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Froschragout

Nachdem wir gestern Programm für schon fast drei Tage hatten, nach frühem Aufbruch spät ins Bett gekommen waren und abschließend einen gemütlichen Tag beschlossen hatten, setzten wir das auch um. Auch wenn ich etwas früh umtriebig war. Der Titel bezieht sich übrigens nicht aufs Mittagessen, sondern das Besuchsprogramm am Nachmittag. Das nahegelegene Schloß Roche Jagu wurde von uns nach einigen Versprechern einfach umbenannt.

Im Laufe des gemütlichen Vormittags machten wir mit unseren ganz lieben englischen Vermietern aus, daß wir die zwei Fahrräder ausleihen dürfen, von denen im Internet die Rede ist und die wir im Schuppen schon gesehen hatten. Mit denen wollten wir zum Mittagessen ins L’Entre-Pot, der einzigen Eßgelegenheit im Dörfchen. Im winzigen Gewerbegebiet in einer Halle hat man sich mit altem Tinnef aus den 50ern und 60ern gemütlich eingerichtet. Zwei Tagesgerichte aus einer bodenständigen, aber modern-leicht modifizierten Rezeptesammlung zur Auswahl mit unterschiedlich viel Menü drumherum je nach Wahl. Ein gutes Beispiel für „Folge dem weißen Lieferwagen“, heißt, iß da, wo die Handwerker mittags einkehren. Gut und günstig. Hier gibt es drei Menüs. Das kleine für 10€ beinhaltet neben Hauptgang Vorspeise oder Dessert. Für 12,50€ heißt es Vorspeise UND Nachtisch oder Käse, dazu noch ein Getränk und Kaffee. Bei 15€ kommt dann noch ein Apéritif dazu und es gibt Nachtisch UND Käse1.

Doch erst mal hinkommen. Annette tat sich ungewöhnlich schwer beim Radeln, was sich darauf zurückführen ließ, daß die hintere Bremse ordentlich am Rad schliff. Multitool natürlich in der Unterkunft, wäre bei genauerem Hinsehen aber auch wenig hilfreich gewesen. Nachdem ich die Bremse einfach ausgehängt hatte und hinterherfuhr, sah ich den gewaltigen Knick im Rad. Nach kurzem Blick auf Interieur entschied sich Annette doch für einen Platz draußen. Hier wurden wir sehr zuvorkommend bewirtet, es gab für Annette ein Törtchen mit Tomaten, Hühnchen in baskischer Soße, Apfelsaft, meinen Käse und Schokokuchen. Ich hatte Kir Breton, Fischrilette, Thunfisch, dazu Cidre und hinterher ein Küchlein mit roten Beeren und die beiden Kaffees. Ehrlich, reichlich, günstig, satt. Insgesamt 7km Radfahren, so kamen wir wieder in der Unterkunft an.

Dort lagen schon die zurechtgelegten Sachen für den Abstecher zum Schloß Roche Jagu. Mit etwas Rumgestocher und Wundern über die Wegführung des Navis kamen wir mit Abstecher bei einem Bäcker endlich an. Und trafen erst mal auf unsere Nachbarn auf Zeit aus Großbritannien, mit denen wir ein wenig plauderten. Ansonsten nicht gerade eine Perle des Tourismus, die Gartenanlagen. Auch wenn Hinweisschilder es anpreisen. Das Innere des Schlosses haben wir uns dann gleich geschenkt.

Abendessen dann noch ein zweites und letztes Mal auf der Terrasse unserer Ferienwohnung im immer noch sehr kräftigen Licht der Abendsonne. Schon mal ein wenig packen und ab ins Bett…

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  1. zumindest war es bei uns so, auf der Webseite steht nur noch „oder“ []