November 2020
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Belfort

Nachtrag vom 24.07.2020 22:30 Uhr

Belfort war das erklärte Ziel, weil “unser” Hotel in Montbéliard mangels Buchungen länger geschlossen blieb und unsere Buchung stornierte. Mit dem Hotel-Restaurant in Belfort schien die Wahl auch gut und so wollten wir diese Stadt auch mal kennenlernen. Doch wie kommt man hin? Drei Routen hatte ich ausgearbeitet. Da wir immer früh dran waren in diesem Urlaub, entschieden wir uns für die längste. Bis Besancon quasi direkt ohne den nahegelegten Abstecher nach Arbois, welches wir auf der ausgebauten Nationalstraße passierten. Dann so direkt wie möglich am Doubs entlang bis kurz vor Mömpelgard. Das ist mit Belfort zusammen fast schon ein Ballungsraum und am besten auf der mautfreien Autobahn durchquert.

Klappte auch alles prima inklusive der Tankerei. Und da es wieder kein Mittagessen gab, war die Pausenwahl auch recht frei. Wir hatten uns beim Bäcker Frühstück besorgt und im Zimmer gefuttert. So kamen auch die Käse- und Wurstreste weg. Zudem haben wir beim Start schon getrödelt und erst mal den Wochenmarkt in Moirans besucht, was unseren Nachbarn ein Mitbringsel bescherte. Am Stausee bei Moirans machten wir auch noch einen Abstecher. Ebenso in Baumes-les-Dames, bekannt aus unserer Cevennenreise. War aber leicht enttäuschend. Die Aussicht oben war immer noch schön. Unten stauten sich am Fereinfreitag die Touristen, wie wir es noch nicht kannten. Und der Wasserfall war ausgetrocknet. Wenden, nicht anhalten, war da die Devise. Haben dadurch Zeit vertrödelt, hätte man aber anderswo schöner verbringen können.

Richtig getrödelt, sprich Annettes geliebte Mittagssiesta gemacht, haben wir dann in L’Isle-sur-les-Doubs auf dem verschlafenen Parkplatz der Gemeindeverwaltung direkt am Fluß. War nett, aber die Kerne der am Boden liegenden Kirschen verteilten wir nicht nur abends im Hotel, sondern brachten welche bis nach Hause. Am Hotel waren wir prompt wieder sehr zeitig, weil eben alles so glatt lief. Bis dahin. Im Detail: Einchecken war kein Problem, die Reservierung im angegliederten Hotel stand auch schon. Und eine Garagenbuchung. in der “Großstadt” wollte ich nicht unbedingt das aufgerödelte Motorrad auf der Straße parken und alles hochschleppen auch nicht. Die Garage war ums Eck. Eigentlich kein Problem. Eigentlich. Das Hotel liegt auf dieser Ecke, angekommen sind wir auf einer zweispurigen Einbahnstraße. “Ums Eck” hieße, die nächste Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Als ich nach einer Wegbeschreibung – schließlich preist man das kleine Garägle nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Autos an, gab es ein schulterzuckendes “auf dem Gehweg schieben” als beste Option. Kann man jenseits der 30°C machen, will man aber nicht. Speziell dieser man, der hier schreibt. Autos werden auch nicht ums Eck geschoben, drei mal links abbiegen sollte doch auch gehen. 20km später1 wusste ich, daß ein Navi auch für die paar Meter zur Garage hilfreich sein kann2, meine Halterung für die Kamerafernbedienung vermeintlich3 zu schmal fürs Mobiltelefon ist, dieses ausgerechnet für die Sprachansagen einer beliebten Navi-App nicht mit meinem Helm reden will, “drei Mal links” dank Einbahnstraßen knifflig werden kann und bei einem organisch gewachsenen Straßennetz ein Blick aufs Telefon zwischendurch am Straßenrand wenig hilft, wenn er in einer Einbahnstraße nach der Kreuzung getätigt wird, an der man hätte anders abbiegen müssen. Als Trostpreis gab es drei Runden druch den weniger schönen Teil der Stadt.

