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Mal wieder Bahn

Ja, ich sollte öfter schreiben und im Zug bietet sich die Gelegenheit. Zumindest im ICE wie gerade auf dem Weg nach Hannover und Oldenburg. Im IR neulich mit dem Rad ist es da kniffliger.

Geschichte wiederholt sich, sagt man. So wiederhole ich sicher auch was, was ich bei anderer Gelegenheit schon beschrieben habe. Weil sich in den Köpfen der Mitreisenden1 nichts ändert.

Ein Klassiker darunter: Man wälzt sich mit großem Gepäck durchs Abteil und rempelt in spätestens jeder zweiten Sitzreihe jemanden an und kommentiert das Ganze zur Begleitung mit „Unser Wagen ist ganz hinten“. In einem der vordersten Wagen. Und nein, der Zug verkehrt nicht in umgekehrter Reihenfolge.

Das ganze geht auch lokaler: Wenn sich der Verkehr durch den Wagen kreuzt, weil sich immer noch nicht rumgesprochen hat, daß neben den Türen die Sitznummern stehen, die zu dem Eingang gehören. Und somit die ganz vorne sitzenden ganz hinten einsteigen und umgekehrt.

Platzreservierungen snd ja im Gegensatz zu Frankreich2 nicht inklusive und obligatorisch, sondern Luxus. Und uncool. Zumindest in den Augen derer, die mit den fettesten Rucksäcken zwei Mal durch den Zug laufen, um möglicherweise doch noch einen Sitzplatz zu bekommen. An der Stelle verrate ich ein Geheimnis aus langer Erfahrung: Wer den Gegenverkehr3 durchlassen möchte und sich dabei höflich schmal machend zur Seite dreht, haut seinen Treckingrucksack mit ziemlicher Sicherheit einem Sitzenden an den Kopf. Die Kehrseite der Medallie mit der Prägung „Rücksicht“.

Das alles allein von heute bzw. erneut bestätigt.

Im IR gibt es auch Klassiker. Gerade die Teenager sind heutzutage so fußlahm, daß sie nach der Tür direkt in den ersten Sitz fallen. Oder den dritten, falls der erste belegt ist und man will sich ja nicht direkt neben jemanden setzen. Optional ist das Erkennen und Verstehen der Tatsache, daß dieses Großraumabteil dazu dienen soll, daß dort Rollstühle, große Koffer und Fahrräder4 abgestellt werden. Aber auch Radler sind da stellenweise im Sozialverhalten herausgefordert: Lässt man sein Gepäck am Rad, statt es in der Ablage darüber zu verstauen, dann stellt wenigstens niemand mehr sein Rad daneben, weil es keinen Platz hat.

Irgendwie bin ich wieder nur am Mosern. Fällt aber auch leicht, so bescheuert, wie sich die Menschheit um einen herum benimmt. Und einem dabei leider all zu oft vergessen lässt, wie unauffällig der größte Teil die Herausforderung des Sozialverhaltens herrlich meistert.

Ausgenommen sind hiervon natürlich solche Pfosten, die eine Straßenbahnhaltestelle mit den Verpackungen ihres Besuchs im Schnellimbiß zumüllen und als Sahnehäubchen ihre Glasflaschen obendrauf zerdeppern. Nur eines von vielen Beispielen, daß die Bahnfahrerei nur ein winziger Ausschnitt der Problematik ist.

So, und jetzt Ende des Gemaules. Urlaub!

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  1. mal allgemein gesprochen []
  2. ich muß diesen Vergleich einfach immer ziehen []
  3. genau, begegnen sich zwei auf Sitzplatzsuche: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß da noch was frei ist, wo der andere herkommt? []
  4. in den letzten beiden Punkten leider auch in Reihenfolge der Priorität laut Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn []

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