Höher, weiter, aber nicht schneller

Mir fällt gerade auf, daß ich in den Titeln rumalbere und wenig informativ bin. Malga Valparola war das Ziel, der Valparolapass wurde fast erreicht. Gemütliche Wanderung mit Start im Regen. Eine gemütliche Wanderung zu einer Alm also, trotz Regen. Entsprechend lange fiel das Frühstück aus und die Regenhosen wurden schon im Zimmer angezogen. Und die Regenjacke. Da hatte ich zu meiner blauen kein Zutrauen mehr, nachdem ich beim Radeln in die Firma neulich abgesoffen war. Deshalb wurde die alte Mehrfarbige1 zu einer Reserveübung herangezogen. Schwerer und weniger atmungsaktiv, dafür aber dicht. Annette wollte auch nicht ihre Regenjacke anziehen, sondern warf sich ihren Poncho aka Froschkostüm über. Der half immens, da er die Regenwolken dauerhaft vertrieb und so nach kurzer Zeit im Rucksack verschwinden konnte. Dafür war die Aussicht mit den Wolkenfetzen in den Bergen mal was Anderes als immer nur Sonne und blauer Himmel. Nur war die Alm schnell erreicht und dank Ruhetag nicht so interessant. Hühner samt stolzem Gockel, Schweine und Kühe gab es zum Ablichten, aber insgesamt zu wenig Betätigung. Da die anderen Wanderer und auch Mountainbiker den Hinweisschildern zum Valparolapass folgten, zog es auch Annette da hin. Kurzum, wir sparten uns dann die letzten paar hundert Meter zum Pass, da die auf der Straße zu laufen gewesen wären und davor war dies auch mal der Fall. Aus knapp 6km wurden so über 13km und über die Höhenmeter will ich nicht nachdenken. Gab aber nette Aussichten und die müden Beine konnten etwas gelockert werden. In der Unterkunft waren wir damit nicht all zu spät, weshalb wir noch einen Abstecher in den Ort machten. Annette wollte in dem Laden, in dem sie letztes Jahr ihre Schuhe gekauft hatte, über diese noch mal drüber sehen lassen. Denn die drücken neuerdings an den Knöcheln und es kommen eh im Stundentakt auf den Wanderungen Kommentare, wo was kneift. Klingt ganz anders als der Lobgesang über die besten Schuhe jemals, den sie letztes Jahr angestimmt hatte. Aber halt auch nicht zwei Tage hintereinander drin steckte. Ich schnappte mir vom Grabbeltisch eine wasserdichte Telefonhülle von Sea to Summit. Auf weniger als ein Drittel reduziert und perfekt passend für mein Telefon. Abendessen war dann spannend. Es gab eine Gulaschsuppe, die im Gegensatz zu den anderen Suppen bisher im Aushang erwähnt wurde. Das ladinische Buffet, das wohl Salatbuffet und ersten Gang ersetzen sollte, bestand unter anderem aus leckeren Knödeln, Schlutzkrapfen, Feigen im Speckmantel2, Kartoffelsalat, Speck und so weiter. Bei gegrilltem Schinken mit Käsefüllung dachte ich irgendwie an so am Stück gegrillten Schinken mit einer Käsefüllung, von dem dann jeder eine Scheibe bekommt. War aber dünn aufgeschnitten, einmal um den Käse umgeklappt und dann gegrillt. Lecker aber dennoch und irgendwas in der Art Balsamico mit Honig war da auch im Spiel. Die mit Preiselbeeren gefüllten Crepes waren zum Glück nur Stückchen und keine ganzen Crepes, die hätten nicht mehr gepasst. vor allem Grün- und Brauntöne fleckig angeordnet [↩]hätte ich nicht für ladinisch gehalten, das gehörte wohl in die Kategorie “übrig von gestern” [↩]

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