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Wieder daheim

Fast zumindest, der Text entsteht auf dem letzten Abschnitt der Fahrt zurück von Oldenburg.

Zwei Mal umsteigen diesmal und eine frühe Abfahrt noch vor neun Uhr. Dafür aber gabs bei der etwas verspäteten Buchung noch einen guten Preis und etwas Zeit daheim, bevor es morgen wieder zur Arbeit geht. Für Annette zumindest, ich habe ja noch eine Woche frei. Wobei die schon gut verplant ist.
Montag gehts gleich mal in die Firma, die ganzen Pakete abholen, die in der vergangenen Woche dort aufgelaufen sind. Eines sollte schon vor Silvester kommen, bei einem war von einem Liefertermin kommende Woche die Rede und zuguterletzt wäre da noch die neue Telefonanlage, die aufgrund des zwischenzeitlich erfolgten Vertragswechsels schon gleich mal zugestellt wurde. Allein die könnte die kommende Woche auslasten. Aber es gibt noch Wichtigeres.

– Winterreifen am Fahrrad montieren. Na gut, Winterreifen ist etwas übertrieben, aber halt die Grobstoller. Wetter sieht so aus, als könnte es doch mal Schnee geben in Karlsruhe.

– Motorrad richten. Heißt, Batterie einbauen und gleich losfahren gen Pfalz. Dort in der Garage zerlegen, LED-Blinker samt Relais einbauen, den Fehler bei den Zusatzscheinwerfern suchen1, das Gepäcksystem optimieren und im Idealfall alles zusammenbauen. Wobei ich die KTM gerne in der elterlichen Garage lassen würde, bis sie wieder gebraucht wird. In Karlsruhe im Mistwetter rumstehen muß ja nicht sein. Angedacht für Mittwoch und evtl. noch Donnerstag bei derzeitiger Wetterprognose

– Ja, die Telefonanlage. Warum nicht. Mit VPN, evtl. Anbindung der Fritzboxen der Verwandtschaft etc.

– Faltrad. Ja, mal ganz was Neues. Der Gedanke gefällt mir mehr und mehr. Dazu gibt es einen eigenen Artikel.

– Haushalt. Saugen, Wischen und der ganze Kram eben. Wenns passt2 mal wieder eine Charge Bolognese vorkochen.

Man sieht, es gibt genug zu tun. Und hoffentlich geht es daheim unserem kleinen Single-Renner gut.

Und ach so, die Fahrt. Unspektakulär, relativ zumindest. Auf der Hinfahrt waren wir ja noch glücklich und unwissend angekommen und erfuhren erst am Folgetag, daß wenig später die Bahn mal wieder nicht den Winter bewältigen konnte, was zu einer 22-stündigen(!) Verspätung eines ICs auf der selben Strecke führte. Pünktliche Abfahrt des bereitstehenden ICEs heute Morgen in Oldenburg. Der Umstieg in Hannover war etwas sportlich. Zwar hatten wir reichlich Zeit, aber man hatte nicht von Anfang an an der Anzeigetafel eingeblendet, daß der Zug in umgekehrter Reihenfolge fährt. Und wir hatten eine Reservierung in Wagen 1, standen dann aber überrascht vor Wagen 14! Der IC ab Frankfurt dann bisher problemlos bis auf die ausgefallenen Reservierungsanzeigen. Rollt aber und der KVV sollte auf dem allerletzten Stück auch keine Probleme mehr machen.

