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Lago di San Grato

Vorneweg: Nach all den Tagen, auch zuletzt hier in der Bruthitze, konnten wir mal die mitgeschleiften Regensachen verwenden.

Die Wanderung zum See war ein Tip unserer herzigen Gastgeberin im sehr empfehlenswerten Maison de la Montagne in Arvier. So gab es erst eine gute dreiviertel Stunde feines Serpentinenschlenkern und Kurvenwedeln das Val Grisenche hoch bis zur Abzweigung einer gesperrten1 Almstraße. Dort sollte ein Parkplatz sein, der war jedoch nicht markiert, dafür schon teilweise genutzt. Also die Kanten am Wegesrand abgestellt und bei abklingendem Regen – ja, es war die letzten Kilometer feucht – das Bike-to-Hike-Ritual noch einmal durchgeführt: Haix-Stiefel öffnen, jeweils einen Schuh ausziehen und das Bein der Motorradhose abstreifen, wieder in den Stiefel schlüpfen und auf der anderen Seite wiederholen. Ergebnis: Der Peter steht in der unter der Motorradhose getragenen Wanderhose da. Inzwischen bin ich mit der Schnellschnürung der Stiefel auch wirklich schnell.

Sicherheitshalber gingen aber Regenhose und Regenjacke mit auf die Wanderung. Die war größtenteils, speziell am Anfang, anspruchslos. Fahrweg. Später gab es ein paar Schlüsselstellen im Schnee und Geröll und fiese Anstiege, aber nix Schlimmes. Dafür um so schöner: Murmeltiere. Wir waren alleine unterwegs oder, wie wir später am Gegenverkehr feststellten, so ziemlich die ersten des Tages. Weshalb die moppligen Nager noch recht unbekümmert nahe am Weg rummümmelten. Doch es gab dann auch diverse Warnungen und da wurden die Sichtungen seltener. Aber schön wars.

Kurz vorm See gab es dann noch eine kleine Kapelle2, die wie eine kleine Schutzhütte aussah. Lediglich ein Bildstock erinnerte an einen weißhaarigen3 Bergfreund, der zu Lebzeiten dort wohl oft saß. Irgendwie passend zu einem anderen Weißhaarigen, dessen letzten Weg wir heute nicht begleiten konnten und der den ganzen Tag in Gedanken mit uns war.

Im See selbst schwamm nicht wie vorgeschwärmt noch ein Schneeberg, so wie am Lago die Pietra Rossa, aber schön war es dennoch. Der zwischenzeitliche Schauer, der uns tatsächlich mal in die Regensachen gescheucht hatte, war vergessen. Doch just dann füllte es sich zusehends. Gipfelrast gibt es ja dank üppigem Frühstück nicht, es zog wie Hechtsuppe und die Bilder waren gemacht: Also ab runter.

Bei immer wieder kurz ansetzenden leichten Schauern gab ich den dick vermummten Italienern4 den Norweger in meinen kurzen Hosen und dem T-Shirt. War doch aber auch ok, lediglich das Schlauchtuch musste wegen dem Wind über die Ohren.

Auf dem Rückweg – im Tal waren es schon wieder über 30°C bei Sonnenschein – gab es noch einen Schlenker Richtung Aosta zwecks Einkauf. Denn unsere liebgewonnene Osteria hat heute geschlossen, das Schickimicki-Restaurant wollte ich nicht mehr besuchen und zum Essen fahren wollten wir auch nicht. Lecker Brotzeit am Abend war aber auch bestens. Und irgendwie ist schon wieder das meiste gepackt. Modulares Packen hat was für sich.

Morgen müssen wir dann wohl wasserfest unterwegs sein. Am Kleinen St. Bernhard kann es schon regnen und bei unserer Ankunft in La Clusaz wird es höchstwahrscheinlich pissen. Schade, aber dann entspannen wir ein wenig im großen Zimmer und ich kann vielleicht hier schon wieder was nachliefern.

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  1. für alle außer dem Almöhi []
  2. laut OSM []
  3. Don Bianco… []
  4. und laut Autokennzeichen Briten und Dänen []

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