September 2020
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Piz La Ila

Nachtrag vom 10.09.2020

Oder Piz La Villa, je nach Sprache. Bißchen gemütlich heute. Der Berg ist Teil eines grün bewachsenen Plateaus, das wir bisher ignorierten. Die Seilbahn hoch startet hier quasi von der Haustür und wenn ich beim Frühstück durchs Fenster sehen, wie sich die Kabinen in Bewegung setzen, werde ich nervös und will aufbrechen. Ja, ein grüner Hügel, kann ja nicht spannend sein. Stimmt, aber nur teilweise. Der Hügel ist keine Herausforderung, aber nett zum Spazierengehen und die Rundumsicht grandios. Rentnerprogramm sozusagen.

Ganz so alt sind wir dann doch nicht und sind deshalb haben wir den Aufstieg selbst gemacht. Als Vorschlag im Wanderführer1  war die Fahrt aufwärts mit der Bahn und der Abstieg nach Corvara. Abstiege mögen wir nicht so, also umgekehrt. Hat den Vorteil, daß man in Corvara nicht auf den Bus warten muß. Und für die Abfahrt hier in La Villa hat sich die Mobilitätsapp der hiesigen Verkehrsbetriebe bewährt. Hatte ich an Bord, falls wir wegen eines Wetterumschwungs mal wo hin absteigen müssen, von wo aus wir mit dem Bus zum Auto fahren müssten.

Irgendwie war ich doch nicht so fit wie gestern. Zwackte doch ein wenig in der Brust und ich musste für die leichte Wanderung ja die große Kamera mitschleppen. Das machte sich beim Aufstieg bemerkbar, der auch noch ausgesprochen langweilig sich über Teerstraßen zog, um dann mal über einen Schotterweg endlich zum Wanderpfad zu werden. Klar, im Abstieg will man nur noch ankommen und es geht flotter, da passt sowas eher. Doch als wir endlich oben waren, war alles vergessen. Die Aussicht, wie gesagt. Auch und gerade auf den Sassongher, der aus der Perspektive gleich noch mal unbezwingbarer ausschaut. Wie gut, daß wir den Weg kennen. Das vermeintlich schnell erreichte Ziel war dann aber doch die Bioch-Hütte etwa auf halber Strecke des Weges über das Plateau. Da musste ich auf die Terrasse. Gut, erst mal ich den gekachelten Raum, aber irgendwie Essen trotz reichhaltigem Frühstück und was Herzhaftes trinken. Annette kam rechtzeitig zum Bestellen nach, verzichtete aber. Bier und Penne Bolognese taten mir sichtlich gut, ich war den Rest des Weges dann deutlich umgänglicher und auch flotter. Eigentlich wäre damit ja auch das Problem “draußen Essen”2 und “mindestens 14 Stunden nichts essen”3 gelöst, aber aufs Abendessen wollte dann doch niemand verzichten.

An der Bergstation des Liftes entspannten wir noch etwas. Schön, was hier oben auch für die Kleinsten alles geboten wird. Die Variante, hier mal ein Rad zu mieten und rumzufahren haben wir aber verworfen. Die Stundensätze von Moviment sind erschreckend hoch. Und zu Fuß ging es ja auch schnell genug. Mit dem eigenen Rad wäre das mal was anderes.

Zum Abendessen haben wir dann die letzte der vier Empfehlungen ausprobiert. Wir sollten schonmal hier gewesen sein, unsere Erinnerungen sind jedoch so unterschiedlich, daß es sogar in zwei verschiedenen Ortschaften gewesen sein müsste. Auch das L’Fana ist nicht schlecht, dennoch bleibt unser Favorit. Zumal wir für morgen eh reserviert haben wegen dem Fritto Misto.

