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Barcelona Nachtrag

Oder Zusammenfassung. Ein paar Gedanken zum Urlaub.

  • Reisezeit
    Oktober ist zwar vom Wetter her schön, aber überlaufen. Und eine Woche davor war Dauerregen, also ist das Wetter auch nicht verlässlich. Würde wieder eher im März hinfahren.
  • Vorbereitung
    Im März mag es wieder einfacher sein, aber ich rate hier mal dazu, möglichst viel im Voraus zu buchen. Aus mehreren Gründen. Es gibt nicht „die Touristeninfo“ der Stadt, sondern mindestens drei verschiedene Privatunternehmen, die sich so nennen. So mein Eindruck. Man bekommt nicht alle Karten überall, teilweise werden Gebühren beim Verkauf erhoben, teilweise nicht. Klar kann das damit enden, daß man bei Sonnenschein im Museum hockt und es regnet, wenn man draußen bummeln wollte. Immer noch besser, als alles mögliche zu verpassen, weil man mangels rechtzeitig gebuchtem Ticket nicht reinkommt. Außerdem kann man sich dann noch seinen Zeitplan zurechtstellen und muß sich nicht danach richten, was noch verfügbar ist. Was die Zeitplanung angeht, ruhig Luft lassen, man ist im Urlaub. Wenn man zwischen zwei Eintritten Zeit hat, ist das kein Problem in Barcelona: Irgendeine Bar mit Getränk und Tapas ist fast immer in Sichtweite. Zumindest in der Innenstadt.
  • Mobilität
    Die Fahrt von El Prat mit dem Aerobus kommt mir zwar fast so lange vor wie die von Girona, aber es fühlt sich alles viel flüssiger an. Sogar Ryanair fliegt inzwischen El Prat an, wenn auch nur von Köln, Hamburg und Berlin aus. In der Innenstadt, insbesonder im Gotic und Raval, läuft man natürlich gerne. Außerhalb und im weitläufigen Eixample hat man sich meiner Meinung nach schnell sattgesehen. Und läuft sich die Hacken ab. Mag sportlich sein, aber man kann seine Zeit auch besser verwenden. Mein Tip daher die Metro. Annette mag zwar nicht immer die Erdmännchenmethode1, aber nicht jeder mag es so gemütlich angehen wie wir. Lohnend sind die 10er-Karten, die man quasi auch als 5er-Karte für 2 Personen verwenden kann. Oder eine bzw. mehrere Tageskarten, die es gerne auch zusammen mit einem Citypass mit freien bzw. vergünstigten Eintritten gibt. Hier informieren und idealerweise die Besuche „außerhalb“ so zusammenlegen, daß man mit wenig Tageskarten auskommt.
  • Fotografieren
    Ein Selfie-Stick, auch Deppenzepter genannt, ist für den modernen Touristen wohl ein Muß. Kurz wünschte ich mir, ich hätte doch das Einbeinstativ mitgenommen und es für die Spiegelreflex derart zweckentfremdet. Nicht, daß wir neuerdings gerne Bilder haben wollen mit uns im Mittelpunkt und dem Reiseziel als bloße Kulisse. Manchmal war es schwer, dem Wald der Stöckchen zu entkommen und ein vernünftiges Bild ohne sie zu machen. Aber ich muß auch zugeben, daß man damit kreativ werden könnte für ungewöhnlichere Perspektiven. Mal tüfteln im Winter.
    Als Kameratasche2 hatte ich den Slingshot 302 dabei. An sich hat er sich bewährt, war aber dann doch immer wieder mal zu sperrig. Pluspunkte: Ich konnte das ganze Geraffel problemlos den ganzen Tag tragen und hatte alles dabei, was ich brauchte. Dazu konnte ich ihn einfach vor den Bauch ziehen oder vorm Bauch tragen, wenn es heikel (im Sinne von eng oder langfingrig) wurde und hatte einen bequemeren, weil nicht so ausladenden Bauchladen als beim Flipside. Negativ: Sperrig. Kleinere Slingshots haben aber nicht den bequemen Beckengurt. Verzichten können hätte ich auf Tour auf die Reservespeicherkarten, 3 der 4 Reserveakkusätze fürs GPS3 und diversen Kleinkram. Dafür war immer zu wenig Platz für Wasser und Softshell. Ich denke für Städtereisen an eine Art Umhängetasche, die man auch mit einem Hüftgurt fixiren/stabilisieren kann um die Schulter zu entlasten. Dann wäre der Rücken frei für einen Rucksack, wenn es mehr Stauraum braucht. Wenn dies in mein Osprey Handgepäck passte, wäre es fast perfekt. Das Street&Field-System wäre auch nicht verkehrt, aber nicht so leicht aus dem Weg zu drehen und die vielen modularen Taschen sind diebstahlgefährdeter. Mal schauen bis zur nächsten Städtereise.
  • Klamotten
    Hört auf den Wetterbericht, auch wenn ihr vor der Abreise noch friert wie die Schneider. Das ist mein Tip. Auch wenn ich auf dem Rückweg noch mal gut gefroren habe am Frankfurter Bahnhof.
  • Internet
    Es gibt kleine Schilder mit einem weißen W auf blauer Raute. Die signalisieren einen Hotspot der Stadt. Viele Busse und Lokale haben offenes WLAN oder das Paßwort am Tisch. Ich hatte kein Auslandspaket für mobiles Internet gebucht und auch kaum vermisst.
  • Gastronomie
    Die Stadt ist voll von Lokalen. Tapas gibt es praktisch immer, aber auch „ausländisches Essen“, womit der Katalane auch schon mal was aus anderen Regionen Spaniens bezeichnet. Wir haben ganz gut indisch und Sushi gegessen. Klar kann man auch auf Touristenfallen stoßen. Oft genug waren Touristen auch wohl die einzigen Gäste. Aber solange Preis und Qualität stimmt, soll es mir recht sein. Denn in Barcelona gibt es offensichtlich einen ordentlichen Wettbewerb, da kann man sich keine zu derben Ausrutscher leisten. Gegenbeispiel Bayeux: Da war die Tourifalle beim Museum das einzige Lokal, das außerhalb der französischen Essenszeiten was Warmes anbot. Da zahlt man dann halt mal 7€ für zwei Scheiben Toast mit was dazwischen.

