Dezember 2020
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Archive

Kategorien

Belfort

Nachtrag vom 24.07.2020 22:30 Uhr

Belfort war das erklärte Ziel, weil “unser” Hotel in Montbéliard mangels Buchungen länger geschlossen blieb und unsere Buchung stornierte. Mit dem Hotel-Restaurant in Belfort schien die Wahl auch gut und so wollten wir diese Stadt auch mal kennenlernen. Doch wie kommt man hin? Drei Routen hatte ich ausgearbeitet. Da wir immer früh dran waren in diesem Urlaub, entschieden wir uns für die längste. Bis Besancon quasi direkt ohne den nahegelegten Abstecher nach Arbois, welches wir auf der ausgebauten Nationalstraße passierten. Dann so direkt wie möglich am Doubs entlang bis kurz vor Mömpelgard. Das ist mit Belfort zusammen fast schon ein Ballungsraum und am besten auf der mautfreien Autobahn durchquert.

Klappte auch alles prima inklusive der Tankerei. Und da es wieder kein Mittagessen gab, war die Pausenwahl auch recht frei. Wir hatten uns beim Bäcker Frühstück besorgt und im Zimmer gefuttert. So kamen auch die Käse- und Wurstreste weg. Zudem haben wir beim Start schon getrödelt und erst mal den Wochenmarkt in Moirans besucht, was unseren Nachbarn ein Mitbringsel bescherte. Am Stausee bei Moirans machten wir auch noch einen Abstecher. Ebenso in Baumes-les-Dames, bekannt aus unserer Cevennenreise. War aber leicht enttäuschend. Die Aussicht oben war immer noch schön. Unten stauten sich am Fereinfreitag die Touristen, wie wir es noch nicht kannten. Und der Wasserfall war ausgetrocknet. Wenden, nicht anhalten, war da die Devise. Haben dadurch Zeit vertrödelt, hätte man aber anderswo schöner verbringen können.

Richtig getrödelt, sprich Annettes geliebte Mittagssiesta gemacht, haben wir dann in L’Isle-sur-les-Doubs auf dem verschlafenen Parkplatz der Gemeindeverwaltung direkt am Fluß. War nett, aber die Kerne der am Boden liegenden Kirschen verteilten wir nicht nur abends im Hotel, sondern brachten welche bis nach Hause. Am Hotel waren wir prompt wieder sehr zeitig, weil eben alles so glatt lief. Bis dahin. Im Detail: Einchecken war kein Problem, die Reservierung im angegliederten Hotel stand auch schon. Und eine Garagenbuchung. in der “Großstadt” wollte ich nicht unbedingt das aufgerödelte Motorrad auf der Straße parken und alles hochschleppen auch nicht. Die Garage war ums Eck. Eigentlich kein Problem. Eigentlich. Das Hotel liegt auf dieser Ecke, angekommen sind wir auf einer zweispurigen Einbahnstraße. “Ums Eck” hieße, die nächste Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Als ich nach einer Wegbeschreibung – schließlich preist man das kleine Garägle nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Autos an, gab es ein schulterzuckendes “auf dem Gehweg schieben” als beste Option. Kann man jenseits der 30°C machen, will man aber nicht. Speziell dieser man, der hier schreibt. Autos werden auch nicht ums Eck geschoben, drei mal links abbiegen sollte doch auch gehen. 20km später1 wusste ich, daß ein Navi auch für die paar Meter zur Garage hilfreich sein kann2, meine Halterung für die Kamerafernbedienung vermeintlich3 zu schmal fürs Mobiltelefon ist, dieses ausgerechnet für die Sprachansagen einer beliebten Navi-App nicht mit meinem Helm reden will, “drei Mal links” dank Einbahnstraßen knifflig werden kann und bei einem organisch gewachsenen Straßennetz ein Blick aufs Telefon zwischendurch am Straßenrand wenig hilft, wenn er in einer Einbahnstraße nach der Kreuzung getätigt wird, an der man hätte anders abbiegen müssen. Als Trostpreis gab es drei Runden druch den weniger schönen Teil der Stadt.