  1. der übrigens in der Gegend einiges drin hat []
  2. geht ja abends wegen der Temperaturen schlecht []
  3. statt Abendessen bis Mittagessen halt Mittagessen bis Frühstück []

Boéseekofel

Nachtrag vom 09.09.2020 21:00 Uhr

Heute sollte es etwas sportlicher werden. Fordern und fördern für Annette sozusagen. Wobei der gesicherte Steig zum Boéseekofel nicht lang ist und die größte Herausforderung eine 10m hohe Wand, die man wie auf einer Leiter auf Eisentritten hoch geht. Wobei bis zuletzt auch eine Tour zum Piz Boé als Alternative bereit lag. Länger, mehr Höhenmeter, aber technisch einfacher.

Ich hatte jedoch eh die Faulenzervariante eingeplant, da Annette nicht gerne bergab geht. Heißt Boé-Kabinenlift hoch, den Vallon-Sessellift auch und beide wieder runter statt zu ersterem zu laufen. Macht übrigens für zwei Personen knapp 50€1, ganz ordentlicher Eintritt für die Bergwelt… Und da wir das Klettersteiggeraffel eh mit hoch genommen hatten, wurde es auch die gesicherte Tour. Und die kürzere, denn wirklich zeitig waren wir auch nicht.

Erste Überraschung war dann eine recht große Ansammlung uniformierter Italiener. Wohl eine Übung, es wurde reichlich in verschiedenen Routen geklettert und später übte (?2) man auch mit dem die ganze Zeit rumknatternden Heli auch eine Bergung. Einer lief in einer alten Uniform, geschätzt von vor 100 und mehr Jahren rum, einige liefen nebenbei in der Mittagspause mal eben zu “unserem” Gipfel hoch, die Wand wurde mit großen Boxen und Durchsagen beschallt; man hatte ingesamt wohl recht viel Spaß dabei. Was auch die meist getragenen Flecktarnuniformen irgendwie unwirksam machte: Auch wenn man sie nicht sah, man konnte sie von Weitem hören…

Der gesicherte Teil war dann nicht wirklich schlimm. Einzig die “Mutprobe” einer zehn Meter hohen Wand, die mittels Eisenbügel überwunden wird und so auch im Wanderführer beschrieben ist. Nicht vorgewarnt wird jedoch davor, daß die oberen drei Bügel um einen halben Meter zur Seite versetzt sind. Aufwärts kein Problem, abwärts doof, wenn frau nicht nach unten sehen will und die Bügel ertasten muß. Auch kurz vorm Gipfel wird es etwas kniffelig. Wohl wissend, daß dieser quasi senkrecht zum Mittagstal hin abfällt, will man der Kante nicht zu nahe kommen. Besonders, wenn man Höhenangst hat. Doch es fand sich ein Plätzchen quasi wie hinter einer Brüstungsmauer, von wo aus sich die Aussicht genießen ließ. Und der Gipfel ist etwas zurückversetzt, so daß das Fotografieren am Gipfelkreuz auch kein Problem war.

Beim Abstieg ließen wir uns entsprechend Zeit, wohl wissend, daß wir nur bis zur oberen Bahn müssen. Aber selbst beim Bahnfahren sind die Aussichten spektakulär. Die Suche nach einem Blumenladen verlief leider erfolglos und wir trösteten uns mit Kaffee und Kuchen im Garten der Villa Alba. Essenstechnisch haben wir und weiter der Unterkunft genähert und das La Ciano getestet. Auch ok, aber das La Bercia von gestern bleibt unser Favorit. Und für genügend Bettschwere reicht es dann doch schon wieder.

  1. ohne Anrechnung der 5€ Parkgebühren vor der Talstation []
  2. hoffentlich []

Einkaufstour und ein Spaziergang

Mit Annettes Schuhen konnten wir uns nicht mehr auf einen Berg wagen. Glücklicherweise sind hier in der Gegend die Läden auch sonntags offen, wenn auch in der auslaufenden Saison nur noch vormittags. Das reichte, um sich nach etwas hin und her für ein paar leichte, aber robuste Scarpa zu entscheiden. Klettersteighandschuhe fanden sich auch gleich noch zu einem guten Preis, sogar in einer zu den Stiefeln passenden Farbe. Die Annette nicht genommen hätte, hätte sie eine Wahl gehabt. Dafür gab es nicht nur 20% Rabatt auf alles wegen Saisonende, sondern auch noch eine Handvoll Fußpflegeprodukte, die sich wohl in der Saison nicht verkauft hatten und deren Preisschilder sich auf 40€ summierten, so obendrauf. Nett.

