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Vajolettürme

Die heutige Zielsuche gestaltete sich erst knifflig, wurde dann aber ganz einfach. Meine im Vorfeld zusammengesuchten Touren trugen allesamt die Klassifzierung „mittelschwer“ oder „schwierig“. Just die Tour zu den Vajolettürmen, die Annette gern sehen wollte, war als Schwierig eingestuft. Und das, wo uns die vermeintlich leichte Tour am Montag schon so zugesetzt hatte. Unsere Wirtin und mein Kartenstudium kamen aber zum selben Ergebnis und siehe da, es war die schwierige Tour aus dem Wandeführer. Zumindest teilweise. Wir würden den eigentlich schwierigen Teil dieser Wanderung, die auf selbem Weg hin- und zurückführt, einfach auslassen. Dadurch wäre auch die benötigte Zeit geringer, so daß wir lässig innerhalb der Betriebszeiten der Gondelbahn bleiben würden.

Gesagt, getan. Da die Straße im Valle de Vaiolet bis zur Gardeccia-Hütte wohl gesperrt sei, aber die Gondelbahn Pozza-Ciampedie noch in Betrieb, wählten wir diese – längere – Variante. An der Seilbahn verleif eigentlich alles ganz gut, bis auf eine blöde Busladung Rentner. Die stand schön am Zugang zur (ums Eck nicht sichtbaren) Gondel rum, als würden sie anstehen und warten. Wir reihten uns zusammen mit zwei anderen Paaren dahinter ein, hoffend, noch in die nächste Gondel zu passen. Während wir so warteten, ging jemand ohne Protest hervorzurufen durch eines der Drehkreuze. Wir (also alle 6) taten es ihm gleich. Gerade rechtzeitig vor der Abfahrt erreichten wir die fast leere Gondel. Ganz großes Kino, hauptsache mal anstehen, auch wenn man gar nicht weiter will.

Oben an der Bergstation vergewisserte ich mich nochmal, daß die letzte Gondel um 18:00Uhr fährt. Es war kurz vor 11:00Uhr inzwischen. Somit stellte ich meinen Timer auf 3:20 ein. Wenn der piept, müssten wir umdrehen. So einfach ist das. Über die eigentliche Wanderung werde ich an passender Stelle ausführlicher Berichten. Wir kamen bis zur Preusshütte und hatten kurz vor unserer Ankunft dort noch halbwegs brauchbare Blicke auf die meist wolkenverhangenen Vajolettürme. Die Hütte selbst ist schon von weitem zu sehen, weil sie an einer Felskante liegt. In der Nähe ist auch ein Gipfelkreuz, an dem wir noch ein paar Poserfotos machten. In der Hütte gabs dann leckeres warmes Mittagessen mit akustischer Untermalung durch fröhliche Rheinländer. Die stellten wohl die Fracht eines anderes Busses dar und liefen in kleinen Grüppchen oder einzeln soweit sie wollten. Trafen sie sich unterwegs wie zum Beispiel in der Hütte, kamen sie uns vor wie Hunde, die sich schwanzwedelnd und beschnuppernd begrüssten.
Da sich der Himmel immer mehr zuzog verwarfen wir unsere Idee, Richtung Gartlhütte oder Grasleitenpaß weiter anzusteigen und machten uns auf den Rückweg. Zwischendurch piepte dann auch der Timer, aber wir drehten nicht um 😉 und erreichten so gegen vier die Gondel. Der schnellere Abstieg war ja Teil meiner Zeitreserve.

Somit hatten wir genug Zeit, um vor dem Abendessen im Hotelrestaurant Laurin ausgiebig zu Duschen und Auszuruhen. Zum Essen gabs das volle Programm mit Vorspeise (mengenmäßig genug, um in Karlsruher „Studentenkneipen“ als Hauptgericht durchzugehen), Wein (für mich), Hauptgericht und (weil Annette nicht mehr schaffte nur für mich) Nachtisch und Grappa.