Sassongher fehlte noch

Nachtrag vom 19.07.2021 21:33Uhr

Sassongher geht immer, das alte Motto. Aber Annette wollte diesmal keinen Unfug, nur sicher hoch und wieder runter kommen. Da sich aber abzeichnet, daß wir keinen Klettersteig machen werden obwohl ich sogar mein altes (sowohl hinsichtlich Materialalterung als auch Technologie) Klettersteigset durch ein neues ersetzt hatte, gönnte mir Annette etwas Abwechslung. Ja sie drängte sie mir förmlich auf. Sie wollte alleine den Aufstieg vom Gardenaccia-Lift zur namensgleichen Hütte bewältigen. Denn zusätzlich zum Weg um die Felswand herum zu einem Einschnitt mit steilem, kehrenreichem Wanderpfad gibt es seit ein paar Jahren auch einen Klettersteig direkt die Felswand hoch. Mehr oder weniger.

Und so trennten sich kurz unsere Wege. Ich hangelte mich entspannt, die Felswand hoch. Entspannt auch deshalb, weil eine völlig überforderte Frau vor uns gleichzeitig versuchte, einen quirligen vorauskletternden Bub im Zaum zu halten, ein Mädchen mit denkbar ungeeignetem Schuhwerk hoch zu bugsieren und selbst mit dem Steig zu kämpfen hatte. Aber es gab ja kleine Ausstiege zum Rasten, einer davon sogar mit Picknickbank. “Uns” heißt hier die restlichen Kletterer, die sich hinter mir stauten. Ich war direkt hinter dem Drama. Und dementsprechend gab ich Gas, als der Weg frei war, um nicht selbst zum Hindernis zu werden. Leicht außer Atem und ein wenig angeschwitzt erreichte ich dann zügig das obere Endde des Steigs, setzte meine Meldung ab und lief mit kleinem Schlenker zur Hütte, dem vereinbarten Treffpunkt. Keine Annette in Sicht. Ha, doch noch schneller!? Nein, just als ich Annettes Nachricht erhielt, daß sie das WC der Hütte besuchen wolle, kam sie von dort zurück. Aber immerhin. Ohne Stau hätte es locker gereicht.

Wanderweg Nr.5, hier als Höhenweg über dem Val de Juel zur Sassongherscharte, hoch zum Gipfel, das gleiche retour, Sessellift runter, Duschen, Chillen, Abendessen… nein, ganz so Routine und ereignislos war es doch nicht. Im Val de Juel zahlte es sich aus, das Fernglas mitgenommen zu haben. Immer wieder war Steinschlag zu hören und so suchte ich die Wand gegenüber ab, wo ich prompt eine recht große Gruppe Gemsen ausmachen konnte. Die hatten wir noch nie gesehen, bestenfalls Murmeltiere. An der Scharte fiel dann ein junger Mann in offiziell aussehender Kleidung1 auf, der den Aufstieg im Auge behielt. Annette verstieg sich direkt mal und kämpfte mit dem Schotter. Prompt steigerte sie sich wieder in die Idee rein, es künftig nicht mehr zum Gipfel zu schaffen. Oben war dann recht voll und der Aufenthalt entsprechend kurz. Ich kann das nicht mehr ab.

Abends gab es dann Nudel mit frischen Tomaten in der Soße vorweg (und nach dem üblichen Salatbuffett) Lachs mit Kartoffeln und Fenchelgemüse sowie ein Eis mit einem Schaum drauf. Lecker natürlich.

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  1. Model “Park Ranger” oder Pfadfindergruppenchef []

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