  1. vielleicht ist die Batterie ja gar nicht schuld dran, daß sie im Oktober und Novenmber leer war []
  2. sowohl zeitlich als auch im Gefrierfach []

Mal wieder nordwärts

Oldenburg, wie üblich. Mit einer kleinen Premiere: Brüderchen kümmert sich dieses Mal um die Maus.
Hin- und Rückfahrt sind recht früh, da hat man noch was vom Ankunftstag und bei der Rückkehr kann man noch gut die Waschmaschine füttern. Wobei ich in der Folgewoche eh noch Urlaub habe. Das wäre mal eine gute Gelegenheit, in der elterlichen Garage die KTM zu bearbeiten. Geplant sollten ja die LED-Blinker verbaut werden, zumal inzwischen endlich das neue Kellermann-Relais1 geliefert wurde. Nebenbei muß ich dann noch dem bisher unverbloggten Kupferwurm bei, der dafür gesorgt hatte, daß eines Morgens trotz ausgeschalteter Leuchten und ohne Zündschlüssel die Zusatzscheinwerfer das Schlafzimmer der Nachbarin hell ausleucheten. Und vielleicht noch etwas Kosmetik in Sachen Gepäckbefestigung.

  1. genauer gesagt ein Mikrocontroller, der neben einer stabilen Blinkfrequenz noch gleich eine Komfortblinkfunktion mitbringt, eine Alarmanlage, eine Warnblinkanlage und auf Wunsch auch ein blinkendes Bremslicht bei harten Bremsungen []

Zurück aus Barcelona

Von unterwegs gab es ja schon ein paar Zwischenmeldungen per Google+1, hier mal der Rest der Reise.

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  1. kleiner Wink mit dem Zaunpfahl []

TGV Allemande

Die heutige Rückreise verläuft bislang1 problemlos. Quasi. Weit vorm Weckerklingeln, das mit 05:30Uhr eh schon früh angesetzt war, waren wir wach. Gepackt war eh schon fast alles bis auf die Nachtwäsche und die Zahnbürste. Kurz nach sechs waren wir somit schon mit unserem Gepäck am Hafen unterwegs. Die Fischer hatten noch nichts anzubieten und vom heute stattfindenden Bauernmarkt waren bestenfalls die Dorfpolizisten zu sehen, die die Absperrungen der Zufahrt entfernten. Dann kreuzte überpünktlich das vorbestellte Taxi auf und brachte uns für 15€ zum Bahnhof. Bus wäre wohl billiger gewesen, aber der kommt laut Fahrplan nur wenige Minuten vor der Zugabfahrt am Bahnhof an und die Frage, ob man sich auf seine Pünktlichkeit verlassen könne, beantwortete man allenorten mit einem charmanten Lächeln und dem Hinweis, daß hier im Süden das mit der Pünktlickeit nicht so zuverlässig sei. Entsprechend früh standen wir dann am Bahnhof und bewonderten, wie es um die Felsen herum immer heller wurde. Kurze Fahrt im Regionalexpress bis Marseille-St.Charles. Was dort beim Rumstöbern auffiel: Französische Bahnhöfe sind wohl nicht wie in Deutschland bis auf wenige Zonen rauchfrei. Weshalb ein junger Kerl einen Teil davon mit einer ziemlich dicken Spaßzigarette mehr einnebelte als der Weihrauchschwenker den Petersdom an Weihnachten und Ostern zusammen. Einmal tief einatmen und der Frühstückshunger war da. Schon auf dem Hinweg hatte im Regionalexpress ein Jugendlicher mit seinen Kumpels recht ungeniert gebaut. Ist in Südfrankreich wohl alles völlig normal.

40 Minuten Aufenthalt reichten locker, um zwei belegte Brote zu organisieren, einen Blick aus der Tür raus auf die Stadt und die berühmte Kirche auf einem Hügel zu werfen und sehr zeitig am mittlerweile bereitstehenden Zug zu sein. Einsteigen und Gepäckverstauen war somit extrem entspannt. Leicht angespannter wurde es, als unweit von uns sich eine Mutti samt kleiner Tochter und Baby niederließ. Gesamteindruck „Antiautoritär“. Immerhin war das Baby irgendwann zufrieden und das Mädel spielt mit einem inzwischen zugestiegenen anderen Mädel relativ unauffällig. Mal abgesehen davon, daß sie sich nach dem Vorbild ihrer Muttis durchaus auch mal über 8 Sitzreihen hinweg unterhalten. Deutschsprachig übrigens allesamt, ebenso wie der Teil des Zugpersonals, das DB-Uniform trägt. Man mag mich garstig nennen und die Stichproben für den Vergleich sind zugegebenermaßen minimal klein, aber im „rein französischen“ Zug auf dem Hinweg war es angenehmer.
Ankunft in Karlsruhe ist gegen 15Uhr geplant.

