Erstpieks

Der war vorgestern, ich habe mal abgewartet, ob es mehr zu berichten gibt. Im Prinzip aber alles unspektakulär, jeweils ein dicker Arm und das war’s. Anfahrt begann früh, aber wir waren beide hibbelig noch vor dem Weckerklingeln wach. Mein Termin sollte wohl der erste sein, wie ich von der Dame am Parkplatz erfuhr. Sie war auf dem Weg zur Schicht und sorgte dafür, daß wir vor Öffnung des Impfzentrums schon mal die Sanitäranlagen begutachten durften. Das Schild, an der Parkplatzeinfahrt, nach dem man bis 5 Minuten vor seinem Termin im Auto sitzen bleiben soll, war aber wohl nur Deko. 10 Minuten vor meinem Termin hatte sich schon eine Schlange von über 10 Leuten gebildet. Die Überraschung dann beim Einlaß. Annette durfte problemlos mit mir zusammen rein, obwohl ihr Termin eigentlich erst eine Stunde später sein sollte. Denn der Termin von der abgebrochenen Telefonverbindung war noch drin, sie hatte somit auch einen fünf Minuten nach mir. Also zwei Termine. Wir hatten explizit angefragt gehabt, ob wie die Buchung vervollständigen können und es hieß, der Termin wäre bereit (anderweitig?) vergeben. Auch hätte der junge Callcenteragent beim Verbindungsabbruch schlicht meine Mailadresse für die Bestätigung verwenden können, war eh ein Anruf. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ebenso jammern könnte ich darüber, daß inzwischen in Karlsruhe wohl alles geimpft wird, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Und uns steht noch mal die Fahrerei bevor. Aber egal, nett war es und wir gönnten uns in der örtlichen Bäckerei noch je eine Fleischkässemmel. Genauer zwei, denn der Fleischkäse war so dick geschnitten, daß wir uns die Scheiben halbieren und auf ein zweites Brötchen legen ließen. Rückweg war auch ereignislos, kein Stau, nichts. Viel Aufwand alles in allem, aber der etwas frühere Zeitpunkt hilft uns hoffentlich im Urlaub. Stichwort entfallende Testpflicht in Südtirol bereits nach der Erstimpfung.

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Termine

Nur kurz, damit ich es nicht jedem einzeln erzählen muß, der es noch nicht zu hören bekam: Annette und ich haben unsere Termine. Am Ende der Welt, noch südlich von Ulm und kurz vor Bayern, aber ja. Inklusive Verbindungsabbruch bei der Angabe von Annettes Daten, wodurch ihr Termin nicht mehr 5 Minuten, sondern 65 Minuten nach meinem ist. Egal. Was auch immer nötig ist. Ab dem 17.08. wechseln wir dann vom G wie Getestet zum G wie Geimpft.

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Risikogruppen

Oder Prioritätsgruppen oder was auch immer. Heute sollen sie quasi unwesentlich werden und auch wir dürfen uns den Pieks abholen, so denn was zu holen sein wird außer heißer Luft. Es gibt halt immer noch nicht genug Stoff und somit sind die Impfzentren angeblich nicht ausgelastet und auch die Hausärzte könnten mehr unters Volk bringen, sagen sie. Daß in der Vergangenheit in seltsamen Aktionen Stoff verimpft wurde, der auf dem normalen Weg nicht weg kam, ist da verwunderlich. Lag wohl an den Astra-Querelen. Ob in ein paar Jahren ohne weiteren Kontext noch jemand weiß, was ich hier fasle? Jedenfalls sind wir zu jung, gesund, schlank und ehrlich, um einer Priogruppe anzugehören. Deshalb haben wir erst ab heute die Möglichkeit. Über das Buchungssystem BaWüs wird man selbst in ferner Zukunft noch bitter lachen, aber wir haben immerhin schon die Codes und damit das erste Level geschafft. Ich habe mich qua Zweitwohnsitz sicherheitshalber auch in Rheinland-Pfalz angemeldet. Die Rückfrage der Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde, wofür ich meine Meldebescheinigung bräuchte, ließ hoffen. Wenn die kleine Variante als Nachweis reicht für eine Impfung, so kann man implizieren, daß ein Zweitwohnsitz im Bundesland für die Impfung qualifiziert. Schick. Nach wie vor nicht registriert sind wir bei den Hausärzten. Seit Wochen wird berichtet, wie überrannt die sind von den Typen mit den ausgefahrenen Ellenbogen, daß man sich nicht zu dieser Gruppe dazu gesellen will. Wobei ich ja mit dem oben geschriebenen schon so klinge, als würde ich auf Biegen und Brechen an die Nadel wollen. So falsch ist das tatsächlich nicht. Offensichtlich traut man sich nach den Debakeln der letzten Monate als Politiker nicht mehr, jemals wieder Schulen zu schließen. Aber es will auch keiner derjenige sein, der die Kinder ungeimpft in die vermeintlich unausweichliche Infektion schickt. Also noch mehr Gerangel um den Stoff, der eh schon nicht reicht. Völlig egal, ob die Risikoabwägung eine ganz andere ist, wenn Impfnebenwirkungen im Gegensatz zu schweren Verläufen in dieser Altersgruppe eben nicht seltener sind. Was mich aber tatsächlich anficht, ist die Einordnung der Angestellten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) in die letzte Priogruppe. Und nicht jedes Angestellten im Einzelhandel. Gut, ich versuche zu verstehen. Im LEH wurde eine harte Schlacht geschlagen, die Mitarbeiter wurden wie die Fliegen dahin gerafft bei ihrem tapferen Dienst an der Versorgungsfront. Die kümmerlichen Reste dieser unersetzbaren Spezialisten mussten nun bis zur Freigabe um jeden Preis geschützt werden. Das habe ich so doch richtig verstanden. Ok, mal der andere Einzelhändler. Der deutlich weniger Kontakte hat als der Typ an der Discounterkasse, dafür aber mit den meisten deutlich mehr Zeit verbringt. Beratung nennt sich das, gerne im Gespräch und im Falle von Helmen unvermeidlich mit verrutschenden Schutzmasken. Und gerade weil in diesen untragbaren hygienischen Umständen das Virus Bunga-Bunga-Partys feiert, mussten diese Seuchenherde ja auch verrammelt werden und durften maximal als Abholstation ohne Beratung dahin vegetieren. Darum muß der Angestellte des Fachgeschäfts natürlich hinten anstehen äh Moment, vor denen des LEH vorgezogen werden? Klingt ja so, wenn man sich das mal so vor Augen führt. Ist aber ja nicht meine Entscheidung. Meine Entscheidung jedoch ist es, möglichst schnell immunisiert zu werden, da ich jetzt auch endlich darf. Ich hoffe, das ist verständlich. Und genau so werde ich bei meinem Arzt argumentieren, wenn der erste Andrang an Anmeldungen vorbei ist und ich spiele auch gerne die Karte, auf der steht “Ich bin euch nicht pünktlich zur Freigabe endlos auf die Nerven gegangen wie die ganze Stampede. Ob das ein Grund ist, stur nach Anmeldezeitpunkt für die Warteliste vorzugehen, dürft ihr entscheiden.”

