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Der Lärm ist in meinem Kopf

19. 09. 2019 06:35 Ortszeit

Kurz gesagt ist das mein aktuelles Problem. Seit halb vier Ortszeit, also mit halb fünf gewohnter Zeit und somit selbst dafür zu früh, bin ich wach. Es ist nicht die nervige Schnake, die bellende Hundemeute, die Gockel oder der Straßenverkehr vorm Hotel. Selbst wenn ich alles mit Ohrstöpseln weitgehend ausblende, wälze ich mich wach hin und her. Dann kann ich auch jetzt schreiben.

Dabei gibt es einiges Positives zu berichten. Ganz vorneweg unsere Ankunftszeit. Nach dem gestrigen Bericht folgte ja erst mal das Frühstück und in der Zeit vorm Mittagessen daddelte ich mit dem GPS. Daher die bereits erwähnte Unklarheit mit der Uhrzeit. Welche ich an der Rezeption klärte: Bordzeit ist MESZ. Und wir würden um 15:30, also Ortszeit 14:30 ankommen. Wow, deutlich vor den gedachten 17:00!

Vom Schiff kamen wir auch recht problemlos. Auch wenn recht früh die Kabinen schon geräumt werden sollten und wir im zugewiesenen Wartebereich Pianobar dann schon ein wenig in den Motorradklamotten dampften.

Kaum auf festem Boden dürften wir unsere Pässe vorzeigen. Schneller als an einer französischen Mautstelle. Zoll war etwas länger, aber nur etwas. Gruppenreise würde die Schlange1 auf eine Art Parkplatz gelöst, wo dann doch ein Auto nach dem Anderen mehr oder weniger genau betrachtet wurde. Ich durfte meinen linken Koffer öffnen, nachdem ich zu lange gebraucht hätte, die französische Frage, was drin wäre, zu verstehen und zufriedenstellend zu beantworten. Mit schlagartig sinkender Motivation stocherte der Zöllner in der obersten Lage Motorradkrempel rum und winkte weiter.

Direkt an der Ausfahrt vom Hafengelände noch ein letzter Check. Hier wollte man die temporäre Zulassung, die wir auf der Fähre bekommen hatten, noch sehen. Mit der Frage, nicht der Prüfung anhand des Passes, ob man der wäre, der als Halter eingetragen ist, war alles erledigt. Gefühlte halbe Stunde, müsste mal in den GPS-Aufzeichnungen nachsehen.

Direkt nach der Ausfahrt dann ein kleiner Parkplatz mit einer Art Ladenzeile. Alles Bankfilialen mit Geldautomat an der Fassade. Passt. Sollte aber um eine Telecom-Filiale ergänzt werden. Der Typ auf dem Parkplatz, der SIM-Karten verkaufen wollte, war uns zu windig und würde auch bald von der Polizei verscheucht.

Und schon machten mir uns daran, die hiesige Infrastruktur zu sabotieren. Mautstelle an der Autobahn, vier Spuren, zwei offen. Wir hintereinander weg auf der selben Spur. Zu nah hintereinander. Die Schränke ging nicht runter und somit kam keine neues Einfahrticket. Die restlichen drei mogelten sich auf die andere Spur. Entsprechend vorgewarnt klappte alles. Nur die andere Spur konnten nicht nur wir durch diverse Knopfdrücke nicht zur Weiterarbeit motivieren. Nach den Tagen auf der Fähre endlich mal wieder fahren war toll, die Landschaft zwar karg, aber schön. Zumal wohl etliche Getreidefelder abgerntet waren, was trister wirkte als die Gegend wohl tatsächlich ist.

Kleiner Kulturschock bei der Ausfahrt: Kein Automat und Karte, sondern freundlicher Mensch und Bargeld lachen. Letzteres war zum Glück griffbereit. So waren wir dann ultrafrüh am Hotel und überlegten, ob wir nicht lieber einen Teil der morgigen Etappe schon fahren wollen.

Das Problem: Offline sieht man bei Booking nicht wirklich die Stornoregeln, erst wenn man stornieren will. Ohne Internet aber nicht möglich. Die freundliche Rezeptionistin fragte erst traurig, warum man stornieren wolle und dann, daß das nur bis zu 24h vorher gegangen wäre. Aha, Inshallah, dann ist es so und wir bleiben doch hier. Kaum hatten wir eingecheckt, gezahlt und das WLAN-Passwort des Hotels sah ich, daß wir noch über zwei Stunden Zeit gehabt hätten für einen kostenlosen Storno über Booking. Na Danke. Aber die Suite für 5 ist schon prächtig. Im Hotel wimmelt es von Koreaner, die unseren Verdacht bestätigten, daß sie wegen den benachbarten Autowerks hier wären.

Zu dritt und zu Fuß suchten wir noch nach einem Weg in den Ort. Irgendwie traurig. Kakteen, die wie verschimmelt aussehen, Müll, aber freundliche und frohe Menschen. Im Büdchen Wasser und ein paar Kleinigkeiten gekauft, beim Bäcker noch etwas Süßkram und zuvor hatten wir in der LKW-Fahrerkneipe gegenüber vom Hotel noch geklärt, daß die Küche bis acht offen wäre.

Um sieben wären wir dort, aber es gab nur noch Tajine-Suppe. Tajine nur mittags. Ah, okay. War aber mit etwas Brot ausreichend und lecker. Die Bude war wegen einem Fußballspiel im Fernsehen voll, aber so wurden wirin Ruhe gelassen. Hartgekochte Eier gingen übrigens massenweise raus wie Erdnußschälchen in einer Sportsbar. Und der Minztee war auch lecker.

Abschließend auf unserem Balkon noch die Backwaren vertilgt und die Route für morgen noch etwas abgeändert. Eingeschlafen bin ich recht schnell kurz nach elf Ortszeit, aber seit mich um halb vier die Blase geweckt hatte, gab es keinen Schlaf mehr. Geht es halt heute abend früh ins Bett.

Geplant ist, bis Ouazzane zu fahren, mit Zwischenstopp in Chefchaouen für Besichtigung und ein ordentliches Mittagessen. Unser jüngster und ich wollen je nach Zeit und Laune auf dem letzten Stück statt der Nationalstraße die Piste über Zoumi nehmen.

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  1. es gab mehrere parallel []

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