So, mehr fällt mir gerade nicht ein. Hoffentlich helfen Euch mal meine Tips für Barcelona.

  1. im Tunnel untertauchen und immer wieder mal den Kopf rausstrecken, ohne einen Zusammenhang zu bekommen []
  2. weia, das Kapitel muß ich mal dringend überarbeiten []
  3. Annettes alte Kamera nutzte die selben Akkus, da waren die wichtiger []

Panikmache

Hinweis vom ADAC und auch ein Schild direkt vorm Loch: Lämmerbuckeltunnel und somit auch die dort durchlaufende A8 gesperrt von Freitag Nacht bis Sonntag Nacht. Aber kein Hinweis im Radio und Google Maps vermeldet normal fließenden Verkehr. Können wir bestätigen: Keine Sperrung. Und wir wollten schon über Heilbronn nach München fahren…

Bzw, ja, wir sind auf dem Weg nach Slowenien.

Heimreise, zweiter und dritter Teil

Memmingen erkannte ich nach der Ankunft direkt wieder. Auch von hier flog mal Air-Y. Vom Flieger fällt man direkt ins kleine Terminal, wartet an einem der zwei Gepäckbänder auf seine Koffer bzw. abwechselnd an der Toilettenschlange auf Erleichterung. Ca. 40m weiter1 ist man schon durch die Eingngshalle durch und steht an der Bushaltestelle. Da entgegen der Ansage „Alle unsere Fahrzeuge tragen unser Logo“ an der richtigen Haltestelle ein vermeintlich falscher Bus stand, mussten wir noch mal nachfragen, doch dann ging es schon los gen München. Es wird übrigens auf alle Passagiere des Flugs gewartet, man kann den Bus nur schwer verpassen. Memmingen wäre somit2 fast eine Alternative zu Hahn.

