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Karlsruhe

Nachtrag vom 25.07.2020 22:00 Uhr

Wenn die Tagesbreichte schon nach den Zielorten benannt sind, dann muß auch mal die Heimatstadt herhalten. Eigentlich logisch auf der letzten Etappe. Der Plan war simpel. Heimkommen, dieses Mal wie gewohnt über die französische Autobahn und mit einem Abstecher für den Wochenendeinkauf in einem grenznahen französischen Supermarkt. Wobei entlang der Strecke alle grenznah genug sind, um von Deutschen zahlreich besucht zu werden, so daß es der nächstgelegene an der Heimat sein sollte. Wegen Kühlung.

Aber erst noch ein Frühstück, das wir deutlich ausgiebiger als die Franzosen und Italiener unter den Gästen zelebrierten. Schließlich soll ja das Mittagessen wegfallen. Die Auchan-Tanke nahe Belfort ist inzwischen ein Fixpunkt. Eine Tankfüllung von daheim entfernt ist sie die erste Anlaufstelle beim Start in den Urlaub1 und der Punkt auf dem Heimweg, ab dem jeder weitere Stop optional ist. Wie der an der Koenigsbourg-Raststätte. Nicht wegen des halbwegs brauchbaren Restaurants, sondern wegen der blitzsauberen sanitären Einrichtungen. Das reichte dann auch bis Lauterbourg. Dort neben dem Einkauf das schon beschriebene Wiedersehen mit der deutschen Mentalität. Das Abrödeln daheim war dann routiniert, die Helme schneller sauber und geladen als die erste Waschladung durch war. So werden wir den Sonntag noch als Ruhetag haben. Als Abschluß haben wir uns dann aber noch einen Restaurantbesuch gegönnt im Holzhacker unweit von daheim.

  1. in diese Richtung []

Belfort

Nachtrag vom 24.07.2020 22:30 Uhr

Belfort war das erklärte Ziel, weil “unser” Hotel in Montbéliard mangels Buchungen länger geschlossen blieb und unsere Buchung stornierte. Mit dem Hotel-Restaurant in Belfort schien die Wahl auch gut und so wollten wir diese Stadt auch mal kennenlernen. Doch wie kommt man hin? Drei Routen hatte ich ausgearbeitet. Da wir immer früh dran waren in diesem Urlaub, entschieden wir uns für die längste. Bis Besancon quasi direkt ohne den nahegelegten Abstecher nach Arbois, welches wir auf der ausgebauten Nationalstraße passierten. Dann so direkt wie möglich am Doubs entlang bis kurz vor Mömpelgard. Das ist mit Belfort zusammen fast schon ein Ballungsraum und am besten auf der mautfreien Autobahn durchquert.

Klappte auch alles prima inklusive der Tankerei. Und da es wieder kein Mittagessen gab, war die Pausenwahl auch recht frei. Wir hatten uns beim Bäcker Frühstück besorgt und im Zimmer gefuttert. So kamen auch die Käse- und Wurstreste weg. Zudem haben wir beim Start schon getrödelt und erst mal den Wochenmarkt in Moirans besucht, was unseren Nachbarn ein Mitbringsel bescherte. Am Stausee bei Moirans machten wir auch noch einen Abstecher. Ebenso in Baumes-les-Dames, bekannt aus unserer Cevennenreise. War aber leicht enttäuschend. Die Aussicht oben war immer noch schön. Unten stauten sich am Fereinfreitag die Touristen, wie wir es noch nicht kannten. Und der Wasserfall war ausgetrocknet. Wenden, nicht anhalten, war da die Devise. Haben dadurch Zeit vertrödelt, hätte man aber anderswo schöner verbringen können.

