Rennes-Strasbourg-Karlsruhe

Der Vormittag verlief unspektakulär. Gepäck entgültig verstaut, im Gepäckraum des Hotels abgegeben und ausgecheckt.

Dann noch ein wenig die Stadt erkundet. Gut, es gab schönes Fachwerk und Kirchen von außen, aber irgendwie touristisch. Und Markt. Jedenfalls haben wir dann doch (noch) mal ausgiebig Galettes verputzt. Annette fand eines mit ihren geliebten Jakobsmuscheln und ich hatte endlich mal ein Saucisse, die etwas üppigere lokale Version eines HotDogs. Bei einem HotDogstand gab es dann statt belegtem Baguette auch noch den Reiseproviant: Für Annette mit Merguez und bei mir vegan mit Tofuwürfeln und leckerer Obst/Gemüsekombination. Auf dem Markt trafen wir dann noch auf eine kleine karibische Garküche. Annette wollte schon lange mal kreolisch probieren, aber wir hatten schon gegessen. Aber nach einem angesetzten Likör zum Probieren lockten mich die Fischbällchen dann doch. Der Betreiber aus Haiti, ein stämmiger Koch und Gastgeber vor dem Herrn, ließ ein Extrabällchen draufpacken1 und plauderte noch radebrechend englisch mit Annette. Was zu lustigen Verwirrungen führte. Sie war gedanklich auf Hawaii, der bekanntermaßen größten Karibikinsel gleich nach Kuba und Hispaniola, auf welcher Haiti liegt. Und fing an, von polynesischen Sumotoris zu erzählen. Karibik, Pazifik, Hauptsache Wasser. Vorm Abholen des Gepäcks erholten wir uns noch ein wenig in der klimatisierten Lobby unseres Hotels.

Verwirrung auch am Bahnhof. Statt ins Untergeschoß, wo wir die Zugänge zu den Gleisen kannten, zog es Annette Schildern nach ins Obergeschoß. Als an der Anzeigetafel Gleis 4 ausgerufen wurde, war just die zugehörige Rolltreppe von einem Bauzaun umgeben. Also ab in den Fahrstuhl. Die lange Schlange beim Einchecken, sprich Fahrkartenkontrolle am Bahnsteig gehörte zum Glück zum Nachbargleis. Dann noch mal die gesamte Zuglänge entlang, weil wir am entgegengesetzten Ende rauskamen. Und irgendwie kamen uns von oben Leute entgegen… Aber kein Problem, wir hatten unseren Platz, das Gepäck auch schnell gut verstaut und richteten uns für die Fahrt ein. Vorteil dabei: Man muß nicht unbedingt wie beim Autofahren rausschauen. Weite Teile des Landes sind doch einfach nur Felder, Baumreihen, Felder. Größte Abwechslung: Die Pariser Vororte und daß die Strohballen mal rund, mal eckig waren. Aber zum Abschluß gab es noch wenigstens die Vogesen. Noch ein paar Meter Laufen im Strasbourger Bahnhof und Annettes Kreislauf schaltete im warmen Regionalzug wieder auf Standby. Rappelvoll erst mal nach Offenburg. Da kann man entgegen der Bahnauskunft auch umsteigen. Zwar mit Bahnsteigwechsel durchs Untergeschoß, aber immer noch deutlich bequemer als in Appenweiher. Und mit Schatten… Wieder ein voller Regionalzug, ein guter Straßenbahnanschluß ohne Hektik und ohne langes Warten und das Zuhause war in Sicht. Uff, der Rest hatte sich dann doch gezogen und ein langer Tag neigte sich dem Ende. Auspacken, erste Wäscheladung, Bett.

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  1. hier darf man sich die Ouzowerbung vorstellen: „Für meine GUTEN Freunde!“ []

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