  1. Toitoitoi []

Bahnspaß

Rückweg aus Dortmund. Endlich, auch wenn es schön war. Und schon direkt am Start am Hauptbahnhof Dortmund die erste Überraschung: Mein Zug fällt aus!

Ich hatte ihn mit Bedacht gewählt, in der Filiale noch einiges reißen können und zudem sollte es der eine Zug zu einer halbwegs brauchbaren Zeit sein, der ohne Umstieg durchfährt bis Karlsruhe. Hätte wäre wenn.

Der IC, der zeitgleich am Gleis gegenüber des selben Bahnsteigs hätte abfahren sollen, hatte 10min Verspätung und so konnte ich den noch nehmen nachdem ich mich weiter informiert hatte. Umsteigen in Mannheim und exakt eine Stunde später ankommen. Immerhin, wenn ich trotz geplatzter Reservierung doch noch wenigstens sitzen kann und an meinen Navidaten arbeiten, sollte es mir recht sein.

Und alles wurde schön. Sitzplatz, Laptop aufgeklappt und so weiter. Dann die Durchsage, daß man in Köln in den ICE 209 Richtung Basel umsteigen könne. Ja genau, der Verdacht war richtig: Das ist genau jener ICE, in dem ich ab Dortmund sitzen sollte. Hatte es wohl bis dort hin nicht geschafft und fuhr instandgesetzt ab Köln oder so wieder südwärts. Immerhin. Umsteigen hätte ich ja eh müssen, also warum nicht für den größten Teil der Strecke den schnelleren Zug nehmen und eine Stunde früher1 daheim sein.

Und in der Tat, in Köln wartete der ICE am gegenüberliegenden Gleis. „Bitte beeilen Se sich beim Umsteigen“ hatte man noch durchgesagt. Der wartete wohl mit Nachdruck. Aber passenderweise lag mein Ausstieg sogar direkt beim Einstieg in den Wagen, in dem ich eine Platzreservierung hatte und er war auch nicht wirklich belegt. Keine Notwendigkeit, die online georderte Reservierung aus der Bestätigungsmail rauszufischen2 und damit jemanden zu verscheuchen. Jetzt kann eigentlich nur noch wenig schief gehen.

Nachtrag: Drucker, gutes Stichwort. Die KVV-Einzelfahrkarte für die letzten km heimwärts hätte ich für 1,70€ statt 2,20 bekommen, hätte ich die neulich beauftragte Probebahncard3 schon physisch und nicht nur elektronisch gehabt. Aber wird ja eh mit der Firma abgerechnet und die hätte mich ja auch fragen können, ob sie mir nicht eine BC spenideren darf – die sich durch die Dortmund-Fahrten bereits amortisiert hätte.

  1. also besser gesagt pünktlich []
  2. einen Drucker schleppe ich nun doch nicht auch noch rum []
  3. lohnt sich schon locker für die kommende Fahrt nach Oldenburg []

Ankunft Villingen

Wow. Da denkt man, samstag morgens um 8 Uhr is eh noch keiner unterwegs und dann das. Massen von Menschn im Interregio zum Schwarzwald. Und dazu noch eine Zehnergruppe Radler, die komplett sich in das für zwölf Räder ausgelegte und mit sechs Rädern belegte Abteil stopfen wollen. Die habe ich eh erst mal abgefangen, weil sie munter anfingen, ihre Räder gegen meines zu stapeln. Mein Riecher hatte recht, sie wollten nach mir aussteigen1 und das wäre dann lustig geworden. So konnten wir dann vor der Abfahrt schon umschichten und fünf von ihnen2 hatten ein Einsehen, daß es tatsächlich auch noch Radabteile gibt außer in dem Wagen, der direkt an der Treppe stand. Welch Überraschung.

