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Arreviderci Sardegna

Unser letzter Tag auf der Insel. Wir haben ihn genutzt. Und so wurde er sehr lange, insgesamt. Weiterlesen

Ein Tete-a-tete mit Jogi Leon

Ich glaube, die Wortspiele und Gedankensprünge sind so heftig, daß ich sie weiter unten erklären muß. Jedenfalls waren wir heute in Su Nuraxi, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Und mehr. Weiterlesen

Sieben Brüder sollt ihr sein

Nach dem erschreckend unitalienischen und reichhaltigen Frühstück1 gabs erst einmal Grundsätzliches: Eine tiefschürfende Entscheidung. Da das Wetter morgen eher schlechter sein soll als heute, strichen wir die Fahrt durch die Barbagia nach Su Nuraxi und nahmen die „Rennstrecke“2 SS125 nach Süden, um dort die für morgen geplante Wanderung bei den Sette Fratelli zu unternehmen. Morgen wäre der Abstecher nach Su Nuraxi eh ein Klacks. Und wenn ich kurvige Straßen fahren will, komme ich lieber noch einmal mit dem Motorrad her. Weiterlesen

  1. leider hat sich mein Appetit zu sehr an Keks und Kaffe gewöhnt und ich konnte solche Ausnahmen nie genießen []
  2. weniger wegen des kurvenreichen Charakters als wegen des schnellen Vorankommens []

Wir schwimmen nach Jerzu…

„Wir schwimmen nach Borboule1 war ein Running Gag auf unserer Hochzeitsreise, als wegen Regen mal wieder die angedachte Wanderung ausfiel und wir stattdessen angeboten bekamen, dort hin zu laufen. Nur wurde der Regen eben so stark, daß von Laufen bald keine Rede mehr zu sein können schien. So ähnlich auch heute. Weiterlesen

  1. oder wie das Kaff geschrieben wird []

Flut

Aktuelle Meldung: Es schüttet in Strömen. Wenn sich bis zur Wanderung hin nicht etwas dramatisch ändert, deutlich dramatischer als gestern schon, dann ist die hinfällig. Vielleicht besuchen wir die Grotte in der Nähe, auch wenn die erst einmal ein paar km in der falschen Richtung liegt.

Wir hätten wohl eine Woche früher hier sein sollen…

Cervello?

Heute Mittag bei der Abfahrt1 war schon abzusehen, daß heute abend viel los sein würde: Eine Feier zur Goldenen Hochzeit hatte sich im Ristorante niedergelassen. Ich wollte mir die Show geben, Annette wie sich rausstellte aus diesem Grunde auswärts essen. Allerdings wurde nichts aus mal eben einer Pizza und ein Bier.

Als wir in der kleinen Bar gegenüber des Restaurants ratlos rumstanden2 wurden wir gebeten, im Frühstückraum Platz zu nehmen, für uns gäbe es heute dort Abendessen. Das Cheffe übrigens ganz für uns regeln würde, es würde nur noch ein wenig dauern, bis es losgeht. Machte nichts, die Kinder des Hauses schauten auf dem Großfernseher3 Space Jam. Lenkt auch ab. Leider war ich noch zu sehr auf Bier und Pizza aus und lehnte zugunsten ersterem den angebotenen Krug Rotwein ab. Ich dachte, es ginge nur um die Gläser fürs Tischdecken.

Doch wie uns dann auch dämmerte, gab es mutmaßlich das Menü der Gesellschaft. „Ich regle das alles“ meinte der Cheffe des Hauses, der einige Zeit in Weingarten4 gearbeitet hatte. Risotto vorneweg, dann Salat und Cervello. Eine Art Rösti mit Füllung oder was in Rösti paniert, ganz wie man es sehen will. Annette tippte auf Omlette, da es weder nach Fisch noch nach Fleisch roch. Ich war skeptisch und schwankte zwischen Hirsch und Pferd in der Gewißheit, den Begriff schon im Reisewörterbuch gelesen zu haben. Ein Bissen und mir war plötzlich klar: Ich hatte Hirn im Mund. Bäh! Ein Glas Bier zum Runterspülen und dann aß ich ausnahmsweise mal Salat. Immerhin entschädigte das Tiramsu ein wenig.

  1. eigentlich schon heute Morgen aufgrund der regen Betriebsamkeit []
  2. die Tische waren komplett umgestellt und der ganze Raum unter Beschlag []
  3. der, auf dem es morgens immer den Wettergeneral gab []
  4. bei Karlsruhe []

Schwabentag

Schwäbische Verhältnisse gabs dann noch gegen Ende dieses Tages. Gemäß des am Vormittag geänderten Plans fuhren wir nach Mamoiada. Entlang der Beschilderung und was der Garmin so ausspuckte. Mit den Umfahrungen von Oliena und Nuoro völlig streßfrei, wir waren innerhalb der hier üblicherweise etwas knapp gehaltenen Zeitschätzung des zumo am Ziel. Und haben dabei noch eine weitere Zufahrt zum Hotel hier entdeckt. Also eine andere Abzweigung in Dorgali.

