Crespeïna-Joch

Mir geht der Humor aus. Auch die Wanderung ist wahrlich nichts Neues. Änderungen: Weniger Pausen und damit eine Viertelstunde (!) eingespart. Am Grödnerjoch nehmen sie jetzt 6€ für das Tagesticket am Parkplatz, wobei das Hotel auf der Sella-Seite seinen großen Parkplatz jetzt verrammelt und mit Schranken versehen hat. Der Weg zwischen Edelweisstal und Forcelles-Hütte ist immer noch übel rumpelig. Kam mir heute schlimmer vor als letztes Jahr beschrieben. Da hat der Betreiber der Hütte wohl Lobbyarbeit betrieben, damit auch ja die Leute den bequemeren Fahrweg an seiner Hütte vorbei nehmen. Auch wenn Annette weniger Zeit benötigte, um die Verbesserungen und weiter bestehenden Unzulänglichkeiten ihrer Schuhe zu erklären, waren wir dann doch alles in allem gute 7,5 Stunden unterwegs. Entsprechend kürzer war heute die Zeit zum Abendessen. Außer Duschen und Ausrüstung richten war nicht viel drin. Es gab nach dem Buffet Schwarzbrotknödel mit Graukäse, danach dünnes und zartes Rindfleisch “auf Nudelteig”, sprich das Fleisch lag als oberste Lage auf einer Art Lasagne. Beim Dessert hat es sich der Koch ordentlich gegeben. Das Eis war quasi von einem Crepes-Beutel umhüllt, das ganze heiß und mit Schokoladen- und Vanillesoße umgeben. Gerne wieder.

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Das ist kein Scherz

Ich bleibe albern, denn Monte Cherz war eines der Stichworte heute. So heißt der Grashügel – Berg ist etwas unpassend im Angesicht der Felsriesen – den wir heute vom Campolongo-Pass aus erklommen. Eine schöne Aussicht tät es geben, wenn nicht alles wolkenverhangen wäre. Wobei das Wechselspiel aus Verstecken und sich Zeigen der Berge auch spannend ist. Erst mal ging es dann über die Wiese zurück bis zu einer Liftstation. Die war zwar geschlossen, hatte aber eine praktische Überdachung zum Anlegen der Regenklamotten. Beim wieder Loslaufen prasselte es nur so, aber nicht lange. Nur war der Weg an einem kleinen Bergrücken entlang nicht nur wegen diesen Regens reichlich rutschig. Der Wanderführer mag die Tour zwar als tollen Lückenfüller für halbgare Tage anpreisen, aber Matsch macht auf der Runde keinen Spaß. Das Incisia-Joch war der Wendepunkt, es ging auf der anderen Seite zurück zum Hotel Boe am Pass. Somit gab es mal wieder viel Zeit zu Überbrücken bis zum Abendessen, aber Tourplanung, Wetterbericht, der sorgenvolle Blick in die Hochwassernachrichten aus Deutschland und ein erstes Bildersichten füllten sie aus. Zum Abendessen gab es dann nach dem üblichen Buffet grüne Tagliatelle mit Specksoße, gefüllte gegrillte Tomaten nebst leicht panierten dünnen Lachsscheiben und Vanilleeis in einer Schokosoße, die wohl mit etwas Chili aufgepeppt war. Zum Glück sind die beiden Gänge eher Seniorenteller, dem größten Teil des Publikums hier halt angepasst. Sonst währe die Kalorienbilanz hier deutlich positiv, was negativ wäre.

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Höher, weiter, aber nicht schneller