Wie in jeder alleinreisenden Herrengruppe gab es auch bei den lustigen fünf eine Laberbacke, die alles unterhalten musste, alles schon mal mitgemacht hatte und alles eh besser wusste. Daß sich die Sportlichkeit der Herrschaften auf ihre lustigen bunten Profitrikots beschränkte war bei der geplanten Strecke3 und spätestens bei der ernstgemeinten Unterstellung klar, der Pendler zur Restgruppe im anderen Abteil hätte dort schon „geschnäpselt“. Wuhaha.

Aber auch schülergruppentechnisch war einiges unterwegs. Immerhin kam ich gut aus dem Abteil raus, obwohl ein Opa auf Campingtour mit dem kleinen Enkelchen am letzten Halt vor Villingen zugestiegen war und erst einmal raumgreifend das letzte bißchen Platz Richtung Ausgang mit seinem voluminös bepackten Rad in Beschlag nahm.

Und ach ja, Inder gabs auch reichlich. Voll authentisch gewandet und mit Kamera etc. bewaffnet auf Touritrip. Faszinierend.

  1. Donaueschingen []
  2. 2x BW-Ticket für je 5 Personen []
  3. konnte man ja nicht überhören []

Fangesindel

Zahnarzttermin in der Pfalz. Und bevor noch mal jemand fragt: Ja, es ist beschlossene Sache, zu einem Arzt in Karlsruhe zu wechseln, aber die drei Termine für eine professionelle Zahnreinigung hatte ich schon vor diesem Entschluß ausgemacht und nun ziehe ich das durch. Auch wenn es schwer fällt.
Probleme hatte ich allerdings beim Kauf der Fahrkarte. Eine Viererkarte wollte ich und wurde auf dem Bildschirm aufgefordert, die Kennzahl1 für mein Ziel anzugeben. Die konnte ich gerade so noch finden, denn gerade über meinen Zielbahnhof hatten die Vollpfosten nicht ihren Fanrottenaufkleber gepappt. Aber wie gebe ich die Zahl ein. Sollte da nicht irgendwo ein Zehnerblock sein, wie in der Anzeige angedeutet. Ich habe die Tastatur dann gefunden. Daß ich so lange gebraucht habe, hängt ziemlich wesentlich damit zusammen, daß der selbstklebende Reviermarkierungskothaufen des Fangesindels just das Format und die größe der Tastatur hat. Tja, unter willkürlich kreuz und quer und schief aufgeklebten Selbsbeweihräucherungen ist dann doch die eine verdächtig, die exakt ausgerichtet ist.
„Sektion 3 Langen-irgendwas“, wohl eine neue Fanfreundschaft oder sowas. Und überhaupt ist es gar nicht auffällig, daß die Haltestelle beim Fansammeltopf2 zwar nur marginal mehr verschmiert und verklebt ist als andere Haltestellen in Randlage, dafür aber auffällig exklusiv mit Fanaufklebern und Parolen. „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ steht auf einem Aufkleber mit einer Hand, die eine Magnesiumfackel hält. „Sport angucken ist kein Menschenrecht“ möchte man darauf antworten und diesen intelektuellen Brennpunkt mit der von ihnen selbst gewünschten Pyrotechnik bearbeiten. Dann wären auch die Sommernächte wieder angenehmer ohne Mucke und Gegröhle bis in die frühen Morgenstunden.

  1. Zonenzahl []
  2. „Fanprojekt“ nennt sich das []

Zwischenmeldung

Ich gebe es zu, ich bin reichlich schreibfaul in letzter Zeit. Sogar ein Stück weit generell antriebslos. Strohwitwer wohl.

