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Geschützt: Pechwelle schwappt über

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Südwärts

Ah wie angenehm, mal einen sicheren Sitzplatz zu haben. Die Ware kam übrigens kurz nach 12:00Uhr, somit war sie so gegen 12:30Uhr abgeladen und wir konnten doch tatsächlich vor unserer Abreise um 13:00 noch was sinnvolles machen. Ganz grosses Kino.
Jetzt erstmal weiter erholen. Kurz nach sieben soll ich in Karlsruhe ankommen und dann will ich eigentlich nur noch den Teil meines aktuellen Reisegepäcks, den ich auch beim Motorradtreffen brauche, umpacken und auf die Piste. Der Rest ist bereits gepackt. Allerdings bremst eine gewisse Müdigkeit und zugegebenermassen eine Sehnsucht nach meiner besseren Hälfte diesen Elan. Wir werden sehen.

Area 51

Naja, Sales ist eigentlich nicht Sinn der Sache. Es verschlägt mich wieder mal in die Ferne, eine neue Filiale einzurichten. Neu? Nicht ganz, diesmal ist es ein Filialumzug. Wobei erst richtig um-, sprich aus den alten Räumlichkeiten ausgezogen wird, wenn am neuen Standort eröffnet ist. Schauplatz des Geschehens ist Hamburg.
Nichtsdestotrotz ist das Procedere das selbe: Ware aus dem Zentrallager in Empfang nehmen, auspacken, kontrollieren und ordentlich einlagern. Nicht alltäglich, aber eine gewisse Routine habe ich da mittlerweile schon.
Etwas außerhalb der Routine war heute die Anfahrt. Eben weil sie heute war. Normalerweise reise ich ja montags an, aber da ich am Freitag noch zur Megafete und somit früh weg will, kam mir das gelegen. Annette verständlicherweise weniger. Immerhin hatte ich ab Mannheim dann doch einen Sitzplatz, auch wenn unser Sekretariat bzw. Filialmanagement etwas zu spät in die Gänge kam, um für diesen großen Reisetag nach dem langen Wochenende noch eine Platzreservierung zu bekommen.
Hotel ist recht unspektakulär. Garni, aber mit wohl hinreichend Futterkrippen in Reichweite. Außerdem muß ich ja gemäß „Marschbefehl“ (eine liebevolle Zusammenstellung relevanter Daten, also nicht nur Hotel- und Filialadresse, sondern z.B. auch ein kopierter Netzplan der U-Bahn mit angemarkerten Linien und Haltestellen) eh 3 Haltestellen mit der Bahn fahren, da kann ich auch eine Wochenkarte für den Großkreis Hamburg nehmen und bin somit mobil. Und da noch eine Kollegin mit angereist ist, kann es schonmal nicht so langweilig werden. Und genug Privatarbeit habe ich mir auch mitgenommen.
Aber ich drifte ab, ich wollte ja auf die Überraschung beim Einchecken raus. Mit dem Schlüssel für Nummer 51 bewaffnet verabschiede ich die Kollegin vor ihrem Zimmer und gehe drei Türen weiter. Sah ganz brauchbar aus drinnen, halbwegs geräumiges Doppelzimmer. Nur etwas unordentlich. Unordentlicher, als ich es verlassen würde. Wie es sich herrausstellte, lag in dem Fach für mein (aufgeräumtes) Zimmer Nummer 50 der 51er Schlüssel. Kann passieren, die waren wohl Samstag auf Sonntag voll belegt und haben heute erstmal nur die Zimmer richten lassen, die neu belegt werden sollten.

Die Bahn kommt!

Ein leises Rauschen. Ich hatte es schon abgetan, als Annette die neue Strassenbahn verdächtigt. Ein erster Blick konnte es auch nicht bestätigen, aber dann fand sich zwischen Bäumen und Büschen die altbekannte gelbe Blechwand.

Am 27. Mai soll ja Einweihung sein. Heute gesehen haben wir nicht den Schleifzug, sondern den auch erwähnten Niederflurwagen. Ich bin ja mal gespannt auf den regulären Betrieb. Fein wird, daß die Bahn nicht nur im 10min-Takt fährt, sondern an Wochenenden durchgehend alle 30min.

Schwergewichts-Racing

Nicht nett, das Wetter, das mich am Bahnhof begrüßt, als ich aus Fulda zurückkomme. Denn statt wie dort am Boden liegend bereits kräftig wieder zu tauen fällt er als übler Nieselschnee gerade frisch runter. Doch die Wartezeit scheint sich in Grenzen zu halten. Der KVV hat keine technischen Wunder gescheut und läßt die Abfahrtszeit der Bahnen elektronisch an ausgewählten Haltestellen anzeigen. Kein schnöder Fahrplan, der mit einer Uhr gekoppelt ist, sondern tatsächlich mit Sendern und Sensoren, die dem System mitteilen, wo die Bahn wirklich aktuell gerade steckt.

Genial.

Und spannend.

Linie 6: 4min
Linie 2: 4min

Ok, daß zwei Bahnen innerhalb einer Minute am selben Bahnsteig abfahren können, soll vorkommen. Aber am Hauptbahnhof mit quasi komplettem Fahrgastaustausch? Das wird spannend!

Linie 6: 2min
Linie 2: 3min

Ok, jetzt ist zumindest klar, wer vorne liegt.

Linie 6: 2min
Linie 2: 1min

Was war passiert? Keine Ahnung. Ich war abgelenkt. Eine nette junge Dame mit deutlichem osteuropäischem Akzent war auf der Suche nach dem richtigen Bahnsteig der Linie 4. Straßenbahn 4, nicht Stadtbahn S4. Sie bekam natürlich die posertypische Teilantwort. „Da drüben, da wo die schwarze 4 auf gelbem Grund ist.“ Nein, der nicht ausgesprochene Teil lautete nicht „Du doof, lern lesen!“ sondern eher „… und nicht die weiße 4 auf rotem Grund, das ist die Stadtbahn.“ Naja, so wird das nix mit dem Nettsein.

Linie 6: sofort
Linie 2: 1min

Mal abgesehen davon, daß ich bei einer solchen Aussage und einer Passagieraustauschzeit von locker einer Minute gerne mal die Bahn, die sofort abfahren soll, zumindest gerne sehen würde, mach ich mir langsam Gedanken. Weit außerhalb der Sichtweite treffen die Bahnen sich aus verschiedenen Richtungen an einer Kreuzung. Das löscht die Bilder von riesigen Lastzügen, die sich auf einer zweispurigen Straße ein mühsames Rennen liefern. Denn es gibt auch nur ein Gleis in diese Richtung.

Spielt nun die Ampelschaltung dem Bahnfrühwarnsystem einen Streich? Immerhin sind seit der Aussage „in 4min“ schon 6 Minuten vergangen. Kann ich aber bei der Karlsruher Maxime, daß sich jeglicher Verkehr der Bahn unterzuordnen hat, inklusive der Fußgänger, die eben jene Bahn erreichen wollen, um Fahrgäste zu werden, nicht wirklich glauben. Genausowenig kann es sein, daß der Hauptbahnhof die andere Sorte ausgewählter Haltepunkte darstellt: Die, an denen doch einfach nur das Kursbuch zeitgesteuert heruntergebetet wird. Das würde die Sprünge und Differenzen nicht erklären.

Ich lasse mich überraschen. Von der Linie 2, die um die Ecke kommt.

Linie 6: sofort
Linie 2: 2min

Vielleicht ist ja nur der Transponder falsch eingestellt. Ich fahr jedenfalls heim.