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  1. gefühlt []
  2. mit Bus ab Ulm und Bahn dorthin []

Heimreise, erster Teil

Na, das ging ja recht entspannt dieses Mal. Gestern Abend haben wir dann noch das Hotelrestaurant heimgesucht. Ebenso wie vier andere Deutsche, während der Kindergarten samt Eltern in der Bar/Lounge rumrandalierte. Wenn man drauf eingerichtet ist, finde ich das dann wieder ganz goldig, wie die Eltern zusammensitzen, plaudern, was trinken und die Kleinen unbekümmert dazwischen spielen, malen etc. Anstatt bei einem Babysitter weggeparkt werden zu müssen, wenn die Eltern sich mal mit Freunden treffen wollen. Wie wir an der Rezeption noch erfuhren, kannten die sich alle untereinander und sind Freunde des Hotelbesitzers, die übers Wochenende bleiben. Wie aussichtslos Beschwerden wären und was das Personal selbst davon hält, konnte man an dessen Augenrollen ablesen.

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Leaving Trondheim

Trondheim wollte uns dann doch noch so verabschieden, wie es uns begrüßt hatte. Nieselregen war aus dem Fenster des Hotelzimmers zu erkennen, nachdem uns der Wecker um 7Uhr zum Aufstehen bewegt hatte. Morgentoilette, Restkrams wie Kulturbeutel einpacken, finales Kofferwiegen, abschließen und es verblieb uns doch glatt noch ein wenig Zeit bis zum Beginn des Frühstücks um 8Uhr. So entspannt war eine Rückreise schon lange nicht mehr, dementsprechend hatte ich Appetit. Der jedoch von Annettes noch getoppt wurde. Immer wieder erstaunlich, was in so einen Zwerg alles reinpasst. Und wir hatten auch Zeit. Auschecken ging automatisch und die Koffer waren schnell zur Bushaltestelle getragen.

Dort ließ dann allerdings der Bus auf sich warten. Doch nicht nur Annette war beruhigt, so lange der Pilot, der mit uns wartete, nicht hektisch wird. Obwohl der seinen Flieger nur schwer verpassen kann. Und der Nieselregen konnte uns eh nicht mehr schrecken.

Der Flybussen ist ähnlich aufgebaut wie ein Reisebus, d.h. mit großem Kofferabteil im Unterflur, anders als ein Stadtlinienbus. Dort wuchtete ich unser Gepäck rein, Annette war schon im Bus und unser Rückfahrticket wollte der Fahrer gar nicht sehen. Komische Sitten.

Das klärte sich dann aber an der letzten Zustiegshaltestelle. Türen zu, Motor laufen gelassen und dann erst mal 20min lang kassieren1. Sahnehäubchen war dabei das offene Gepäckabteil, während alle möglichen Leute am Bus vorbeiliefen. Na klasse. Aber in Norwegen ist man wohl so vertrauensselig.

Am Flughafen dann erste Verwirrungen. Am automatischen Gepäckabgabeschalter2 wollte der Scanner die Bordkarte nicht lesen und auch keine Anhänger für die Koffer rausrücken. Info von den Wartenden hintendran: Gepäckanhänger gibts am anderen Automaten beim automatischen Einchecken. Ahja. Der Apparat nahm wieder nicht unsere Bordkarten, dafür aber die Buchungsnummer. „Sie sind ja schon eingecheckt“ vermeldete der Bildschirm, spuckte zwei Bordkarten aus, aber keine Kofferanhänger. Frust.

Am Infoschalter dann die Aufklärung: Das ganze Prozedere klappt nur bei SAS-Kunden, mitgehangene Lufthansa-Kunden dürfen den ganz normalen Schalter verwenden. Ok, dafür habe ich mich also gestern abend und heute morgen eingecheckt. Kann man ja auch mal direkt auf der Seite drauf hinweisen. Die Schlange war jedoch kurz und wir schnell unsere Koffer los. Die Riesenschlange quer durchs Terminal endete zum Glück nicht bei der Sicherheitskontrolle, sondern an einem anderen Eincheckschalter3. Dadurch waren wir auf einmal so abrupt im Viehgatter der Kontrolle, daß uns unsere Wasservorräte plötzlich sehr belasteten. Irgendwie übergangen wir die Methode aus Frankfurt4 und ich süffelte hektisch den restlichen dreiviertel Liter aus meiner Camelbak-Flasche. Annette wollte die wassergefüllte Ananaslimoflasche entsorgen und die halb volle Wasserflasche leertrinken, während ich die Limoflasche ja behalten wollte. Für die Idee mit dem Umfüllen war sie nicht empfänglich, entsorgte die halbvolle Flasche und trank unter Protest die volle aus. Muß ein Mann nicht kapieren. Dafür hatte ich dann das volle Geraffel mit beiden Laptops bei der Sicherheitskontrolle an der Backe. Wo noch dazu meine Kniemanschetten mit ihren Metalldrähten die Aufmerksamkeit sämtlicher Detektoren auf sich zog. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um wenige Stunden…