Bis ich aus der Dusche kam, war der Tag nicht mehr so jung und der Abstecher in die Innenstadt entsprechend kurz. Wobei man außer einer tagesfüllenden Besichtigung sämtlicher Festungsanlagen wenig mehr hätte machen können. Die Aussicht beim berühmten Löwen haben wir kurz genossen, ein wenig im schönen Park rumgesessen und sind dann ins Restaurant eingelaufen. Überpünktlich natürlich.

Ich fühlte mich in meinen kurzen Wanderhosen ein wenig underdressed, aber alles andere war tief vergraben im Gepäck in der Garage. Les Capuzins heißt übrigens sowohl das Hotel als auch das Restaurant, fährt groß auf und ist mal so richtig schick. Menü, Fixpreis, fertig, könnte man denken. Gut, es gibt Abstufungen. Nur Hauptgericht, 2 Gänge, alle drei, alles möglich. Und Fixpreis ist relativ, wenn bei den meisten Gerichten noch ein Aufschlag mit angegeben ist. Aber egal, es war es wirklich wert. Auch wenn die Rechnung dann mit Getränken, Apero etc knapp am Dreistellien schrammt. Kann man sich mal gönnen, Butterbrot4 gibt es daheim wieder. Das Frühstücksbuffet haben wir dann doch auch gleich noch gebucht. Zum Ausgleich war das Zimmer erstaunlich günstig, sehr gut renoviert und auf eine kitschige Art modern. Und ruhig. Dementsprechend dürfen bald die Augen zufallen.

  1. um die Pointe vorwegzunehmen []
  2. so es nicht im Zimmer liegt []
  3. merkte ich am nächsten Morgen []
  4. für mich ohne Butter []

Moirans-en-Montagne

Nachtrag vom 23.07.2020 22:30 Uhr

Die nächste Etappe der Heimfahrt. Ich wollte mal die Gegend etwas weiter westlich der alten Route erkunden. Könnte ja sein, daß man bei Kurzreisen da mal hin will. Muß aber nicht.

Nach einem brauchbaren Frühstück im U’Fredy ging es los. Wieder hat das Mädchen für alles im Hotel mit ihrer netten Art alle sonstigen Unzulänglichkeiten ausgebügelt. Auch zickte die KTM anfangs etwas rum, ging immer wieder während der Fahrt aus. Irgendwie bekommt ihr der Franzosensprit nicht immer. Und weil wir schon gemütlich unterwegs waren, passierte uns auch das eine oder andere flotte Handwerkerle in seinem weißen Kastenwagen. Wir genossen die Aussicht.

Die ist an der Straße entlang des Lac d’Annecy gar nicht mal so gut. Egal, wie handtuchschmal das Grundstück am See neben der Straße ist, irgendeine Datsche wird mindestens draufgeklatscht. Verwunderlich bei dem starken Verkehr, erholen würde ich mich da nicht. Irgendwie eine ungute Mischung und so setzten wir uns planmäßig nach der Hälfte der Seelänge ab in die Berge. Hier dann wieder der Fluch der landschaftlich schönen Rückfahrt statt der Direttissima: Ja, irgendwie hübsch, aber nach den bereits gesehenen Highlights dann doch fad.

Kurzer Supermarkttankstop in Rumily, bei Seyssel wieder über die Rhône. Was beinahe zu kurz kam, war eine Pause. Da ja die Mittagsvesper ausfällt, vergisst man das leicht und irgendwie kämen wir viel zu früh an. Ein Wegweiser zu einem See schaffte da Abhilfe. Der entpuppte sich trotz der kleinen Zufahrtsstraße als touristisch1 gut erschlossen mit Liegeweisen, Badestrand, Restaurant und und und. Da warfen wir auf der Weise mal die Motorradklamotten von uns und genossen die Sonne bei ganz akzeptablen Temperaturen.