So machten wir uns dann in der besten Mittagszeit auf zum Sellajoch. An einem Sonntag, auf die Idee muß man freiwillig erst mal kommen. Doch es ging, auch auf den mittlerweile sehr professionell bewirtschafteten Parkplätzen fand sich noch ein Fleckchen. Wobei kostenfrei entlang der Straße sehr wild und weiträumig geparkt wurde. Sonntag bei bestem Wetter, war abzusehen.

Wir liefen dann gegen den Uhrzeigersinn um den Langkofel. Soweit wir in der halben Zeit kommen, dann umdrehen. So er Plan. Zuletzt waren wir immer per Seilbahn von Wolkenstein gekommen und hatten so die Steinerne Stadt verpasst. Wie auch heute im ersten Anlauf, als wir zu weit oberhalb unterwegs waren.

Gedreht haben wir dann erst an der Stelle, an der wir uns bisher traditionell verliefen. Mittlerweile steht dort ein sehr auffälliger Wegweiser. Wie ich schon immer sagte, die vielen Wegspuren zurück zum Wanderweg machen deutlich, daß nicht nur wir zu blöd waren.

Auf dem Rückweg dann dir richtige Abzweigung zur Steinernen Stadt. Nach einem kurzen Wegstück fragten uns zwei Mountainbiker, die ich oberhalb schon an der letzten Hütte gesehen hatte, ob das der Weg zum Sella wäre. Konnte ich bejahen, wir wollten ja auch hin. Kaum waren sie auf noch gutem Weg entschwunden fragte ich mich jedoch, wie gut man mit dem Rad durch die Steinerne Stadt kommt. Antwort: Absolut beschissen, insbesondere wenn man Fahrradschuhe mit glatter Sohle und Klickpedalanschluß trägt. Tiefe Reifenspuren zwischendurch zeugen aber auch davon, daß andere da geradelt sind, wo die beiden fluchend geschoben haben. Verbuchen wir das unter “nimm besser eine Karte mit” und “frag nicht den Wanderer nach dem Radweg”.

Spät genug waren wir dann dran, daß es zum Duschen nicht mehr gereicht hätte und liefen so ungeduscht, aber auch unverschwitzt im La Bercia auf. Zwei lecker Pizzen, gemischter Salat. Bier war alle. Trödeln beim Duschen und Zubettgehen samt Anrufen in der Heimat. Annettes Schuhe haben sich bewährt, morgen folgt noch eine letzte Großtat.

Triple!

Wir sind ja nicht der FC Bayern München, wir kriegen das hin. Auch wenn es einer sturen Frau bedurfte.

Im Grunde ging es darum, wieder einmal den Sassongher zu besteigen, eine unserer Lieblingstouren in Südtirol. Zwei Gründe gab es, unsere Normalroute mal zu verlassen. Zum einen wollte ich schon eh und je auch mal wieder eine andere Variante probieren, zum anderen sehnt es Annette immer wieder nach dem Gipfelkreuz gegenüber. Auf dem 5er Weg laufen wir immer wieder drunter weg und von Stern aus gesehen ist es sehr prominent auf der anderen Talseite dem Sassongher gegenüber zu sehen. Para da Giai sollte der Name des Gipfels sein. Und ob der Gipfelabstecher zum Sassongher noch drin ist, sollte sich zeigen.