Bis ich aus der Dusche kam, war der Tag nicht mehr so jung und der Abstecher in die Innenstadt entsprechend kurz. Wobei man außer einer tagesfüllenden Besichtigung sämtlicher Festungsanlagen wenig mehr hätte machen können. Die Aussicht beim berühmten Löwen haben wir kurz genossen, ein wenig im schönen Park rumgesessen und sind dann ins Restaurant eingelaufen. Überpünktlich natürlich.

Ich fühlte mich in meinen kurzen Wanderhosen ein wenig underdressed, aber alles andere war tief vergraben im Gepäck in der Garage. Les Capuzins heißt übrigens sowohl das Hotel als auch das Restaurant, fährt groß auf und ist mal so richtig schick. Menü, Fixpreis, fertig, könnte man denken. Gut, es gibt Abstufungen. Nur Hauptgericht, 2 Gänge, alle drei, alles möglich. Und Fixpreis ist relativ, wenn bei den meisten Gerichten noch ein Aufschlag mit angegeben ist. Aber egal, es war es wirklich wert. Auch wenn die Rechnung dann mit Getränken, Apero etc knapp am Dreistellien schrammt. Kann man sich mal gönnen, Butterbrot4 gibt es daheim wieder. Das Frühstücksbuffet haben wir dann doch auch gleich noch gebucht. Zum Ausgleich war das Zimmer erstaunlich günstig, sehr gut renoviert und auf eine kitschige Art modern. Und ruhig. Dementsprechend dürfen bald die Augen zufallen.

  1. um die Pointe vorwegzunehmen []
  2. so es nicht im Zimmer liegt []
  3. merkte ich am nächsten Morgen []
  4. für mich ohne Butter []

La Clusaz Nachtrag

Annette hatte ja direkt nach dem Einchecken sich an der Rezeption beklagt gehabt. Relativ erfolglos. Und in Anbetracht der Gästefülle1 befürchteten wir für die Betriebsbereitschaft des Restaurants Schlimmes. Darum hier der Nachtrag, weil es doch anders kam.

Preislich war am Zimmer auch nichts zu machen, weil alles längst über ein bekanntes Buchungsportal abgewickelt war. Man hatte jedoch angeboten, uns im Restaurant entgegen zu kommen. Es wäre auch die ganze Karte aktiv. Außer uns waren noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch eingedeckt, also immerhin. Für Annette gab es eine Art Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan überbacken und einem Salat daneben, was sehr lecker war2, ich hatte gefüllte Pastasäckchen mit tomatiger Soße und Kochschinken darin. Bei denen würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß ein gewisser Herr Rana da die Finger nicht im Spiel hatte, aber sie waren gut. Leider selbst in dieser abgelegenen Lage auf dem für La Clusaz typischen hohen Preisniveau. Immerhin war dann Annettes Kräutertee, mein Gläschen Wein und ein nachdrücklich angebotener Verdauungsschnaps aufs Haus. Die nette und bemühte Kellnerin/Rezeptionistin hatte das ja angekündigt. Wobei ein Espresso wohl kein Getränk, sondern eher Nachtisch ist. 😉

So schaffte die Dame es tatsächlich, unseren ersten Frust abzupuffern und uns ganz zufrieden aufs Zimmer zu lassen. Aber grundsätzlich werden wir künftig eher in anderen Orten entlang der Route nach Unterkünften schauen. La Clusaz ist schlicht auffallend teurer. Wobei noch nicht raus ist, ob das auch für die anderen Orte gilt.

  1. kaum vorhanden []
  2. aber auch sehr einfach vorzubereiten beziehungsweise Vorrätig zu halten []

La Clusaz – nochmal

Das mit La Clusaz war eigentlich eine lange Geschichte. Eigentlich hatten wir stumpf in der selben Unterkunft wie für den Hinweg gebucht. Stornierung bis nach dem Aufenthalt auf der Anreise möglich und das haben wir auch prompt gemacht. Eigentlich war alles ganz ok, aber doch viel Trubel. Nachts war es immerhin ruhig, aber naja. Zu dem Zeitpunkt wollten wir auch noch für die Rückreise umplanen. Durch die Schweiz über den Großen St. Bernhard und Martigny und nördlich davon wider rüber nach Frankreich. Kurz: La Clusaz wäre dann ein unnötiger Umweg gewesen. Wurde aber verworfen und wir buchten direktemang woanders in La Clusaz. Weil viel schönere Bilder, wenn auch etwas teurer, nach Karte ruhiger gelegen und überhaupt. Dazu später mehr, erst mal der Tag da hin.