Richtig getrödelt, sprich Annettes geliebte Mittagssiesta gemacht, haben wir dann in L’Isle-sur-les-Doubs auf dem verschlafenen Parkplatz der Gemeindeverwaltung direkt am Fluß. War nett, aber die Kerne der am Boden liegenden Kirschen verteilten wir nicht nur abends im Hotel, sondern brachten welche bis nach Hause. Am Hotel waren wir prompt wieder sehr zeitig, weil eben alles so glatt lief. Bis dahin. Im Detail: Einchecken war kein Problem, die Reservierung im angegliederten Hotel stand auch schon. Und eine Garagenbuchung. in der “Großstadt” wollte ich nicht unbedingt das aufgerödelte Motorrad auf der Straße parken und alles hochschleppen auch nicht. Die Garage war ums Eck. Eigentlich kein Problem. Eigentlich. Das Hotel liegt auf dieser Ecke, angekommen sind wir auf einer zweispurigen Einbahnstraße. “Ums Eck” hieße, die nächste Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Als ich nach einer Wegbeschreibung – schließlich preist man das kleine Garägle nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Autos an, gab es ein schulterzuckendes “auf dem Gehweg schieben” als beste Option. Kann man jenseits der 30°C machen, will man aber nicht. Speziell dieser man, der hier schreibt. Autos werden auch nicht ums Eck geschoben, drei mal links abbiegen sollte doch auch gehen. 20km später1 wusste ich, daß ein Navi auch für die paar Meter zur Garage hilfreich sein kann2, meine Halterung für die Kamerafernbedienung vermeintlich3 zu schmal fürs Mobiltelefon ist, dieses ausgerechnet für die Sprachansagen einer beliebten Navi-App nicht mit meinem Helm reden will, “drei Mal links” dank Einbahnstraßen knifflig werden kann und bei einem organisch gewachsenen Straßennetz ein Blick aufs Telefon zwischendurch am Straßenrand wenig hilft, wenn er in einer Einbahnstraße nach der Kreuzung getätigt wird, an der man hätte anders abbiegen müssen. Als Trostpreis gab es drei Runden druch den weniger schönen Teil der Stadt.

Bis ich aus der Dusche kam, war der Tag nicht mehr so jung und der Abstecher in die Innenstadt entsprechend kurz. Wobei man außer einer tagesfüllenden Besichtigung sämtlicher Festungsanlagen wenig mehr hätte machen können. Die Aussicht beim berühmten Löwen haben wir kurz genossen, ein wenig im schönen Park rumgesessen und sind dann ins Restaurant eingelaufen. Überpünktlich natürlich.

Ich fühlte mich in meinen kurzen Wanderhosen ein wenig underdressed, aber alles andere war tief vergraben im Gepäck in der Garage. Les Capuzins heißt übrigens sowohl das Hotel als auch das Restaurant, fährt groß auf und ist mal so richtig schick. Menü, Fixpreis, fertig, könnte man denken. Gut, es gibt Abstufungen. Nur Hauptgericht, 2 Gänge, alle drei, alles möglich. Und Fixpreis ist relativ, wenn bei den meisten Gerichten noch ein Aufschlag mit angegeben ist. Aber egal, es war es wirklich wert. Auch wenn die Rechnung dann mit Getränken, Apero etc knapp am Dreistellien schrammt. Kann man sich mal gönnen, Butterbrot4 gibt es daheim wieder. Das Frühstücksbuffet haben wir dann doch auch gleich noch gebucht. Zum Ausgleich war das Zimmer erstaunlich günstig, sehr gut renoviert und auf eine kitschige Art modern. Und ruhig. Dementsprechend dürfen bald die Augen zufallen.

  1. um die Pointe vorwegzunehmen []
  2. so es nicht im Zimmer liegt []
  3. merkte ich am nächsten Morgen []
  4. für mich ohne Butter []

Moirans-en-Montagne

Nachtrag vom 23.07.2020 22:30 Uhr

Die nächste Etappe der Heimfahrt. Ich wollte mal die Gegend etwas weiter westlich der alten Route erkunden. Könnte ja sein, daß man bei Kurzreisen da mal hin will. Muß aber nicht.

Nach einem brauchbaren Frühstück im U’Fredy ging es los. Wieder hat das Mädchen für alles im Hotel mit ihrer netten Art alle sonstigen Unzulänglichkeiten ausgebügelt. Auch zickte die KTM anfangs etwas rum, ging immer wieder während der Fahrt aus. Irgendwie bekommt ihr der Franzosensprit nicht immer. Und weil wir schon gemütlich unterwegs waren, passierte uns auch das eine oder andere flotte Handwerkerle in seinem weißen Kastenwagen. Wir genossen die Aussicht.

