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Auf halbem Wege

Grob gesehen trafen Annette und ich uns da. Luzern und Arbeit ist das Stichwort, aber erst morgen.

(Hinweis: Dieser Text wurde erst über einen Monat später fertiggestellt)

Weiter geht es ja erst mal mit dem zweiten Tag auf See. Barcelona kam und ging1 unspektakulär. Interessant höchstens, daß wir schon deutlich näher an den geplanten Zeiten waren als noch bei unserer Abfahrt. Wie wir mittlerweile rausbekommen hatten, hielt der Zoll die Fuhre noch bis halb fünf auf. Und so war die geschätzte Ankunftszeit eines der Hauptthemen der weiteren Reise. An der Rezeption wurde auf Anfrage immer die geplante Zeit genannt. Am Samstagmorgen war dann klar, daß die das ernst meinten: Wir kamen mehr als pünktlich an!

Der italienische Zoll war noch nicht ganz wach. Wie auf der Hinfahrt rückten wir aufs Startsignal vom Bereitstellungsraum Pianobar2 ins Parkdeck vor. Vorbei an den Entgegenkommenden, die auf einem anderen Deck parkten, aber einfach schonmal losgelaufen waren, als was von Abfahrt angesagt wurde. Raus aus dem Pott und gleich weiter. Anhalten und Boden knutschen wie der Polenpapst entfiel, auch wenn die Vorstellung im Vorfeld noch witzig war. Erstes Häuschen, kleine Schlange, Passkontrolle. Und wieder frage ich mich, ob der Typ im Motorradhelm genug Ähnlichkeit mit dem Passbild hat, daß man ihn so schnell durchwinkt. Hatte er wohl. Bei der Fahrzeugkontrolle staute es sich dann schon mehr. Pragmatisch wurden aber die Motorräder auf den Fußgängerstreifen und an der Kontrolle vorbei gewunken. Fein. Noch ein wenig über die Autoachterbahn in die Berge und schon standen wir, einige Autos von der Fähre wiedererkennend, auf dem Parkplatz er ersten Raststätte. Unser junger Mitreisender wollte dann doch gleich weiter und verabschiedete sich, die Nachbarn und ich frühstückten. Und mit einem Croissant mit Pistaziencremefüllung beging ich meine letzte Urlaubssünde. Kurz daheim bescheid gegeben, die Regeln der Verabschiedung3 vereinbart und ab wieder auf die Autostrada. Langweilig an Mailand vorbei, aber zum Glück alles staufrei. Abzweigen zum Autobahnraststätte zwecks Pullern und Abschalten der mobilen Daten klappten nicht so ganz und schwuppdiwupp waren wir in Chiasso. Da wollte ich zum Aldi eh runter von der Bahn, konnte gleich nach der Ausfahrt anhalten und den Datenempfang noch kappen, bevor das Telefon sich in schweizer Netz einbuchte. Sorgen hat man heutzutage ((sollten dann rund 1,50€ Roamingkosten sein. SMS, angerufen werden und irgendwie einmal täglich doch ins Datennetz einbuchen trotz abgeschalteter Mobildaten. Tankstelle mit Toilette, prima. Aldi lief auch gut, wobei man in der Schweiz beim Verkauf einer SIM-Karte pingeliger ist, als ich es von Deutschland her kenne. Grund für die Eile war, daß die Schweizer wohl bis zu 72 Stunden brauchen, um eine Karte freizuschalten.

Bis zum Gotthard mit vollem Tank dann fast ereignislos bis auf die gute Stunde Stau bei der Einfahrt. Im Gotthardtunnel wieder brühwarm, weswegen ich auf die Regensachen verzichtet hatte. Am Tunnelausgang dann Platzregen, danke schön. Bis zum ersten Parkplatz zog es sich etwas, aber gefühlt die Hälfte der Strecke war eh wieder mit Dach. Dort herrschet große Aufregung. Ein LKW stand direkt am Ende des Parkplatzes vorm Klohäuschen und damit im Weg. Spätestens, als ein anderer LKW durch wollte, stecken blieb und so endgültig alles blockierte. Ichhatte fast den Eindruck, die anderen Fahrer hätten die beiden, insbesondere den Falschparker, am liebsten aus dem Laster gezogen und verprügelt, während einer von ihnen ohne Rücksicht aufs Material umparkt. Zumindest schauten die beiden so, als würden sie das befürchten.

Und so stand ich dann alsbald am frühen Nachmittag vor der Ferienwohnung, die die Firma schon seit Montag gemietet hatte. Keine Reaktion aufs Klingeln. Kein WLAN-Passwort, kein Internet, kein Whatsapp. Oben sollte die Wohnung sein, unten der Vermieter wohnen. Unten war durchs Fenster aber auch niemand zu sehen. Anruf beim Vermieter, aber nur der Anrufbeantworter reagierte. Nach einer halben Stunde stellte ich fest, daß es noch einen Keller mit Zugang von außen gibt. Da mümmelte der Vermieter, zeigte mir dann aber sofort die Wohnung. Die Tür war übrigens nicht abgesperrt, das WLAN-Passwort lag auf dem Tisch und die vermeintliche leere Vermieterwohnung gehörte zur gemieteten. Wobei sich mehr und mehr rausstellen sollte, daß das wohl die Wohnung des Vermieters war und er sich nur in den Keller verkriecht, wenn er die Bude mal vermietet bekommt.

Annette kam noch während der Einweisung an und bekam gleich auch noch mal alles erklärt. Vorräte hatte sie mit, aber wir durften auch zwei Portionen haben, die der Vermieter extra mehr gekocht hatte. Im Gegenzug bzw. eher, weil es uns anekelte, putzten wir auch einen der beiden Kühlschränke und ein wenig die Küche. Raus brauchten wir nicht mehr, dafür richtetn wir uns den Umständen entsprechend wohnlich ein.

Heute am Sonntag dann ein Ausflug nach Luzern. War nett, so mit See, Altstadt, Rummel und allem. Abends kamen dann die drei Kolleginnen an, die die Woche noch mitarbeiten werden. Auch mit Vorräten, es wurde lecker gekocht und auch noch ein wenig unleckeres geputzt, das wir gestern nicht auch noch machen wollten. Wird ne lustige Woche, denke ich.

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  1. nach unserer Perspektive, natürlich kamen wir nach Barcelona und fuhren weiter []
  2. hier ohne Piano []
  3. „Wenn ich weg bin, bin ich weg“ []

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