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Walmarathon

Mit dem Wissen, daß das „h“ oben korrekterweise fehlt, wird klar, daß keine kurz hintereinander erfolgenden Urnengänge gemeint sein können und das ganze somit reichlich unpolitisch wird. So viel vorweg: Kleintiersiebende Meeressäuger und 42km werden ihre Rolle spielen.

Aufgabenstellung des heutigen Tages: Arztbesuch1, Socken bei Lidl kaufen und in Hagenbach beim KTM-Händler ggf. den Ersatz für die defekten Brocken meiner rotaxbetriebenen2 BMW. Naja, geplant war das Ganze eigentlich in einer anderen Reihenfolge, aber ich habe mich heute morgen etwas daheim vertrödelt und stand so nicht Punkt 8Uhr beim Lidl.

Die Untersuchung ging schnell und war beruhigend. Noch bevor ich wusste, wie mir geschah, war das Betrachtungsinstrument hinterrücks in der zu untersuchenden Körperöffnung. Kein Befund, da auch akut keine Symptome. Scheißwartezeiten auf Termine. Aber meine Radler(unter)hose verriet mich. Wäre wohl gang und gäbe, das Problem, wenn auch nicht unbedingt bei Wochenleistungen von rund 50km. Welche aber auch unglaubwürdig waren bei der Ansage, daß ich heute noch rund 35km vor mir hätte. Doch zuerst gings in die Nahe Postgalerie, um im dortigen Keller-Lidl die Socken zu kaufen. Mussten die halt mit in die Pfalz. Außerdem gabs noch ein wenig Wegzehrung3 Dafür konnte ich noch das Päckchen mit der 600si abgeben, das ich beinahe vergessen hatte. Lag zum Glück obenauf in der Packtasche mit dem ganzen Geraffel für die Tour4, das ich vorher nicht dauernd ans Rad und wieder wegpacken wollte. Kurz vor 11Uhr gings also südlich der Postgalerie los gen Pfalz.

Ich verkniff mir den ursprünglichen Ausweichplan, bis Wörth mit der S-Bahn zu fahren. Das wäre beim angekündigten Gewitter und/oder Schwächeln auf dem Rückweg noch eine Option. Auch wenn ich damit riskierte, in die Mittagspause des Ladens zu geraten. Und ehrlich gesagt ging es auch so flott, da hätte die Bahn kaum Zeitvorteile gebracht. Dafür hätte ich in Wörth das Rad mal wieder die Treppen rauf und runter wuchten müssen, um vom Bahnsteig zur Straße zu kommen.

Jedoch verbockte ich in Maximiliansau die Route gleich massiv. Merken: Für alles südlich der Bahnlinie bzw. Autobahn gleich hinter der Rheinbrücke queren. Ansonsten ist die nächste Möglichkeit erst wieder in Wörth, welche durch gleich drei Baustellen5 massiv verschleiert wird. Trotz GPS habe ich mich dort ein wenig verfranzt, was mich gut und gerne 20 Minuten gekostet hat. Dennoch war ich nach nur einer knappen Stunde Fahrt und kurz vor der Mittagspause beim Römer. Immerhin bekomme ich dort den eigentlichen Freilauf günstiger, die beiden teureren Teile drumherum passen allerdings aus aktuellen KTMs nicht. Und für die älteren Rotax-KTMs würden so hohe Preise genommen werden, daß BMW wohl doch billiger wäre. Immerhin ist der eigentliche Freilauf deutlich günstiger als selbst diverse Onlineshops. Bestellt!

Beim Rückweg, der die Runde nach Süden hin erweitern sollte, schlug ich mich gleich mal wieder unnötig ins Gebüsch. Der Schotterweg führte zwar schön nah an einem aktiven Baggersee samt baggerndem Bagger vorbei, war aber eher ein Umweg und endete zuguterletzt wieder an der Straße. Deren parallel verlaufender Radweg befindet sich jedoch an der gegenüberliegenden Seite und gut 2m tiefer, was mich ein wenig zum Tragen zwang. Da staunte das Paar, das gerade vorbeiradelte, nicht schlecht. Und das, ohne zu wissen, wie schwer meine Packtaschen waren mit Anlasserfreilauf6, Fotoausrüstung, Regenklamotten, Futter, Einkäufen und so weiter. Im Gegenzug staunte ich nicht schlecht darüber, wie angepisst Leute sein können. Von ein wenig Klingeln. Meine Herren, ich habe kein Problem damit, wenn jemand fahrbahnfüllend nebeneinander fährt. Und wenn man das konsequent durchzieht, auch nachdem man sich mehrfach umgesehen hat, was solls. Klingelt man halt mal freundlich. Aber auf dieses Klingeln dann so ungehalten zu reagieren ist echt unnötig. Naja.

Lautermuschel

Lautermuschel

Sehr kosmetisch ist übrigens die „Abfahrt“ vom Radweg nach links samt Ausschilderung der Veloroute Rhein7 kurz bevor die Straße nach rechts zum Ortseingang Neuburg abknickt. Dafür gibts kurz nach dem Abzweig einen Hinweis auf das Schiffsrestaurant Lautermuschel samt Schiffsmuseum. Hatten mir die Vereinsgaststätten der Fischervereine am bisherigen Wegesrand schon den Mund wässrig gemacht, so konnte ich hier nicht wiederstehen. Ein Biergarten an Land und ein etwas anderes Vereinslokal auf einer Art Hausboot. Und das, obwohl ich Brotzeit dabei hatte und wir heute abend mit einer Kollegin zum Essen8 verabredet sind. Egal. Nach etwas Überlegen dann doch auf den Fisch verzichtet und zum Radler nur eine Portion Pommes geordert. Die konnte ich dann mit einem halben Streuer voller Salz zuschütten und so meinem Körper geben, wonach er gierte. Denn von wegen Regen, die Sonne strahlte pausenlos zwischen den Wolken durch bei gefühlten 110% Luftfeuchtigkeit. Was hab ich geölt!

