Risikogruppen

Oder Prioritätsgruppen oder was auch immer. Heute sollen sie quasi unwesentlich werden und auch wir dürfen uns den Pieks abholen, so denn was zu holen sein wird außer heißer Luft. Es gibt halt immer noch nicht genug Stoff und somit sind die Impfzentren angeblich nicht ausgelastet und auch die Hausärzte könnten mehr unters Volk bringen, sagen sie. Daß in der Vergangenheit in seltsamen Aktionen Stoff verimpft wurde, der auf dem normalen Weg nicht weg kam, ist da verwunderlich. Lag wohl an den Astra-Querelen. Ob in ein paar Jahren ohne weiteren Kontext noch jemand weiß, was ich hier fasle? Jedenfalls sind wir zu jung, gesund, schlank und ehrlich, um einer Priogruppe anzugehören. Deshalb haben wir erst ab heute die Möglichkeit. Über das Buchungssystem BaWüs wird man selbst in ferner Zukunft noch bitter lachen, aber wir haben immerhin schon die Codes und damit das erste Level geschafft. Ich habe mich qua Zweitwohnsitz sicherheitshalber auch in Rheinland-Pfalz angemeldet. Die Rückfrage der Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde, wofür ich meine Meldebescheinigung bräuchte, ließ hoffen. Wenn die kleine Variante als Nachweis reicht für eine Impfung, so kann man implizieren, daß ein Zweitwohnsitz im Bundesland für die Impfung qualifiziert. Schick. Nach wie vor nicht registriert sind wir bei den Hausärzten. Seit Wochen wird berichtet, wie überrannt die sind von den Typen mit den ausgefahrenen Ellenbogen, daß man sich nicht zu dieser Gruppe dazu gesellen will. Wobei ich ja mit dem oben geschriebenen schon so klinge, als würde ich auf Biegen und Brechen an die Nadel wollen. So falsch ist das tatsächlich nicht. Offensichtlich traut man sich nach den Debakeln der letzten Monate als Politiker nicht mehr, jemals wieder Schulen zu schließen. Aber es will auch keiner derjenige sein, der die Kinder ungeimpft in die vermeintlich unausweichliche Infektion schickt. Also noch mehr Gerangel um den Stoff, der eh schon nicht reicht. Völlig egal, ob die Risikoabwägung eine ganz andere ist, wenn Impfnebenwirkungen im Gegensatz zu schweren Verläufen in dieser Altersgruppe eben nicht seltener sind. Was mich aber tatsächlich anficht, ist die Einordnung der Angestellten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) in die letzte Priogruppe. Und nicht jedes Angestellten im Einzelhandel. Gut, ich versuche zu verstehen. Im LEH wurde eine harte Schlacht geschlagen, die Mitarbeiter wurden wie die Fliegen dahin gerafft bei ihrem tapferen Dienst an der Versorgungsfront. Die kümmerlichen Reste dieser unersetzbaren Spezialisten mussten nun bis zur Freigabe um jeden Preis geschützt werden. Das habe ich so doch richtig verstanden. Ok, mal der andere Einzelhändler. Der deutlich weniger Kontakte hat als der Typ an der Discounterkasse, dafür aber mit den meisten deutlich mehr Zeit verbringt. Beratung nennt sich das, gerne im Gespräch und im Falle von Helmen unvermeidlich mit verrutschenden Schutzmasken. Und gerade weil in diesen untragbaren hygienischen Umständen das Virus Bunga-Bunga-Partys feiert, mussten diese Seuchenherde ja auch verrammelt werden und durften maximal als Abholstation ohne Beratung dahin vegetieren. Darum muß der Angestellte des Fachgeschäfts natürlich hinten anstehen äh Moment, vor denen des LEH vorgezogen werden? Klingt ja so, wenn man sich das mal so vor Augen führt. Ist aber ja nicht meine Entscheidung. Meine Entscheidung jedoch ist es, möglichst schnell immunisiert zu werden, da ich jetzt auch endlich darf. Ich hoffe, das ist verständlich. Und genau so werde ich bei meinem Arzt argumentieren, wenn der erste Andrang an Anmeldungen vorbei ist und ich spiele auch gerne die Karte, auf der steht “Ich bin euch nicht pünktlich zur Freigabe endlos auf die Nerven gegangen wie die ganze Stampede. Ob das ein Grund ist, stur nach Anmeldezeitpunkt für die Warteliste vorzugehen, dürft ihr entscheiden.”

