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Marokkanische Kuriositäten: “Hasse mal nen Dirham?”

Ein Dauerbrenner. Schuljungs vor allem kamen immer wieder an und nuschelten einen Satz, der mit Dirham endete. Die Absicht war klar und führte zu unserer gemutmaßten Übersetzung, die den Titel des Artikels ergibt. Mädchen waren da deutlich zurückhaltender. Nicht scheuer, auch in jungen Jahren ist die marokkanische Frau für ein islamisches Land überraschend selbstbewusst. Nur ging es denen eher um ein scheues Hallo oder den Versuch, etwas zu plaudern. Unsere Mitreisende war da wohl auch ein Türöffner. Eine Frau(!) aus der Fremde, die ein großes1 Motorrad bändigt und durchs Land reist, das ist schon was! Bonbons wurden dann aber gerne abgestaubt. Und ich hatte da einiges eingepackt. Die Jungs nahmen sie auch, hätten aber sichtlich Bares bevorzugt. Doch es gibt einen Hintergrund.

Nach unseren Erkenntnissen setzt der König so sehr auf Bildung, daß den Müttern (!) ein Schulgeld gezahlt wird, wenn die Kinder die Schule tatsächlich besuchen. Und schon entfällt das Argument, daß die Kinder mitarbeiten müssen, um das Familieneinkommen zu erwirtschaften. Den Jungs unterstelle ich, daß sie sich gerne mal auf ein Leben im Teehaus und beim Touristen anlabern vorbereiten würden. Wenn da der eine oder andere Fremde die Brieftasche aufmacht und am Ende des Tages mehr Barmittel bei rumkommen, als das Schulgeld einbringt, dann ist die falsche Lektion schnell gelernt: Bettel ist einträglicher als Bildung. Das wollten wir nicht bewirken, deshalb waren die Bonbons an Bord und es gab nie Bares.

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  1. für die Landesverhältnisse []

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