Recht spät kamen wir los, da wir zwar pünktlich um halb acht beim Frühstück sitzen, aber manche doch deutlich länger als eine halbe Stunde benötigen, speziell wenn andere Gäste zum Plaudern dazustoßen. So viel zum Konzept “Aufbruch mit der ersten Seilbahn”. Gegen zehn standen wir an der Bergstation der Gherdenaccia-Bahn und liefen los zur gleichnamigen Hütte.Letztes Jahr hatten wir die Alternativroute getestet und deshalb vom neuen Klettersteig Les Cordes nur seine Eröffnung, nicht aber seine Auswirkung mitbekommen. Da er direkt durch die Wand über dem Wanderweg führt, gibt es zwei Stationen, an denen der Wanderer sich einen Bauhelm nehmen und 50m weiter wieder abgeben kann. Steinschlaggefahr…

An der Hütte waren wir fast in der Zeit und zweigten an der üblichen Stelle dieses Mal mit Absicht Richtung Puezhütte ab1 um uns kurz darauf wieder links zu halten. Prinzipiell über die Hochfläche zur Gherdenaccia-Scharte mit ausgeschildertem Abstecher zum Para da Giai. Mit einer kleinen Klettereinlage am Drahtseil erreichten wir das große Gipfelkreuz. Um festzustellen, daß der benachbarte Gipfel höher ist und das Kreuz nicht am Gipfel steht, sondern an der Kante halt so, daß man es vom Tal gut sehen kann. Hier geht es weniger um Geographie als um Glauben und Kult beziehungsweise Tradition.

Ein unmarkierter Weg soll zurück zum Wanderweg führen ohne Klettereinlage. Von dem driften wir jedoch wieder nach links zum nächsten Gipfel. Es gibt gelegentliche Markierungen und ausreichend viele Steinmännchen, auch ist die Wegspur meist gut zu erkennen. An diesem Gipfel, hier sagt die Karte dann auch, es wäre der Para da Giai, steht ein einfaches, improvisiertes Kreuz aus zwei Ästen. Schöne Aussicht auch hier, aber wir ziehen weiter. Der Pfad zurück zum Wanderweg ist mit Steinmännchen halbwegs und gelegentlich mit verwitterterter Farbe markiert. Kurz frage ich mich, wie sich das gerade verhält im Bezug auf “Naturschutzgebiet” und “Wege nicht verlassen”. Ist das ein Weg? Zusammen mit dem GPS finden wir dann wieder in die Spur, steigen erst in die Gherdenaccia-Scharte auf, wieder ab und in eine namenlose (?) Scharte auf. Mehr Höhenmeter, als Karte und elektronische Planung erkennen ließen. Der Tag zog sich langsam.

Oben vor dem langen Abstieg zur Wegkreuzung unterhalb der Sassongherscharte zeigte ich Annette meine Uhr. 877 Höhenmeter, nur noch 3 bis zu dem gestrigen Rekord. Ich sah uns schon von der Abzweigung zurück zur Hütte gehen, damit Annette die Sonnenliege und ich ein Bier genießen können. So war der Plan, als wir sie passierten.

Doch weit gefehlt, die Frau mobilisierte irgendwelche schlummernden Reserven und stieg aufwärts. Plan B, win another day, dachte ich. Von dort runter ins Edelweisstal, mit dem Bus zurück und morgen von dort aus wieder hoch, Gipfel besteigen und zurück zum Lift, für den wir ja noch ein Ticket für die Talfahrt hatten. Wieder geirrt. Obwohl die Summe der angegebenen Gehzeiten ziemlich genau der Restzeit bis zur letzten Bahn ergab, zog es die sture Frau zum Gipfel. Mitten in einem Stimmungs- und Konditionstief hechelte ich hinterher.

Oben am Gipfel noch kurzer Knatsch, daß die hart erarbeiteten Beweisfotos auch ja richtig gemacht werden und das bitte auch noch schnell, wir haben ja Zeitdruck. Beim Abstieg zeigte ich mich als beweglicher als meine Hose, bei der folglich im Schritt eine Naht aufging. Bei Annettes Schuhen entdeckten wir, daß die Sohlen sich teilweise ablösen. Weia.