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Lockdown 2.0

Nun ist es wieder so weit. Endlich wird der zuweilen sehr unvernünftige Freiheitsdrang gebremst. Wer nicht hören will, muß online shoppen. Aber ich habe schon meine lange Liste von Aufgaben für die Zeit ohne Arbeit für die Firma. Morgen darf ich noch mal für die Notbesetzung ran, dann war es das für mindestens bis zum 10. Januar. Die von der Geschäftsleitung gefundene Lösung ist wie im Frühjahr wieder sehr kulant, da kann man echt dankbar sein. Ich erntete zwar dafür böse Blicke, aber wir haben ja wenn nicht Routine, dann doch zumindest Erfahrung damit und ich werde mich erst mal in die Arbeit daheim vergraben. Wozu allerdings auch zählt, das eine oder andere hier im Blog nachzuholen. Bleibt aufmerksam, seid vorsichtig und bleibt gesund!

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Hof im Rückspiegel

Ruhig war ich in letzter Zeit, zwei Reiseberichte stehen noch aus. Und in drei Wochen auswärts in Hof habe ich auch nichts auf die Kette bekommen, irgendwie hatte ich abends keinen Zug mehr auf der Kette. So, was war nun? Routine und doch immer wieder anders. Es gab kaum Hausmeisteraufgaben, weil Ladenbauer und Elektriker reichlich Zeit hatten. Trotzdem hing ich ein wenig hinter meinem Zeitplan, um dann festzustellen, daß in der SB nicht alles so goldig war, wie es die wöchentlich wechselnden Kollegen darstellten. Aber Schwamm drüber, es hat keinen Kunden gestört und die Kollegen können die kommende Nebensaison gut nutzen, um den Laden für sich passend zu machen. Das Pendeln war auch mal wieder ungewohnt. Mit dem Motorrad und das bei zeitweilig 5°C und (Niesel)Regen. Vier Stunden Fahrt plus Verkehr plus gegebenenfalls Pausen gegenüber mindestens sieben Stunden Bahnfahrt waren nicht nur aufgrund der Pandemie ein Wort. Und was die Temperaturen anging: Die neuen Vanucci Winterhandschuhe haben sich gut geschlagen, sind aber etwas fummelig beim Anziehen. Und am Tag vor der letzten Rückfahrt fielen mir dann die bewährten Lenkerstulpen im Keller ein, die dort verstauben, weil ich ja bei so niedrigen Temperaturen nicht mehr Motorrad fahre. Ja, ich Schussel, aber ich habe es überlebt. Jetzt kommen vier Wochen in Karlsruhe mit abschließender Inventur auf mich zu, dann drei Wochen Frankfurt, so das Virus will. Inshallah, wir werden sehen.

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Sendepause

Über einen Monat Ruhe im Blog, das lässt erahnen: Alles nur keine Ruhe im Alltag. Der einkaufenden Motorradfahrer hat immer noch Nachholbedarf, es ist Saison. Mit der Mehrwersteuersenkung zum 01.07. kam eine Preisänderung daher, also einmal den kompletten Laden umzeichnen. Nicht lustig. Zwischendurch noch über eine Woche in Weil und Villingen als Aushilfe verbracht. Ich bin dann doch mal urlaubsreif. Passenderweise wird es ab Sonntag dann auch wieder mehr Inhalt hier geben. Wir werden unsere geplante Aosta-Reise durchziehen. Alle Unterkünfte freuen sich auf Gäste, die Restaurants sind geöffnet, wenn auch mit situationsbedingten Einschränkungen. Gepackt habe ich schon größtenteils, morgen darf Annette sich ranhalten. Mein Koffer ist voll und meine Hamsterbacke wird es auch sein. Annette zweifelt noch, aber das Topcase ist fast noch leer. Laptop lasse ich daheim, dadurch wird es Bilder erst mal nur auf anderen Kanälen geben. Noch zwei Mal arbeiten…

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Mal wieder raus: Arbeit

Gestern wurde es angekündigt seitens der Bundesregierung, Montag soll umgesetzt werden und dafür laufen dann morgen die Vorbereitungen: Unsere kleine1 Bude darf wieder öffnen. Mal gespannt, wie ungewöhnlich die Normalität wird. 650m2, wenn ich mich recht erinnere [↩]

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