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Locker vom Ocker

Berühmt sollen sie sein, die Ockerbrüche von Roussilion und Annette war bei ihrer Klassenfahrt schon hier gewesen. Außerdem ums Eck, ein idealer Start in den Urlaub hier am Standort.

Nach kurzer Fahrt waren wir auch schon da, ich rang dem Parkautomaten im Ort ein Tagesticket zu 2€ ab und wenig später standen wir schon kurz vorm Eingang zu den Ockerbrüchen. Seit Annettes Studienfahrt hat man ein wenig in den Ausbau der Wege und der Beschilderung investiert, wofür ein kleiner Obulus für den Zutritt auch angemessen ist. Besonders wenn dann mal kurz die Sonne rauskam, versuchte die Farbpalette der Ockersände den Farbraum der Kamera zu sprengen. Nett, das alles und eine angenehme kleine Wanderung. Als Dreingabe fanden wir noch etliche Eßkastanien, die vor unseren Augen frisch vom Baum gefallen waren.

Noch zu finden war eine Mittagseinkehr, jedoch in dem kleinen Örtchen kein all zu großes Problem. Wir landeten auf einer belebten Terrasse neben einer Tafel Amis, deren Hauptsorge war, ob sie denn nun zwei Kannen Rotwein oder einmal rot und einmal weiß geordert haben oder hätten sollen. Auch das sonstige Unterhaltungsprogramm des ortsansässigen Hundes und der rumstreunenden Katzen war schwer in Ordnung. Zu Essen bekamen wir ein leckeres fluffiges Zucchiniküchlein mit Kirschtomaten drin samt Salat als Vorspeise, dann ein Fischfilet mit Ratatouille. Generell nicht die schlechteste Vorgehensweise hierzuland, wenn man in einem Ort Auswahl hat: Das vertrauenserweckenste Etablissement mit einer zum eigenen aktuellen Geschmack bzw. den Gelüsten passenden Tagesgericht bzw. -menü aussuchen und dort eben das bestellen. Nicht wirklich billig, denn 12-20€ pro Nase gehen da mal schnell weg, dafür gibt es aber ordentlich auf die Gabel und unglaublich lecker ist es allemal. Zumal zwei bis drei Gänge im angemessenen Tempo serviert ganz anders sättigen als die deutsche Variante, wo man „ein Essen“ bestellt und der Teller gefälligst den Tisch ob seines Gewichtes durchzubiegen hat, damit man auch ja satt wird.

Abends kochten wir parallel zur Brotzeit die Eßkastanien, um uns eingedenk der Maronensuppe vom ersten Abend selbst eine zuzubereiten. Hier sind mal die Daheimgebliebenen gefragt. Ich erinnere mich dunkel an das „Keschdesammle“1 meiner Kindheit und bin der Meinung, daß die dann im Dampf gegart wurden, beim Schälen größtenteils verputzt wurden um hinterher als „Keschdegemies“ 2 zu enden oder nach dem Dämpfen angeritzt im Backofen zu den bekannten Röstmaronen verdelt wurden. Annette war für die Variante, sie angeritzt im Wasser zu kochen, was sich aufgrund der Küchenausstattung auch aufdrängte. Wobei das anschließende Schälen schwer fiel, insbesondere die Haut löste sich kaum von den doch recht weichen Kernen. Also los, ihr Pfälzer und Schwaben daheim, es darf kommentiert werden. Dafür ist das Feld unten da! Auch wenn wir wohl schon alles verputzt haben werden, bis wir die Kommentare lesen können. Der Erste mit einem hilfreichen Kommentar fürs nächste Kastanienverputzen gewinnt ein leckeres Urlaubsmitbringsel!


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  1. Kastaniensammeln []
  2. wörtlich „Kastaniengemüse“, Maronen in heller Soße []

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