Talwärts ging dann plötzlich doch alles ganz schnell und in Topzeit passierten wir die Hütte, nahmen den angeblich flacheren, aber etwas weiteren Weg mit angeblich gleicher Gehzeit runter zur Liftstation und kamen tatsächlich mit zehn Minuten Reserve an. Respekt, daß Zwergenbeinchen so schnell tragen! 😉 Kurz vor der Talstation kamen uns dann schon die erüsten zugeklappten Sessel entgegen, ein Zeichen für den Betriebsschluss. Meine Uhr vermeldete da dann insgesamt 1228 Höhenmeter. Irre!

Kurzer Abstecher in die Unterkunft zum Duschen und dann wieder ins La Bercia. Wasser und Bier, Tagliatelle mit Wildragout und Pizza, fertig. Immerhin waren wir viertel vor Acht schon wieder zurück. Mit dem Auto, frau wollte dann doch nicht mehr gehen.

  1. wir laufen da sonst immer einige Meter falsch, weil wir eigentlich den anderen Weg nehmen []

Crespeïna-Joch noch mal anders

Nachtrag vom 08.09.2020 21:00 Uhr

Das Crespeïna-Joch ist ein alter Klassiker. Schon bei unserem ersten Aufenthalt vor ziemlich genau 15 Jahren (Ups!) sind wir die Tour gegangen, damals natürlich streng nach Wanderführer. Zwischendurch gab es mal eine Abwandlung hin und zurück zum Sas Ciampiac (?), da der lange Rückweg durchs richtig benannte Langental nicht so unser Ding ist.

Pünktlich zum Frühstücksbeginn um halb acht futterten wir los und schauten ungläubig auf eine Nebelwand. Schönes Wetter, soso… Sollte aber in der Höhe besser werden, sagte man. Tatsächlich durchstießen wir auf der Paßstraße hoch fast die Wolken. Oben war dann dunstig, aber die Sonne schon zu spüren. Samt schöner Aussicht auf das Wolkenmeer in den Tälern.

Auch heute wieder Parken am Grödnerjoch für die ortsüblichen 5€ Tagespauschale. Die Fahrt mit der Seilbahn von Wolkenstein aus lohnt ja nur, wenn man durchs Langental wieder zurück kommt. Ab der Jimmy-Hütte übers Cierjoch und eben das Crespeïnajoch dann bis zum Cianpeijoch wie eh und jeh. Da dann aber der Abstieg Richtung Edelweisstal. Oberhlab der Edelweisshütte und der neu gebauten Liftstation dann quer zum Höhenweg Richtung Grödnerjoch. Anfangs rumpelig und mit viel Auf und Ab, dann mal Fahrweg und abschließend schöner Wanderpfad, aber immer wieder mit kleinen Anstiegen. Spätestens ab der Forcella-Hütte kannten wir das schon von einer kleinen Wanderung beim letzten Aufenthalt, daher auch die Idee für diese Variante. Aussicht gab es auch da reichlich und weniger Abstieg als im Langental war es allemal. Für uns eindeutig die schönere Variante und man fragt sich manchmal, ob die Wanderführerautoren von den Liftbetreibern geschmiert werden. Aber ok, wenn man eh in Wolkenstein wohnt, ist die Liftvariante durchaus zu bevorzugen. Und Hütteneinkehr gibt es auf unserer Tour auch kaum und wenn, dann zur Unzeit.

Abends dann das nächste Restaurant auf unserer ToDo-Liste, das La Bercia. Fisch soll es da geben laut deren Webseite, die aber keine Speisekarte preis gibt. Leider gab es den nicht, dafür eine noch leckerere Pizza für mich und für Annette die Aussicht auf Fritto Misto am Freitag. Wir haben direkt reserviert. Trotz bestem Wetter waren wir mit dem Auto in den Ort gefahren, denn die heutige Wanderung ging doch etwas in die Beine.