Der Abschied von Arvier fiel schon recht schwer. Nette Gastgeberin, wunderschönes Zimmer und noch reichlich Wandergelegenheiten. Aber es muß mal endlich heimwärts gehen. Und das Wetter wirkte bedrohlich, üble Niederschläge waren entlang der Strecke immer dann möglich, wenn wir gerade vor Ort sind. Ich hatte schon das Bild im Kopf, daß uns unsere private kleine schwarze Wolke verfolgt, während sonst überall die Sonne schein. Es kam aber genau anders herum, Glück braucht der Mensch.

Es sollte ja über den kleinen Bernhard gehen. Statt dem schnelleren Weg durchs große Tal und die Skiorte prügelte ich die vollbeladene Else wieder über den San Carlo, der wochentags mit merklich weniger Verkehr richtig spaßig war. Auch hat es bei mir bei der Blickführung endlich mal wieder geschnackelt, Kehren gehen deutlich besser. Dazu noch etwas italienisches Temperament beim Überholen der Schleicher – die durchaus auch absichtlich Schleichen, damit man endlich mal überholt – und schon war der Paß die helle Freude. Am Parkplatz für die Arpy-Wanderung haben wir kurz angehalten. War wieder gut voll da. Annette riss sich förmlich die wasser- und winddichte Innenjacke raus während ich nochmals feststellte, wie übel die Toiletten dort sind.

Am kleinen St. Bernhard hat es dann doch minimal kurz geregnet, wir kamen nicht mal zum Anhalten. Die Straße war fast durchgehend naß, unsere schwarze Wolke war wohl zu früh gestartet. Außer zwei deutschen Motorradfahrern, die beim Überholen motivierter waren als danach in den Kurven, gab es nichts zu vermelden.

Bourg-St-Maurice, das klassische Etappenziel am Fuße des Passes. Genauer wieder “unser” Super-U. Boxenstop, tanken und weiter. Neue Erkenntnis hier: Die haben tatsächlich ein Parkhaus, von dessen erster Etage eine Brücke zum Markt führt. Direkt zu den Toiletten. Merken für Regentage oder wenn die Sonne zu sehr brennt.

Die Fahrt zum Stausee von Roselend war wieder sehr schön und wir sind es entspannt angegangen. Doch merkte man bald, daß die Schulferien definitv in vollem Gange sind. Reichlich Betrieb. Und natürlich zur Mittagszeit alle Picknickplätzchen belegt. Betraf uns aber nicht, wir hatten reichlich gefrühstückt. Unseren alten Parkplatz von der letzten Reise fanden wir wieder, er ist doch jenseits der Staumauer. Die kleine Straße danach wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich hatte sie genommen, weil wir sonst immer die große genommen hatten, ich nicht umdrehen, dafür aber was Neues probieren wollte. Zeit hatten wir ja reichlich. Nett, aber klein und wurstelig war dann die Strecke über Arêches nach Beaufort, das heißt eher der erste Teil bis Arêches. Haken dran.

Villard-sur-Doron klingelte noch in meinem Hinterkopf. So laut, daß ich Madame Garmin überhörte, die mich abzubiegen anwies. Großer Tip: Nicht einfach nach der Neuberechnung in die folgende kleine Gasse einbiegen. Die “Durchgangsstraße” ist schon klein, aber diese Gasse mündet mit gefühlten 30% Steigung ohne Spiegel und ohne Sicht. Das restliche Sträßchen hoch zum Mont Bisanne war zwar bewältigbar und ohne den ungeplanten Schlenker am Stausee auch eine willkommene Abwechslung, aber so zu es sich etwas zäh. Auf dem Weg runter war klar, daß das die Hauptzufahrt zu dem Skigebiet ist.