Nach einem Gang durch die Läden gabs für die Nimmersatte dan noch ein Mal das Nationalgericht Hot Dog5 und der Rest der Kronen wurde bis auf eine in Läkerol angelegt. Nun ist Warten angesagt in Sichtweite des Gates inklusive Verfassen dieses Berichts, denn unser Flieger hat eine halbe Stunde Verspätung.

Update 12:48: Grad pfeift er ans Gate ran. Alles Aussteigen, dann können wir wohl bald rein.

  1. bzw. unser Retourticket entwerten []
  2. ich hatte ja am Vorabend schon eingecheckt, übrigens per SAS, weitergeleitet von der Lufthansa-Seite []
  3. Billigflieger wahrscheinlich []
  4. einfach beim nächsten WC ins Waschbecken auskippen []
  5. hier eher ein Wiener Würstchen []

Ona geht noch

Da es beim gestrigen Stadtrundgang schon zaghafte Proteste gegen jede weitere Steigung gab, war für heute eine Schiffsfahrt angesagt. Von Smage aus klappert eine Fähre die kleinen Inseln Orta1, Finnoya, und Sandoya ab, um schließlich nach über anderthalb Stunden Fahrt Ona zu erreichen. Diese Insel beherbergt einen angeblich berühmten Leuchtturm, das südlichste Fischerdorf Norwegens2, zwei Keramikwerkstätten und liegt eben so ganz toll romantisch draußen im offenen Ozean. Helgoland3 in verschärfter Form sozusagen. Mindestens vier4 Stunden Zeitvertrieb für 44NOK5 pro Person und Strecke und das ohne laufen zu müssen, das ist doch hierzulande mal ein Schnäppchen. Das wollten wir mitnehmen. Dabei hatten wir großes geplant gehabt, eine Wanderung auf der Anfahrt und eine große an unserem Aufenthaltstag in Molde. So dachte ich, ich sähe Ona nie. Doch Romsdalseggen hat uns die Lust am Laufen vorerst genommen 😉 Weiterlesen

  1. angeblich 16 Einwohner []
  2. was auch immer das heißen mag []
  3. ich war nie dort, ist nur so ne Theorie von mir []
  4. just die von uns angepeilte Tour hat 50min Aufenthalt auf Ona []
  5. 5,50€ []

Stadt der Rosen

Nach der gestrigen Schufterei wollten wir es heute gemütlich angehen lassen. Grund für mich, eine weitere Weckzeit einzustellen, damit wir die Hüttenräumung um 11Uhr nicht verpassen 😉 Weiterlesen

Vom Adlerweg zum Trollstigen

Oder: Die Verlegung von Geiranger ins Umland von Andalsnes. Denn heute kam der Tag, an dem wir Geiranger verlassen mussten.

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Beginn der Regenzeit in Geiranger

Die Wettervorhersage, die Peter mittels WLAN herunterladen konnte, trifft leider 100%ig zu: es regnet. Mal in Strömen, mal in dicken Tropfen, mal in Niesel aber immer naß. Selbst die Vögel wollen heute nicht fliegen, warscheinlich hat sich ihr Gefieder inzwischen so vollgesogen, daß sie zu schwer dafür geworden sind?!

Was machen wir an so einem Tag? Selbst der ursprüngliche Regentagplan – mit der 12:00 Fähre 3 Fjorde abzufahren – ist den Bach runter, man sieht ja kaum die andere Fjordklippe vom hiesigen Ufer!