Winterwandern

Naja, das weiße Zeugs reichte nicht für Schneeschuhe, aber es machte Spaß, mal rauszukommen. Auch wenn ich wegen der leichten Erkältung lieber dringeblieben wäre. Oberhalb von Bad Urach verlief die Rundtour, da wir in der Nähe eh das Wochenende verbrachten. War insgesamt sehr nett. Tracks und SLR-Bilder sind noch nicht bearbeitet, wird die nächsten Tage auch Wichtigeres geben. Darum hier erst mal nur ein Mobilfoto.


Lac Place Moulin

Auf jeden Fall lohnenswert. Im Motorradreisebericht war das Ziel angegeben und die Strecke lohnt sich auf jeden Fall zu fahren. Die von uns dank Tip vom Touristenbüro hinzugefügte Wanderung zum offenen Rifugio am anderen Ende des Sees war keine große Herausforderung. 5km einfache Strecke auf einem geschotterten Wirtschaftsweg.

Am Ziel gabs Mittagessen. Gemischter Salat und jeweils Pasta1 Bolognese. Die Nudeln waren leider etwas sehr al dente, aber dennoch gut und vor allem warm. Denn heute wollte die Sonne wieder kam rauskommen und Wolken verhingen den Blick auf die umliegenden Berge.

Zurück am Parkplatz machten wir erst noch einen Falltest mit Annettes doch zu lässig über den Spiegel gehängtem Helm. Naja, es braucht wohl ein neues Visier, die Kratzer könnten nerven. Gemütlich das Tal runtergerollt, noch schnell im Supermarkt Abendbrot eingeholt und zurück zur Unterkunft. Derzeit läuft noch die Waschmaschine und nach dem Abendessen werde ich mal packen, was schon gepackt werden kann.

Morgen dann wie geplant über den kleinen St. Bernhard nach Frankreich rüber, am Lac de Roselend vorbei bis nach La Clusaz, einem Skidorf. Dort sollte es bei der Hotel- und Restaurantdichte auch Abendessen geben.

Fazit: Man kann auch aus mittelprächtigem Wetter was machen. Rumsitzen und entspannen geht auch daheim…

75km gefahren in 1h55, Wanderung 9,6km in 4h, wovon 1h10 Mittagspause abgehen.


  1. entpuppten sich als Spirelli []

Kurzprogramm

Gemütlich sind wir heute aufgebrochen. Die angedachte Wanderung, die auf der Karte vom Tourismusbüro verzeichnet war, haben wir aber irgendwie volle Kanne verpasst. Jedenfalls brachen wir ganz woanders auf, auch wenn der ausgebaute Wanderparkplatz Gutes verhieß. Im Endeffekt haben wir wohl den kurzen, aber knackig steilen Teil gemacht, statt von viel weiter unten/drüben im Tal zu dem kleinen Stausee By zu wandern. So jedenfalls verstand ich einen der beiden Pinselschwinger, die Wanderwegmarkierungen auf Felsen erneuerten.

Wieder runtergelaufen und aufs Motorrad geschwungen. Die Strecke selbst war auch nicht die große Offenbarung. Aber wir hatten keine Vesper mit und kein Lokal am Wegesrand offen, somit zogen wir uns in die Unterkunft bei schlechter werdendem Wetter zurück. So kam die KTM auch zu mehr Kettenspannung und Reifendruck.

Ganz kurz spannend war höchstens noch ein kleiner Unfall. In einem Kreisverkehr hatte wohl ein Linienbus ein unvorsichtig einbiegendes Auto mitgenommen. Deswegen für mich so interessant, als daß ich mich wunderte, wie das hier gut geht. Keiner blinkt, jeder hält einfach drauf.

Gleich geht es ein Stück die Straße runter zum Bon Plat, Abendessen.

Fazit: Knapp daneben ist auch irgendwie vorbei, aber wir haben trotz mittelmäßigem Wetter uns bewegt.

