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Rennes-Plancoet

Plancoët heißt der Ort korrekterweise, aber das Sonderzeichen passt nicht in den Titel und wir kamen zwei Mal an. Weil wir abends noch eine kleine Runde drehten.

Halbwegs planmäßig liefen wir in Rennes mit dem TGV ein. Kein Problem, wir hatten Zeit. Ankunft 12:25 Uhr, Öffnung Mietwagenbüro 13:00 Uhr. Doch genau, wo ist das eigentlich? Der Bahnhog von Rennes ist derzeit – wie wohl schon seit Jahren – eine riesige Baustelle. Wird sicher mal schick, derzeit ist er aber unübersichtlich. Zumal manche Hinweisschilder eher auf den künftigen als auf den derzeitigen Standort der Mietwagenschalter verweisen. Doch irgendwann standen wir dann vor der Baracke und ich flitzte noch mal los, während Annette das Gepäck bewachte. Ganz in der Nähe sollte ein kleiner Lebensmittelladen sein, der sonntags geöffnet sein sollte. Was stimmte, allerdings bestand sein Sortiment fast ausschließlich aus Bier, Wein, Energy&Softdrinks, Chips und Crackern. Nichts fürs potentielle Abendessen in der Ferienwohnung. Nachdem sich rausgestellt hatte, daß auch alle Supermärkte grob entlang des Weges spätestens um 13 Uhr schließen, war der abendliche Restaurantbesuch beschlossene, weil unvermeidbare Sache.

Mietwagenübergabe hätte flotter sein können, aber der Typ am Schalter wollte erst mal wieder alles verkaufen vom größeren Auto, über Tanken bis hin zu irgendwelchen Versicherungen. Nervt spätestens, wenn man zum zweiten Mal erklärt hat, daß alles bereits über das Buchungsportal geklärt ist. Pikant dann noch eher die Vorgehensweise, daß man im Büro unterschreiben soll, daß man den Wagen schadenfrei übernommen hat, ihn aber erst im nicht ganz benachbarten Parkhaus im 8. Stock zu sehen bekommt. Zumal dort dann auch noch eine Europcar-Mitarbeiterin rumlief, die durchaus den Wisch hätte entgegennehmen können, nachdem man ihn NACH Besichtigung des Wagens unterschrieben hat. Gut, unserer war dreckig und an den Schwellern stärker angegammelt, als die 9000km Laufleistung erwarten ließen, aber alles keine Unfallschäden, die auf einen zurückfallen könnten, so man sie nicht reklamiert. Schnell musste ich mich dann an den kleinen Aygo gewöhnen, denn 8 Etagen im Parkhaus runterkurven sind für mich in keinem Fahrzeug und mit keiner Fahrpraxis ein Vergnügen.

Raus aus Rennes, rauf auf die Piste und ab nach Plancoët. So richtig anhalten wollten wir unterwegs nicht, da gerade mal Annettes Koffer und Rucksack in das kleine Gepäckabteil passen und meine Sachen offensichtlich auf dem Rücksitz rumlagen. Geschätzte Ankunftszeit 14:45 Uhr, ausgemacht war zwischen 15 Uhr1 und 16 Uhr. Da zogen wir durch, auch wenn das durchquerte Dinan mit seiner imposanten Festung lockte. Passte auch, mein Einparkmanöver wurde von hinterm Vorhang her beobachtet und als wir auf die Unterkunft zugingen kam man uns schon entgegen. Eingecheckt, Gepäck ausgeladen und wieder ab auf die Piste. Die Empfehlung, wo man anstelle der sonntäglich geschlossenen Lokale vor Ort einkehren könnte, ignorierte eine von uns geflissentlich. Es sollte nach Dinard gehen. Strand und so.

Nach etwas Parkplatzsuche – das von mir geschmähte Parkhaus sollte sich beim Vorbeilaufen als kostenlos erweisen2 – landeten wir tatsächlich am Strand. Der dank Ebbe seeeehr breit war und so recht ins Wasser wollten wir eh nicht. Dafür studierten wir die Karten der noch ruhig dahindümpelnden Lokale und landeten eine Viertelstunde vor Servicebeginn bei unserem auserwählten Kandidaten. Wir durften uns gerne schon mal hinsetzen (damit wir nicht auf die Idee kämen, woanders einzukehren wohl), aber die Bedienung kam dann pünktlich um 19 Uhr. Lachstartar und Fischsuppe respektive als Vorspeise, zwei Mal Steinbutt(?)filet mit Reis und Gemüse sowie verlockende Desserts wurden per Menü geordert. Beim Fisch wurde es für mich dann gleich zwei Mal unangenehm. Ein Mal das schlechte Gewissen gegenüber denen, die sich Mühe geben, mich milchfrei zu verköstigen und ein Mal die Gewissheit, daß meine Hautprobleme mich nach dem Urlaub wieder mal 6-8 Wochen verfolgen werden. Ich tröste mich damit, daß das inzwischen nur einmal im Jahr ist und die milchfreie Ernährung im restlichen Jahr mir dort eine beschwerdefreie Zeit ermöglicht. Die Mühen sind also nicht vergebens. Jedenfalls schwamm der Fisch in zerlassener Butter und auch beim Mittagsvesper vom Bahnhofsbäcker im Zug war die Salami sicher nicht mit Magerine ins Baguette gepappt. Das geht so schnell, wenn man aushäusig isst und praktisch keine Alternativen hat.

Satt und zufrieden juckelten wir jedenfalls in unser vorübergehendes Zuhause zurück, duschten und fielen recht schnell ins Bett3. Irgendwie doch anstrengend und wir waren ja um halb sieben aufgestanden.

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  1. frühestmöglicher Termin []
  2. Parkscheinautomat drinne, übliches System hierzulande, mit drangeklebtem Zettel, daß es nix kostet. Sah auch ziemlich außer Betrieb aus []
  3. tatsächlich verfasst wurde der Beitrag am folgenden Tag []

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