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Imilchil

Imilchil, 27.09.2019 18:56 Uhr Ortszeit

Da habe ich doch mal abends schon etwas Zeit zum Bloggen. War eigentlich ein ganz angenehmer und doch ausgefüllter Tag heute. Die heute morgen angedeutete Offroadtour hatte ich ja dann doch sein gelassen. Dazu am Ende mehr.

Am Morgen fiel dann doch die Entscheidung. Wenn man genug schöne Sachen sieht, muß man sich nicht ins Ungewisse stürzen, nur um eventuell nichts zu verpassen. Oder, wie ein anderer Gedanke war: Die Kapelle unten am Königssee sieht auch hübsch aus, ohne daß man gleich den Watzmann dafür besteigen muß.

So fuhr ich mit den Nachbarn gemütlich los, die Todra-Schlucht hoch. Den ersten Teil kannte ich schon und hatte so die Gelegenheit für Fotostops, um sie auch mal von vorne aufzunehmen. Ich fühle mich ja auch ein wenig als Dokumentar ihres Urlaubs.

Die Fahrt durch die Schlucht und weiter nordwärts durch die Berge war einfach fantastisch. Immer wieder neue Ausblicke, weite einsame Hochtäler, belebte Flußoasen, es gab viel zu sehen. Vieles, das sich leider auf Bildern und Videos nicht würdigen lässt. Gelungene Bilder mögen Appetithappen sein, aber sie werden der Realität nicht gerecht.

Da es auch nur 130km heute werden sollte, gab es keine richtige Pause. Und wie so oft war unsere Ankunft in Imilchil ein kleiner Schreck. Man fährt noch über eine fast einsame Straße und nach zwei oder drei Kurven ist man plötzlich in der wuseligen Ladenzeile des Ortes. Heute mit ein wenig Kulturschock dabei: Die Schlachter des Ortes hatten gerade frische Ware. Da hingen dann die abzogenen Schafe am Stück samt Kopf, ein blutiger Rinderkopf mit untendran gebundenen Hufen wohl als Gegenstück zu der bei uns zur Schau gestellten Schweinsblase beim Schlachtfest und so weiter. Irgendwo Sollen auch die geflochtenen Därme gehangen haben. Ohne Kühlung, dafür aber mit Fliegen.

Wobei es hier auf etwas über 2000m Höhe fast schon frisch ist. Zuletzt zeigte das Thermometer 22°C, als wir vom See zurückkamen. Vom See? Nach einer kurzen Snackpause waren wir noch mit leichtem Gepäck zu zwei Bergseen aufgebrochen. Einer direkt an der Straße, die dank mehrerer Baustellen auch eher als Piste bezeichnet werden muß und ca. 10km Schotterpiste. Diese aber top in Schuß, fast weniger Schlaglöcher als eine deutsche Kreisstraße.

Auf dem Rückweg noch schnell getankt, Ölstand kontrolliert nach der Rückkehr, geduscht, Akkus geladen, geplaudert, Reisekostenabrechnung gemacht und von der Terrasse der Unterkunft aus der Sonne beim Untergehen zugesehen. Auf der Straße wird es deutlich ruhiger, ist wohl bald das Hauptgebet. Freitag, der gehört Allah.

Ach ja, zum Abenteuer: Die andere Piste entpuppte sich wohl als ähnliche Schotterautobahn wie der Weg zum See. Zwei Pässe mit über 3000m bzw. über 2900m mit einem Viertausender in Sichtweite. Naja…

Morgen wird auch eher unspektakulär, man muß sich keine Sorgen machen. Durch unschwieriges Gemüse geht es in die Gegend von Beni Mellal, wo wir uns wieder alle treffen wollen.

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