Wir verlegen uns auf das Schreiben von Reiseberichten und natürlich Shipspotting, da wird uns so schnell nicht langweilig. Peter entnimmt dem Touristeninformationsheftchen, daß heute die „Celebrety Constellation“ und die „Clipper Odyssey“ zu Besuch in Geiranger sind. An der „Constellation“ sind wir sogar schon auf unserer Verlegungsfahrt von Lom in Olden vorbei gefahren. Das wirkt wie ein Wolkenkratzer, den man in ein Dorf baut.

Leider werden wir bei der Ankuft der „Celebration Eclipse“ nicht mehr in Geiranger sein. Mit 3.800 Passagieren ist sie das größte Schiff, das den Ort besucht. Wenn sich dieser Gigant durch den Fjord wälzt, wird sich ihr Name gewiß bewahrheiten weil sie die Sonne verdunkelt. Dann müssen in Geiranger bestimmt die Klappstühle vom Speicher geholt und auf dem Sofa zusammengerutscht werden.

Ahhh, jetzt hat der Regen doch endlich einmal aufgehört und auch wir Nicht-Schotten können mal raus vor die Tür während die Norweger bestimmt schon ihre Badesachen zusammen suchen. Jetzt fahren wir mal in aller Ruhe in den Ort, bischen shoppen und Schiffchen spotten. Diesmal denken wir sogar daran die Pose (norw. für Tüte) mitzunehmen, sonst kostet es an der Kasse wieder Lehrgeld.

Heute kaufen wir mal für Indisch ein -der Norweger scheint irgendwie wenig landestypisches UND schmackhaftes für uns bereit zu halten. Dann gibt es eben Allerweltsküche.

Und wenn wir jetzt schon mal vor Ort sind gucken wir doch auch mal in die Läden rein: Souveniers, Souveniers, … Nix für uns. Dann doch lieber einen Blick in den „Hafen“ werfen: Die „Constellation“ sammelt gerade mit ihren Tenderbooten die letzten Passagiere ein. Da ist ganz schön was los!

Peter interessert sich noch mehr für ein orange-grün lackiertes Schiff, das sehr weit hinten im Fjord vor Anker liegt. Obwohl es kein Vergnügungsdampfer zu sein scheint, bekommt es doch Besuch von dem kleinen Ausflugsboot „Geiranger“. Mit dieser werden etliche Leute von dem seltsamen Schiff nach Geiranger überführt. Von den Passagieren der „Geiranger“ besteigen eine feine Dame und ein älterer Herr im Anzug einen Buick-Oldtimer mit Chauffeur und tuckern unter Applaus davon.

Peter ist jetzt noch neugieriger zu erfahren, was es damit auf sich hat, aber zu fragen traut er sich nicht – im Gegensatz zu mir. Das orange-grüne Schiff ist nämlich ein neuer Öltanker, der vor dem berühmten Wahrzeichen des Fjordes, dem Wasserfall „Sieben Schwestern“ die Schifftaufe erhalten hat. Nun feiern die illusteren Gäste im besten Restaurant des Ortes weiter und die Schiffspaten werden sogar mit dem Oldtimer vorgefahren!

Nach so viel aufregenden Neuigkeiten aus der Welt der Schönen, der Reichen und der ganz schön reichen wird es wieder Zeit für uns, in die kleine Hütte zurückzukehren und ein bescheidenes vegatarisches Curry zuzubereiten. Die Omas vor ihren Wohnwägen haben inzwischen mit Stricken begonnen – der Sommer scheint dann wohl direkt in den Winter über zu gehen?!

Schlechtwettertag in Geiranger

Durchgehend bewölkt, zeitweise leichter Regen. So hatte ich die Piktogramme und Mengenangaben auf der norwegischen1 Wetterinfoseite verstanden. Doch das Rauschen nach dem Weckerklingeln war nicht nur der nahe und hierzulande unvermeidliche Wasserfall. Da war noch eine andere Tonlage dabei und ein Blick aus dem Schlafzimmerfenster bestätigte den Regen. Urks.

