Couronne.Aber die Brotzeit war lecker und ungezwungener1 als ein Restaurantbesuch.

  1. Bekleidungstechnisch []

Rad KW37

Wir sind ja auf Achse…

17580km insgesamt, macht 51km mehr als vor einer Woche. Ziel erreicht.

1916km sind es damit aufs Jahr, ein Plus von 66km. Schnitt von 51,78km.

Mömpelgard

Doch eine kurze Meldung von unterwegs. Die Anfahrt war recht ereignislos, was bei der geplanten Strecke über die Autobahn nicht verwundert. 12-14Grad hatte es, wobei jedes Grad und jeder Sonnenstrahl sich gleich positiv bemerkbar machte.

An der Raststätte bei der Königsburg gab es dann Mittagessen. Für Madame ein Stück Grillschinken mit angeschwenkten Kartoffeln und grünen Bohnen. Ich nahm den panierten Fisch mit Ratatouille und Reis.

Die Autobahn verließen wir, als sie Geld kosten sollte, kehrten in einem sonntags natürlich recht leeren Gewerbegebiet zum Tanken ein und kamen recht früh im Hotel an. Nach dem Einchecken ein kleiner Stadtrundgang mit Schloß. Irgendwie ist hier der Hund begraben, zumindest am Sonntag. Restaurants haben meist zu. Wir brechen gleich mal auf, zumindest Crepes sollten zu kriegen sein. Nur blöd, daß jetzt der angedrohte Regen eingesetzt hat.

Berichte von unterwegs

Um zwischendurch doch ein paar Bilder ins Netz zu bekommen, werde ich wie letztes Jahr mal wieder Google+ bemühen. Per App könnte ich zwar auch ohne Netbook hier schreiben, nur mit den Bildern ist das dann mühseliger. Zudem wird nur Annettes Kompakte und die Actioncam an Bord sein. Ab Sonntag folgt also diesem Link.

Ungewiss in den Urlaub

Sonntag soll es losgehen und noch ist so vieles unwägbar.

  • Wetter. Trocken könnte es werden, wenn auch nicht immer. Aber kühl. Annette liebäugelt damit, den Motorradurlaub mit dem Auto durchzuziehen. Ganz toller Plan, sollte och einiges an Offroadstrecken dabei sein. Wäre irgendwie wie in den Europapark fahren, aber sich dann die ganzen Fahrgeschäfte nur anzusehen statt mitzufahren.
  • Netbook im Service. Seit 30.08. liegt das bei denen rum. „In Bearbeitung“ heißt es, auch auf Nachfrage. Inzwischen glaube ich langsam dran, daß diese ganze Tablet/Convertible-Geschichte mit Touchscreen und ohne Festplatte generell wenig taugt, wenn man nicht 4-stellig zahlen will. Kurzum: Routen unterwegs neu planen wird wohl ausfallen.
  • Die Mastercard zickt noch rum.
  • Gepäck. Wir wollen auch noch wandern und uns warm anziehen. Sollte aber klappen.
  • Reisezeit. Einmal heißt es, ich bekomme den 2.10. noch frei, derzeit steht wieder alles in den Sternen.

Wird schon.

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