Doch zuerst der Abstecher zum Gipfel. Dort steht nicht nur die Bergstation eines Sessellifts, sondern auch ein Restaurant/Café mit zu erwartender großer Aussicht. Doch auf dem Weg lauerte erst mal ein Straßenbautrupp, der ohne Beschilderung hemdsärmelig die Straße ausbesserte und dabei mit allerhand schwerem Gerät an mehreren Stellen den Weg blockierte. Doch man fuhr in angemessener Zeit beiseite. Was wollen auch die blöden Touristen zu Unzeit da hoch, Mittag ist doch rum? Und wir hatten schon gezweifelt, ob wirklich offen ist. Oben standen aber schon ein paar Autos und der Sessellift setzte sich auch gerade in Bewegung und schaufelte einen Mountainbikefahrer nebst Sportgerät nach dem anderen nach oben.

Das Aussichtscafé war erwartungsgemäß teuer und die Aussicht leider etwas trüb, aber dennoch grandios. Und sagte ich schon, daß es immer noch nicht geregnet hat? Nach Kaffee, Crêpes und Blaubeerkuchen1 ging es wieder talwärts und dann mal über den Aravis gen Ziel. Die Berge hier sind wunderschön. Wohl kommen sie uns auch so vor, weil sie stellenweise an Südtirol erinnern. Ein gutes Stück vor La Clusaz, mitten im Skigebiet, kamen wir dann bei unserer heutigen Unterkunft an.

Die Enttäuschung war groß genug, daß Annette ein paar deutliche Worte mit der Rezeptionistin wechselte. Ähnlichkeit mit den Bildern hat das Zimmer nicht und sie wüsste auch kein Zimmer, das so aussieht. Aha. Immerhin geräumig und sauber, aber auch an einigen Stellen ziemlich verbastelt. Und da wir früh dran waren, kamen wir uns in dieser Abgelegenheit wie die einzigen Gäste vor. An der Rezeption jammerte man auch ein wenig darüber, wie man bei der geringen Gästezahl über die Runden kommen soll. Aha. Gut, die Lage mag im Sommer schlechter sein als im Rest des Ortes, da das Skigebiet im Sommer nichts bringt und der Rest des Ortes, die MTB-Strecken und die Sommerrodelbahn zu weit weg sind. Vielleicht gehen alle Zimmer der Kategorie, die wir gebucht haben, zu Paßstraße hin raus und vielleicht wird der Laden noch so proppenvoll, daß man die bis dato einzigen Gäste außer uns genau über uns unterbringen muß, so daß wir was von deren Gepolter haben. Aber vielleicht hat man unseren klassischen Wusch nach einem ruhigen Zimmer – im Buchungsportal muß man dafür nur noch einen passenden Haken setzen, schlicht genau anders herum verstanden. Das würde auch die laute Musikbeschallung der leeren Terrasse erklären.

Wir schauen jetzt erst mal, ob das Restaurant was rausreißen kann. Wobei ich beim Tagesmenü Spaghetti Bolognese und hinterher Tiramisu – man nehme die fehlende Vorspeise zur Kenntnis – schon etwas skeptisch bin.

  1. lecker mit Marzipan oder zumindest Persipan im unkrümeligen Boden []

Bruzolo

14.07.2020 22:00 Uhr

Heute gab es wieder eine größere Verlegungsfahrt mit einigen Highlights. Über den Aravis zum Lac des Roselend. Da fanden wir unseren damaligen Picknickplatz nicht wieder, doch der heute hatte auch seine Vorzüge. Unter anderem Bänke, die auch noch frei waren. Wir hatten uns auch vor der französischen Mittagszeit niedergelassen.

Tankstop wieder in Bourg-St.-Maurice und an der Zufahrt zum Kleinen Sankt Bernhard vorbei ins Isˋere-Tal, an den bekannten Wintersportorten vorbei und hoch zum Col d’Iseran. Mit 2770m der höchste alphaltierte Pass der Alpen. Höher als so mancher von uns bestiegene Berggipfel.

Wieder unten in Bonneville gab es Kaffee, Tee und Kuchen. Dann ging es auch schon wieder hoch zum Col de Mont Cenis, der aber unter Wolken nicht zum Verweilen einladen wollte. Am “Bonker” Le Malamot schauten wir kurz vorbei. Schien offen zu sein und auch Gäste zu haben. Freut uns, wir hatten schon befürchtet, dieser urige Platz wäre geschlossen.

