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Runan-Josselin

Genaugenommen liegt die heutige Unterkunft in einem kleinen Ort nahe Josselin, aber das sind Details. Ich hatte schon abgeklärt, daß wir schon vor der üblichen Ankunftszeit unser Gepäck abwerfen dürfen und zudem versucht, unsere Route mit ein paar auf der Papierkarte als schön markierten Strecken aufzupeppen.

Tja, ein Blick ins Internet wäre auch hilfreich gewesen, war da am Anfang unserer Sommerurlaube in Frankreich noch dieses Schreckgespenst. Und just da, wo die Strecke etwas netter wurde, erwischte es uns. Klappstühle und Wohnmobile am Wegesrand, Absperrungen immer wieder mal an der Seite, Pfeile für die Streckenführung: Wir waren mitten auf der Strecke mit Tagesziel Mûr-de-Bretagne, wo wir durch wollten. Gut, es ging voran, wenn auch etwas zögerlicher, dafür um so witziger. Kann man auch mal gesehen haben, was die Franzosen da für einen Aufriss betreiben. Und es stand was von einer Sperrung ab 12 Uhr, da wollten wir schon am Ziel sein. An unserem, nicht dem Ziel der Etappe. Das war unerreichbar. Auch wenn die Strecke recht frei war, so war es doch etwas blauäugig, zu denken, man könne einfach durchs Ziel fahren und hintendran wäre die Strecke dann frei. Pustekuchen, auf dem letzten Kilometer dann doch Umleitung in Richtung Parkplätze, die sich langsam füllten. Langsam auch entsprechend der Verkehr Richtung Parkplätze. Man sortierte sich halt gemütlich. Irgendwann hatten wir das Zentrum des Geschehens passiert und die Strecke wurde Stück für Stück wieder freier. Eine Stunde später als geplant sollten wir Josselin erreichen, nach der Mittagszeit und mit einem Zwicken im leeren Bauch. Also raus beim nächsten Supermarkt, belegte Baguette abgegriffen und natürlich auch die sanitären Einrichtungen inspiziert. Der erste Teil wurde sofort weggefuttert, den Rest gab es dann im Garten der Unterkunft. Da klappte alles vorzüglich, auch wenn das Zimmer natürlich noch nicht fertig war. Dafür durften wir einen Blick in alle Zimmer werfen und zwischen zweien sogar wählen. Nicht nur wie so oft liebevoll, sondern sehr ideenreich, witzig und kinderfreundlich eingerichtet.

Das Schloß von Josselin erreichten wir pünktlich zur Öffnung um 14 Uhr. Führung in Englisch eine halbe Stunde später, ohne Führung geht es gar nicht in das noch immer von der Eigentümerfamilie bewohnte Gemäuer. Die war dann recht witzig, aber riesig ist die Bude nun auch wieder nicht. Darf man gar nicht erst mit Warwick Castle vergleichen wollen. Auch wenn die Familie wohl in Frankreich ähnlich wichtig war wie die Earls of Warwick in England. Dann noch mit den Kameras ein wenig durch die zugehörigen Gärten gezogen und wieder raus in den doch recht kleinen Ort. Wobei man da auch ordentlich Strecke laufen kann. Da bereitet man sich übrigens auf das Mittelalterfest vor, das alle zwei Jahre am 14. Juli stattfindet. Niedlich herausgeputzt, aber wohl auch recht touristisch. Am Platz vor der Kirche hatte ein Restaurant die Karte nicht nur auch auf Englisch, sondern bot auch Deutsch, Russisch und Spanisch an. Fotografierend drückten wir uns rum, überlegten uns schon mal, wo wir einkehren sollten und gönnten uns noch zwei Getränke in einem Cafe. Den guten Parkplatz, der sich noch weiter gefüllt hatte, wollten wir nicht aufgeben. Sonst hätten wir auch zum Supermarkt gekonnt.

Unten am Kanal fielen wir dann Punkt Öffnungszeit um 19 Uhr ein. Als zweite. Wie üblich war eine halbe Stunde später zumndest der Außenbereich voll. Annette hatte vorweg Buttermilch und knuspriges Galette, hinterher dann einen etwas trocken geratenen Fisch. Trotz aller Bemühungen meinerseits wurden die Miesmuschelvorräte des Landes nicht spürbar kleiner. Zurück in der Unterkunft fiel Annette noch in Straßenklamotten aufs Bett und war stundenlang weg. Ich bastelte noch an unserer Heimreise, kopierte Bilder und GPS-Daten und hau mich nach dem Duschen auch in die Falle.

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