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Pointe du Meinga

So hieß ein markanter Punkt der heutigen Wanderung. Einen Namen brauch das Kind ja…

Die Norweger1 kündigten ja für heute Pieselwetter mit nachmittäglicher Sintflut an. Wir planten dennoch eine Wanderung, was nicht zu bereuen war. So viel vorweg: Zwei mal hat es ganz kurz ganz wenig getröpfelt. Aber die Wetterprognose ordnet den Tagesablauf etwas ein.

Der Tag begann damit, daß ich passend zum üblichen Weckerklingeln umtriebig wurde. Annette hatte schon in den Urlaubsmodus geschaltet und war dadurch etwas grantig. Allerdings hatte sie in der Nacht auch wohl wieder unter der Hitze von innen und draußen gelitten. Die geschriebenen Mails fielen jedoch einem Absturz zum Opfer, aber die Tagesplanung gelangte zuverlässig auf die GPS-Geräte2, Kaffee fand den Weg in den Peter und alles war soweit gut. Das erste Richten des Rucksacks um Urlaub dauert ja auch immer etwas länger.

Wie wir schon gestern Abend gesehen hatten, befindet sich längs des Weges zur Wanderung ein Carrefour-Markt. Wurst hatten wir zwar schon eingeholt, aber Brot brauchten wir noch und Trinkwasser, da sich das hiesige Leitungswasser als schmeckbar gechlort erwies. Gut, das Brot gab es dann aus dem lokalen Spezialitätenladen Yann de Bretagne direkt neben dem Supermarkt, in den wir natürlich unsere Nasen stecken mussten. Fürs Wasser war der Carrefour dann ok. Geringfügig später als geplant ging es dann los. Aber ok, die Sonne geht in der Bretagne nicht nur eine Stunde später unter als in Frankreich3, sondern geht auch später auf.

Die Wanderung war dann irgendwo zwischen ganz ok4 und „so gut wie die beste Wanderung im letzten Bretagneurlaub“5. Es war halt dampfig und dunstig, wodurch die normalerweise möglichen Fernsichten ausfielen. So richtig fotogen war der graue Brei auch kaum. Wir wackelten jedenfalls wacker vom Parkplatz zum ersten Strand, diesen entlang, zu besagter Pointe du Meinga ohne Sicht zum Cap Frehel, weiter über einen Dünendamm zur Halbinsel Île Besnard. Aber da wird es hier noch einen Track geben… Dort gab es jedenfalls erst mal Mittagsvesper mit Blick auf die zwei vorgelagerten Brutinseln unter genauester Beobachtung. Zwei Silbermöwen dachten sich wohl, daß sie was abstauben könnten. Vorgetäuschte Würfe, bei denen das Brot aber in der Hand blieb, wurden sehr schnell durchschaut. Vor allem umkreisten die beiden uns immer wieder und nutzten jede Unaufmerksamkeit, um näher zu kommen. Ich sah schon die erste Möwe im Rucksack wühlen oder den Kopf von hinten zwischen uns durchstrecken, um vom hin- und hergereichten Brot und der Wurst was abzugreifen. Kam aber nicht. Dafür verabschiedete ich mich damit, daß ich eine leere Muschel vom Strand durch die Luft warf. Und siehe da, kaum flog wirklich was, stürzte der Vogel hinterher. Und bemerkte sehr schnell die Täuschung, was mit einem noch grimmigeren Blick untermalt wurde. Überhaupt taten die beiden immer wieder so, als würden sie irgendwas ungenießbares Essen. Steine, Muschelschalen und so. Wirkte wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, doch was Eßbares rüberwachsen zu lassen. Als würden sie mit einem Finger in den geöffneten Schnabel zeigen.

Jo mei, Wanderung beendet, zurück Richtung Unterkunft und erst mal ausgiebig die beiden Läden geplündert. So gab es dann in der Wohnung Galettes mit Schinken, Dauerwurst, Ei und z.T auch Käse. Salat davor und zu den käsefreien Galettes noch etwas Cidre. Kaffee hinterher und alles ist gut.

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  1. der etwas pessimistische, aber bisher recht zuverlässige Wetterdienst yr.no []
  2. zumo (Motorrad/Autonavi) für den Start der Wanderung, Oregon für den Verlauf derselbigen []
  3. lokale Redensart []
  4. meine Meinung []
  5. Annette []

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