Zu früh kamen wir dennoch an. Aber man war sehr hilfsbereit. Die Brasserie vorne im Gebäude gehört wirtschaftlich nicht zum Hotel, aber man erfragte telefonisch den Zugangscode und die Zimmernummer. Hätte man eigentlich auch per Mial bekommen sollen für den Fall einer frühen Anreise. Faktisch, wenn auch zur Verwirrung des Betriebs, hätte man aus einigen Zimmern auswählen können, die offen standen. Aber unseres gefiel uns eh auf Anhieb. Ruhig hintenraus zum eigentlichen Parkplatz, wie sich rausstellen sollte. Denn schon während ich das Gepäck hoch trug, war die Rezeptionistin da und wir parlierten ein wenig. Fazit: Ja, der geschotterte Platz im Hotel ist der Parkplatz und ich solle lieber dort parken statt bei dem an der Straße geparkten Auto mit dem seit zwei Jahren abgelaufenen deutschen Exportkennzeichen2. Und am allerbesten direkt am Hotel. Das war allerdings recht steil und gefiel mir nicht sonderlich. Alternativ könne ich das Motorrad auch in ihre Garage in der Nähe stellen, was mir auch nicht gefiel. Schließlich durfte ich nach Rücksprache mit dem Betreiber der benachbarten Fahrschule oben auf dem Plateau parken. Mein Eindruck: Geteiltes Grundstück, jeder hat seinen (unmarkierten) Bereich und der nette Nachbar drückte ein Auge zu.

Nach dem Frischmachen schlenderten wir durch den Ort, der in Sachen morbider Charme Florac übertreffen will. Viel zu, viel Leerstand, aber im Zentrum auch viel Leben. Am Spielzeugmuseum, DEM Touristenmagneten laut den Prospekten, war tageszeitlich und pandemiebedingt nichts los. Die drei in Frage kommenden Einkehrmöglichkeiten waren schnell abgeklärt und wir reservierten formlos kurz vor Öffnung an dem leckersten mit der Terrasse Richtung Museum. Wobei direkt daran auch ein Schotterparkplatz grenzte. Die Wahl war kulinarisch sehr gut. Neben dem Konzept “Leckeres Bier3 als Aperetiv, Wein zum Essen” hatte ich in einem Risotto die leckersten und am besten gegarten Jakobsmuscheln überhaupt. Annette war mit ihrem Perlhuhn nicht ganz so zufrieden, da es trockener als erwartet war. Und weil wir im Jura waren, sollte es noch mal regionalen Wein geben. Savagnin bzw. den Cuvee mit Chardonnay hatte ich mangels breiter Verfügbarkeit bei uns schon wieder verdrängt. Böser Fehler, der Stoff ist einfach nur lecker.

Im ruhigen Hotelzimmer wird der Schlaf schnell kommen. Morgen noch eine Nach in Belfort, dann sind wir daheim!

  1. oder zumindest naherholungstechnisch []
  2. nur mal am Rande erwähnt []
  3. man würde es heute Craft-Beer nennen, was lokales jenseits des Reinheitsgebots []

La Clusaz Nachtrag

Annette hatte ja direkt nach dem Einchecken sich an der Rezeption beklagt gehabt. Relativ erfolglos. Und in Anbetracht der Gästefülle1 befürchteten wir für die Betriebsbereitschaft des Restaurants Schlimmes. Darum hier der Nachtrag, weil es doch anders kam.