Direkt am Rhein

Direkt am Rhein

Der Biergarten war auch voll mit Radlern aus halb Deutschland, die grad den Rhein entlangstrampeln und so gab es was zu plaudern. Beim Thema GPS sollte ich mich noch blamieren. Wenns jemand gemerkt hat. Nur mal so am Rande: Direkt am Rhein entlang durch die Rheinauen kann nicht das selbe sein wie auf dem Hauptdeich lang. Die Auen liegen definitionsgemäß zwischen Fluß und Deich. Oder Damm. Wasauchimmer. Grobe Kieselsteine als Schotterung des Weges waren wohl auch anderen zu fies wie eine Fahrspur im Gras zeigte, der ich natürlich auch folgte. Irgendwann kam dann auch ein lauschiges Plätzchen daher und ich verputzte meinen Apfel und die Banane quasi als Nachtisch. Dessen Nachtisch wiederum ein Müsliriegel bildete 😉

Im Goldgrund

Im Goldgrund

Im Goldgrund war der Weg zwar meist besser, aber dafür hingen die Brennesseln in die Fahrspur rein. Blöd, wenn man dann der Witterung angemessen kurze Hosen trägt. Dafür ist es aber echt toll, was hier an Gänsen, Reihern und sonstigem Geflügel abhängt. Schön. Bis auf die tschechischen Touristen, die mit dem PKW durch auf der für Kfz gesperrten Strecke durchgebraten sind und dabei in voller Fahrt die Digiknipse aus dem Fenster und draufhielten. Muß ich bei denen auch mal so machen. Immerhin bekam ich mein Rad schnell genug vom bis dato einsamen Streckenabschnitt. Ich hatte nämlich auch zum Fotografieren angehalten. Angefressen wechselte ich dann auch nicht aufs Tele, die Vögel ganz klein im Hintergrund hätte ich wohl eh nicht gut genug ranbekommen. Auch war ja die Zivilisation in Form von ausgeschilderten Radwegen bereits in Sicht.

Rad kurz vorm offiziellen Radweg

Rad kurz vorm offiziellen Radweg

Und schon führt der Weg auch wieder gut asphaltiert am Rhein entlang. Zügig war ich dadurch an der Rheinbrücke, unterquerte sie ausschilderungsgemäß9 gleich zwei Mal und erklomm ihren Zenit. Seit der Schmierung der Kette läuft die Schaltung auch wieder zuverlässig und die Geräusche der Kette sind weg. Wieder ein Minuspunkt für den Eicker, ich hatte erwartet, daß die neue Kette auch geschmiert worden wäre. Zumal sie ja auch nicht blank aussah. Dafür aber von Anfang an die nun verschwundenen Geräusche machte, die ich auf das schlechte Zusammenspiel zwischen neuer Kette und gut eingelaufenen vorderen Zahnrädern zurückführte.

Da mich mein Weg beim Apriliahändler praktisch vorbeiführte, fragte ich dort auch nochmal nach den Teilen. Die würde er auch bei BMW bestellen und das wäre teuer. Aha. Und nach der 1994er Pegaso konnte er schon gar nicht mehr schauen, er könne so direkt nur die Teile ab einem späteren Baujahr10 beziehen und die sahen schon auf der Explosionszeichnung verkehrt aus. Naja. Das letzte Stück von der B36 über den alten Flugplatz zurück ins Village11 war dann Standard. 42km zeigt der eigens zurückgestellte12 Tageskilometerzähler. Womit wir beim Marathon bzw. seiner Distanz wären. Doch wo bleibt der Wal? Nun, an einer Stelle gab es ganze Wolken winziger Mücken, die ich unweigerlich und natürlich unfreiwillig einatmete, um sie dann beim erschrockenen Ausatmen an der Innenseite der Zähne kleben zu haben. Mehrfach hintereinander. So richtig klappte das dann auch mit dem Ausspucken nicht und so gabs einen unfreiwilligen Snack im Stil der Bartenwale. Eine Anspielung auf mein Gewicht soll es nicht sein, immerhin habe ich in den vergangenen Wochen aus diversen Gründen 4kg abgenommen, was bei meinen recht geringen Gewichtsschwankungen recht viel ist.

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  1. Termin 10:10Uhr []
  2. wie einst auch die KTMs []
  3. Müsliriegel. Apfel und Banane hatte ich schon. []
  4. GPS, Mütze, Trinkflasche []
  5. Bahnübergänge sollen durch Unterführungen ersetzt werden []
  6. samt Lichtmaschinenstator und Schwungmasse []
  7. auch wenn die da anders genannt wird []
  8. All you can eat Buffet noch dazu []
  9. und notwendigerweise []
  10. 1997 oder so, nach dem Modellwechsel []
  11. Paul Revere Village hieß unser Viertel zu Amizeiten und ich find das so schick, daß ich den Ausdruck ein wenig salonfähig machen will []
  12. normalerweise lasse ich ihn die Woche durchlaufen []

1 comment to Walmarathon

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