Mir fällt gerade auf, daß ich in den Titeln rumalbere und wenig informativ bin. Malga Valparola war das Ziel, der Valparolapass wurde fast erreicht. Gemütliche Wanderung mit Start im Regen. Eine gemütliche Wanderung zu einer Alm also, trotz Regen. Entsprechend lange fiel das Frühstück aus und die Regenhosen wurden schon im Zimmer angezogen. Und die Regenjacke. Da hatte ich zu meiner blauen kein Zutrauen mehr, nachdem ich beim Radeln in die Firma neulich abgesoffen war. Deshalb wurde die alte Mehrfarbige1 zu einer Reserveübung herangezogen. Schwerer und weniger atmungsaktiv, dafür aber dicht. Annette wollte auch nicht ihre Regenjacke anziehen, sondern warf sich ihren Poncho aka Froschkostüm über. Der half immens, da er die Regenwolken dauerhaft vertrieb und so nach kurzer Zeit im Rucksack verschwinden konnte. Dafür war die Aussicht mit den Wolkenfetzen in den Bergen mal was Anderes als immer nur Sonne und blauer Himmel. Nur war die Alm schnell erreicht und dank Ruhetag nicht so interessant. Hühner samt stolzem Gockel, Schweine und Kühe gab es zum Ablichten, aber insgesamt zu wenig Betätigung. Da die anderen Wanderer und auch Mountainbiker den Hinweisschildern zum Valparolapass folgten, zog es auch Annette da hin. Kurzum, wir sparten uns dann die letzten paar hundert Meter zum Pass, da die auf der Straße zu laufen gewesen wären und davor war dies auch mal der Fall. Aus knapp 6km wurden so über 13km und über die Höhenmeter will ich nicht nachdenken. Gab aber nette Aussichten und die müden Beine konnten etwas gelockert werden. In der Unterkunft waren wir damit nicht all zu spät, weshalb wir noch einen Abstecher in den Ort machten. Annette wollte in dem Laden, in dem sie letztes Jahr ihre Schuhe gekauft hatte, über diese noch mal drüber sehen lassen. Denn die drücken neuerdings an den Knöcheln und es kommen eh im Stundentakt auf den Wanderungen Kommentare, wo was kneift. Klingt ganz anders als der Lobgesang über die besten Schuhe jemals, den sie letztes Jahr angestimmt hatte. Aber halt auch nicht zwei Tage hintereinander drin steckte. Ich schnappte mir vom Grabbeltisch eine wasserdichte Telefonhülle von Sea to Summit. Auf weniger als ein Drittel reduziert und perfekt passend für mein Telefon. Abendessen war dann spannend. Es gab eine Gulaschsuppe, die im Gegensatz zu den anderen Suppen bisher im Aushang erwähnt wurde. Das ladinische Buffet, das wohl Salatbuffet und ersten Gang ersetzen sollte, bestand unter anderem aus leckeren Knödeln, Schlutzkrapfen, Feigen im Speckmantel2, Kartoffelsalat, Speck und so weiter. Bei gegrilltem Schinken mit Käsefüllung dachte ich irgendwie an so am Stück gegrillten Schinken mit einer Käsefüllung, von dem dann jeder eine Scheibe bekommt. War aber dünn aufgeschnitten, einmal um den Käse umgeklappt und dann gegrillt. Lecker aber dennoch und irgendwas in der Art Balsamico mit Honig war da auch im Spiel. Die mit Preiselbeeren gefüllten Crepes waren zum Glück nur Stückchen und keine ganzen Crepes, die hätten nicht mehr gepasst. vor allem Grün- und Brauntöne fleckig angeordnet [↩]hätte ich nicht für ladinisch gehalten, das gehörte wohl in die Kategorie “übrig von gestern” [↩]

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Seen, Weiher, Tümpel

Mit schlechter Wetterprognose und schwindender Fernsicht verkleinern sich auch die Ambitionen. Heute war damit eine kleine Talrunde angesagt. Zwei Seen anschauen und nicht all zu viel ansteigen nach dem gestrigen langen Abstieg. Der ging mal wieder mehr in die Beine, als man vorher wahr haben will. Den Sompuntsee kannten wir schon vom letzten Jahr, da waren wir ja vom Villa Alba aus hier am Albergo Stella vorbei gelaufen. Und es ist immer noch der kleine Schwanenweiher mit großem Hotel daneben. Aber am Weg, den der Wanderführer von Pedratsches aus gehen wollte. Schöner sollte da der Lago Lalunch weiter nördlich sein. Grob am Tal entlang, aber dennoch mit einigen Höhenmetern in den Beinen kamen wir an und teilten mit den anderen Wanderern die Enttäuschung. Bilder zeigen einen klaren Bergsee vor großer Kulisse1 aber durch die Regenfälle der letzten Zeit gab es nur einen graubraunen Tümpel zu sehen. Bis auf die Seerosen eine Baustellenpfütze in groß. Die Umrundung sparten wir uns, wie der Kreuzkofel aussieht, wissen wir. Die Rückrunde gingen wir natürlich nicht bis runter in den Ort, wo laut Wanderführer Start und Ziel lagen, sondern kürzten entlang ausgeschilderter Wege oberhalb ab. Relativ ereignislos kamen wir so wieder zur Unterkunft zurück. Naja, bis auf die protestierenden Schienbeine, Waden und Knie, aber das liegt ja an der gestrigen Tour. Früh war es auch, aber die Erholung im Zimmer wurde gerne genommen. Kopfschmerzen und Dauerdurst2 plagten mich eh, weshalb ich bis zum Abendessen durchschlief. Da gab es nach dem Buffet3 Nudeln mit Tomatensoße und gratinierten Zucchini, Wiener Schnitzel4 mit Feigen und Fritten und abschließend Sachertorte. gerne den Kreuzkofel von der anderen Seeseite aus [↩]mit entsprechend häufiger Suche eines geeigneten Plätzchens [↩]mit Canellonistückchen, in denen von gestern wohl das Fleisch war [↩]eher Wiener Art [↩]

