Josselin-Rennes

So langsam wird es ernst mit dem Heimweg. Nach einer kleinen Wanderung am Wegesrand stand die Rückgabe des Mietwagens an.

Frühstück1 hatten wir für 8 Uhr bestellt und waren viel zu früh hibbelig. Kurzum: Als wir pünktlichst im Frühstücksraum einliefen, war das Gepäck schon im Auto verstaut. Mit netter Verabschiedung und so war dann auch der örtliche Supermarkt offen2 um für die Tagesverpflegung einzukaufen.

Josselin liegt nahe an der Schnellstraße nach Rennes, so war die Rückfahrt eigentlich eine schnelle Sache. Darum der kleine Umweg für die Wanderung. Mythische Wälder und so wurden versprochen. Ein Teil der „Urwälder“ wuchs jedoch in verdächtig geraden Baumreihen. Geparkt haben wir beim Schloß Trécesson. Wobei da keine Parkplätze richtig ausgewiesen sind, das Schloß bewohnt und nicht besichtigbar ist und das Hofgut wohl recht aktiv. Das Schloß selbst ist ein schönes Motiv und wurde entsprechend auch gut frequentiert. Parken, Bilder machen – gerne auch mal mit dem hübschen Oldtimer im Vordergrund – und wieder weg. Wir blieben als einzige für die Wanderung aus unserem Führer.

Kurz: Fad. Selbst das Tal ohne Wiederkehr mit seinem mystischen Feenspiegel entpuppte sich als Gestolper, daß man im Pfälzer Wald schöner haben kann und der Spiegel war ein trüber Tümpel. Angelegt noch dazu als einer von ursprünglich vieren im Tal. Soviel also zum Bezug zur Artussage, die hier auch gespielt haben soll. Schmarrn meiner Meinung nach. Besucht war das Tal ganz gut, aber von einem anderen Parkplatz aus ohne die große Runde. „Weitblicke in die Ebene…“ naja, man ist von daheim und anderen Reisen wohl verwöhnt. Jedenfalls viel Latscherei auf faden Wegen in der Hitze für wenig Spaß. Hätte man es besser gewusst…

Also weiter nach Rennes. Immerhin ohne Zeitdruck, denn viel Zeit zum Fotografieren hatten wir nicht gebraucht. Gut so, denn freitag nachmittags ist die Stadt dann doch etwas voller als sonntagmittags. Aber so konnte ich mich gelassen dem Weg zur Tankstelle im Einkaufszentrum stellen. Auch die Sperrung beim Bahnhof, die wir eigentlich kannten, schreckte nur kurz und ich fand quasi intuitiv einen passenden Weg. Irgendwann muß man halt einfach das Navi ignorieren und Schilder lesen. Am Parkhaus dann etwas verwirrung. Abgesperrt wegen Überfüllung, aber Abonnenten dürfen dennoch rein. Sind wir mit dem Mietwagen, denn die Etagen 7-10 haben für diese eh nochmal eine eigene Schranke in der Auffahrt von der 6. Etage hoch. Und wir sollten bei 8 abstellen.

Können vor Lachen, alles voll. Just als ich bei der Europcarmitarbeiterin an ihrem improvisierten Büro halte, entschwindet diese mit jemandem. Welcher Frau und Kinder vor Ort zurücklies. Kurze Plauderei. Amis, die auch ihren Wagen zurückgeben wollten. Den aber nicht in Rennes angemietet hatten und deshalb das Parkhaus nicht kannten. Kurz und gut: Auto steht vorm Parkhaus und es dauerte ein wenig, bis die Mitarbeiterin damit wieder oben war und sich meiner widmen konnte. Besichtigung des Wagens vor Ort, bitte unten in der 6. Etage auf einem freien Parkplatz abstellen und hinterher bei ihr den Schlüssel abgeben. Fertig. Leider irgendwie ohne eine Quittung, sowas ärgert mich immer. Und es blieb die Frage, warum ich bei der Abholung so nachdrücklich auf den Umzug des Büros von der Baracke in den Bahnhof hingewiesen wurde, da musste ich nicht mehr hin…

Mit der Baustelle war auch die Vorfahrt vor dem Hotel flach gefallen. Sind aber eh nur ca. 300m zu Laufen, das ging. Die schweren Sachen rollten in Annettes Koffer den Gehweg lang und ich konnte mein Gepäck locker schultern. Rucksack hinten, Reisetasche vorne, da sind bestenfalls Treppen runter3 doof. Einchecken im hübsch klimatisierten Campanile lief vorzüglich. Nur hatte man statt Stadtsicht Bahnhofsicht4 geplant. Man könne das Zimmer ändern, dann wäre man aber weiter unten und die Schallisolierung wäre ja super. Gut. Sie war aber nicht gut genug, ging jedoch. Und im einzigen Stockwerk über uns gastierte ein Trampler. Der aber länger schlief als wir.

Somit waren wir startklar für Rennes und hatten von der Rezeption schon ein paar Hinweise für den Nationalfeiertag. Der ist zwar morgen, wurde aber heute hier schon gefeiert. Parade von Polizei, Gendarmerie (jeweils die Motorradstaffeln), Militär, Feuerwehr und überhaupt. Konzert einer Militärkapelle inklusive Dudelsack. Alles sehr spaßig anzuschauen, auch wenn wir uns dabei aus den Augen verloren. Hammer auch, wie voll die Plätze mit Gastronomie waren. Die Auswahl erschlug uns förmlich und so entschieden wir uns für etwas, das aus der Masse sich abhob und man auch nicht alle Tage bekommt: Brasilianisch. Bei einer sehr netten und gerne plaudernden Gastgeberin. Lecker sowieso. Aber aus einer Mischung von Neugier und Verfressenheit kehrten wir bei einer kanadischen Kette ein. So sah es aus bei den Poutine Brothers, aber anscheinend ist es ein einzelnes Restaurant trotz des durchgestylten Auftritts, der irgendwie künstlich wirkt. Poutine, Pommes mit Soße und allem Möglichen drauf, hatte es uns schon neulich in Karlsruhe bei einen Streetfoodfestival angetan. Hier eher naja, vor allem nach dem leckeren Essen zuvor.

Dann die große Party mit Konzert am Rathausplatz. Auch hier reichlich Freßstände. Und wieder mal die Erkenntnis, wie toll die Franzosen so einen Tag feiern können. Jung und alt in allen Farben schwangen gemeinsam das Tanzbein. Doch irgendwann konnten wir durch die ganze Stadt hindurch das Hotelbett rufen hören…

Print Friendly, PDF & Email
  1. inklusive, kann man ja nicht verkommen lassen []
  2. 08:30 Uhr []
  3. wegen der Sicht []
  4. eh um 45° verdreht []

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.