Preislich war am Zimmer auch nichts zu machen, weil alles längst über ein bekanntes Buchungsportal abgewickelt war. Man hatte jedoch angeboten, uns im Restaurant entgegen zu kommen. Es wäre auch die ganze Karte aktiv. Außer uns waren noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch eingedeckt, also immerhin. Für Annette gab es eine Art Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan überbacken und einem Salat daneben, was sehr lecker war2, ich hatte gefüllte Pastasäckchen mit tomatiger Soße und Kochschinken darin. Bei denen würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß ein gewisser Herr Rana da die Finger nicht im Spiel hatte, aber sie waren gut. Leider selbst in dieser abgelegenen Lage auf dem für La Clusaz typischen hohen Preisniveau. Immerhin war dann Annettes Kräutertee, mein Gläschen Wein und ein nachdrücklich angebotener Verdauungsschnaps aufs Haus. Die nette und bemühte Kellnerin/Rezeptionistin hatte das ja angekündigt. Wobei ein Espresso wohl kein Getränk, sondern eher Nachtisch ist. 😉

So schaffte die Dame es tatsächlich, unseren ersten Frust abzupuffern und uns ganz zufrieden aufs Zimmer zu lassen. Aber grundsätzlich werden wir künftig eher in anderen Orten entlang der Route nach Unterkünften schauen. La Clusaz ist schlicht auffallend teurer. Wobei noch nicht raus ist, ob das auch für die anderen Orte gilt.

  1. kaum vorhanden []
  2. aber auch sehr einfach vorzubereiten beziehungsweise Vorrätig zu halten []

Bruzolo

14.07.2020 22:00 Uhr

Heute gab es wieder eine größere Verlegungsfahrt mit einigen Highlights. Über den Aravis zum Lac des Roselend. Da fanden wir unseren damaligen Picknickplatz nicht wieder, doch der heute hatte auch seine Vorzüge. Unter anderem Bänke, die auch noch frei waren. Wir hatten uns auch vor der französischen Mittagszeit niedergelassen.

Tankstop wieder in Bourg-St.-Maurice und an der Zufahrt zum Kleinen Sankt Bernhard vorbei ins Isˋere-Tal, an den bekannten Wintersportorten vorbei und hoch zum Col d’Iseran. Mit 2770m der höchste alphaltierte Pass der Alpen. Höher als so mancher von uns bestiegene Berggipfel.

Wieder unten in Bonneville gab es Kaffee, Tee und Kuchen. Dann ging es auch schon wieder hoch zum Col de Mont Cenis, der aber unter Wolken nicht zum Verweilen einladen wollte. Am “Bonker” Le Malamot schauten wir kurz vorbei. Schien offen zu sein und auch Gäste zu haben. Freut uns, wir hatten schon befürchtet, dieser urige Platz wäre geschlossen.

Unten im Susa-Tal zog es sich prompt wieder. Klar war es auch wieder warm. Zielsicher fanden wir zwar den Ort und den Punkt, an dem das B&B sein sollte, aber da war nur ein Tor, das ins Innere eines bröckelnden Kastells führte. Doch es fanden sich auch Hinweisschilder und nach einem kurzen Stück auf einem Schotterweg durch die Anlage hindurch fand sich auch gleich außerhalb das B&B, wo wir gleich herzlich empfangen wurden, obwohl wir recht früh dran waren.

Wir lebten uns ein und lernten auch, mit so manch rustikalem Detail zu leben, daß bei der Buchung nicht so offensichtlich war. Zum Abendessen inspizierten wir die beiden Lokale im Ort. Eines der beiden bedient derzeit eigentlich nur nach Voranmeldung und Reservierung, hatte aber just heute einen “richtig offenen” Tag und eine Kellnerin sprach recht gut Englisch. Also ließen wir es uns dort gut gehen bei einer leckeren und lokalen Antipasti-Auswahl und zwei Mal Pasta. Man war verwundert, daß die komischen Reisenden zwei erste Gänge nahmen, statt einen zweiten auf den ersten folgen zu lassen, aber so sind wir halt. Von den Hauptspeisen hat uns nichts angelacht. Dann war auch schon der unverschämt günstige Hauswein1 leer, ein Kaffee hinterher und wir schlenderten zurück. Erfüllter Tag, passt.

