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Der erste Seetag

70km vor Barcelona, 04.10.2019 07:00 Uhr MESZ

Das Wesentliche habe ich schon gestern erwähnt. Netzanbindung ist schlechter als auf der Hinfahrt und als wir mal nahe genug an Land waren, freute ich mich so sehr über die automatisch gesendeten und empfangenen Mails und Kurznachrichten, daß ich nicht daran dachte, den letzten Bericht manuell zu senden. Aber bald kommt Barcelona.

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An Bord

So, dann tippe ich mal außer der Reihe zuerst den heutigen Tag runter. Von gestern werde ich auch noch erzählen.

Erste Überraschung: Vom italienischen Festland in Sichtweite weht immer wieder ein Fetzen Mobilnetz rüber. So ganz stimmt das also nicht mit den zwei Tagen Funkloch. Zumal ein Zwischstop in Barcelona ansteht, spätestens da gibt es Netz vom Festland. Außerdem einfach zu handhaben. Internet an Bord gibt es per WLAN für schlanke 10€ pro 300MB, aber keine Tricks mit schiffsinternen teuren Mobilfunkzellen. Roaming kann also erst mal an bleiben.

Ich arbeite mich rückwärts durch den Tag. Zuerst also was über die Fähre. Angeblich kommen die runtergerittenen Kähne zuletzt auf die Afrikalinie. Naja, dafür ist unsere zu dritt genutzte Viererkabine ganz ok. Klar, eng, Stockbetten, aber das Leben findet draußen statt. Außer man pennt, wie derzeit die Nachbarn. Ich sitze in der Nähe der Bar im frei zur Verfügung stehenden Bereich im Schatten. Sonne hatte ich wahrlich genug heute. Die Beschilderung und die Deckspläne sind ein wenig überholt, wie ein Schnüffelnasenrundgang durchs Schiff zeigte. Die Diskothek unten bei den Parkdecks ist jetzt ein Gebetsraum. Diverse Lounges, für die eigentlich mit großen Plakaten geworben wird, weil sie extra kosten, sind verrammelt. Genau so wie der eingezeichnete Fitnessraum. Offen sind effektiv zwei Bars1 und zu den entsprechenden Zeiten die Kantine2 und das A-la-carte-Restaurant. Barpreise gehen übrigens, italienische Verhältnisse. Was leider günstigen Cafe und teures Bier bedeutet 😉

Unsere Buffettbuchung beinhaltet übrigens frecherweise ein Essen weniger, als man theoritsch haben könnte. Direkt nach dem Boarding war das Restaurant schlecht besucht, aber offen. Dann lieber das Mittagessen vorm Anlegen um vorraussichtlich 17 Uhr am Mittwoch nehmen, wir haben halt mit Resten und Knabberkram huete mittag gevespert. Was mangels Frühstück auch notwendig war.

Letzter Zeitsprung direkt an den Anfang des heutigen Tages. Früh war ich. Zuerst um halb vier, aber das war nur der Granufink-Spaziergang ins Bad. Dann wieder dieser seltsame Zustand, wenn man glaubt, nicht einschlafen zu können, aber die Zeit definitiv schneller vergeht, als man wach mitbekommt. Gegen halb sechs, noch vor dem Weckerklingeln, war ichendgültig wach. Was soll’s. Rückenübungen, Morgentoilette. Gepackt war das meiste schon. Vorm Anziehen der Stiefel zu angemessener Zeit die SMS ins andere Zimmer, ob man wirklich schon wach wäre. Die kam wohl direkt nach den beiden Telefonweckern als drittes und führte erst zur Verwunderung, was da jetzt noch klingelt. Ich hab dann jedenfalls schon mal mein Geraffel verschnürt. Bezahlung erfolgte ja schon gestern abend, wir mussten nur noch vom Hof reiten. Was erst mal Serpentinen in Schotterpiste bedeutete, gut zum wach werden. Als wir auf die Autobahn auffuhren, überholte uns beim Beschleunigen noch eine alubekofferte Enduro, an die wir direkt andockten. Von ganz hinten konnte ich es nicht erkennen, nur vermuten. Aber es war tatsächlich unser Vierter im Bunde, der über den Brenner die Nacht durch gefahren war. Ein perfekteres Timing hätte man mit Absicht nicht hinbekommen können. So kullerten wir in loser Formation dir kurvige Autobahn aus den Bergen runter in die Stadt. Keine Spur von Stau und nur eine kleine Unsicherheit bei der Zufahrt zum Fähranleger. Winziges Tor hart links von der Fahrtrichtung gelegen und nur mit einem kleinen Schild versehen. Das war’s dann auch, um ein Stunde überpünktlich standen wir vor dem angedockten Kahn. Im Büro dann noch die Papiere klar gemacht, später3 noch das Ausreiseformular abstempeln lassen und die Formalitäten waren erledigt. Vorerst. Der Rest war warten in der aufsteigenden Sonne. Ab kurz nach elf wurden sogar die Marokkaner nervös und ließen schon mal den Motor laufen. Da nicht klar war, wann das Verladen beginnen würde, war auch nix mit gemütlichem Frühstück in der Bar. Zumal wir einen ganz anderen Anleger hatten als gedacht. Irgendwann um halb zwölf, anderthalb Stunden vor Abfahrt fing man dann damit an, die Fahrzeuge reinzuwinken. Wir relativ weit vorne und mit einem Parkplatz recht nah an der Ausfahrt. Nach einem interessanten Wendemanöver quer durch das kavernöse Fahrzeugdeck über die Hubbel der Verzurrösen. Die asiatisch aussehenden Besatzungsmitglieder übernahmen das Verzurren und stimmten dabei einen unverständliche Singsang an4. Zusammen mit der Münze auf der Handfläche des Handschuhs sollte das wohl heißen, daß man ein wenig Bakshish wollte. Schlechter Zeitpunkt, das Kleingeld war gerade tief vergraben. Da wir früh dran waren, gab es auch noch keine Schlange beim Einchecken und wir hatten schnell unsere Kabinen in Besitz genommen. Seitdem stromern wir auf dem Schiff rum, vespern oder dösen, siehe oben. Und ich bin gespannt, ob meine Zeitrafferaufnahme vom Verlassen des Hafens was wird.

  1. was in Italien ach durcvhaus damit vergleichbar ist, was bei uns Cafe genannt wird []
  2. mit dem Buffettessen, das wir auch gebucht haben []
  3. der Polizeiposten hatte noch nicht offen gehabt []
  4. vorher sprachen sie passabel Englisch []

Schweiz? Flach!

So ähnlich äußerte sich schon Obelix. Der hatte die meiste Zeit gepennt, wenn ich mich recht erinnere. Wir sind im Expressmodus durch die Schweiz, auf dem vignettierten Pfad. Und der führt gerne mal unter der Erde durch, am Gotthard dann auch mal 17km am Stück.

Doch zurück auf Anfang.

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Rest vom Urlaub

Ja, die Meldungen kommen sporadisch. Heute fuhren wir einen Tag früher als geplant zurück. Der Vermieter nahm es gelassen und das Geld nur für die tatsächlichen Übernachtungen. Uns hielt nichts mehr. Die Wanderungen waren eher Beschäftigungstherapie und der Tod eines Freundes mit ungewissem Bestattungstermin tat ein Übriges.

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Zwischenstand von der Grenze

Nach dem letzten Tag in Cortina gingen wir an die Grenze. Nicht unsere, sondern die zwischen Italien und Slowenien. Dort liegt unsere aktuelle Unterkunft. Ich mache das Ganze mal im Stil des letzten Beitrags:

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