Unten im Susa-Tal zog es sich prompt wieder. Klar war es auch wieder warm. Zielsicher fanden wir zwar den Ort und den Punkt, an dem das B&B sein sollte, aber da war nur ein Tor, das ins Innere eines bröckelnden Kastells führte. Doch es fanden sich auch Hinweisschilder und nach einem kurzen Stück auf einem Schotterweg durch die Anlage hindurch fand sich auch gleich außerhalb das B&B, wo wir gleich herzlich empfangen wurden, obwohl wir recht früh dran waren.

Wir lebten uns ein und lernten auch, mit so manch rustikalem Detail zu leben, daß bei der Buchung nicht so offensichtlich war. Zum Abendessen inspizierten wir die beiden Lokale im Ort. Eines der beiden bedient derzeit eigentlich nur nach Voranmeldung und Reservierung, hatte aber just heute einen “richtig offenen” Tag und eine Kellnerin sprach recht gut Englisch. Also ließen wir es uns dort gut gehen bei einer leckeren und lokalen Antipasti-Auswahl und zwei Mal Pasta. Man war verwundert, daß die komischen Reisenden zwei erste Gänge nahmen, statt einen zweiten auf den ersten folgen zu lassen, aber so sind wir halt. Von den Hauptspeisen hat uns nichts angelacht. Dann war auch schon der unverschämt günstige Hauswein1 leer, ein Kaffee hinterher und wir schlenderten zurück. Erfüllter Tag, passt.

  1. 3,70€ pro halbem Liter und es gab 4 oder 5 zur Auswahl. Je weiß und rot! []

La Clusaz

Als Ziel kannten wir es schon, hatten aber ein anderes Hotel gebucht, weil es in dem des letzten Aufenthalts trotz Nebensaison recht laut war.

Die Fahrt war relativ ereignislos und kurz. Passte aber, irgendwie waren wir doch etwas geschafft. Mittags gab es nur restliches Brot und Salami, denn irgendwie hatte nichts geöffnet. Doch unser Zimmer war um halb drei schon bezugsfertig. Entgegen der Onlineaussage ist das auch ab 14 Uhr so. So verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon, getrübt nur ein wenig vom Gepolter der Sommerrodelbahn und anfangs den Gästen im Restaurant.

Das erwies sich als recht lecker. Die Forelle schmeckte und war sehr saftig, Annettes Tartiflettevariante Pela war auch gut. Zu mehr reichte es trotz magerem Mittagessen nicht. Lag wohl am Frühstück. Nur ganz virusangepasst war das Verhalten mancher Bedienung und einiger Gäste nicht. Auch wirkte beim Spaziergang im Ort so manches wie Apres-Ski im Sommer. Oder kurz davor.

Entsprechend früh waren wir im Bett. Nur lag unser ruhiges1 Zimmer unter dem Gastraum mit Stühlerücken auf Holzboden und so. Das Gepolter hatte wohl um 22 Uhr geendet und ich war dennoch eingeschlummert, da schreckte uns ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe auf. Man feiert hier wohl in den Nationalfeiertag rein und man feiert wohl auch in der aktuellen Situation. Nun denn, bin zügig wieder eingeschlafen.

Aber dennoch haben wir schon am Nachmittag nachgeschaut und bei dem Gepolter während wir im Bett lagen Fakten geschaffen: Dieses Hotel für die Rückfahrt storniert und was anderes gesucht. Etwas weiter außerhalb, auch mit Restaurant und es wäre sogar günstiger gewesen. Allerdings wünschte Annette sich das deutlich hübschere Dreibettzimmer.

  1. angeblich []

Der Lärm ist in meinem Kopf

19. 09. 2019 06:35 Ortszeit

Kurz gesagt ist das mein aktuelles Problem. Seit halb vier Ortszeit, also mit halb fünf gewohnter Zeit und somit selbst dafür zu früh, bin ich wach. Es ist nicht die nervige Schnake, die bellende Hundemeute, die Gockel oder der Straßenverkehr vorm Hotel. Selbst wenn ich alles mit Ohrstöpseln weitgehend ausblende, wälze ich mich wach hin und her. Dann kann ich auch jetzt schreiben.

Weiterlesen

Zweiter Morgen an Bord

Immerhin noch kein Lagerkoller, aber langsam sollte man ankommen.

Weiterlesen

(R)untergekommen

Frisch abgereist muß ich doch mal meinen letzten Aufenthalt Resümee passieren lassen.