Das Museum mediterraner Masken (museodellemaschere.it) selbst ist faszinierend. Klein, aber fesselnd. Das fing schon damit an, daß der Prospekt von den Fotos bis hin zum Logo künstlerisch sehr hochwertig ist. Am Mueseum selbst gabs erst mal mediterrane Lebensart: Öffnung 15Uhr, wir waren 10min danach dort, geschlossen. Kurzer Rundgang zu einem ausgeschilderten Maskenschnitzer. Der versicherte uns, daß das Museum geöffnet sein müsse. War es dann auch und das französische Pärchen, daß auch schon rumgeschlichen war, schon drin. Führung gibt es alle Stunde und so hat die nette Dame, die wohl alles allein bestreiten musste1 uns vier in drei Sprachen2 durchs Museum geführt. Es gab eigentlich nur eine Multimediashow zwischen drei voll gekleideten Figuren, zwei Räume voller verschiedener Figuren in voller Montur und Masken und einen Flaschbildschirm mit einem Dokufilm. Und am Ende noch der unvermeidliche Souvenirshop. 😉

Immerhin fesselte das für deutlich länger als eine Stunde, aber wir hatten von den veranschlagten zwei Stunden noch was über. Also suchten wir diesen Stein, der im Ort ausgeschildert war. Wir fanden einen Parkplatz und Wohnhäuser. Ein alter Mann, der aus seiner Zeit in Deutschland noch recht gut deutsch sprach, forderte uns auf, einfach das Tor zum Nachbargrundstück zu öffen und reinzugehen. In der Tat, im Garten stand dieser vorgeschichtliche Stein mit seinen Gravuren rum wie in Deutschland irgendein Gartenzwerg aus dem Baumarkt. Einfach so auf dem Rasen. Keine große Show. Annette hatte allerdings bemerkt, daß der alte Mann Feigen erntete und war sofort alarmiert. Sie ist die ganze Zeit schon auf Feigensuche und hatte m Il Muto schon welche abgestaubt. Auch hier kam es, wie es kommen musste: Der alte Mann gab ihr eine handvoll Feigen und lehnte jegliche Gegenleistung3 strikt ab. Dafür unterhielten die beiden sich eine Weile, während ich am Parkplatzrand eine Gottesanbeterin beobachtete. Oder sie mich, ich war da nicht sicher. Jedenfalls war das Tierchen sehr aufmerksam, hat mich immer wieder fixiert und kam auch aus Verstecken immer wieder raus, um nach mir zu sehen.

Die zweite kostenlose Aktion des Tages4 war dann ein Hünengrab. Ein Parkplatz, ein Tor im Zaun um die Weide mit der Bitte, es wegen der Tiere wieder zu schließen und nach 10min Fußweg die Attraktion. Das wars. Interessant, aber schwer zu fotografieren im Abendlicht bei geschlossener Wolkendecke. Pünktlich kurz vor Dorgali regnete es übrigens wieder. Oder noch.

  1. außerhalb der Saison halt, während der Karnevalszeit ist in Mamoiada wohl auch touristisch viel los []
  2. französisch für die Franzosen, englisch für uns und italienisch, wenn sie nicht weiterwusste []
  3. Anmerkung: Es gibt hier in den Läden einfach keine zu kaufen! []
  4. nach den abgestaubten Feigen []

Falsche Insel?

Irgendwie britisch hier auf einmal. So naß. Immer wieder Regenschauer, nachdem die Sonne gelegentlich so tut, als wolle sie doch so tun, wie es sich für sie so weit im Süden gehört.

Das war heute morgen schon so. Beim Frühstück gab es dieses Mal nicht im Fernsehen den lustigen Uniformierten mit der Wettervorhersage. Dafür einen durchgeknallten Professor mit blinkenden und rotierenden und überhaupt sehnervkrebserzeugenden Bildchen, die mit dem wetter zu tun haben könnten. Wäre ich da Wetter, würde ich auch bitterlich weinen. Die ursprünglich für heute geplante Wanderung hatten wir eh schon verworfen zugunsten derer, die eigentlich für die morgige Verlegungsfahrt geplant war. Doch angesichts des feuchten Sonnenscheins lautet der Plan nun Maskenmuseum in Mamoiada. Das hat jedoch zwischen 13Uhr und 15Uhr Siesta. Was nach gemütlichem Frühstück1 und Einkaufstour auch schon bedrohlich nahe rückte. Also mit einem kleinen Abstecher nach Cala Gonone zurück ins Hotel. Cala Gonone war eine Frechheit. Nein, nicht das touristische Flair des ausgewucherten ehemaligen Fischerdorfs, sondern daß da zum ersten Mal am Tag die Sonne schien. Auf der Meerseite des Bergkamms, über den schon den ganzen Morgen just vom Meer her die Wolken kamen und hier rumtröpfelten. Starkregen am Bergkamm hätte es da geben sollen! Aber nein…

So gab es eben Mittagsvesper im Hotelzimmer, ein kleines Mittagsschläfchen und nachher geht es nach Mamoiada.

