Aus den Löchern

… kommen jetzt wieder lustige Sommerradler und sonstige Idioten. Erstere Gruppe wittert im wahrsten Wortsinne Sonnenschein und legt wieder voll los. Coole Bandanas, fetzige Sonnenbrillen, lässige Shorts, das volle Programm. Aber null Schmalz in den Beinen und Anarchie ist ihnen noch zu diktatorisch. Da wird kreuz und quer auf der Straße rumdilettiert, daß es einer Sau graust. Wie soll ich das beschreiben? Die Dauerradler sind auch nicht gerade Hüter der StVO. Da wird mal ne rote Ampel überfahren, die eh grün wird bevor Querverkehr auch nur in die Nähe kommen kann. Oder auf ein überbreites Stück Gehweg ausgewichen. Alles in allem recht sinnvoll und durchdacht, kann man meinen. Die Sommerradler hingegen leben wohl in dem festen Glauben, daß Regeln für sie nicht gelten. Und Mitmenschen auch nur bedingt1. Da wird in die Baustelle in der Fußgängerzone (!), die gerade mal zwei Mensch breit ist, reingehalten. Egal, ob da wer läuft. Oder aus der Fußgängerzone rausgeschossen, panisch vor dem von rechts kommenden Verkehr gerade noch so abgebremst – der Verkehr von links auf der Vorfahrtstraße darf sehen, daß er auch zum Stehen kommt, denn der Sommerradler steht ja jetzt quer auf der Fahrbahn. Die zweite Gruppe ist noch allgegenwärtiger. Vielleicht auch saisonal bedingt2 läuft da z.B. ein Pärchen nebeneinander auf einem Kombinierten Rad/Gehweg. Sie auf dem Radweg. Vor mir eine Radlerin, die höflich3 klingelt, weil sonst das Vorbeifahren etwas knifflig wäre. Madame schaut sich um und räumt den Rad(!)weg, aber nicht ohne ihrem Begleiter gegenüber heftig rumzumaulen. Irgendwas mit Unverschämtheit und so. In die Kategorie fällt dann ihre Aktion, einfach wieder ohne sich umzusehen und recht ruckartig auf den Radweg zu latschen. Genau vor mein Rad. Der kalte Hauch des Fahrtwinds sei ihr gegönnt gewesen. Nur zum besseren Verständnis: Der Gehweg wäre breit genug für ihre beiden breiten Ärsche gewesen, aber die Lücken rechts und links bzw. zwischen ihnen zu klein, wenn beide brav mittig auf je einem der Wege laufen. Dreist auch das Verhalten eines LKW-Fahrers, der aus der Seitenstraße kommen nach Blickkontakt mit dem vorfahrtsberechtigten Radler seinen Wagen immer weiter rollen lässt. Bis zur Fahrbahnmitte glaubte ich noch, er wolle eine bessere Sicht haben. Nachdem ich aber zwischen seinem Kühler und dem hohen Bordstein beinahe zermahlen worden wäre, glaubte ich eher an eine gesunde Tracht Prügel als notdürftige Kompensation. Erfolgreicher war da der englischsprachige Asiate im Mercedes mit Hamburger Kennzeichen. Nur kurz lenkte er mich ab, als er mit quietschenden Reifen an der Kreuzung Fritz-Erler-Str/Kriegstr. gen Süden losfuhr. Ich war damit beschäftigt gewesen, dem jungen Südländer zuzuschauen, wie er mit seinem coolen4 80er-Jahre-Rennrad5 sich schon mal unter Ausnutzung der grünen Fußgängerampeln einen Vorsprung herauszufahren versuchte, ich ihn aber schon wieder einholte. Der Benz hatte übrigens an der Ampel gepennt und so kam es, daß ich nur wenige Meter hinter dem Jugendlichen war, als das Auto zackig in die Tiefgarageneinfahrt des Hotels einschwenkte und ihn mitsamt Rad ein wenig mitnahm. Nicht, daß Gehweg und Zufahrt ungefähr 6m breit sind und kurz hinter dem Kollisionspunkt eine geschlossene Schranke war. Der Radler machte einen fitten Eindruck und man schien sich schon zu einigen, so fuhr ich dann weiter gen Butze. So, das wollte ich mir mal aus dem Kopf schreiben. Ist gefährlich grad da draußen. müssen wohl persönlich bekannt sein und/oder mindestens so cool rummachen [↩]noch nicht so sehr an Radler gewohnt, weil in der kalten Jahreszeit zu selten angetroffen [↩]für meine Ohren [↩]ernstgemeint [↩]sah für mich zumindest so aus [↩]

Weiterlesen