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Auf und ab und auf

Faszinierend war die Nacht. Der Wind heulte vorm Fenster. Morgens brachen wir dann wie geplant auf. Ohne Gepäck, erst mal den See umrunden. Schon beim Abrödeln pfiff der Wind durch alle Ritzen.

Plaudernd verpassten wir die Abzweigung und das erste Unheil des Tages nahm seinen Lauf. Die ausgewaschene Schotterpiste ging steil bergab, völlig ungeeignet dafür, sich erst mal wieder an den losen Untergrund zu gewöhnen. Immerhin schaffte ich es, die KTM zu wenden. Annette lief das kurze Stück zu Fuß zur Staumauer, ich fuhr den Umweg zurück zum geplanten Einstieg. Der Rest der Umrundung war dann auch unkritisch. Stick to the plan as long as ist is good, stupid!

Wir holten unser Gepäck und verabschiedeten uns herzlich im Le Malamot. 13:20 Ankunftszeit in der neuen Unterkunft, da musste doch noch was passieren.

Es passierte in Susa bzw. kurz danach. An einer Tanke entledigten wir uns bei inzwischen knapp 20°1 unserer Regenjacken bzw. Jackeninnenfutter. Beim Aufpumpen der Reifen2 fiel mir dann auf, daß die „Aluminium“koffer Risse im Kunststoffboden haben. Isnichwahr.

Über eine Stunde waren wir dann hin- und hergerissen, einfach weiter zur Unterkunft zu fahren oder einen Bau- oder größeren Supermarkt zu finden, in dem man Spanngurte und Kabelbinder3 kaufen könne. Supermärkte waren zu klein und hatten das Sortiment nicht, der gefundene Baumarkt hatte gerade seine Mittagspause begonnen.

Frustriert und vorsichtig fuhren wir dann weiter zur Unterkunft auf der ursprünglich geplanten Strecke durch die kleinen Dörfer. Das Kommunikationssystem erwies sich hier als Segen, konnten wir uns doch durch miteienander Reden auch weider aufmuntern. Ein Plätzchen, an dem wir eientlich fürs Gegenteil gestoppt hatten, erwies sich als nett, um die eigentlich abgesagte Mittagsvesper einzunehmen. Modernen Roamingkonditionen sei dank wurde ich da auch gleich noch telefonisch beim Kofferhersteller vorstellig. Spanngurte drum und erst mal heimkommen, dann reklamieren, so der Rat. Also genau mein Plan. Witzig an der Stelle auch, daß die Freunde, die ich um Rat fragen wollte, wie man denn in Italien unser Gesuchtes findet, sich meldeten. Selbst sind sie auch im Urlaub, der wohl was holprig verläuft.

Anyway, ein paar kleine Nester weiter entdeckte Annette am Weg einen kleinen Krimskramsladen, der auch noch offen war. Und drinnen entdeckte ich mit Hilfe des Personals und einer Onlineübersetzung das Gesuchte!

Mit noch einem kleinen Exkurs über italienische Fahrweisen und Fahrbahnmarkierungen4 kamen wir dann immer noch etwas verfrüht in Sparone an. Im eigenen Saft, hatte es doch zwischenzeitlich knapp 30° gehabt und wir immer noch unsere Thermofutter in den Hosen. Tolles B&B, der Fußweg in den Ort zum Abendessen etwas blöd, weil ohne Gehweg, aber satt wurden wir und kamen heil wieder zurück.

Fazit: Miteinander reden (Kommunikationssystem) kann den Urlaub retten. Und nicht panisch werden, die Hilfe findet sich auch so. So bot uns ein älterer Herr sogar eine Wäscheleine aus seinem Kofferraum an, als wir ihn danach fragten, wo man Zurrgurte kaufen könne.

Mit der Schotterrunde 187km in 7h44 abzüglich 2h56 Pausen.

  1. statt 3° und schmelzende Schneewehen auf der Straße am See oben []
  2. ich hatte für den Schotterteil Luft abgelassen, wie es sich gehört []
  3. zwei von dreien des Scottoilers hatten sich gelöst, Überraschung, haha []
  4. fehlend! []