  1. will heißen: Gemütlich rumhocken und ein wenig surfen (vor allem Wetterbericht), Essen gibt es ja kaum []

Gorropu-Klamm fest in deutscher Hand!

Korrekt heißt das Teil Gola su Gorropu und ist eine recht beeindruckende Schlucht. Und gestern war dort anscheinend bis auf die Dame am Ticketzelt1 und ein anscheinend nicht-nativ englischsprachiges Pärchen deutsch die faktische Amtssprache.

Schon auf der Anfahrt über die holprige Piste sammelten wir vor uns drei Autos ein, von denen zwei deutsche Kennzeichen hatten und das andere offensichtliche ein Mietwagen war. Mit Kind, Kegel und Oma machte man sich auf den Weg zu Schlucht. Und der ist schon nicht schlecht. Nach ca. 15min war nach einem letzten kleinen Parkplatz für Autos die Durchfahrt endgültig verboten2 und ein Schild teilte auf italienisch und englisch die Eintrittspreise, Spielregeln und Uhrzeiten für die Führungen mit. Annette meinte, wir würden doch die 11Uhr-Führung locker schaffen. Sie wollte nicht glauben, daß es ab da noch gut zwei Stunden durchs Tal flußaufwärts geht. Tja, die 12:30Uhr-Führung hätten wir schaffen können, erkundeten aber nach einer Brotzeit die Schlucht doch auf eigene Faust. Beeindruckend, die riesigen, teils wie Kiesel rundgeschliffenen Felsbrocken. Ein herrliches Kletterterrain. Geklettert wird übrigens auch an der Wand an der tiefsten Stelle der Schlucht, 400m hoch und bis zum Grad 8+ versicherte man uns. Wir begnügten uns damit, die Felsbrockenhindernisse zu überwinden. Ich bin überzeugt, daß wir ein gutes Stück über jenen Punkt hinausgekommen sind, den die Dame im Ticketzelt3 als den beschrieben hatte, an dem man ohne Ausrüstung nicht weiterkäme. Ich hatte ja zuvor schon auf zwei Fixseile verzichtet und eine andere Route gewählt. Faszinierend auch, wie weit Annette mitgehalten hat. Ist halt doch was anderes als eine Wand in einer Halle, in der man dann auch noch drauf achten soll, nur Griffe einer Farbe zu verwenden.

Wichtigste Maßnahme bei der Rückkehr zum Ticketzelt: Wasser trinken! Wir hatten wie angeboten unser Gepäck beim Zelt gelassen und damit auch unser Wasser. Dann ging es auf den zwar relativ einfachen, aber 7km langen Rückweg. Der ging dann noch mal in die Knochen4. Annette vertrieb sich die Zeit mit dem Outen von Deutschen. Der wünscht sich ja bis zur Dämmerung gerne einen guten Tag, also in Italien einen „Buongiorno“. Der Italiener jedoch betrachtet bereits ab dem Mittagessen den Tag als gelaufen und wünscht somit schon in der Mittagshitze einen Buonasera, einen schönen Abend. Und somit kann man leicht die Deutschen erkennen: Einfach am Nachmittag mit Buongiorno grüßen. Erwidern sie den Gruß ebenso, sinds Deutsche. Klappt zuverlässig. Mal abgesehen davon, daß man sich damit auch als Deutscher zu erkennen gibt.

  1. english spoken []
  2. wir hatten bereits nach der angeblich eingestürzten Brücke geparkt []
  3. ja genau, die Schlucht kostet Eintritt, welcher von zwei Leuten in einem kleinen Zelt am Eingang erhoben wird. Die erklären dafür auch die Schlucht und worauf man achten soll. Aufgescheuchte Mufflons z.B., die man zwar nicht sieht, die aber Steine lostreten, die auf dem eigenen Kopf landen könnten []
  4. Nachtrag: Auch die Kletterei sollte sich am nächsten Morgen in den Schultern und Armen bemerkbar machen []

Von wilden Tieren belagert!

So könnte man sich vorkommen. Als wir ankamen und die Balkontür zum Lüften öffneten, gesellet sich vom Dach vor der Brüstung her eine recht große Katze zu uns. Wir hängten unsere Wäsche ab und machten wohl den Fehler: Jeder kraulte das Viech kurz. Schon fühlte sie sich adoptiert und wollte mit ins Zimmer. Aber nix da! Erst schlossen wir die Tür, dann ich auch noch die innenliegenden Läden. Dito am Fenster, nachdem sich eine getigerte Katze auch noch zum Mitspielen berufen fühlte. Annette meinte, sie habe einen stärkeren Willen als die Katze und öffnete zumindest die Läden wieder, aber zumindest die erste Katze ist hartnäckig und kratzt an der Tür, springt hoch zum Fenster1 – das ist ja wie Jurassic Park! Gemaunzt wird natürlich auch heftig. Nachher brauchen wir wohl eine Flasche Leitungswasser, um unsere Wäsche auf den Balkon zu bekommen…

  1. Balkontürfenster jetzt, das untere Drittel der Balkontür ist mit Holz verkleidet []
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