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Schweiz? Flach!

So ähnlich äußerte sich schon Obelix. Der hatte die meiste Zeit gepennt, wenn ich mich recht erinnere. Wir sind im Expressmodus durch die Schweiz, auf dem vignettierten Pfad. Und der führt gerne mal unter der Erde durch, am Gotthard dann auch mal 17km am Stück.

Doch zurück auf Anfang.

Start verlief gut. Recht pünktlich waren waren wir in der Tiefgarage versammelt. Koffer hatte ich schon am Samstag aufgerödelt, blieben nur Packrolle und Tankrucksack. Tankstop gleich am Start, die Nachbarn wollten dort eh Brötchen kaufen. Dank des Erkältungstees zum Frühstück sollte der erste Boxenstopp bald sein. Ich glaubte nicht, daß ich es bis zur geplanten Frühstückseinkehr im Autohof bei Bremgarten schaffen würde. Doch dann fuhren wir sogar versehentlich an der Ausfahrt vorbei und weiter bis Weil am Rhein. In einem Rutsch, ein guter Anfang. Gleich mal ein Viertel der Strecke abgehakt. Tee raus, Kaffee rein in den Körper. Gleich noch getankt und somit die Boxenstoppstrategie direkt aus dem Tritt gebracht. Den nächsten geplanten ließen wir dann natürlich aus. Etwas Stau bei Luzern, Tankstopp und dann separate Pullerpause. Der Schweizer hat inzwischen auch ein System mit Eintritt fürs WC, der nur im Restaurant, nicht im Shop verrechnet wird. Vorm Gotthard noch mal etwas Stau, daß der Zufluß durch Ampeln im Vorfeld geregelt wird. Damit es eben keinen Stau im Tunnel gibt. Das waren dann die 17km, aber auch davor ging es häufig durch den Keller. Spitzentemperatur im Gotthardtunnel dann 37,3°. Zum Glück hatten wir da die beim Start bitter nötigen Regenjacken über den luftigen Motorradjacken schon abgelegt. Denn wärmer wurde es immer mehr, auch wenn das Wetter eher diesig war. Kurz vor Italien nochmal ein Tankstopp, wobei die Schweizer zumindest an der Autobahn inzwischen eher italienische Preise nehmen. Lohnt kaum.

Dafür kann Italien mautmäßig locker mithalten. Streckenmaut, die in der Summe bald an die Schweizer Jahresvignette ran kommt. Quer durch die Po-Ebende an Mailand vorbei. Kurz vor der Unterkunft wurde es wieder bergig und kurvig. Kurz vor der Abfahrt noch mal vollgetankt, war direkt an der Bahn die billigste Tanke seit Deutschland. Im Ort unterhalb der Unterkunft noch mal eingekauft, hauptsächlich Wasser für die Fährfahrt.

Das letzte Stück zur Unterkunft bestand hauptsächlich aus den beiden Fragen „Was, das kleine Gässchen müssen wir hochfahren?“ und „Was, den Schotterweg mit Serpentinen sollen wir runterfahren?“

Die Zimmer erwiesen sich dann als relativ simpel. Agritourismo halt und günstig. Viel Dachschräge, wenig Kopffreiheit. Aber die Dusche funktionierte und konnte zusammen mit reichlich Cola wieder ein paar Lebensgeister wecken. Der restliche Körper hatte die rund 650km gut weggesteckt, aber im Kopf feierte die Erkältung Triumphe. Nase zu, Nebenhöhlen zu, Ohren zu…

Also ab zum Abendessen. Wir hatten nur unseren Gastgeber gesehen und wussten nicht genau, was uns erwarten sollte. 25€ pro Person war die Ansage für ein mehrgängiges Essen. Naja, immerhin vor Ort, das war der Entscheidungsgrund. Brot stand am Tisch, Wasser und eine Karaffe Wein auch. Dann kam ein freudenstrahlend servierter Teller mit Salami, Kochschinken und Speck. Lecker, ja und sollte ja nur Antipasti sein. Denkste. Es folgten noch Eier mit Cocktailsoße und irgendeine Art Kuchen mit Zucchinifüllung.

Dann Pasta. Leckerste Tagliatelle, auf den Punkt gekocht mit toller Soße. Zum Reinsetzen. Einen kleinen Rest wollten wir übrig lassen, aber das wurde nicht akzeptiert. Zum Schweinebraten wurde uns gesagt, daß es so schnell keinen Nachschlag geben würde, denn der grunzt quasi noch hinterm Haus. Aber ob wir Kaninchen mögen würden. Gut, ich habe eh fast nur Salat gegessen und war eigentlich satt, die Nachbarn goutierten aber das Karnickel und befanden auch dieses sehr gut. Drei Stückchen Linzertorte folgten noch, Limoncello aus einer Flasche ohne Etikett1 und erst beim Kaffee konnten wir erfolgreich abwinken. Das Finanzielle noch geregelt für eine schnelle Abreise morgen früh, ein wenig telefoniert und ab in die Heia.


 

 

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  1. also hausgemacht, und sei es im Nachbarhaus []

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