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Lockdown 2.0

Nun ist es wieder so weit. Endlich wird der zuweilen sehr unvernünftige Freiheitsdrang gebremst. Wer nicht hören will, muß online shoppen. Aber ich habe schon meine lange Liste von Aufgaben für die Zeit ohne Arbeit für die Firma. Morgen darf ich noch mal für die Notbesetzung ran, dann war es das für mindestens bis zum 10. Januar. Die von der Geschäftsleitung gefundene Lösung ist wie im Frühjahr wieder sehr kulant, da kann man echt dankbar sein. Ich erntete zwar dafür böse Blicke, aber wir haben ja wenn nicht Routine, dann doch zumindest Erfahrung damit und ich werde mich erst mal in die Arbeit daheim vergraben. Wozu allerdings auch zählt, das eine oder andere hier im Blog nachzuholen. Bleibt aufmerksam, seid vorsichtig und bleibt gesund!

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Dahoam is daheim

Wieder zurück in Karlsruhe. Gemütliches Rollen über die französische Autobahn, da war der Einkauf im grenznahen Supermarkt noch das Anstrengendste. Die dort eingefallenen Deutschen haben uns gezeigt, daß das bißchen Pandemieleugnen, das wir auf der Reise erlebten, nicht im Vergleich zu dem ist, was uns in Deutschland erwartet.

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Radelei

Es ist eigentlich ein Traum. Annette hat sich endlich zu ihrem1 neuen Rad per Jobrad durchgerungen und das Rad ist seit einigen Tagen im Keller. Und unterwegs. Dank angepasster Ergonomie ist das Radeln für sie weniger schmerzhaft, sobald es über die Einkaufsdistanz hinaus geht. Und zur Rheinfähre in Leopoldshafen muss es nicht mehr der direkt Weg sein, sondern es kann der schönere durch den Wald, der etwas länger ist, genommen werden. Schwuppdiwupp waren die ersten Touren mit 20 bis 30 km geschafft. Gestern dann das bisherige Meisterstück: Zweieinhalb Kilometer zur S-Bahn-Haltestelle, nach der Überbrückung der drögen Stadt- und Gewerbegebiete. Siebeneinhalb Kilometer bis zur Mittagseinkehr bei der Rheinfähre in Neuburgweier und abschließend 35,5 km mit Umwegen nach Hause. Macht satte 45 km an einem Tag und ein klein wenig unterschwelligen Sonnenbrand. Nur Schlafen Annette dann doch noch zwischendurch die Füße ein, da klemmt noch was. Aber sie genießt die schöne Landschaft quasi vor der Haustür, die zu Fuß allein nicht erreichbar war. Nebeneffekt für mich: Etliche Kilometer auf der Uhr, da wir bei dem schönen Wetter praktisch an jedem meiner freien Tage unterwegs sind. Zwei Wochen hintereinander über 100 km, mit Ende der KW 22 genau 1100 km aufs Jahr und somit ein Wochenschnitt von exakt 50 km, Tendenz steigend. Eins noch zur angesteuerten Gastronomie und den gefahrenen Wegen: Lockerungen allenthalben, damit Wohnmobile und sogar Zelte an allen möglichen Stellen am Rhein und so. Urlaub in der Heimat offenkundig. Vor zwei Wochen in der Pfalz konnten wir schon auswärts essen. Mit Schnuffeltuch vorm Gesicht, das nur am Tisch abgenommen werden durfte. Der Weg zum zugewiesenen Tisch oder zum Klo war nur vermummt erlaubt. Gestern, immerhin im Biergarten und in BaWü: Ach, das brauchen sie doch nicht tragen nur wir Mitarbeiter müssen. Dementsprechend eine Tragequote von praktisch null auch im kleinen Toilettenkabuff und auf dem Weg knapp an den besetzten Tischen vorbei. Gut, Biergarten mit bewegter Luft zumindest bei letzterem. Und so kam es auch, daß bei steigendem Andrang plötzlich auch Fremde gemeinsam an einem Tisch saßen. Bin gespannt, was die Zahlen demnächst sagen. Es wäre ja schön, wenn es folgenlos wäre. ok, es gehört noch drei Jahre lang der Leasingfirma und dann sind noch ein paar Euro fällig [↩]

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