  1. 3,70€ pro halbem Liter und es gab 4 oder 5 zur Auswahl. Je weiß und rot! []

La Clusaz

Als Ziel kannten wir es schon, hatten aber ein anderes Hotel gebucht, weil es in dem des letzten Aufenthalts trotz Nebensaison recht laut war.

Die Fahrt war relativ ereignislos und kurz. Passte aber, irgendwie waren wir doch etwas geschafft. Mittags gab es nur restliches Brot und Salami, denn irgendwie hatte nichts geöffnet. Doch unser Zimmer war um halb drei schon bezugsfertig. Entgegen der Onlineaussage ist das auch ab 14 Uhr so. So verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, getrübt nur ein wenig vom Gepolter der Sommerrodelbahn und anfangs den Gästen im Restaurant.

Das erwies sich als recht lecker. Die Forelle schmeckte und war sehr saftig, Annettes Tartiflettevariante Pela war auch gut. Zu mehr reichte es trotz magerem Mittagessen nicht. Lag wohl am Frühstück. Nur ganz virusangepasst war das Verhalten mancher Bedienung und einiger Gäste nicht. Auch wirkte beim Spaziergang im Ort so manches wie Apres-Ski im Sommer. Oder kurz davor.

Entsprechend früh waren wir im Bett. Nur lag unser ruhiges1 Zimmer unter dem Gastraum mit Stühlerücken auf Holzboden und so. Das Gepolter hatte wohl um 22 Uhr geendet und ich war dennoch eingeschlummert, da schreckte uns ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe auf. Man feiert hier wohl in den Nationalfeiertag rein und man feiert wohl auch in der aktuellen Situation. Nun denn, bin zügig wieder eingeschlafen.

Aber dennoch haben wir schon am Nachmittag nachgeschaut und bei dem Gepolter während wir im Bett lagen Fakten geschaffen: Dieses Hotel für die Rückfahrt storniert und was anderes gesucht. Etwas weiter außerhalb, auch mit Restaurant und es wäre sogar günstiger gewesen. Allerdings wünschte Annette sich das deutlich hübschere Dreibettzimmer.

  1. angeblich []

Zweiter Morgen an Bord

Immerhin noch kein Lagerkoller, aber langsam sollte man ankommen.

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Erstmals Hard Rock Cafe

Privat habe ich es bisher vermieden, aber dienstlich hat es mich doch mal in eines verschlagen.

Soll erst mal heißen, ich bin von heute bis Freitag mal wieder im Norden, beim Stammsitz der Firma. Techniksortiment ist das Thema, das sollte reichen. Kulinarisch war die Überraschung durchaus positiv. Ja, der Schuppen war erst mal überlaufen, aber das Wartesystem per SMS-Benachrichtigung ist schick. Das Ambiente ist stellenweise schon fast museal mit allerlei Memorabilien an der Wand in Schaukästen mit Texttafeln. Meinetwegen.

Leider habe ich mir den Namen des lokalen Burgers nicht gemerkt, aber der hilft in anderen Restaurants der Kette nicht weiter. Überteuertes Standardfutter für Touristen, die sich nicht in was richtig lokales trauen, so mein bisheriges Vorurteil. Das wurde nicht bestätigt. Leckere Knobifritten (Sonderbestellung) samt Aioli gab es zu einem medium (!) gegarten Burgerpatty in einem Brioche, welches u.a. garniert war mit Krautsalat, gerösteten Zwiebelringen, Pulled Pork und serienmäßig auch Käse, den ich aber aus bekannten Gründen abbestellt hatte. Nicht billig, passt aber alles und mit den aktuellen Ernährungsgewohnheiten war ich auch satt.

