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Saint-Malo

Saint-Malo, das alte Piratennest. Äh Entschultigung, Korsarennest. Den Unterschied darf man als Hausaufgabe selbst rausfinden. Wir wollten jedenfalls uns mal die tolla Altstadt ansehen. Kurz: Es war ein schöner Tag, auch wenn wir nicht die Mauern so richtig von außen angesehen haben, es sich rausstellte, daß die so hübsch hergerichteten Häuser wohl allesamt nach dem 2. Weltkrieg neu aufgebaut1 und der tolle Parkplatz in Innenstadtnähre mit dem Schnäppchen-Tagesticket in Wirklichkeit das Büro war, der Parkplatz war doch etwas weiter außerhalb. Was mich auf einen anderen Bezahlparkplatz führte, aber ich war ganz entspannt. Andere Geschichte.

Jedenfalls starteten wir wie üblich in den Tag. Früh, weil Ausschlafen seit dem zweiten Tag hier sowieso nicht mhr geht. Seltsam übrigens, weil hier ja die Sonne quasi eine Stunde später auf- und wieder untergeht. Wir also wieder auf der bewährten Umgehungsstrecke um die Baustelle gen Dinard, über die Brücke beim Gezeitenkraftwerk und rein nach Saint-Malo. Der französische Pendler macht übrigens keine Gefangenen, das hatten wir schon gestern erlebt. Weit über 100 Sachen bei inzwischen nur noch erlaubten 80 sind da keine Seltenheit. Heute gesellte sich noch eine Riesenherde Wohnmobile und Wohnanhänger dazu. Gerast wie die bekloppten, in die Lücken gestochen wie süditalienische Rollerfahrer, aber eben mit diesen Riesenkästen. Bekloppt. Ehrenrunde auf Parkplatzsuche, steht aber schon oben.

Irgendwie war es dann auch doch schon 11 Uhr, als wir die Stadtmauer durchschritten. Somit war das Sightseeing eher Nebenerscheinung beim Studieren der ausgehängten Speisekarten. Tourigegend, ganz klar, aber preislich nicht vollends abgehoben. Wir aßen sehr lecker, die Verständigung war optimal und überhaupt. Annette hatte als Vorspeise Carpaccio beim großen Menü, um hintendran den angeschmachteten Spieß mit Jakobsmuscheln zu haben. Ich testete vorneweg die Austern aus Cancale, die ja die besten sein sollen. Hinterher Miesmuscheln in Currysoße. Zu den Austern kann ich immer noch sagen, daß ich nicht verhungern würde, wenn es nur Austern gäbe, ich aber künftig dann doch lieber die Alternativen wähle. Im Gegenzug waren die Miesmuscheln superlecker, auf den Punkt gegart und die Currysoße war zum Reinsetzen. Gut, die Fritten hätte ich knuspriger genommen, aber das ist hierzulande wohl gängige Praxis. Nachtisch hatten wir beide keinen, da sollte es später noch einen Crepe geben. Wer jetzt denkt, in unserem Urlaub geht es nur ums Schlemmen, der liegt nicht völlig falsch.

Dann eben die Stadttour, zu einem guten Teil auch auf der Mauer. Annette sagt Beamtenstadt, mir kommt auch alles überkorrekt vor. Uns fehlen irgendwie die krummen und schiefen Bauten aus dem Mittelalter mit Fachwerk und so. Aber wie schon geschrieben klärte sich das auch. Witzig waren das Strandbad mit dem Sprungturm; überhaupt ist es irgendwie cool, durch dei Stadtmauer zu laufen und am Strand zu stehen. Möwen und sandbadende Spatzen, die sich dabei um die besten Badeplätze balgten, waren auch sehr fotogen. Während Annette ihr Näschen in alle möglichen Läden steckte, schaute ich den Franzosen bein Fußballkucken zu. Mit 2:0 kam ihre Nationalmannschaft dann ja noch ins Halbfinale der WM.

Das war dann auch das Stichwort. Weder die ab 8 Stunden rapide ansteigenden Parkgebühren noch einen eventuellen Autokorsostau wollten wir riskieren, sondern vorher weg. Gut, in den Bars gab es auch Crepes, aber man war abgelenkt. In den Restaurants stand zwar Personal rum, aber irgendwie war es vor Abendessen und somit servicetechnisch mittendrin. Wäre nicht das erste Mal, daß man uns brav hinsetzen ließ und dann erklärte, daß wir gerne was Trinken dürften, aber die Küche wäre aktuell kalt. Annette schlug dann eine Imbißbude vor der Stadtmauer vor. Klang am plausibelsten, weil sowas ja auch serviert, wenn offen ist. Nur das Essen im Stehen klappte bei Annette nicht so gut, genaugenommen schon das Laufen zu einer Parkbank: Das Caramel tropfte ihr über Oberteil und Kleidchen…

Aber der Rückweg war dann doch unspektakulär, getankt und Brot eingeholt. Und eigentlich verfahren, aber mangels Umleitungsschild rollten wir entspannd durch die frisch beendete Baustelle. Nach dem Abendessen ging dann auch das Packen los, morgen geht es zur nächsten Unterkunft.

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  1. sturer deutscher Stadtkommandant und hyperaktive alliierte Luftwaffe []

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