Weil wohl sonst nichts mehr verfügbar war, wurde mir von der Firma ein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsdusche und GemeinschaftsWC gebucht. Gut, wer das macht, weiß normal, worauf er sich einlässt. Ich kann mit sowas im Zweifel auch leben. Wenngleich es angenehmer ist, ohne das Zimmer zu verlassen mal schnell aufs Klo zu gehen oder auch ohne schlechtes Gewissen mal länger dort zu verweilen. Egal. Was aber dann doch befremdlich ist, sind Zahnpastaspritzer und Haare, die die Tagesfrist überdauern. Da wurde selbst im F1 vor fünf Jahren häufiger gereinigt, wenn auch automatisiert.

Substandard ist dann auch, sämtliche der beiden1 schwer zugänglichen Steckdosen für Nachttischlampe und Fernseher zu belegen. Man braucht ja keinen Elektriker beauftragen, ein Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdose dran2 und eine Mehrfachsteckdose am Schreibtisch für zusammen 15€ reichen, schon kann man nachts problemlos sein Telefon laden und neben dem Kruschdeln am Laptop noch die Nachrichten laufen lassen. Wobei, die Bild- und Empfangsqualität des Fernsehers vergesse ich besser auch schnell wieder.

Was abschließend aber gar nicht geht ist die absichtlich getarnte Kamera im Gastraum des angegliederten Restaurants. Auch wenn der Tresen gleichzeitig Rezeption ist.

  1. plus Staubsaugersteckdose am Lichtschalter neben der Tür []
  2. statt der Euroverlängerung für die Lampe []

La Clusaz

Ist das Ziel unserer heutigen Etappe gewesen. Wintersportort sozusagen am Wegesrand, um nicht an einem Tag über 300km fahren zu müssen. Und wenn ich mich recht erinnere, hatte auch die Verfügbarkeit unserer nächsten Unterkunft damit zu tum.

Aber zuerst hieß es Abschied nehmen von unserer Hauptunterkunft dieser Reise. Naja, was heißt Abschied. Gezahlt hatten wir bei der Ankunft und es hieß, wenn grad niemand da wäre, sollten wir den Schlüssel außen stecken lassen. Weitere Anweisungen gab es keine. Sonst gibt es ja bei Ferienwohnungen immer Dinge wie Müll raustragen1 und so. Klar, das Geschirr hatten wir gespült. Und eben weil niemand zu sehen war, brachen wir einfach auf. Wir waren auch früh dran. Jeder hatte vor sich hingekramt und irgendwann um halb neun waren wir quasi startklar. Ich hatte mit einem Start gegen 10 Uhr gerechnet, zumal wir ja nach dem mehrtägigen Aufenthalt erst mal wieder alles verpacken mussten. So zeigte das Navi beim Aufbruch eine geschätzte Ankunftszeit von kurz nach 12 Uhr an.

Ich hatte es schon vergessen, aber wohl wegen der üppig zur Verfügung stehenden Zeit hatte ich die Anfahrt zum Kleinen Bernhard über den San Carlo geplant. Das ist der von neulich mit der Wanderung zum See. Vollbeladen wuchtete sich die KTM etwas schwerfälliger durch die Kehren, war aber ein gutes Einschwingen. Der St. Bernhard war dann ganz schön zu fahren und bot schöne Aussichten trotz der vielen Wolken. 9°C zeigte das Bordthermometer an seinem Tiefpunkt.

Etwas davon wünschten wir uns schon bald wieder. Bourg-St-Maurice, erster größerer Ort im Tal. Bereits am Paß fing der Himmel an, blau zu werden und die Aussichten auf Vanoise und Tarentaise2 waren fantastisch. Und genauso unglaublich, was das Thermometer nach dem kurzen Tank- und Boxenstop bei der Abfahrt3 anzeigte: 33°C, bestes Sommerwetter.

Oben am Cormet de Roselend zog es sich wieder etwas zu, doch nach der Staumauer war wieder eitelster Sonnenschein. Auch wenn der Franzose hier keine Picknickbänkchen aufgebaut hat, war Brotzeit auf den Steinen unterhalb des Parkplatzes Richtung Seeufer angesagt. Bei Sonne und bester Aussicht. Annette versuchte gar ein Verdauungsschläfchen, Zeit hatten wir ja.