Das mit der Bahn hatte natürlich nicht mehr geklappt. Knapp hatte ich die letzte Straßenbahn verpasst und nahm mir dann ohne langes Zögern ein Taxi. Immerhin meinte man heute am Schalter, als ich mein Fahrgastrechteformular einreichte, daß die Rechnung wahrscheinlich erstattet wird.
Und wa abgegebene Unterlagen angeht: Die angeblich lahmen Mühlen des Sozialamts dürfen seit heute auch mahlen.

Ansonsten geht es mir seit heute wieder besser. Seit Samstag hatte ich wieder deutliche Schmerzen. Kann sein, daß sie mehr vom Magen/Darmbereich kommen oder von einer Fehlhaltung. Oder einer Kombination von beidem. Jedenfalls habe ich den Rückschlag überwunden und bin wieder auf dem Wege der Besserung. Die Naht ist auch recht gut verheilt. Ich traue mich, dran rumzumachen und massiere sie in der Hoffnung, so die Verhärtungen schneller loszuwerden. Ich werde die passwortgeschützten Artikel der letzten Wochen nicht offenlegen, aber die neugierigen Uneingeweihten sollten mittels der Kategorie und Wikipedia zumindest einen Anhaltspunkt haben.

So, das wars erst mal wieder. Angenehmes 2010 noch. Man liest sich wieder in 2011.

Rücksturz nach Karlsruhe

Naja, dieser Sturz ist eher was, was ein Fallschirmspringer HAHO1 nennen würde. Also gebremst von Anfang an. Die erste Etappe von Oldenburg nach Hannover ging ja noch. Pünktliche Abfahrt und beinahe auch pünktliche Ankunft, wenn wir nich direkt vorm Bahnhof fünf Minuten gewartet hätten. Bei dem Gleischaos in Hannover war vermutlich einfach das Gleis noch nicht frei. Probleme mit den Reservierungen2 hätte es geben können, da wir mit Ersatzmaterial unterwegs waren. So hatte unser Abteil fünf Sitze und keine sechs, ich denke mal, man hat da einen etwas älteren Wagen der ersten Klasse für die zweite Klasse hergenommen. Alles in allem also top gelöst, finde ich. Und das, wo heute morgen ein Zug auf der selben Verbindung, aber mit Start in Oldenburg schon dort 10min Verspätung hatte, weil er einfach verspätet bereit gestellt worden war.

Top gelöst fand ich anfangs auch die Informationspolitik in Hannover. Bereits von http://m.bahn.de wusste ich, daß mein Anschluß locker 45min Verspätung haben würde, was ich für einen kurzen Einkauf im Bahnhofs-Lidl nutzte und mir auch noch Zeit für einen kostenpflichtigen Toilettengang ließ, den ich lieber im Zug erledigt hätte. Andererseits können einem die großzügig dimensionierten Anlagen im Vergleich zum schwankenden ICE-Kabuff auch die 50ct3 wert sein. Auch wenn ich nicht weiß, wann ich den Wertgutschein für diverse Gastronomiebtriebe im hannoveraner Hauptbahnhof jemals einlösen soll.

Jedenfalls kam dann nach etlichen Ansagen der Zug insgesamt eine gute Stunde später als geplant an, war zwischenzeitlich gedreht worden und hielt schließlich an dem am Bahnsteig gegenüberliegenden Gleis. Überhaupt hielt in der dreiviertel Stunde Wartezeit keiner der Züge, die an Gleis 3 oder 4 halten sollten, dort, wo es geplant war. Und bis kurz vor Einfahrt war die Informationspolitik vorbildlich. Nicht nur an „meinem“ Bahnsteig, sondern wurde auch bahnhofsweit der nächste Zug gen Hamburg durchgesagt, der selbst schon reichlich Verspätung hatte und zu einem Zeitpunkt losfahren sollte, an dem regulär auch zwei andere in dieser Richtung fällig gewesen wären. Nur hatten beide je 90min Verspätung.