Die ist an der Straße entlang des Lac d’Annecy gar nicht mal so gut. Egal, wie handtuchschmal das Grundstück am See neben der Straße ist, irgendeine Datsche wird mindestens draufgeklatscht. Verwunderlich bei dem starken Verkehr, erholen würde ich mich da nicht. Irgendwie eine ungute Mischung und so setzten wir uns planmäßig nach der Hälfte der Seelänge ab in die Berge. Hier dann wieder der Fluch der landschaftlich schönen Rückfahrt statt der Direttissima: Ja, irgendwie hübsch, aber nach den bereits gesehenen Highlights dann doch fad.

Kurzer Supermarkttankstop in Rumily, bei Seyssel wieder über die Rhône. Was beinahe zu kurz kam, war eine Pause. Da ja die Mittagsvesper ausfällt, vergisst man das leicht und irgendwie kämen wir viel zu früh an. Ein Wegweiser zu einem See schaffte da Abhilfe. Der entpuppte sich trotz der kleinen Zufahrtsstraße als touristisch1 gut erschlossen mit Liegeweisen, Badestrand, Restaurant und und und. Da warfen wir auf der Weise mal die Motorradklamotten von uns und genossen die Sonne bei ganz akzeptablen Temperaturen.

Zu früh kamen wir dennoch an. Aber man war sehr hilfsbereit. Die Brasserie vorne im Gebäude gehört wirtschaftlich nicht zum Hotel, aber man erfragte telefonisch den Zugangscode und die Zimmernummer. Hätte man eigentlich auch per Mial bekommen sollen für den Fall einer frühen Anreise. Faktisch, wenn auch zur Verwirrung des Betriebs, hätte man aus einigen Zimmern auswählen können, die offen standen. Aber unseres gefiel uns eh auf Anhieb. Ruhig hintenraus zum eigentlichen Parkplatz, wie sich rausstellen sollte. Denn schon während ich das Gepäck hoch trug, war die Rezeptionistin da und wir parlierten ein wenig. Fazit: Ja, der geschotterte Platz im Hotel ist der Parkplatz und ich solle lieber dort parken statt bei dem an der Straße geparkten Auto mit dem seit zwei Jahren abgelaufenen deutschen Exportkennzeichen2. Und am allerbesten direkt am Hotel. Das war allerdings recht steil und gefiel mir nicht sonderlich. Alternativ könne ich das Motorrad auch in ihre Garage in der Nähe stellen, was mir auch nicht gefiel. Schließlich durfte ich nach Rücksprache mit dem Betreiber der benachbarten Fahrschule oben auf dem Plateau parken. Mein Eindruck: Geteiltes Grundstück, jeder hat seinen (unmarkierten) Bereich und der nette Nachbar drückte ein Auge zu.

Nach dem Frischmachen schlenderten wir durch den Ort, der in Sachen morbider Charme Florac übertreffen will. Viel zu, viel Leerstand, aber im Zentrum auch viel Leben. Am Spielzeugmuseum, DEM Touristenmagneten laut den Prospekten, war tageszeitlich und pandemiebedingt nichts los. Die drei in Frage kommenden Einkehrmöglichkeiten waren schnell abgeklärt und wir reservierten formlos kurz vor Öffnung an dem leckersten mit der Terrasse Richtung Museum. Wobei direkt daran auch ein Schotterparkplatz grenzte. Die Wahl war kulinarisch sehr gut. Neben dem Konzept “Leckeres Bier3 als Aperetiv, Wein zum Essen” hatte ich in einem Risotto die leckersten und am besten gegarten Jakobsmuscheln überhaupt. Annette war mit ihrem Perlhuhn nicht ganz so zufrieden, da es trockener als erwartet war. Und weil wir im Jura waren, sollte es noch mal regionalen Wein geben. Savagnin bzw. den Cuvee mit Chardonnay hatte ich mangels breiter Verfügbarkeit bei uns schon wieder verdrängt. Böser Fehler, der Stoff ist einfach nur lecker.

Im ruhigen Hotelzimmer wird der Schlaf schnell kommen. Morgen noch eine Nach in Belfort, dann sind wir daheim!

  1. oder zumindest naherholungstechnisch []
  2. nur mal am Rande erwähnt []
  3. man würde es heute Craft-Beer nennen, was lokales jenseits des Reinheitsgebots []

La Clusaz Nachtrag

Annette hatte ja direkt nach dem Einchecken sich an der Rezeption beklagt gehabt. Relativ erfolglos. Und in Anbetracht der Gästefülle1 befürchteten wir für die Betriebsbereitschaft des Restaurants Schlimmes. Darum hier der Nachtrag, weil es doch anders kam.