Und die vertüddelten wir mit Absicht dann auf einem weiteren Schleife am Doron entlang, über den4 Forclaz und zurück durch die Gorge de l’Arby. War jetzt nicht so ganz der Bringer, aber zumindest letztere schön flott zu fahren. Fantastisch dann aber wieder der Ausblick auf die Aravis-Kette. Durchquert wurde sie mittels des gleichnamiges Passes, an dessen Ende La Clusaz liegt. Einchecken etwas vor der üblichen Zeit5, Duschen und ab ins Städtchen. Außerhalb der Skisaison, speziell wenn mit Wandern auch nix mehr los ist, ist hier der Hund begraben. Restaurants geschlossen, auch das vom Hotel, das offen haben sollte. Zwei Steinwürfe vom Hotel weg wurde uns was empfohlen. Ganz leckere regionale Küche, aber auch nicht billig. Wein habe ich gleich mal weggelassen und auch nicht nach Hauswein gefragt, ansonsten ging der Schoppen bei 17€ los.

Zurück Richtung Hotel fiel uns auf, daß sich um unser semilegal auf einem breiten Gehweg abgestellten Motorrad sich noch 6 weitere geschart hatten. Alles Offenburger. Bin mal gespannt auf morgen früh, immerhin frühstücken wir ja nicht. Auch ist es durch den Zulauf etwas lauter im Hotel geworden, die Wände sind doch etwas dünn. Wobei die pausenlos plappernde Stimmer eher italienisch klingt.

Fazit: Geniale Tour, die wir bei offenem Iseran zum Teil auch auf der Hinfahrt schon hätten haben können. Unterkunft zweckmäßig.

182km in 6h19, davon 3h05 Pausen.


  1. scheiterte hier am unbekannten Zielort []
  2. so heißen die Gebirgszüge wohl []
  3. gut, in der Sonne (!) geparkt []
  4. es gibt aber wohl zwei in der Gegend []
  5. 15:30Uhr []

Aosta nach zwei Tagen

Erst mal zur Anreise gestern. Ging halt erst mal quasi wieder durch die Po-Ebene, raus aus dem einen, rein ins andere Tal. Unterwegs beschlossen, daß wir nicht nur im Val d’Ayas wie geplant reinschauen, sondern auch das weiter vorne im Aostatal gelegene Val di Gressoney mitnehmen. Gut, dadurch wurden es geringfügig mehr als die angepeilten 200km pro Tag.

Das Ende der Sackgasse im ersten Tal war leider unspektakulär, ein Parkplatz eines Skilifts. Aussicht zum Monte Rosa gab es da auch nicht und unterwegs fehlten die Haltemöglichkeiten. Mittagspause machten wir dann an einem eigentlich gebührenpflichtigen Rastplatz. Die Gebühren werden wohl aber wegen den Grills erhoben, die nicht an waren und somit auch niemand da, um zu kassieren. Essen gab es eh nicht, da das Frühstück1 üppig war. Gut, Annette hatte einen Apfel.

Ähnlich im nächsten Tal. Abruptes Ende ohne Aussicht auf die vergletscherten Gipfel des Talschlusses, kein Haltepunkt auf dem Weg hoch, der gefallen hatte. Direkt nach dem Wenden dann eine Gelateria. Das wär’s, dachten sich auch die Blasen. Pustekuchen, trotz Kaiserwetter und Tischen auf der Terrasse war zu. Dann halt kurze Rast auf der nahen Wiese samt Ausflug in die Büsche. Dann zog es sich aber auch. Abwechslung bot der Colle di Joux mit seinem Blick auf das, was wir bisher für den Mont Blanc halten. Mal sehen, ob er es wirklich ist. Doch auf der langen Abfahrt nervte erstmals wieder die Schulter und die Bundesstraße nach Aosta zog sich. Ich mag knauserig sein2 und was gegen Autobahnen haben, aber man kann sie empfehlen. Die Aussicht ist sicher genau so gut und es schont Zeit und Nerven.