Sangam

Auswärts ist es ja inzwischen gängige Praxis, entweder die Einheimischen1 oder Tripadvisor o.ä. zu fragen, wo man gut essen gehen kann. Warum also nicht auch mal daheim in Karlsruhe, wenn man keine Idee hat, zu welchem Inder man denn inzwischen gehen könne?

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  1. Hotelangestellte, B&B-Betreiber []

Erneut vom Wetter veräppelt

“Die spinnen, die Katharer!” wäre auch ein Titel. Wir sind ein Teil des Katharerweges gelaufen, genauer gesagt das Stückchen vom Ort Cucugnan zum Château de Quéribus, einer der letzten Bastionen der Katharer. In Fetzen flogen die Wolken über die Bergkämme, mal dichter, mal lockerer, mal schneller, mal langsamer. An einem großen Parkplatz auf der Paßhöhe unterhalb der Burg stoppten wir für einen Gebüschbesuch und schon war die Burg auch wieder unsichtbar in den Wolken. Na gut, das Wetter sollte sich ja bessern und wir hatten ein paar Meter vom Dorf hoch zu laufen. Zu einfach wollten wir es uns ja nicht machen.

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Barcelona Nachtrag

Oder Zusammenfassung. Ein paar Gedanken zum Urlaub.

  • Reisezeit
    Oktober ist zwar vom Wetter her schön, aber überlaufen. Und eine Woche davor war Dauerregen, also ist das Wetter auch nicht verlässlich. Würde wieder eher im März hinfahren.
  • Vorbereitung
    Im März mag es wieder einfacher sein, aber ich rate hier mal dazu, möglichst viel im Voraus zu buchen. Aus mehreren Gründen. Es gibt nicht “die Touristeninfo” der Stadt, sondern mindestens drei verschiedene Privatunternehmen, die sich so nennen. So mein Eindruck. Man bekommt nicht alle Karten überall, teilweise werden Gebühren beim Verkauf erhoben, teilweise nicht. Klar kann das damit enden, daß man bei Sonnenschein im Museum hockt und es regnet, wenn man draußen bummeln wollte. Immer noch besser, als alles mögliche zu verpassen, weil man mangels rechtzeitig gebuchtem Ticket nicht reinkommt. Außerdem kann man sich dann noch seinen Zeitplan zurechtstellen und muß sich nicht danach richten, was noch verfügbar ist. Was die Zeitplanung angeht, ruhig Luft lassen, man ist im Urlaub. Wenn man zwischen zwei Eintritten Zeit hat, ist das kein Problem in Barcelona: Irgendeine Bar mit Getränk und Tapas ist fast immer in Sichtweite. Zumindest in der Innenstadt.
  • Mobilität
    Die Fahrt von El Prat mit dem Aerobus kommt mir zwar fast so lange vor wie die von Girona, aber es fühlt sich alles viel flüssiger an. Sogar Ryanair fliegt inzwischen El Prat an, wenn auch nur von Köln, Hamburg und Berlin aus. In der Innenstadt, insbesonder im Gotic und Raval, läuft man natürlich gerne. Außerhalb und im weitläufigen Eixample hat man sich meiner Meinung nach schnell sattgesehen. Und läuft sich die Hacken ab. Mag sportlich sein, aber man kann seine Zeit auch besser verwenden. Mein Tip daher die Metro. Annette mag zwar nicht immer die Erdmännchenmethode1, aber nicht jeder mag es so gemütlich angehen wie wir. Lohnend sind die 10er-Karten, die man quasi auch als 5er-Karte für 2 Personen verwenden kann. Oder eine bzw. mehrere Tageskarten, die es gerne auch zusammen mit einem Citypass mit freien bzw. vergünstigten Eintritten gibt. Hier informieren und idealerweise die Besuche “außerhalb” so zusammenlegen, daß man mit wenig Tageskarten auskommt.
  • Fotografieren