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Regen? Soll vorkommen…

Ein Haken unseres aktuellen Urlaubs: Die Wetterprognosen sind beginnend ab heute, dem Tag unserer Anreise, einfach grottig. Hat uns aber nicht abgehalten, irgendwas kann man schon machen. Und die Gewitterwarnungen des letzten Aufenthalts hatten sich ja auch nie bewahrheitet. Der Plan für den heutigen Tag also: Mit der Seilbahn bis zur Mittelstation des La Crusc Liftes, von dort an einem kleinen idyllischen See vorbei wenigstens etwas bergauf gehen bis zur Kirche von Heiligkreuz und da dann genießen, was sich an Aussicht so findet, den Wanderweg mit zwischengeschaltetem Klettersteig zum Heiligkreuzjoch1 von Weitem in Augenschein nehmen und zuguterletzt bis La Villa absteigen. Naja, und dann wieder bis zum Auto bei der Talstation laufen. Letzteres wäre zumindest für Annette optional gewesen. Ich hatte schon gesagt, daß ich im Zweifel bei Sauwetter das Auto alleine hole, während sie schon zur Unterkunft geht. Das Wetter hielt von ein paar Tropfen abgesehen ganz gut. Just an der Abzweigung, an der sich Annette gegen den direkten Weg zur Unterkunft entschied, regnete es dann doch genug, um sich wasserfest einzukleiden. Ich machte das ganz flott, denn bei der zu erwartenden flachen Talwanderung wollte ich dem guten alten Poncho mal wieder eine Chance geben. Der Weg zog sich, es ging doch noch gut bergauf und -ab, aber keine weiteren Schwierigkeiten durch den Regen. Der Poncho funktionierte ganz gut und hält mal eben auch den Rucksack trocken. Nur die Waden mussten beim Rückenwind leiden, da war es etwas feucht. Wogegen die kniehohen Gamaschen helfen würden, lägen sie nicht im Rucksack, sondern würden getragen. War aber nicht schlimm. Der etwas ausgedehntere Nachmittag wurde dann gemütlich verbracht, bis der Wecker zum Aufbruch zum Abendessen mahnte. Nach dem Salatbuffet gab es “aufgeblasene Gnocchi”, irgendwie überbacken und was Cremiges. Unter dünn aufgeschnittenem Fleisch versteckte sich neben den Kartoffeln wie gestern auch Polenta. Vanilleeis mit heißen Früchten gab es als Nachtisch und in der Bar noch einen Kaffee. Apropos “Kartoffeln wie gestern”. An sich finde ich es klasse, wenn so gekocht wird, daß alles verwertet wird. Interessant ist hier immer wieder, daß es beim Buffet noch etwas vom Vorabend gibt. Gestern irgendwelche Nockerl, heute Hackbällchen. Auch gerne genommen. Doch wie gerne? Reinsetzen und aufessen wäre die sponatne Reaktion. Eingedenk dessen, daß wir aber immer mit die ersten am Buffet sind, traue ich mich stets nur, eine kleine Menge zu nehmen. Andere sollen auch eine Chance haben. Andererseits wäre es auch zu schade, wenn dann immer noch was über bleibt und möglicherweise irgendwann weggeworfen werden muß. Eine Zwickmühle. und damit den Ansteig zum Heiligkreuzkofel [↩]

