Zurück in den Dolomiten

Ja, das ist es. Norwegen ist schön, England war nett, Limousin und Auvergne lecker, aber mein Urlaubsland bleiben wohl die Dolomiten. Auch wenn unser hiesiges Hotel – wie ich ehrlich gesagt etwas überrascht festegestellt habe, aber wer interessiert sich bei der Planung schon für Details? – gar nicht in Südtirol liegt. Das Fassatal gehört schon zum Trentino. Das äußert sich zum Beispiel ganz dramatisch darin, daß Deustch nicht als gleichberechtigte zweite Sprache auf Beschilderungen und Speisekarten erscheint, sondern bestenfalls auf Speisekarten als dritte Sprache nach Italienisch und, man höre und staune, Englisch. Das hat mich so aus der Bahn geworfen, daß ich erst nach dem ca. 5. “Merci” auf “Grazie” umschwenkte nachdem ich festgestellt hatte, daß irgendwas nicht stimmt. Rudimentärfranzösisch ist irgendwie ein Reflex bei mir in der Situation, wenn ich mich eigentlich verständlich machen können sollte, es aber nicht wirklich hinbekomme. Seither klappt frech deutsch oder knapp bemessen italienisch.
Doch nun kurz zum heutigen Tag. Bis gefrühstückt und das Ungeziefer versorgt war, war die Zeit doch recht
vorangeschritten. Will heißen, daß die vorraussichtliche Ankunftszeit, die das Navi bei der Abfahrt verkündete, nicht anderthalb Stunden Reserve beinhaltete wie geplant, sondern 15 Minuten Verspätung. Insgesamt wurde aus der geplanten Ankunft um 16:30Uhr dann eine reale Ankunft um 18:00Uhr.
Noch in Deutschland haben wir festegestellt, daß sich an dem Autobahnanschluß Füssens (sozusagen dem Anschluß Österreichs an die A7) seit 2005 nichts geändert hat. Dolle Leistung und die Ausschilderung geht irgendwie am idealen Weg auch weit vorbei. Da hat wohl ein Bürgermeister einer nicht durchquerten Gemeinde gute Beziehungen.
Österreich war uns nur eine Vignette und einen Tankstop wert. Der Sprit ist dort im Vergleich zu Deutschland so billig (1,24€ im Vergleich zu 1,43€ in Karlsruhe bei der Abfahrt und 1,48€ im angrenzenden Bayern), daß Annette mittels eingerastetem Zapfhahn und im Tankstutzen verdrehter Zapfpistole gleich den einen oder anderen Liter auf dem Gelände verteilte. Zumindest den Teil, den ich beim Versuch, das ganze zu stoppen, nicht mit meiner Hose aufgefangen habe.
Kurz nach dem Brenner auf der italienischen Autobahn kam dann langsam das echte Urlaubsgefühl auf. Nicht nur, daß die fahrweise keineswegs mehr teutonisch war – insbesondere von den Einheimischen, aber auch von mir – es waren auch die ersten markanten Formationen auszumachen. Man muß die Dolomiten einfach lieben.
Das letzte Stück auf der Landstraße legte ich dann auch im geliebt-gefürchteten (je nach Stimmung) Rallye-Modus zurück. Annette fragte nicht von ungefähr, ob ich da nicht lieber das Motorrad gehabt hätte.
Unser Hotel Stella Alpina haben wir dank Navi dann sofort gefunden. Und wieder sind wir dank unserer ungewöhnlichen Reisezeit wohl die einzigen Gäste, was sich auch in einem ausgekühlten Zimmer bemerkbar macht.
Auch die Nahrungsaufnahme, die dem Einzug folgte, gestaltete sich entsprechend schwierig. Nur ein sehr kleiner Teil der lokalen Gastronomie hat in dieser Zeit zwischen Sommer- und Wintersaison überhaupt geöffnet und man bedeutete uns auch, daß es an jenem Abend nur Pizza und keine sonstigen Gerichte gäbe. Es sollte sich herrausstellen, daß das nicht am Sonntag lag. Nein, das Restaurant hatte seinen letzten Öffnungstag vor der Beendigung der Saison.
So, das wars erst mal in nicht ganz so kurzer Kürze. Ausführlicher nach dem Urlaub auf der Reiseseite (werde ich im Blog ankündigen) und natürlich hoffentlich immer aktuell in Kurzform hier. Viel Spaß beim Lesen!

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