Juli 2019
M D M D F S S
« Jun   Aug »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Archive

Kategorien

Rest vom Urlaub

Ja, die Meldungen kommen sporadisch. Heute fuhren wir einen Tag früher als geplant zurück. Der Vermieter nahm es gelassen und das Geld nur für die tatsächlichen Übernachtungen. Uns hielt nichts mehr. Die Wanderungen waren eher Beschäftigungstherapie und der Tod eines Freundes mit ungewissem Bestattungstermin tat ein Übriges.

Also noch mal tageweise:

  • Montag, 22.07.2019 Malga die Montasio. Wieder eine Anfahrt wie am Mangart. Mit dem Motorrad wäre es ein Spaß, mit dem Auto ist es harte Arbeit. Immerhin, nur je ein Mal Gegenverkehr und just da war eine gute Ausweichstelle. Jeweils. Nur mal eben über die Almwiesen, aber irgendwo mussten die 700 Höhenmeter bis zum Joch ja herkommen. Mal wieder mit großer Kamera unterwegs schnaufte ich bös. Der Rythmus stimmte einfach nicht, just zur Zeit der größten Anstrengung musste mal wieder mein Körper gerade auf Fettverbrennung umstellen. Ab dem nächsten Tag sollte es zumindest ein kleines Frühstück geben! Für die Kamera schleppte ich das Makro für Blümchen und Bienchen mit sowie das Weitwinkel. Gab es nicht, dafür Murmeltiere in Scharen und am hellichten Mittag sogar Steinböcke recht nah. Toll, das Tele lag in der Unterkunft! Ansonsten war die Wanderung recht nett, wenn auch die Einkehr erst eine halbe Stunde vorm Parkplatz. Aber lecker wars. Auf dem Rückweg versorgten wir uns in Tarviso. Der Ort kann uns auch nicht recht begeistern. Generell ist auf der italienischen Seite der Hund begraben, während in Slowenien – Bovec, Kansjka Gora – der Bär abgeht. Abendessen wieder auf der Stube.
  • Dienstag, 23.07.2019 Cima Cacciatore. Bekannte Tour, aber der Tag begann spät. Am frühen morgen erreichte uns die Nachricht vom Tod eines Freundes verbunden mit einem langen Telefonat. Aber egal, die Tour ist abschätzbar. Wir waren sogar deutlich schneller. Ohne Stau am gesicherten Steig und ohne Fotoorgien waren wie knapp über 4 Stunden nachdem wir aus der Bergstation der Seilbahn gestolpert waren, wieder zurück. Nicht ganz an der Seilbahn, sondern bei der Einkehr. Aber dennoch eine Stunde schneller als beim letzten Mal. Chef Jure vom Rifugio Al Convento bewunderte beim Zahlen meine Louis-Mastercard mit Motorradmotiv und zeigte mit seine Valentino-Rossi-Devotionalienecke. Wir klönten noch über Louis in Österreich, dann ging es schon wieder mit der Bahn runter. Der Nachmittag war dann eher wieder still und im Zimmer. Gedrückte Stimmung und so.
  • Mittwoch, 24.07.2019 Monte Schenone. Eine weitere üble Wanderung. Der Wanderführer ist bekloppt. Die Zufahrtsstraße war im Kartenmaterial von Garmin schon als gesperrt markiert und noch mal schmaler und holpriger als Mangart und Montaschalm zusammen. Mit Gegenverkehr. Beim Startpunkt der Wanderung gab es entgegen der Beschreibung keinen Parkplatz, wir parkten irgendwo unterhalb am Wegesrand. Prompt führte uns die vermeintliche Abkürzung zum Start übel weglos durch den Wald. Schnauze voll schon am Anfang. Endlich auf dem Fahrweg angekommen knatterte dann lautstark auch noch ein Rudel Quads mit österreichischen Kennzeichen an uns vorbei. Als dann noch unklar war, ob der Weg wirklich der schwach erkennbare Trampelpfad durch die Wiese sein sollte, war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Da die Beisetzung wohl gut am Freitag sein konnte, beschlossen, wir, einen Tag früher abzureisen. Aber Tiefpunkt heißt ja auch, daß es danach wieder bergauf geht. Nicht nur wortwörtlich. Drei „Jungs“ in den 70ern mit Hund gingen die gleiche Tour und bestätigten, daß der Trampelpfad richtig sei. Nach Wiese und Wald wurde es sogar richtig nett. Auf dem Gipfel nach der Brotzeit zippte ich mir dann die Hosenbeine dran, damit mich auf dem Rückweg die Brennesseln nicht noch mal erwischen. Nett war es schon, man bekam auch ganz gut den Kopf frei. So frei es eben geht mit den Gedanken, die einem, speziell Annette, so verfolgen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch alle Besorgungen gemacht für die Rückfahrt. Montasch-Käse vom Genossenschaftsladen und so. „Mittag“essen in einer Pizzaria in Tarvisio. So kamen wir relativ spät am Predilpass bei der Unterkunft an. Bezahlung beim Vermieter mit kleinem Verhör. Man war gewillt, uns ohne Murren einen Tag früher gehen zu lassen, aber Details wusste man schon gerne. Ob Anteilnahme oder Skepsis war mir nicht klar. Die Slawen sind mir echt ein Rätsel.
  • Donnerstag, 25.07.2019 Rückfahrt. Jo mei, restliches Gepäck zusammen- und ins Auto geworfen, Zimmer wieder halbwegs auf Ursprungszustand zurückgebaut und abgehauen. Halbe Stunde vor Frühstückszeit, niemand ansprechbar. Aber wir hatten ja vereinbart, daß wir den Schlüssel einfach in der Zimmertür stecken lassen sollen. Ging anfangs recht flott. Einmal kurze Vollsperrung hinter Villach vor einem Tunnel wegen Geisterfahrer. Erschreckend perfekte Rettungsgasse, das sieht man in Deutschland so gut nicht. Entsprechend flott ballerten blau blinkende Polizeifahrzeuge durch. Anstrengend wurde es erst anb der deutschen Grenze. Erst Stau, weil die Bundepolizei in die langsam vorbeifahrenden Autos schauen wollte. Nein, keine Flüchtlinge unterm Reisegepäck! Kurz vor Rosenheim dann Mittagsrast in einem Gasthof neben der Autobahn1, recht nett. Weisse Lieferwagen mit mittagessenden Handwerkern wie in Frankreich gab es auch. Dann zog es sich. Wir waren ja auf einer deutschen Autobahn. Immer wieder zähfließender Verkehr auf der A8, fast eine Stunde Verzögerung bei Stuttgart, dann noch mal vor Pforzheim. Es summierte sich und wir wollten nur noch heim. Schlußendlich kamen wir dann auch an. Trotz Klimaanlage von der Hitze gezeichnet. Ausladen, Waschmaschiene einrichten, Baden, das Übliche halt. Jetzt geht es ab ins Bett. Zum Glück haben wir noch ein paar Tage, um uns vom Urlaub zu erholen.

Fazit: Anstrengend war es, aber auch voller toller Momente. Und Erlebnissen, die man im Moment des Erlebens hasste, man aber am Lagerfeuer von erzählen kann. Ich sage nur schmale Bergstraßen mit dem Auto…

Print Friendly, PDF & Email
  1. Christl’s Restaurant []

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>