Preislich war am Zimmer auch nichts zu machen, weil alles längst über ein bekanntes Buchungsportal abgewickelt war. Man hatte jedoch angeboten, uns im Restaurant entgegen zu kommen. Es wäre auch die ganze Karte aktiv. Außer uns waren noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch eingedeckt, also immerhin. Für Annette gab es eine Art Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan überbacken und einem Salat daneben, was sehr lecker war2, ich hatte gefüllte Pastasäckchen mit tomatiger Soße und Kochschinken darin. Bei denen würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß ein gewisser Herr Rana da die Finger nicht im Spiel hatte, aber sie waren gut. Leider selbst in dieser abgelegenen Lage auf dem für La Clusaz typischen hohen Preisniveau. Immerhin war dann Annettes Kräutertee, mein Gläschen Wein und ein nachdrücklich angebotener Verdauungsschnaps aufs Haus. Die nette und bemühte Kellnerin/Rezeptionistin hatte das ja angekündigt. Wobei ein Espresso wohl kein Getränk, sondern eher Nachtisch ist. 😉

So schaffte die Dame es tatsächlich, unseren ersten Frust abzupuffern und uns ganz zufrieden aufs Zimmer zu lassen. Aber grundsätzlich werden wir künftig eher in anderen Orten entlang der Route nach Unterkünften schauen. La Clusaz ist schlicht auffallend teurer. Wobei noch nicht raus ist, ob das auch für die anderen Orte gilt.

  1. kaum vorhanden []
  2. aber auch sehr einfach vorzubereiten beziehungsweise Vorrätig zu halten []

La Clusaz – nochmal

Das mit La Clusaz war eigentlich eine lange Geschichte. Eigentlich hatten wir stumpf in der selben Unterkunft wie für den Hinweg gebucht. Stornierung bis nach dem Aufenthalt auf der Anreise möglich und das haben wir auch prompt gemacht. Eigentlich war alles ganz ok, aber doch viel Trubel. Nachts war es immerhin ruhig, aber naja. Zu dem Zeitpunkt wollten wir auch noch für die Rückreise umplanen. Durch die Schweiz über den Großen St. Bernhard und Martigny und nördlich davon wider rüber nach Frankreich. Kurz: La Clusaz wäre dann ein unnötiger Umweg gewesen. Wurde aber verworfen und wir buchten direktemang woanders in La Clusaz. Weil viel schönere Bilder, wenn auch etwas teurer, nach Karte ruhiger gelegen und überhaupt. Dazu später mehr, erst mal der Tag da hin.

Der Abschied von Arvier fiel schon recht schwer. Nette Gastgeberin, wunderschönes Zimmer und noch reichlich Wandergelegenheiten. Aber es muß mal endlich heimwärts gehen. Und das Wetter wirkte bedrohlich, üble Niederschläge waren entlang der Strecke immer dann möglich, wenn wir gerade vor Ort sind. Ich hatte schon das Bild im Kopf, daß uns unsere private kleine schwarze Wolke verfolgt, während sonst überall die Sonne schein. Es kam aber genau anders herum, Glück braucht der Mensch.

Es sollte ja über den kleinen Bernhard gehen. Statt dem schnelleren Weg durchs große Tal und die Skiorte prügelte ich die vollbeladene Else wieder über den San Carlo, der wochentags mit merklich weniger Verkehr richtig spaßig war. Auch hat es bei mir bei der Blickführung endlich mal wieder geschnackelt, Kehren gehen deutlich besser. Dazu noch etwas italienisches Temperament beim Überholen der Schleicher – die durchaus auch absichtlich Schleichen, damit man endlich mal überholt – und schon war der Paß die helle Freude. Am Parkplatz für die Arpy-Wanderung haben wir kurz angehalten. War wieder gut voll da. Annette riss sich förmlich die wasser- und winddichte Innenjacke raus während ich nochmals feststellte, wie übel die Toiletten dort sind.

Am kleinen St. Bernhard hat es dann doch minimal kurz geregnet, wir kamen nicht mal zum Anhalten. Die Straße war fast durchgehend naß, unsere schwarze Wolke war wohl zu früh gestartet. Außer zwei deutschen Motorradfahrern, die beim Überholen motivierter waren als danach in den Kurven, gab es nichts zu vermelden.