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Belfort

Nachtrag vom 24.07.2020 22:30 Uhr Belfort war das erklärte Ziel, weil “unser” Hotel in Montbéliard mangels Buchungen länger geschlossen blieb und unsere Buchung stornierte. Mit dem Hotel-Restaurant in Belfort schien die Wahl auch gut und so wollten wir diese Stadt auch mal kennenlernen. Doch wie kommt man hin? Drei Routen hatte ich ausgearbeitet. Da wir immer früh dran waren in diesem Urlaub, entschieden wir uns für die längste. Bis Besancon quasi direkt ohne den nahegelegten Abstecher nach Arbois, welches wir auf der ausgebauten Nationalstraße passierten. Dann so direkt wie möglich am Doubs entlang bis kurz vor Mömpelgard. Das ist mit Belfort zusammen fast schon ein Ballungsraum und am besten auf der mautfreien Autobahn durchquert. Klappte auch alles prima inklusive der Tankerei. Und da es wieder kein Mittagessen gab, war die Pausenwahl auch recht frei. Wir hatten uns beim Bäcker Frühstück besorgt und im Zimmer gefuttert. So kamen auch die Käse- und Wurstreste weg. Zudem haben wir beim Start schon getrödelt und erst mal den Wochenmarkt in Moirans besucht, was unseren Nachbarn ein Mitbringsel bescherte. Am Stausee bei Moirans machten wir auch noch einen Abstecher. Ebenso in Baumes-les-Dames, bekannt aus unserer Cevennenreise. War aber leicht enttäuschend. Die Aussicht oben war immer noch schön. Unten stauten sich am Fereinfreitag die Touristen, wie wir es noch nicht kannten. Und der Wasserfall war ausgetrocknet. Wenden, nicht anhalten, war da die Devise. Haben dadurch Zeit vertrödelt, hätte man aber anderswo schöner verbringen können. Richtig getrödelt, sprich Annettes geliebte Mittagssiesta gemacht, haben wir dann in L’Isle-sur-les-Doubs auf dem verschlafenen Parkplatz der Gemeindeverwaltung direkt am Fluß. War nett, aber die Kerne der am Boden liegenden Kirschen verteilten wir nicht nur abends im Hotel, sondern brachten welche bis nach Hause. Am Hotel waren wir prompt wieder sehr zeitig, weil eben alles so glatt lief. Bis dahin. Im Detail: Einchecken war kein Problem, die Reservierung im angegliederten Hotel stand auch schon. Und eine Garagenbuchung. in der “Großstadt” wollte ich nicht unbedingt das aufgerödelte Motorrad auf der Straße parken und alles hochschleppen auch nicht. Die Garage war ums Eck. Eigentlich kein Problem. Eigentlich. Das Hotel liegt auf dieser Ecke, angekommen sind wir auf einer zweispurigen Einbahnstraße. “Ums Eck” hieße, die nächste Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Als ich nach einer Wegbeschreibung – schließlich preist man das kleine Garägle nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Autos an, gab es ein schulterzuckendes “auf dem Gehweg schieben” als beste Option. Kann man jenseits der 30°C machen, will man aber nicht. Speziell dieser man, der hier schreibt. Autos werden auch nicht ums Eck geschoben, drei mal links abbiegen sollte doch auch gehen. 20km später1 wusste ich, daß ein Navi auch für die paar Meter zur Garage hilfreich sein kann2, meine Halterung für die Kamerafernbedienung vermeintlich3 zu schmal fürs Mobiltelefon ist, dieses ausgerechnet für die Sprachansagen einer beliebten Navi-App nicht mit meinem Helm reden will, “drei Mal links” dank Einbahnstraßen knifflig werden kann und bei einem organisch gewachsenen Straßennetz ein Blick aufs Telefon zwischendurch am Straßenrand wenig hilft, wenn er in einer Einbahnstraße nach der Kreuzung getätigt wird, an der man hätte anders abbiegen müssen. Als Trostpreis gab es drei Runden druch den weniger schönen Teil der Stadt. Bis ich aus der Dusche kam, war der Tag nicht mehr so jung und der Abstecher in die Innenstadt entsprechend kurz. Wobei man außer einer tagesfüllenden Besichtigung sämtlicher Festungsanlagen wenig mehr hätte machen können. Die Aussicht beim berühmten Löwen haben wir kurz genossen, ein wenig im schönen Park rumgesessen und sind dann ins Restaurant eingelaufen. Überpünktlich natürlich. Ich fühlte mich in meinen kurzen Wanderhosen ein wenig underdressed, aber alles andere war tief vergraben im Gepäck in der Garage. Les Capuzins heißt übrigens sowohl das Hotel als auch das Restaurant, fährt groß auf und ist mal so richtig schick. Menü, Fixpreis, fertig, könnte man denken. Gut, es gibt Abstufungen. Nur Hauptgericht, 2 Gänge, alle drei, alles möglich. Und Fixpreis ist relativ, wenn bei den meisten Gerichten noch ein Aufschlag mit angegeben ist. Aber egal, es war es wirklich wert. Auch wenn die Rechnung dann mit Getränken, Apero etc knapp am Dreistellien schrammt. Kann man sich mal gönnen, Butterbrot4 gibt es daheim wieder. Das Frühstücksbuffet haben wir dann doch auch gleich noch gebucht. Zum Ausgleich war das Zimmer erstaunlich günstig, sehr gut renoviert und auf eine kitschige Art modern. Und ruhig. Dementsprechend dürfen bald die Augen zufallen. um die Pointe vorwegzunehmen [↩]so es nicht im Zimmer liegt [↩]merkte ich am nächsten Morgen [↩]für mich ohne Butter [↩]