Verbockt jedoch haben sie es dann doch noch. Ein ICE nach Stuttgart, der regulär ungefähr dann, wann meiner tatsächlich losfuhr, am selben Bahnsteig hätte abfahren sollen, wurde ersatzlos gestrichen. Da wäre ein Hinweis, daß „mein“ Zug ja immerhin bis Mannheim die selbe Strecke fährt und man dort eine Chance auf eine Weiterfahrt nach Stuttgart hätte, schön gewesen. Auch schön gewesen wäre es, wenn die Dame der Lautsprecherdurchsage den Zug im Geiste nicht noch einmal gedreht und somit zumindest die Fahrgäste der ersten Klasse ans falsche Ende des Bahnsteigs geschickt hätte. Gut, ich konnte zumindest schmunzeln und immerhin hätte ich es ja auch akzeptiert, wenn sich die Passagiere des ausgefallenen Stuttgart-ICEs bei uns reingedrückt hätten.

So sitze ich jetzt dch recht bequem an meinem Einzelsitzplatz im mobilfunkaktivierten Abteil. Ich werde halt 70min verspätet ankommen – hoffentlich nicht noch später und überhaupt, ich klopfe mal auf Holz – und wohl eine der letzten Straßenbahnen nach Hause gerade so erwischen, aber das wird schon. Einzig irritierend ist noch der Text im LED-Display meines Platzes. Demnach ist mein Sitz zwischen Zürich HB und Hannover reserviert. Ja, in dieser Richtung. Bagatelle.

Ach, jetzt muß ich doch noch ein wenig Grummeln. Heute in der Zeitung habe ich ein anonymes Statement von einem Zugchef gelesen, der sich aufgrund seiner alltäglichen Erfahrungen wundert, daß überhaupt noch was fährt. Der ganze Artikel war recht schlüssig. Und eine Aussage gefiel mir besonders: Große Prestigeprojekte4 wie Stuttgart 21 kann man dann mit großen Gesten eröffnen. Vor einer endlich mal wieder funktionierenden Toilette wird nicht vor laufenden Kameras ein Band durchschnitten. Dabei hätten die Reisenden davon im Alltag deutlich mehr. Also von der funktionierenden Toilette, nicht vom Bandzerschneiden.

  1. High Altitude, High Opening []
  2. aus postoperativen Gründen sind Sitzplatzreservierungen etwas, auf das ich gerade sehr viel Wert lege []
  3. normalerweise 1€, über Weihnachten aber groß beworben halbiert []
  4. nicht lachen []

Die Schienenverkehrsgesellschaften mal wieder

Es ist einfach immer wieder unglaublich. Für die Fahrt zum Bahnhof wählten wir im 20-Minuten-Takt die Verbindung, mit der wir 14min Umsteigezeit hätten haben sollen. Reicht auch gebrechlich, es gab vergangene Nacht kaum Neuschnee und wozu sollte man 34min am Bahnhof rumeiern? Zum Beispiel um zu verhindern, daß man zwischen der letzten Haltestelle vorm Bahnhof und dem Bahnhof über zehn Minuten bei verriegelten Türen1 in Sichtweite ohne erkennbaren Grund warten muß. Dementsprechend kamen wir zwei Minuten vor der regulären Abfahrt unseres ICEs am Bahnsteig an. Noch vorm Zug, passte also gerade noch so. Abfahrt dan leicht verspätet und begleitet von der Durchsage, daß aus Witterungsgründen eine allgemeine Höchstgeschwindigkeit vom 160km/h befohlen wäre und somit sämtliche Fahrpläne eigentlich hinfällig wären und man am jeweiligen Umsteigebahnhof ganz genau auf die Durchsagen hören soll um zu erfahren, welche „weiteren Reisemöglichkeiten“2 man denn dort so anbieten könne. Wird super. Immerhin gabs als kleine Überraschung die Erinnerung, daß ich für diese Strecke die erste Klasse gebucht hatte. Da reist es sich wenigstens ein bißchen angenehmer. Wie das in den letzten anderthalb bis zwei Stunden bis Oldenburg werden wird, steht derzeit in den Sternen.

  1. außerhalb von Haltestellen Vorschrift []
  2. Bahnjargon []