Bourg-St-Maurice, das klassische Etappenziel am Fuße des Passes. Genauer wieder “unser” Super-U. Boxenstop, tanken und weiter. Neue Erkenntnis hier: Die haben tatsächlich ein Parkhaus, von dessen erster Etage eine Brücke zum Markt führt. Direkt zu den Toiletten. Merken für Regentage oder wenn die Sonne zu sehr brennt.

Die Fahrt zum Stausee von Roselend war wieder sehr schön und wir sind es entspannt angegangen. Doch merkte man bald, daß die Schulferien definitv in vollem Gange sind. Reichlich Betrieb. Und natürlich zur Mittagszeit alle Picknickplätzchen belegt. Betraf uns aber nicht, wir hatten reichlich gefrühstückt. Unseren alten Parkplatz von der letzten Reise fanden wir wieder, er ist doch jenseits der Staumauer. Die kleine Straße danach wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich hatte sie genommen, weil wir sonst immer die große genommen hatten, ich nicht umdrehen, dafür aber was Neues probieren wollte. Zeit hatten wir ja reichlich. Nett, aber klein und wurstelig war dann die Strecke über Arêches nach Beaufort, das heißt eher der erste Teil bis Arêches. Haken dran.

Villard-sur-Doron klingelte noch in meinem Hinterkopf. So laut, daß ich Madame Garmin überhörte, die mich abzubiegen anwies. Großer Tip: Nicht einfach nach der Neuberechnung in die folgende kleine Gasse einbiegen. Die “Durchgangsstraße” ist schon klein, aber diese Gasse mündet mit gefühlten 30% Steigung ohne Spiegel und ohne Sicht. Das restliche Sträßchen hoch zum Mont Bisanne war zwar bewältigbar und ohne den ungeplanten Schlenker am Stausee auch eine willkommene Abwechslung, aber so zu es sich etwas zäh. Auf dem Weg runter war klar, daß das die Hauptzufahrt zu dem Skigebiet ist.

Doch zuerst der Abstecher zum Gipfel. Dort steht nicht nur die Bergstation eines Sessellifts, sondern auch ein Restaurant/Café mit zu erwartender großer Aussicht. Doch auf dem Weg lauerte erst mal ein Straßenbautrupp, der ohne Beschilderung hemdsärmelig die Straße ausbesserte und dabei mit allerhand schwerem Gerät an mehreren Stellen den Weg blockierte. Doch man fuhr in angemessener Zeit beiseite. Was wollen auch die blöden Touristen zu Unzeit da hoch, Mittag ist doch rum? Und wir hatten schon gezweifelt, ob wirklich offen ist. Oben standen aber schon ein paar Autos und der Sessellift setzte sich auch gerade in Bewegung und schaufelte einen Mountainbikefahrer nebst Sportgerät nach dem anderen nach oben.

Das Aussichtscafé war erwartungsgemäß teuer und die Aussicht leider etwas trüb, aber dennoch grandios. Und sagte ich schon, daß es immer noch nicht geregnet hat? Nach Kaffee, Crêpes und Blaubeerkuchen1 ging es wieder talwärts und dann mal über den Aravis gen Ziel. Die Berge hier sind wunderschön. Wohl kommen sie uns auch so vor, weil sie stellenweise an Südtirol erinnern. Ein gutes Stück vor La Clusaz, mitten im Skigebiet, kamen wir dann bei unserer heutigen Unterkunft an.

Die Enttäuschung war groß genug, daß Annette ein paar deutliche Worte mit der Rezeptionistin wechselte. Ähnlichkeit mit den Bildern hat das Zimmer nicht und sie wüsste auch kein Zimmer, das so aussieht. Aha. Immerhin geräumig und sauber, aber auch an einigen Stellen ziemlich verbastelt. Und da wir früh dran waren, kamen wir uns in dieser Abgelegenheit wie die einzigen Gäste vor. An der Rezeption jammerte man auch ein wenig darüber, wie man bei der geringen Gästezahl über die Runden kommen soll. Aha. Gut, die Lage mag im Sommer schlechter sein als im Rest des Ortes, da das Skigebiet im Sommer nichts bringt und der Rest des Ortes, die MTB-Strecken und die Sommerrodelbahn zu weit weg sind. Vielleicht gehen alle Zimmer der Kategorie, die wir gebucht haben, zu Paßstraße hin raus und vielleicht wird der Laden noch so proppenvoll, daß man die bis dato einzigen Gäste außer uns genau über uns unterbringen muß, so daß wir was von deren Gepolter haben. Aber vielleicht hat man unseren klassischen Wusch nach einem ruhigen Zimmer – im Buchungsportal muß man dafür nur noch einen passenden Haken setzen, schlicht genau anders herum verstanden. Das würde auch die laute Musikbeschallung der leeren Terrasse erklären.