Etwas nervig dann auch die Unterkunft. Tatsächlich eine kleine Ferienanlage mitten im Ort. Wobei die Orte sich eh nahtlos an die Durchgangsstraße reihen. Eben, Durchgangsstraße. Lauter, als gedacht und wir bekamen auch noch das Häuschen direkt vorne zugewiesen. Auf Nachfrage konnten wir uns für eine Wohnung im Haupthaus entscheiden. Etwas weniger von der Straße zu hören, dafür umso hellhöriger, was die Nachbarwohnung und vor allem die der Eigentümerin darüber angeht. Fliesenboden offenbar und heute abend reichlich stühlerückende Gäste. Die aber zum Glück vor 22Uhr wieder weg waren.

Duschen etc, schnelle Fahrt zum Supermarkt für das Nötigste und Abendessen 1km Fußweg entfernt. War ganz lecker, aber Hunger hatte ich nicht mehr. Dafür aber Annette, die diesbezüglich allmählich mordfähig wurde. Witzig auf dem Heimweg: Ein Bauernhof hat nicht nur einen Hofladen, sondern auch einen Automaten für Milch, Joghurt und Käse. Annette konnte da nicht widerstehen.

Fazit: Eigentlich unnötig und erlebnislos länger als nötig unterwegs gewesen, deshalb etwas dünnhäutig. Aber alles wird gut.

243km in 6h32 abzüglich 1h33 Pausen


Heute blieb dann das Motorrad stehen. Mit dem Bus3 in die Stadt rein, Sightseeing. Und Shopping ohne Einkaufen für Annette. Römische Ruinen, alte Kirchen mit archäologisch erkundeten Kellern und so weiter. Dieses Wochenende sind die ganzen Museen und Sehenswürdigkeiten kostenlos, praktisch. Zu Mittag waren wir in einem etwas versteckten, aber sehr niedlichen Lokal eingekehrt. 15€ für drei Gänge sind nicht schlecht. Frei von der Karte wählbar, nix Tagesgericht! Auch das hier so verbreitete Pane&Coperto4 war schon mit drin.

Abschließend zog sich der Weg ein wenig zu einem eigentlich recht interessant gemachten Museum, das über einer Ausgrabungsstätte gebaut wurde. Megalithen sind hier das Stichwort. Gut gemacht. Die Ausstellung moderner Kunst am Ende, auf die Annette eigentlich scharf war, fiel da mächtig ab. Da kann man schon ein schlechtes Gewissen haben, daß sie in ihren Schläppchen5 so weit gelaufen war.

Dafür gab es dann wieder den Bus für den Rückweg. Erst noch bis zu einem großen Supermarkt, wo wir uns noch ein wenig mit Tee und Salat eindeckten. Witzig hierbei der Busfahrer. Aosta ist offiziell zweisprachig und so hatte ich keine Hemmungen, auf Französisch zu fragen, ob das der richtige Bus in die Richtige Richtung wäre und ob man bei dem gesichteten großen Supermarkt vorbeikäme. Zurück kam auf Italienisch die Bestätigung und wie man von der Haltestelle dort hinkommt. Was wiederum ich irgendwie verstand. Nur erkannten wir die Haltestelle nicht, jedoch drückte der Fahrer selbst auf den Haltewunschknopf und sagte uns, daß dies nun unsere Haltestelle wäre.

Apropos schlechte Gewissen: Das habe ich auch all denen gegenüber, die sich in der letzten Zeit so viel Mühe gegeben hatten, mir bei der Vermeidung von Milchprodukten zu helfen. Voerhersehbar habe ich hier all ihre Bemühungen zunichte gemacht und munter Mahlzeiten mit Milchanteil konsumiert. Geht praktisch nicht anders. Allerdings leide ich auch deshalb: Die ersten fetten Pickel sind schon wieder aufgetaucht, mich juckt es allenthalben und nach dem Mittagessen war es mir schon etwas übel. Wobei sicher nichts verdorben war, Annette und ich haben jedes Gericht geteilt und sie hatte keine Beschwerden.


  1. bei der Unterkunft inklusive, kann man nicht verfallen lassen! []
  2. Maut! []
  3. 1,50€ pro Nase und Strecke jeweils, zur Vollständigkeit []
  4. Wörtlich Brot und Besteck, aber eher sowas wie Bedienung und so []
  5. Und ich sagte noch: Zieh die Wanderschuhe an! []