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Moirans-en-Montagne

Nachtrag vom 23.07.2020 22:30 Uhr Die nächste Etappe der Heimfahrt. Ich wollte mal die Gegend etwas weiter westlich der alten Route erkunden. Könnte ja sein, daß man bei Kurzreisen da mal hin will. Muß aber nicht. Nach einem brauchbaren Frühstück im U’Fredy ging es los. Wieder hat das Mädchen für alles im Hotel mit ihrer netten Art alle sonstigen Unzulänglichkeiten ausgebügelt. Auch zickte die KTM anfangs etwas rum, ging immer wieder während der Fahrt aus. Irgendwie bekommt ihr der Franzosensprit nicht immer. Und weil wir schon gemütlich unterwegs waren, passierte uns auch das eine oder andere flotte Handwerkerle in seinem weißen Kastenwagen. Wir genossen die Aussicht. Die ist an der Straße entlang des Lac d’Annecy gar nicht mal so gut. Egal, wie handtuchschmal das Grundstück am See neben der Straße ist, irgendeine Datsche wird mindestens draufgeklatscht. Verwunderlich bei dem starken Verkehr, erholen würde ich mich da nicht. Irgendwie eine ungute Mischung und so setzten wir uns planmäßig nach der Hälfte der Seelänge ab in die Berge. Hier dann wieder der Fluch der landschaftlich schönen Rückfahrt statt der Direttissima: Ja, irgendwie hübsch, aber nach den bereits gesehenen Highlights dann doch fad. Kurzer Supermarkttankstop in Rumily, bei Seyssel wieder über die Rhône. Was beinahe zu kurz kam, war eine Pause. Da ja die Mittagsvesper ausfällt, vergisst man das leicht und irgendwie kämen wir viel zu früh an. Ein Wegweiser zu einem See schaffte da Abhilfe. Der entpuppte sich trotz der kleinen Zufahrtsstraße als touristisch1 gut erschlossen mit Liegeweisen, Badestrand, Restaurant und und und. Da warfen wir auf der Weise mal die Motorradklamotten von uns und genossen die Sonne bei ganz akzeptablen Temperaturen. Zu früh kamen wir dennoch an. Aber man war sehr hilfsbereit. Die Brasserie vorne im Gebäude gehört wirtschaftlich nicht zum Hotel, aber man erfragte telefonisch den Zugangscode und die Zimmernummer. Hätte man eigentlich auch per Mial bekommen sollen für den Fall einer frühen Anreise. Faktisch, wenn auch zur Verwirrung des Betriebs, hätte man aus einigen Zimmern auswählen können, die offen standen. Aber unseres gefiel uns eh auf Anhieb. Ruhig hintenraus zum eigentlichen Parkplatz, wie sich rausstellen sollte. Denn schon während ich das Gepäck hoch trug, war die Rezeptionistin da und wir parlierten ein wenig. Fazit: Ja, der geschotterte Platz im Hotel ist der Parkplatz und ich solle lieber dort parken statt bei dem an der Straße geparkten Auto mit dem seit zwei Jahren abgelaufenen deutschen Exportkennzeichen2. Und am allerbesten direkt am Hotel. Das war allerdings recht steil und gefiel mir nicht sonderlich. Alternativ könne ich das Motorrad auch in ihre Garage in der Nähe stellen, was mir auch nicht gefiel. Schließlich durfte ich nach Rücksprache mit dem Betreiber der benachbarten Fahrschule oben auf dem Plateau parken. Mein Eindruck: Geteiltes Grundstück, jeder hat seinen (unmarkierten) Bereich und der nette Nachbar drückte ein Auge zu. Nach dem Frischmachen schlenderten wir durch den Ort, der in Sachen morbider Charme Florac übertreffen will. Viel zu, viel Leerstand, aber im Zentrum auch viel Leben. Am Spielzeugmuseum, DEM Touristenmagneten laut den Prospekten, war tageszeitlich und pandemiebedingt nichts los. Die drei in Frage kommenden Einkehrmöglichkeiten waren schnell abgeklärt und wir reservierten formlos kurz vor Öffnung an dem leckersten mit der Terrasse Richtung Museum. Wobei direkt daran auch ein Schotterparkplatz grenzte. Die Wahl war kulinarisch sehr gut. Neben dem Konzept “Leckeres Bier3 als Aperetiv, Wein zum Essen” hatte ich in einem Risotto die leckersten und am besten gegarten Jakobsmuscheln überhaupt. Annette war mit ihrem Perlhuhn nicht ganz so zufrieden, da es trockener als erwartet war. Und weil wir im Jura waren, sollte es noch mal regionalen Wein geben. Savagnin bzw. den Cuvee mit Chardonnay hatte ich mangels breiter Verfügbarkeit bei uns schon wieder verdrängt. Böser Fehler, der Stoff ist einfach nur lecker. Im ruhigen Hotelzimmer wird der Schlaf schnell kommen. Morgen noch eine Nach in Belfort, dann sind wir daheim! oder zumindest naherholungstechnisch [↩]nur mal am Rande erwähnt [↩]man würde es heute Craft-Beer nennen, was lokales jenseits des Reinheitsgebots [↩]