Wir schauen jetzt erst mal, ob das Restaurant was rausreißen kann. Wobei ich beim Tagesmenü Spaghetti Bolognese und hinterher Tiramisu – man nehme die fehlende Vorspeise zur Kenntnis – schon etwas skeptisch bin.

  1. lecker mit Marzipan oder zumindest Persipan im unkrümeligen Boden []

Arvier

Arvier liegt im Aosta-Tal und war Ziel unserer heutigen Verlegungsfahrt.

Vorm Frühstück packte ich schon den größten Teil des Gepäcks ans Motorrad. Wir wollten eh abwarten mit dem Frühstück, da der Bewohner des zweiten Zimmers sich für 07:45 Uhr angekündigt hatte und situationsbedingt nur die Gäste eines Zimmers gleichzeitig frühstücken dürfen. Klappte dann alles inklusive Bezahlung und es gab heute sogar ein Omlette.

Die Temperaturen stiegen schon wieder und so stiegen wir dann auch gleich an, hoch zum Col de Mont Cenis. 11°C sag ich da nur, schattig. Und wolkig, drückte von Lanslebourg ganz schön in den Pass rein. Auf der anderen Seite runter, Umweg über den Ort gemacht, erschrocken festgestellt, daß diese Tanke noch teurer ist als die italienischen und weitergefahren. Gleich noch mal übern Iseran, weil es neulich so schön war, wieder geblitzt worden1 und wieder runter nach Val d’Isère. Dort merkbefreite Kleinlasterfahrer kennengelernt. Wer im stockfinsteren Tunnel bei nasser Fahrbahn und 50er Tempolimit einem Motorrad, das mit über 60 unterwegs ist, noch bis ans Rücklicht ranfährt, kann nicht geistig gesund sein. Aber dann eine weitere überteuerte Tanke passiert und dann doch den Umweg über Bourg-St.-Maurice gemacht. War goldrichtig und ein Tip für künftige Zeiten und andere Reisende: Der SuperU hat nicht nur günstigen Sprit, Vespermaterial und ein sauberes Klo. Gegenüber gibt es an der Straße ein Picknickbänkchen. Wer sein Motorrad aus den Augen lassen mag und den Blick etwas weiter schweifen lässt, entdeckt noch weitere Bänke in einer Art Naherholungsgebiet und kann in Ruhe bequem vespern.

Weiter über den Kleinen St. Bernhard Pass, den San Carlo liegenlassend dann runter ins Aosta-Tal. Unser B&B liegt in der Fußgängerzone des mittelalterlichen Ortsteils. Kurz vorgefahren, abgeladen und umgeparkt an den Anfang der Fußgängerzone. Im B&B wurden wir herzlich empfangen, bekamen alles ausführlich erklärt und hatten noch etwas Smalltalk. Alles niedlich hier und gewollt rustikal, aber praktisch neu und picobello.

Nach den Duschen dann ab in den Ort, die zwei Restaurants gesichtet2 und dann in der Osteria/Pizzeria direkt am Ortseingang gelandet. War lecker, man war sehr engagiert, wenn auch die Pizza in der Mitte etwas zu saftig war. Riesige gemischte Salate dazu und erneut festgestellt, daß Italiener beim Bier nur “klein” und “mittel” kennen.

Kurzer Verdauungsspaziergang im Ort, dann basteln im Zimmer. Leider klappt das Umkopieren von der Speicherkarte der Videokamera auf die externe SSD nicht, wie daheim getestet, da das Tablet behauptet, die Speicherkarte wäre korrupt und müsse formatiert werden. Ja klar.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Fehlende Tage werde ich hoffentlich nachreichen und erst mal nur am Anfang das eigentliche Datum vermerken damit die nicht hinter früher geschriebenen Beiträgen verschwinden.