48km in 1h16, dazu 3h42 Wanderung. Genau genommen: 6km in 3h13, der Rest ist Umziehen.


Zwei auf einen Streich

Fast schon drei Wanderungen waren es. Wir haben ja nichts großes vor und der Weg mit dem Motorrad hin zum Start ist schon Teil des Erlebnisses.

Durch die Tips der Touri-Info bestärkt ging es hoch zum Colle San Carlo. Den hatte ich eh anvisiert und erwies sich auch als beliebtes Ausflugsziel. Von dort aus läuft man recht bequem auf einem Fahrweg1 zum Lac d’Arpy hoch. Um den See rum ist es dann schon ein “richtiger” Wanderweg. Sehr schön dort. Zurück am Parkplatz kehrten wir erst noch ein, es gab leckere Polenta und Annette konnte sich einen Nachtisch nicht verkneifen. Dann noch mal in die andere Richtung zu einem Aussichtspunkt.

Mont Blanc, Monte Bianco, das Thema hier. Was man aus der Innenstadt von Aosta heraus sieht, ist er nicht. Vom Aussichtspunkt und auch von der Wanderung zum See aus kann man ihn sehen. Oder die Wolken, die seinen Gipfel verhüllen.

Entgegen des Vorschlags des Navis fuhren wir den Paß noch zuende bis zur Zufahrtsstraße zum Kleinen St. Bernhard, die wir talwärts nahmen. Nächstes Tagesziel Val Ferret. Zieht sich ein wenig nach dem letzten Ort und ich war mal wieder froh, nicht Auto fahren zu müssen. Schmal hier. Am Ende, bereits ein paar hundert Meter geschottert, dann ein Parkplatz und ein Schild, daß die Weiterfahrt (auf Privatgrund?) verboten sei. Nundenn. Die Wanderung machten wir nicht bis zur eh geschlossenen Hütte, sondern kehrten um, als die Sonne hinter den Bergen verschwand. Immerhin gab es auf dem Rückweg aber noch drei Steinböcke zu sehen!

Runter ins Tal und nach Aosta dann wieder zügig. Italiener fahren seltsam. Mal 80% der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, die auf freier Strecke eh schon lächerlich niedrig angesetzt ist, dann ballern sie wieder mit 80 durch Ortschaften. Ja, durchaus der selbe Wagen.

Fazit: Bike&Hike kann sehr gut funktionieren! Das bestätigt sich erneut.

172km in 3h, die fast 7h Wanderungen und Mittagspause lasse ich gleich mal raus.

Wanderungen: Lago Arpy 7,6km in 2h25, Aussichtspunkt 2,7km in 49min, Val Ferret 3,3km in 1h08.


  1. Ja, geschotterter Fahrweg. Kann man fahren, darf man aber nicht []

Colle de Nivolet

Mal wieder wandern. Viel gibt es nicht zu sagen. Nach dem Frühstück (!) zur Paßhöhe gefahren, dabei die beiden fotogenen Seen gesehen und dann mehr oder weniger drauflos gewandert. Zurück zog sich der Weg ein wenig wegen Linienbus und diverser Schnarcher, obwohl wir objektiv schneller waren als auf dem Hinweg.

Abendessen im Ort, man scherzte schon mit uns. Gestern hatten wir unentschlossen beim ersten Versuch keine Bestellung abgegeben, heute kam die Dame um die Ecke und sagte grinsend-fragend “No?!”, aber wir hatten doch schon gewählt. Immerhin führen die dort Moretti, wie ich gestern feststellen konnte. Als mein Wein schon auf dem Tisch stand.

Blöd auf dem Rückweg dann wieder wie gestern die vielen kläffenden Hunde in den Gärten an der Straße und der fehlende Fußweg.

Fazit: Rundum gelungener Tag bei kühlem Kaiserwetter. Mehr davon! Endlich Urlaub!

94km gefahren in 2h35 abzüglich 12min Tank- und Fotostopp. Wanderung 7,8km in 3h40.