März 2013
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El Torcal de Antequera

Heute verlassen wir Granada Richtung Malaga um noch 2 Übernachtungen in dem ländlichen 4-Sterne Hotel „Fuente del Sol“ zu verbringen und die schöne Landschaft beim Wandern zu erkunden. An der bizarren Karstlandschaft „El Torcal“ kommen wir sowieso vorbei, da wollen wir mal gucken, was der Naturpark so zu bieten hat.

Da wir am Vorabend bereits alles so weit wie möglich vorbereitet haben, kommt am Morgen keine Hektik auf. Nur knapp 2 Stunden soll die Fahrzeit betragen und es geht hauptsächlich auf der gut ausgebauten Autoschnellstaße A92 voran. Im Rückspiegel blenden uns die weißen Berggipfel der „Sierra Nevada“ an einem strahlend schönen und 6° kalten Morgen. Hoffentlich wird es gen Süden wärmer!

Bei einem kleinen Zwischenstopp an der Raststätte von Loja kann man auch tatsächlich mal die Jacke im Auto lassen. Die gebrauchten Getränke werden abgegeben und ich führe mir einen leckeren, gerade trinkfertig heißen Kaba zu. Der Spanier weiß selbst in so profanem Ambiente mit Speis & Trank zu punkten: von der Decke hängen sogar hier Unmengen von Seranoschinken und warten auf Verzehr. Doch wir bleiben standhaft, haben wir doch im Auto noch Chorizo, Käse und Oliven, auf die wir heute Morgen keinen Hunger hatten. Die wollen wir am Touristenzentrum von „El Torcal“ in der Sonne genießen.

Zum Glück weiß das Garmin, wo wir hin müssen, denn die Straßenkarte von Baedecker ist grottig und die Beschilderung hält sich bis Antequera vornehm zurück. Auf dem Weg zum Infozentrum lassen wir mehrere Aussichtspunkte links liegen, bestimmt gibt es auf der Wanderung eh mehr zu sehen.

Auf dem mit nur wenigen Autos belegten Parkplatz des Besucherzentrums fegt uns eine eisiger Wind um die Ohren. Bei 4° und diesem Wind ist an ein echtes Picknick nicht zu denken! Also erst mal rein und Infos zu der Wanderung abgreifen. Am Infodesk wartet schon ein freundlicher Holländer(!), der uns im nahezu perfekten Deutsch erklärt, was uns erwartet. Für den Mittag empfiehlt er uns auch das angegliederte Restaurant, bringt uns die einzig englische Speisekarte und erläutert die Spezialitäten, so daß wir gar nicht anders können, als uns für einen kleine Wanderkarte, eine Gemüsecremesuppe und „secreto iberico“, also für zart gerillte Schweinelendenstücke mit Kartoffelschnitzen und Mojo (ein würziger Dip) zu entscheiden. Auch hier mundet es vorzüglich!

Bevor wir uns auf den (Wander-)Weg machen, zeigt uns der Nationalparkmann vom Infodesk allerdings noch, wo wir auf dem Rückweg einen Abstecher zu den Versteinerungen von 19 Ammoniten gelangen kann. Um 13:30 sind wir dann endlich unterwegs.

Das Bild im Baedecker Reiseführer hat uns schlecht vorbereitet, auf das, was nun kommt: die nächsten 2 3/4 Stunden wandern wir durch eine wunderbar bizarre Felslandschaft, die der von Bryce nicht viel nachsteht! Nur die Wege sind durch den Niederschlag der vergangenen Tage sehr matschig. Von den in der erworbenen Wanderkarte erwähnten Tierwelt können wir einiges live erleben: wir begegnen 3x den Bergziegen, einer Eidechse, zwei Wieseln, zwei Kühen und einem Schmetterling, obwohl schon der eine oder andere Wanderer auf dem Pfad unterwegs ist.

Am Ende des Rundwanderweges verpassen wir dann doch die Abzweigung zu den Ammoniten. Doch der Hilfsbereite zeigt uns gerne noch ein 2. Mal den Weg. Also laufen wir noch einmal ein kurzes Stück zurück und finden beim zweiten Anlauf den Pfad. Dort oben haben wir noch einmal einen schönen Rundblick über „El Torcal“, sehen in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der „Sierra Nevada“ und versuchen hinter Dunst und Wolken Afrika zu entdecken, das bei klarer Sicht zu erkennen sein soll.

Die Sonne steht schon tief im Westen, als wir uns für die knapp 19 Kilometer lange Strecke zum Hotel ins Auto setzen. Um die etwas heruntergekommene Karre von „Firefly“ tut es uns nicht leid, aber welchen Eindruck wir an der Rezeption des 4 Sternehotels hinterlassen werden, beschäftigt uns schon, denn wir sind von Hosenbeinen bis Hintern mit Schlammspritzern bedeckt und die Schuhe starren vor Dreckbollen!

Die läppischen Kilometer ziehen sich auf den schmalen kurvigen Sträßchen unerwartet lange, wie schlecht, daß wir am Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe diese Wege zum Flughafen nach Malaga eiern müssen!

Bis zum Hotel ist mancher Dreckbollen getrocknet von uns abgefallen und wir versuchen unsere Schuhe besonders gut an der Matte abzutreten, so bekommen wir ohne Naserümpfen den Zimmerschlüssel, zumal der junge Mann am Empfangstresen eh nicht bis zu den Schuhen runter gucken kann.

Das Zimmer im ersten Stock mit Hangblick ist riesig, aber den hiesigen Verhältnissen gemäß, dunkel. Wir richten uns ein – hier können wir den mitgebrachten Wasserkocher endlich mal brauchen! Die ausgelegte Speisekarte des gehobenen Hotelrestaurants weckt zwar Begehrlichkeiten, doch im Anbetracht der mitgeführten Vesper verschieben wir das warme Abendessen lieber auf morgen. Die Badewanne weckt mit reichlich heißem Wasser die Lebensgeister wieder und beim Essen der Vesper am Fenster lassen wir den Abend mit Tee und Rotwein ausklingen.

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