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Zwischenstand von der Grenze

Nach dem letzten Tag in Cortina gingen wir an die Grenze. Nicht unsere, sondern die zwischen Italien und Slowenien. Dort liegt unsere aktuelle Unterkunft. Ich mache das Ganze mal im Stil des letzten Beitrags:

  • Donnerstag, 18.07. Verlegungsfahrt. An sich unspektakulär. Gefrühstückt, Gepäck an der Rezeption deponiert und im Supermarkt Vesper eingekauft. Annette ging zurück zum Hotel, ich habe vom kostenlosen Parkplatz das Auto geholt. Diesmal bin ich direkt am Hotel vorgefahren. Alles eingeladen und ab gings. Tankstop in der Prärie, um für 10€ teuren italienischen Sprit zu fassen. Ankunft in der neuen Unterkunftdann am frühen Nachmittag. Die Begeisterung ob der neuen Bleibe hielt sich in Grenzen, zumal die Gastwirtschaft unten drin nicht glücklich machen konnte. Schmeckte schwer nach aufgetauten Cevapcici aus der Pfanne1 und Mama Miraculi. Statt noch mal rumzugurken und zu tanken – würde eh zur angedachten nächsten Tour passen – haben wir uns mit dem Zimmer arrangiert. Also es umarrangiert und für uns halbwegs passend gemacht. Man kümmerte sich aber auch lieb um uns. Eine Kühlmöglichkeit war zugesagt und so bekamen wir eine Minibar vorbeigebracht.
  • Freitag, 19.07. Mal wieder Gewitterwarnung. Wir trauen uns nicht auf den nahen Mangart und machen stattdessen eine Blumenwanderung. Erst wollten wir ganz was anderes machen, stellten aber fest, daß der Sprit nicht reichen würde. Also Tanken in Bovec und da war die Wanderung dann sprichwörtlich naheliegend. Naja, Blumen waren nicht mehr viele da, dafür der Weg anstrengend und schlecht markiert. Was ich gar nicht leiden kann, sind Löcher und lose Steine, die sich unter über den Weg hängenden Pflanzen verstecken. Da verknackse ich gerne. Nett war dann der Nachmittag in Bovec. Wir hatten eine Empfehlung für ein Restaurant an der Tanke bekommen. Martinov hram hatte sogar am Nachmittag geöffnet2 und eine sehr leckere Forelle für Annette und gefüllte Calamari für mich. Und einen Gruß aus der Küche, der nicht abgelehnt werden konnte, dafür aber berechnet wurde. Wir verbuchten es unter „Pane e coperto“, Brot und Gedeck, wie es nebenan in Italien gängig ist. Und gaben das entsprechend reduzierte Trinkgeld. Zumal wir eine Vorspeise hatten: Annette hatte sich an einem Obststand ein gekühltes Stück Wassermelone geschnappt und für uns zerteilt.
  • Samstag, 20.07., Mangart. Endlich mal keine Gewitterwarnung. Dafür Samstag, wie uns bewusst werden wird. Wir kommen früh los, wir müssen ja auf kein Frühstück warten. Das gäbe es für 8,50€ pP, womit die Übernachtung hier gerade mal 18€ günstiger wäre als die Halbpension (für beide, pro Tag!) bei Elsa in Stern. Aber den Rangern am Mauthäuschen war auch klar, daß heute was gehen wird und sie waren früh genug für uns da. Und es war einiges schon los. Und ich fordere endgültig, daß ich da höchstens mit dem Motorrad, da aber gerne, noch mal hoch fahre. Wie gesagt, der Parkplatz unten3 war halb voll, oben war fast voll. Überhaupt ballern hier die Slawen4 gnadenlos überall mit Topspeed durch, während die „Westeuropäer“ sich halbwegs an Schilder halten und ein sozialverträgliches Tempo vorlegen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Jedenfalls war es ein fast endloser bunter Tatzelwurm, der sich den Mangart hoch- und wieder runterschlängelte. Runter mit spektakulären Wolkenfetzen. Aber insgesamt schön. Annette hat sich auch wacker geschlagen, war jedoch ihrer Grenze manchmal nahe. Und da es doch nicht so spät war, als wir wieder am Auto waren, steuerten wir gen Bovec. Ein Mal hingen wir an der Mangartstraße noch böse im Gegenverkehr. Der Slawe5 beharrte darauf, daß ich ausweiche, nur um dann festzustellen, daß hinter mit noch zwei weitere kommen. Wie die das dann untereinander geregelt haben, war mit nach der Erfahrung nahe am Abgrund leidlich egal. Im Martinoc hram gab es nach veritabler Wartezeit6 für Annette wieder die frittierte panierte Forelle, während ich mal ein schnödes Cevapcici goutierte. Ab zur Unterkunft und Pennen. Kein Wunder, daß wir immer so früh wach sind. Liegen wir doch kurz nach acht erschöpft im Bett und schlafen spätestens um neun.
  • Sonntag, 21.07. Erholung in Kransjka Gora. Eine kleine Wanderung sollte es werden, am sanften Hügel entlang auf halber Höhe mit Aussicht auf die Berge gegenüber, dann im Tal vermeintlich langweilig retour. Einkehr hoffentlich im altbekannten Hotelrestaurant Vitranc in Podkoren. Nundenn, die Wanderung war geringfügig anstrengender, dafür auf dem Rückweg auch interessanter als gedacht. Annette war am Ende der Reserven und forerte eine Riegelpause. In der Stadt gibt es genug Einkehrmöglichkeiten. Eine, etwas abseits, nennt sich Pri Martinu7 und war eine Empfehlung der Touristeninfo. War gut voll, nach kurzer Wartezeit bekamen wir einen Tisch. Kellnerinnen, die uns an unsere Omas zu ihren besten Zeiten erinnerten, huschten umher und versorgten die Gäste mit den Leckereien. Mal wieder Forelle für Annette, ich optierte für das grätenfreie Hacksteak. Meeresfrüchterisotto davor und Salat dabei wäre nicht nötig gewesen, um satt zu werden, klare Empfehlung. Wir lungerten dann noch was im sonntags geöffneten Supermarkt und Sportgeschäft rum, bevor es wieder zurück ging. Nicht vollends erschöpft, aber das Abendbrot nahmen wir wieder auf dem Zimmer ein.
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  1. Grill war angepriesen []
  2. schloß dann um 16:30, um bereits um 18:00 wieder zu öffnen. Seltsam. []
  3. vor der Sperrung mit der Warnung vor dem Bergsturz, „Weiterfahrt auf eigene Gefahr“ []
  4. Slowenen, Kroaten, Tschechen, Polen… []
  5. meinjanur []
  6. Wir haben nur einen Koch! []
  7. schon wieder ein Martin []

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