    Ein Selfie-Stick, auch Deppenzepter genannt, ist für den modernen Touristen wohl ein Muß. Kurz wünschte ich mir, ich hätte doch das Einbeinstativ mitgenommen und es für die Spiegelreflex derart zweckentfremdet. Nicht, daß wir neuerdings gerne Bilder haben wollen mit uns im Mittelpunkt und dem Reiseziel als bloße Kulisse. Manchmal war es schwer, dem Wald der Stöckchen zu entkommen und ein vernünftiges Bild ohne sie zu machen. Aber ich muß auch zugeben, daß man damit kreativ werden könnte für ungewöhnlichere Perspektiven. Mal tüfteln im Winter.
    Als Kameratasche2 hatte ich den Slingshot 302 dabei. An sich hat er sich bewährt, war aber dann doch immer wieder mal zu sperrig. Pluspunkte: Ich konnte das ganze Geraffel problemlos den ganzen Tag tragen und hatte alles dabei, was ich brauchte. Dazu konnte ich ihn einfach vor den Bauch ziehen oder vorm Bauch tragen, wenn es heikel (im Sinne von eng oder langfingrig) wurde und hatte einen bequemeren, weil nicht so ausladenden Bauchladen als beim Flipside. Negativ: Sperrig. Kleinere Slingshots haben aber nicht den bequemen Beckengurt. Verzichten können hätte ich auf Tour auf die Reservespeicherkarten, 3 der 4 Reserveakkusätze fürs GPS3 und diversen Kleinkram. Dafür war immer zu wenig Platz für Wasser und Softshell. Ich denke für Städtereisen an eine Art Umhängetasche, die man auch mit einem Hüftgurt fixiren/stabilisieren kann um die Schulter zu entlasten. Dann wäre der Rücken frei für einen Rucksack, wenn es mehr Stauraum braucht. Wenn dies in mein Osprey Handgepäck passte, wäre es fast perfekt. Das Street&Field-System wäre auch nicht verkehrt, aber nicht so leicht aus dem Weg zu drehen und die vielen modularen Taschen sind diebstahlgefährdeter. Mal schauen bis zur nächsten Städtereise.
  • Klamotten
    Hört auf den Wetterbericht, auch wenn ihr vor der Abreise noch friert wie die Schneider. Das ist mein Tip. Auch wenn ich auf dem Rückweg noch mal gut gefroren habe am Frankfurter Bahnhof.
  • Internet
    Es gibt kleine Schilder mit einem weißen W auf blauer Raute. Die signalisieren einen Hotspot der Stadt. Viele Busse und Lokale haben offenes WLAN oder das Paßwort am Tisch. Ich hatte kein Auslandspaket für mobiles Internet gebucht und auch kaum vermisst.
  • Gastronomie
    Die Stadt ist voll von Lokalen. Tapas gibt es praktisch immer, aber auch “ausländisches Essen”, womit der Katalane auch schon mal was aus anderen Regionen Spaniens bezeichnet. Wir haben ganz gut indisch und Sushi gegessen. Klar kann man auch auf Touristenfallen stoßen. Oft genug waren Touristen auch wohl die einzigen Gäste. Aber solange Preis und Qualität stimmt, soll es mir recht sein. Denn in Barcelona gibt es offensichtlich einen ordentlichen Wettbewerb, da kann man sich keine zu derben Ausrutscher leisten. Gegenbeispiel Bayeux: Da war die Tourifalle beim Museum das einzige Lokal, das außerhalb der französischen Essenszeiten was Warmes anbot. Da zahlt man dann halt mal 7€ für zwei Scheiben Toast mit was dazwischen.

So, mehr fällt mir gerade nicht ein. Hoffentlich helfen Euch mal meine Tips für Barcelona.

  1. im Tunnel untertauchen und immer wieder mal den Kopf rausstrecken, ohne einen Zusammenhang zu bekommen []
  2. weia, das Kapitel muß ich mal dringend überarbeiten []
  3. Annettes alte Kamera nutzte die selben Akkus, da waren die wichtiger []