Plan B für heute war ja eine Fährkreuzfahrt von hier durch den Geiranger-, Sunnylvs- und Norddalsfjorden nach Valldal und zurück. Da kann man bei starkem Regen immer noch unter ein Dach flüchten und kriegt ohne große Anstrengung2 viel Fjordlandschaft vor die Linse. Nur sah man im Laufe des Vormittags zeitweise nicht grad mal so noch die gegenüberliegende Fjordseite. Somit sahen wir der Abfahrtszeit von 12Uhr gelassen in unserer gut geheizten Hütte entgegen, wohl wissend, daß wir sie verstreichen lassen würden. Heute ist Ruhetag.

Das Frühstück zog sich entsprechend in die Länge und es kam der Plan auf, lieber einen Tag länger in Molde zu bleiben und dafür einen Tag Trondheim zu streichen. Das hatten wir schließlich schon am Ankunftstag quasi komplett abgehakt. Die Übernachtung wäre sogar stornierbar gewesen, aber der Mietwagen muß ja rechtzeitig abgeliefert werden…

Das Wetter ist allgemein tückisch heute. Mal sieht es so aus, als würde gleich die Sonne durchkommen, aber in die Pfützen vor der Hütte prasselt es weiter ungehemmt. Dann scheint der Regen aufgehört zu haben, aber das ist nur Täuschung. So gings mir auf dem Weg zur Rezeption. Bei unserer Ankunft ging das Kartenterminal nicht3 und man zog Annettes Karte über den Imprinter4 mit der Bitte, noch mal wieder zu kommen, um das ganze elektronisch abzuwickeln, denn dieser manuelle Beleg wäre nur zur Sicherheit und würde dann vernichtet. Kann ich gut verstehen, ich kenne das Theater ja auch aus dem Laden. So nutzte ich die Regenpause und dackelte mit dem großen Laptop5, Kartenbeleg und Kamera los. Letztere um die im Hafen liegende Constellation abzulichten. Der Kreuzfahrer, den wir schon in Olden gesehen hatten, hatte sich heute morgen ohne Hupen an uns vorbei in den Fjord geschlichen, als wir uns im Bett noch mal umdrehten. Inzwischen hatte er seine Landungstruppen bereits ausgeschifft, die nun den Ort sicher gut besetzt halten. Oder sich mit Bussen zu irgendwelchen wolkenverhangenen Aussichtspunkten kutschieren lassen. Auch haben wir die Clipper Odyssey rausfahren sehen, ein vergleichsweise winziges Schiff für weniger als 200 Passagiere.

Aber egal, an der Rezeption spinnte dann das WLAN-Modul ganz rum während der junge Mann aus dem Büro unseren Kartenbeleg holte, den ich gerne vernichtet sehen wollte. Schließlich hatte man gestern abend in unserer Abwesenheit die Kartennummer per Hand ins Terminal getippt und munter gebucht. Ihn hatte es ja auch nicht gestört, daß die Karte Annettes ist, die in der Hütte geblieben war. Ich war davon ausgegangen, daß der Handbeleg einfach komplett zerrissen wird und die Karte, dann eben meine, in Anwesenheit durchs Terminal gezogen wird. Seltsame Sitten hier und so unterschrieb ich halt Annettes Kartenbeleg.

Eigentlich überflüssig, zu sagen, daß es auf den Rückweg nach nur weniger als fünf Minuten bereits wieder schüttete. Immerhin habe ich Postkarten erbeutet6 und wir genießen den Ruhetag mit Mails und Postkarten schreiben. Auch wenn uns immer wieder ein Sonnentupfer oder eine Regenpause ins Freie locken will. Den Trick kennen wir inzwischen…

  1. auch auf englisch erhältlich []
  2. außer vielleicht dem Erarbeiten der NOK700 (knapp 100€) für die Tickets []
  3. schon zum zweiten Mal, hatten wir auch in Lom []
  4. Fachausdruck, im Volksmund üblicherweise „Ritsch-Ratsch-Gerät genannt []
  5. hat wegen schlechterem WLAN-Modul in der Hütte keinen Empfang, aber einige Berichte auf der Platte []
  6. wenn auch keine Briefmarken, aber in den Supermarkt müssen wir eh noch mal []
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