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La Clusaz Nachtrag

Annette hatte ja direkt nach dem Einchecken sich an der Rezeption beklagt gehabt. Relativ erfolglos. Und in Anbetracht der Gästefülle1 befürchteten wir für die Betriebsbereitschaft des Restaurants Schlimmes. Darum hier der Nachtrag, weil es doch anders kam. Preislich war am Zimmer auch nichts zu machen, weil alles längst über ein bekanntes Buchungsportal abgewickelt war. Man hatte jedoch angeboten, uns im Restaurant entgegen zu kommen. Es wäre auch die ganze Karte aktiv. Außer uns waren noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch eingedeckt, also immerhin. Für Annette gab es eine Art Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan überbacken und einem Salat daneben, was sehr lecker war2, ich hatte gefüllte Pastasäckchen mit tomatiger Soße und Kochschinken darin. Bei denen würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß ein gewisser Herr Rana da die Finger nicht im Spiel hatte, aber sie waren gut. Leider selbst in dieser abgelegenen Lage auf dem für La Clusaz typischen hohen Preisniveau. Immerhin war dann Annettes Kräutertee, mein Gläschen Wein und ein nachdrücklich angebotener Verdauungsschnaps aufs Haus. Die nette und bemühte Kellnerin/Rezeptionistin hatte das ja angekündigt. Wobei ein Espresso wohl kein Getränk, sondern eher Nachtisch ist. 😉 So schaffte die Dame es tatsächlich, unseren ersten Frust abzupuffern und uns ganz zufrieden aufs Zimmer zu lassen. Aber grundsätzlich werden wir künftig eher in anderen Orten entlang der Route nach Unterkünften schauen. La Clusaz ist schlicht auffallend teurer. Wobei noch nicht raus ist, ob das auch für die anderen Orte gilt. kaum vorhanden [↩]aber auch sehr einfach vorzubereiten beziehungsweise Vorrätig zu halten [↩]

