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Und zurück

… aus dem schönen Südtirol. Musste ja mal wieder sein. Gestern Abend hatten wir nicht mehr richtig Lust auf Packen, schafften es aber locker zwischen dem gewohnt frühen Aufwachen und dem Frühstücksbeginn. Eben dieses war wieder gewohnt lecker und reichhaltig. Dann hieß es auch schon Abschied nehmen vom Villa Alba.

Talabwärts gen Norden griffen wir in Zwischenwasser noch Mitbringsel ab und stellten fest, daß alle Tankstellen bis zur Autobahn auf der falschen Straßenseite sind. Riskieren wollten wir da nichts, der Verkehr lief in unsere Richtung prächtig und staute sich mal wieder in der Gegenrichtung. Und schließlich meckerte die Reifendruckkontrolle des Mazda nur verhalten. Erste Raststätte mit Tanke: Kein Luftdruckgerät sichtbar. Dafür aber ein WC-Container mit schönem Spruch: Benutzung kostenlos, das schönste Trinkgeld ist, daß Sie diesen Ort in einem ordentlichen Zustand zurücklassen. Gerne doch.

An der Mautstelle staute es sich wieder erheblich. Irgendwie wird an keiner Spur auch mehr angezeigt, daß man mit Karte zahlen könne. Dafür gab es diesmal Personal und am Fenster diverse Kreditkartenaufkleber. Wir hatten jedoch unser Kleingeld nun schon griffbereit. Direkt dahinter war ein Autohof ausgeschildert, der jedoch so verwirrend befahren wird, daß das Garmin mehrfach meckerte, wir würden entgegen der Fahrtrichtung auf der Autobahn unterwegs sein. An der Tanke wieder kein Schlauch oder abnehmbares Teil für Druckluft zu finden, aber Zapfpunkte konnte ich sehen. Also rein ins Häuschen und gefragt. Signore sprach weder Deutsch noch Englisch und ich stellte wieder fest, daß ich beim Versuch, in Italien zu kommunizieren, dann ins Französische verfalle. Muß an Aosta liegen1. Nachdem ich auch gemerkt habe, daß Signore zwar den Schlauch rausgebracht und eingesteckt, nicht jedoch den Absperrhahn geöffnet hatte, klappte das auch mit der Druckluft. Merken: Der Mazda braucht bei voller Beladung auch mehr Druck. Steht so im Türrahmen. Das angebotene Trinkgeld lehnte Signore ab und grinste eher anerkennend. Ob das mit dem Absperrhahn doch kein Versehen war?

Brenner dann soweit ereignislos. Lustig wurde es erst wieder am Fernpass. Oben an der Tanke wollten wir Volltanken. Zwei grüne Parkplätze davor hatte ich noch passiert, denn ich wollte dann doch lieber das WC2 an der Raststätte nutzen. Deshalb auch kurz auf den kleinen Parkplatz vor den langen Schlangen der Tanke gefahren. An der Tanke hingen jedoch große gelbe Schilder “Keine Toilette!”. Ok, dann halt gegenüber, obwohl ich das Überqueren der Straße sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß vermeiden wollte. Für 50ct am Drehkreuz eingeworfen gab es dann ein schäbbiges WC. Zurück am Auto wurde ich dumm angemacht, ich solle doch drüben Parken, wenn ich eh dort hin will. Machte ich dann auch und beschloß, an jener Tankstelle kein Geld mehr auszugeben. Der Schlange nach hatten die ja genug Kundschaft, da braucht es keine Umgangsformen. Annette wollte dann eh noch Käse kaufen, wobei sie ihren WC-Bon einlöste und ich griff mir aus dem selben Grund noch eine Cola. Der herzhaft hinterm Tresen niesende Typ ohne MNS lies mich das noch kurz überdenken, zumal man nur Cash3 sehen wollte und mir es vorm angegrabbelten Wechselgeld graute. Nicht gerade gastfreundlich dieses Österreich und die Hygiene kommt auch zu kurz4.

Pech mit der Gastfreundschaft hatten wir dann auch am Weissensee. Kurz nach 14 Uhr liefen wir an der Steigmühle auf und wollten Essen. Vorher telefonisch reservieren scheiterte an dem Anrufbeantworter, der ausgelastetes Personal als Grund für seinen Einsatz vermutete. Vor Ort erfuhren wir, daß durchgehend geöffnet nicht durchgehend warme Küche heißt, wir waren wohl sonst schon früher dort. Und die Tische waren eh gut gefüllt. Schade um die 20 Minuten Umweg.

Beide Navis – Google Maps und das Garmin zumo mit Verkehrsinfos – waren sich wieder einig, daß man durch Ulm fahren soll. Und dahinter nicht wieder zurück auf die A8 wegen Stau. So juckelten wir durch ein paar Dörfer, die allesamt wegen Lärmschutz auf Tempo 30 gedrosselt waren. Und alle Schilder waren so provisorischen aufgestellt, daß man unterstellen könnte, daß sie nur bei Stau auf der Bahn schnell hervorgeholt werden. Ansonsten ist man im Dorf ja unter sich und will vorankommen.

An der nächsten Autobahnauffahrt waren die Geräte sich uneinig. Wir entschieden uns für die Autobahn statt weiter daneben her zu juckeln. Volltreffer. Der Stau endete direkt vor der Auffahrt in einer Vollsperrung5. Wir sahen nur noch Blinklichter und hatten sprichwörtlich freie Bahn. Inklusive einem Drackensteiner Hang, den ich so noch nie erlebt habe. Selbst um Stuttgart und bei Pforzheim war dank dem fehlenden Nachschub aus dem Süden kein wirklicher Stau zu finden.

So waren wir dann kurz vor 18 Uhr daheim, luden das Wichtigste aus, warfen die erste Ladung in die Waschmaschine und fuhren direkt wieder los, um keine Stunde später beim Thai im Biergarten zu sitzen. Denn das Konzept “selbstgemachtes Abendessen” war uns doch inzwischen fremd…

Nun sind wir satt und müde, wie im Urlaub. Zweite Waschladung ist für morgen früh eingerichtet und ich wette, daheim schläft es sich so auch erholsam.

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  1. Für die, die es hier nicht mitbekommen haben: Aosta gehört zu Italien, Französisch ist aber quasi zweite Amtssprache []
  2. ja, mein Dauerthema []
  3. O-Ton []
  4. Kanzlerwortspiel beabsichtigt []
  5. oder begann dort, wie man es sieht []

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