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Assietta

16.07.2020 22:00

Colle Assietta ist sowas wie der zentrale Punkt, das ganze wird auch Assietta-Kammstraße (AKS) genannt und ist eine alte Militärstraße, die inzwischen als unbefestigte, aber recht gut erhaltene Piste beliebt ist. Beliebt genug, daß in der Zeit der Sommerferien an mehreren Wochentagen die Strecke gesperrt ist.

Einstieg ist der Colle delle Finestre, der im oberen Teil auch unbefestigt ist, was ich vergessen hatte. Wohl auch der Holländer im SUV, der wohl feststellte, daß es halt doch kein Geländewagen ist und er weniger Fahrpraxis hat als ich. Was ihn nicht davon abhielt, staubend und dieselnd die komplette Wegbreite für sich zu beanspruchen. Da sollten ganz andere Fahrzeuge später noch kooperativer sein. Nicht nur E-Klassen, sondern auch regelrechte Expeditionsmobile.

Wobei mir gerade einfällt, daß an der Einfahrt zur eigentlichen AKS ein Schild steht, das eine Maximalbreite von 2m erlaubt. Und da weiß man aus diversen Autobahnbaustellendiskussionen, daß es da für so manchen PKW eng wird. Wie da diese Geländewohnmobile im wahrsten Wortsinne reinpassen, weiß ich nicht. Aber egal, nach der Abfahrt auf der befestigten Südrampe des Finestre begann als Abzweigung die eigentliche AKS. An die 30km/h Höchstgeschwindigkeit hielten sich längst nicht alle und ich ließ sie ziehen, so wie auch alle Zweispurigen Platz machten, sobald wir auf sie aufliefen. Geht doch, ist schön.

Schön waren auch die Aussichten und auch hier lauerte wie am Iseran ein Photograph auf Beute. Anstrengend war es, aber die positive Art von Anstrengung. Wo man sich hinterher über das Geleistete freut. Am namensgebenden Colle die Assietta gab es einen kleinen Fotostop und Smalltalk mit einem Schweizer. Der trug eine Leihjacke wie nur Louis sie ausgibt und sein Motorrad eine Züricher Nummer. Da konnte ich mir nicht verkneifen, ihn in der Walliseller Filiale Grüße ausrichten zu lassen.

Die viel erwähnte Baustelle am Abstieg nach Süden hin scheint es nicht mehr zu geben, aber um den langen Weg im Tal um den Gebirgszug herum zu vermeiden fuhren wir wie geplant nordwärts durchs Skigebiet. Auch gut machbar und die Gastronomie war auch zu vorgerückter Mittagsstunde noch bereit für Gäste. Ich parkte dann auch prompt in einer Gruppe Enduros direkt im Blickfeld des Außenbereichs.

Entgegen meiner Befürchtungen hatte ich doch keinen zugeparkt, als die Jungs aus Frankreich aufbrachen. Wahr wurde jedoch die Ahnung, daß so eine Skibutze nicht die billigste sein wird. Das Essen auf der Karte war akzeptabel bepreist, Getränke bestellten wir auf Verdacht. Was die genau kosteten, bleibt ebenso wie die Höhe des in Italien üblichen “Brot und Gedecks”1 im Dunkeln. Die Rechnung bestand nur aus dem einen Posten “Divers” in einer Höhe, der noch vertretbar war. Da hatte man wohl den Logenparkplatz eingepreist oder es ist ein Steuersenkungsmodell. Egal. Rückfahrt.

Die hatte es vom Start weg in sich. Beim Wenden vom Parkplatz runter über eine Art Feldweg kippte mir erst mal die KTM um. Dann drängelte ein Rettungswagen – ohne aktives Blauchlicht! – dermaßen, daß ich ihn durchwinkte. Prompt bedankte der sich mit dem Versuch, in einer engen, abschüssigen Gasse sich an einem abgestellten Postlieferwagen durchdrücken zu wollen. Es blieb beim Versuch, die Gasse war zu schmal und der Rettungswagen setzte mit Schmackes zurück, bis mein Gehupe ihm Millimeter vorm Vorderrad Einhalt gebot. Ich schrieb schon, daß die Gasse abschüssig ist?

Mit Hilfe des nachfolgenden Autofahrers bugsierten wir das Motorrad rückwärts und die beiden großen Wägen mogelten sich irgendwie aneinander vorbei. Warum nur hatte ich der Besatzung des Rettungswagens etwas mehr Pause auf der Wache gönnen wollen? Wir hätten längst etliche Kilometer weiter sein können… Oder beim Tanken, den der Stop musste kurz drauf auch noch sein.

Da wir nun schon eine warme Mahlzeit – es war übrigens ein großes, geteiltes Schnitzel Wiener Art mit Pommes und großem Salat gewesen – holten wir auf dem Rückweg noch was für eine Brotzeit ein und gönnten die uns auf dem Bänkchen im Garten. Oder besser in dem Unterstand, in dem auch die KTM unterschlüpfen durfte. Duschen, Heia. Morgen geht es wieder über den Mont Cenis, Iseran und kleinen St. Bernhard nach Aosta.

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  1. auch als Servierpauschale gedacht und somit das Trinkgeld ersetzend []

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