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Bruzolo

14.07.2020 22:00 Uhr Heute gab es wieder eine größere Verlegungsfahrt mit einigen Highlights. Über den Aravis zum Lac des Roselend. Da fanden wir unseren damaligen Picknickplatz nicht wieder, doch der heute hatte auch seine Vorzüge. Unter anderem Bänke, die auch noch frei waren. Wir hatten uns auch vor der französischen Mittagszeit niedergelassen. Tankstop wieder in Bourg-St.-Maurice und an der Zufahrt zum Kleinen Sankt Bernhard vorbei ins Isˋere-Tal, an den bekannten Wintersportorten vorbei und hoch zum Col d’Iseran. Mit 2770m der höchste alphaltierte Pass der Alpen. Höher als so mancher von uns bestiegene Berggipfel. Wieder unten in Bonneville gab es Kaffee, Tee und Kuchen. Dann ging es auch schon wieder hoch zum Col de Mont Cenis, der aber unter Wolken nicht zum Verweilen einladen wollte. Am “Bonker” Le Malamot schauten wir kurz vorbei. Schien offen zu sein und auch Gäste zu haben. Freut uns, wir hatten schon befürchtet, dieser urige Platz wäre geschlossen. Unten im Susa-Tal zog es sich prompt wieder. Klar war es auch wieder warm. Zielsicher fanden wir zwar den Ort und den Punkt, an dem das B&B sein sollte, aber da war nur ein Tor, das ins Innere eines bröckelnden Kastells führte. Doch es fanden sich auch Hinweisschilder und nach einem kurzen Stück auf einem Schotterweg durch die Anlage hindurch fand sich auch gleich außerhalb das B&B, wo wir gleich herzlich empfangen wurden, obwohl wir recht früh dran waren. Wir lebten uns ein und lernten auch, mit so manch rustikalem Detail zu leben, daß bei der Buchung nicht so offensichtlich war. Zum Abendessen inspizierten wir die beiden Lokale im Ort. Eines der beiden bedient derzeit eigentlich nur nach Voranmeldung und Reservierung, hatte aber just heute einen “richtig offenen” Tag und eine Kellnerin sprach recht gut Englisch. Also ließen wir es uns dort gut gehen bei einer leckeren und lokalen Antipasti-Auswahl und zwei Mal Pasta. Man war verwundert, daß die komischen Reisenden zwei erste Gänge nahmen, statt einen zweiten auf den ersten folgen zu lassen, aber so sind wir halt. Von den Hauptspeisen hat uns nichts angelacht. Dann war auch schon der unverschämt günstige Hauswein1 leer, ein Kaffee hinterher und wir schlenderten zurück. Erfüllter Tag, passt. 3,70€ pro halbem Liter und es gab 4 oder 5 zur Auswahl. Je weiß und rot! [↩]

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La Clusaz

Als Ziel kannten wir es schon, hatten aber ein anderes Hotel gebucht, weil es in dem des letzten Aufenthalts trotz Nebensaison recht laut war. Die Fahrt war relativ ereignislos und kurz. Passte aber, irgendwie waren wir doch etwas geschafft. Mittags gab es nur restliches Brot und Salami, denn irgendwie hatte nichts geöffnet. Doch unser Zimmer war um halb drei schon bezugsfertig. Entgegen der Onlineaussage ist das auch ab 14 Uhr so. So verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, getrübt nur ein wenig vom Gepolter der Sommerrodelbahn und anfangs den Gästen im Restaurant. Das erwies sich als recht lecker. Die Forelle schmeckte und war sehr saftig, Annettes Tartiflettevariante Pela war auch gut. Zu mehr reichte es trotz magerem Mittagessen nicht. Lag wohl am Frühstück. Nur ganz virusangepasst war das Verhalten mancher Bedienung und einiger Gäste nicht. Auch wirkte beim Spaziergang im Ort so manches wie Apres-Ski im Sommer. Oder kurz davor. Entsprechend früh waren wir im Bett. Nur lag unser ruhiges1 Zimmer unter dem Gastraum mit Stühlerücken auf Holzboden und so. Das Gepolter hatte wohl um 22 Uhr geendet und ich war dennoch eingeschlummert, da schreckte uns ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe auf. Man feiert hier wohl in den Nationalfeiertag rein und man feiert wohl auch in der aktuellen Situation. Nun denn, bin zügig wieder eingeschlafen. Aber dennoch haben wir schon am Nachmittag nachgeschaut und bei dem Gepolter während wir im Bett lagen Fakten geschaffen: Dieses Hotel für die Rückfahrt storniert und was anderes gesucht. Etwas weiter außerhalb, auch mit Restaurant und es wäre sogar günstiger gewesen. Allerdings wünschte Annette sich das deutlich hübschere Dreibettzimmer. angeblich [↩]

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