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Noch mal Nantes

15.07.2016 23:00

Heute hieß es Abschied nehmen von der Ferme des Pecheurs und unseren liebenswerten Gastgebern. Es fiel eh schon schwer, dazu kamen noch die traurigen Nachrichten aus Nizza, die allen aus Gemüt drückten. Außer vielleicht der Frohnatur Lucien, der sich nichts anmerken ließ.

Nicht zum frühen, aber dennoch zeitigen Aufbruch drängte unser erstes Tagesziel. Wir wollten noch mal in Port Goustan bei Auray essen. Doch mit Tempomat rollte der wackere Micra bequem über die autobahnartig ausgebaute Nationalstraße und so kamen wir recht unspektakulär zur vermeintlich besten Zeit an. Gut, es gab schon Mittagessen und es waren auch schon welche zugange, es sollte sich aber erst später richtig füllen. Man merkt halt doch immer wieder, daß in der Bretagne eigentlich eine andere Zeitzone ist, auch wenn die Uhr nicht umgestellt wird. Man macht halt alles eine Stunde später als im Osten des Landes.

Wir waren wieder im Lichorne, das wir bei unserem Aufenthalt als letztes ausprobiert und für richtig gut befunden hatten. Annette ließ sich von dem medium gegrillten Thunfisch in Sesamkruste becircen und nahm vorweg ein Lachstartar. Ich wurde mal wieder beim Tagesmenü fündig. Vorweg gab es einen „Strauß1“ Langusten, also 7 Minihummer samt dem erneuten Aufwand, den Viechern ihr Fleisch zu entnehmen. Danach ein Filet von einem Fisch, den der Franzose „Julienne“ nennt, den aber das deutsche Wikipedia nicht kennt. Festes Fleisch, schön mit Kruste gegrillt und sehr schmackhaft. Die Gemüsebeilage war wie so oft die selbe. Paprika, Auberginen, Kapern etc. in einem leckeren Olivenöl angebraten. Fürs Menü nahm man übrigens ganze 13,50€. Da konnte man sich noch ein Gläschen2   Ros´e gönnen.

Abgesehen von einem kurzen Halt zum Umblättern der Karte und um den zwischenzeitlich beschlossenen Stop am Hotel ins Navi zu programmieren verlief der weitere Weg wieder per Autopilot. Nantes war dann wieder eine Kreisverkehrorgie mit einem kleinen Verfahrer, aber dank geringem Verkehr weitgehend stressfrei. Der Nantaise war damit beschäftigt, die Sonne im Park zu genießen.

Annette checkte im Hotel für uns ein und ich füllte noch den Tank des Autos auf, bevor ich es abgab. Glücklicherweise musste noch ein Mitarbeiter zum mehrere Hundert Meter entfernten Parkplatz. So blieb mir der Rückweg zu Fuß erspart. Dementsprechend flott war ich im Hotel und wir konnten in die Stadt aufbrechen. Annette wollte unbedingt noch mal zum Karussel auf der Insel. Von Schatten zu Schatten arbeiteten wir uns auf dem Weg vor, denn trotz niederer Temperaturen brannte die Sonne ordentlich. Dementsprechend hatten die Einheimischen großflächige Wasserspiele als Quasi-Freibad belegt und auch Annette ließ es sich nicht nehmen, durch das zentimeterhohe Wasser zu laufen.

Im Karussel fuhren wir dann mit dem Kalmar. Schon irgendwie witzig, das Konzept. Die ganzen Maschinen der Insel gehen ja auf Straßenkünstler zurück und so ist auch beim Karussel der Plan, daß die Mitfahrenden die Tiere bedienen sollen, damit die Zuschauer außen was geboten bekommen. Quasi Hebelziehen im Fliegerkarussel auf ganz hohem Niveau. Besonders angetan hatte es mir übrigens Bernard, der Einsiedlerkrebs. Leider nur für einen Mitfahrer/Bediener gedacht. Und wohl deswegen auch so wenig beachtet. Montiert ist er auf einer Art Fahrrad, das so aussieht, als könnte man direkt damit losfahren, wenn man es aus der Halterung nimmt. Die Pedale treiben nicht nur das Vorderrad an, sondern bewegen auch die Beine. Und mit einer Art uraltem Motorradlenker kann man die Scheren lenken. Aber auch der Kalmar bot viele Bedienmöglichkeiten, von den Lamellen, die die Flossenbewegung imitierten, über die Greifarme bis hin zu den Augen. Am witzigsten ist bei dem Ganzen aber immer noch, Erwachsene mit leuchtenden Kinderaugen zu sehen, die die Bedienmöglichkeiten entdecken und dann entsprechend Show machen.

Bei unserem Aufenthalt hatten wir in Nantes die Creperien gemieden, weil wir befürchteten, es gäbe auf dem Land nichts anderes. Ganze drei Mal3 gab es dann Galette. Dementsprechend wollten wir heute Abend noch mal einkehren. Nur zu finden war nichts. Wir hatten uns schon einen Libanesen als Alternative ausgeguckt, als wir das Fleur de Sel fanden. Die Karte las sich gut, endlich gab es auch mal einen mit Steak Hach´e, worauf ich schon die ganze Zeit lauerte aufgrund guter Erinnerungen aus 2007. Da hielten wir uns gar nicht damit auf, daß schräg gegenüber noch eine Creperie war und genossen lieber den Blick auf das alte Fachwerkhaus, in dem sich jene befindet. Es sollte sich noch rausstellen, daß praktisch die gesamte, leicht gebogene Altstadtgasse nur aus Creperien besteht. Da haben sich also alle versteckt.
Zu unserer (positiven) Überraschung fand sich anders, als wir die Beschreibung verstanden hatten, auf Annettes Galette u.a. eine Bratwurst, die sehr gut geschmeckt hat. Mir fiel bei all den Pilzen, der leckeren Tomatensoße und dem Spiegelei das Hacksteak erst wieder ein, als ich drauf stieß. Und sich leider als durchgebratenes Burgerpatty entpuppte statt einer Lage lockerem, medium gebratenem Hack. Man kann nicht alles haben. Unsere seltsame Begegnung mit der Hoteldusche habe ich schon anderweitig beschrieben.

Und so ist es doch schon wieder spät, bis wir ins Bett kommen. Ist ja auch noch hell draußen.

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  1. blumiger Originaltext []
  2. 15cl []
  3. 2x bei mir, ich hatte ein Mal leckere Muscheln []

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