  1. Keine Angst, keine Polizei. Ein Fotograf bzw. deren zwei machen Bilder u.a. der Motorradfahrer, stellen die mit fetten Wasserzeichen und kleiner Auflösung online und wer sich wiedererkennt, kann gegen Bezahlung eine ordentliche Auflösung bekommen. []
  2. also auch deren Speisekarten []

La Clusaz

Als Ziel kannten wir es schon, hatten aber ein anderes Hotel gebucht, weil es in dem des letzten Aufenthalts trotz Nebensaison recht laut war.

Die Fahrt war relativ ereignislos und kurz. Passte aber, irgendwie waren wir doch etwas geschafft. Mittags gab es nur restliches Brot und Salami, denn irgendwie hatte nichts geöffnet. Doch unser Zimmer war um halb drei schon bezugsfertig. Entgegen der Onlineaussage ist das auch ab 14 Uhr so. So verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, getrübt nur ein wenig vom Gepolter der Sommerrodelbahn und anfangs den Gästen im Restaurant.

Das erwies sich als recht lecker. Die Forelle schmeckte und war sehr saftig, Annettes Tartiflettevariante Pela war auch gut. Zu mehr reichte es trotz magerem Mittagessen nicht. Lag wohl am Frühstück. Nur ganz virusangepasst war das Verhalten mancher Bedienung und einiger Gäste nicht. Auch wirkte beim Spaziergang im Ort so manches wie Apres-Ski im Sommer. Oder kurz davor.

Entsprechend früh waren wir im Bett. Nur lag unser ruhiges1 Zimmer unter dem Gastraum mit Stühlerücken auf Holzboden und so. Das Gepolter hatte wohl um 22 Uhr geendet und ich war dennoch eingeschlummert, da schreckte uns ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe auf. Man feiert hier wohl in den Nationalfeiertag rein und man feiert wohl auch in der aktuellen Situation. Nun denn, bin zügig wieder eingeschlafen.

Aber dennoch haben wir schon am Nachmittag nachgeschaut und bei dem Gepolter während wir im Bett lagen Fakten geschaffen: Dieses Hotel für die Rückfahrt storniert und was anderes gesucht. Etwas weiter außerhalb, auch mit Restaurant und es wäre sogar günstiger gewesen. Allerdings wünschte Annette sich das deutlich hübschere Dreibettzimmer.

  1. angeblich []

Jougne

12.07.2020 22:00

Der Start in den Urlaub war irgendwie nach Maß. Die Autobahnfahrt endete rechtzeitig, bevor es zu fad wurde. Beim Tanken fiel auf, daß der angeschlossene Supermarkt offen war und so konnten wir noch was zum Vespern abgreifen. Abendessen war ja gebucht und eh Kaiserwetter. Wir wurden nur bald hinauskomplimentiert, da der Laden schloß.

Erst noch etwas Verwirrung, weil uns das Navi auf die Autobahn schickte, inzwischen vergessen hatte, den Track auf der Karte einzublenden und ich uns somit falsch wähnte. Aber wir fanden wieder in die Spur und einen netten kleinen Spielplatz mit etwas Schatten fürs Mittagessen. Nur muss ich Garmin noch stecken, daß es großer Mist ist, wenn das stummgeschaltete Navi bei jedem Einschalten wieder plappert.

An der Unterkunft kamen wir pünktlich an, richteten uns und konnten gemütlich zum Abendessen übergehen. Winziges Risotto als Gruß aus der Küche, Tomatensuppe, gefüllte Tomaten mit Reis und hinterher Himbereis mit irgendeiner Creme. Lecker.

Bettschwere kam schnell und das Hotel kann man sich merken. Distanz zu Karlsruhe stimmt für den Weg in den Süden und die Gegend ist schon prächtig.

Test Ride

Heute gab es eine kleine Nordvogesen/Südpfalzrunde mit den Nachbarn. Eine kleine Tetsfahrt fürs Material und die Holde fühlte sich zweirädrig unterchauffiert dieses Jahr. Nun denn, die Sache mit dem Radausbau und dem Reifenwechsel…

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Rennes-Strasbourg-Karlsruhe

Der Vormittag verlief unspektakulär. Gepäck entgültig verstaut, im Gepäckraum des Hotels abgegeben und ausgecheckt.

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