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Hof im Rückspiegel

Ruhig war ich in letzter Zeit, zwei Reiseberichte stehen noch aus. Und in drei Wochen auswärts in Hof habe ich auch nichts auf die Kette bekommen, irgendwie hatte ich abends keinen Zug mehr auf der Kette.

So, was war nun? Routine und doch immer wieder anders. Es gab kaum Hausmeisteraufgaben, weil Ladenbauer und Elektriker reichlich Zeit hatten. Trotzdem hing ich ein wenig hinter meinem Zeitplan, um dann festzustellen, daß in der SB nicht alles so goldig war, wie es die wöchentlich wechselnden Kollegen darstellten. Aber Schwamm drüber, es hat keinen Kunden gestört und die Kollegen können die kommende Nebensaison gut nutzen, um den Laden für sich passend zu machen.

Das Pendeln war auch mal wieder ungewohnt. Mit dem Motorrad und das bei zeitweilig 5°C und (Niesel)Regen. Vier Stunden Fahrt plus Verkehr plus gegebenenfalls Pausen gegenüber mindestens sieben Stunden Bahnfahrt waren nicht nur aufgrund der Pandemie ein Wort. Und was die Temperaturen anging: Die neuen Vanucci Winterhandschuhe haben sich gut geschlagen, sind aber etwas fummelig beim Anziehen. Und am Tag vor der letzten Rückfahrt fielen mir dann die bewährten Lenkerstulpen im Keller ein, die dort verstauben, weil ich ja bei so niedrigen Temperaturen nicht mehr Motorrad fahre. Ja, ich Schussel, aber ich habe es überlebt.

Jetzt kommen vier Wochen in Karlsruhe mit abschließender Inventur auf mich zu, dann drei Wochen Frankfurt, so das Virus will. Inshallah, wir werden sehen.

Fahrradbasteltag

Mir hatte es vor den anstehenden Arbeiten gegraut, weshalb ich im Februar die vorderen Zahnräder nicht getauscht hatte. Dabei ist das dann doch ein Klacks verglichen mit dem Aufwand, den ich hinten betrieben hatte. Da hatte ich ja auch noch gleich die Radlager auseinander genommen, gesäubert, neu gefettet und eingestellt. Mordsaufwand.

Erschwernis heute: Dank viel Altpapier im Zählerraum1 und recht leerem Fahrradraum bastelte ich halt in letzterem, der aber komplett am anderen Ende des Ganges liegt. Da läuft man mal ein paar Meter. Merken: Werkzeugwagen endlich mal aus der Pfalz holen bzw. erst mal im Keller Platz dafür schaffen. Dafür gabs gute Lüftung. Die Schrauben der Kurbelgarnitur wehrten sich erst mal ordentlich, gingen mit etwas Kraft aber auf. Hoffentlich hilft die Montagepaste beim nächsten Demontieren. Hier kurz eine Erklärung für die nicht-Fahrradschraubenden: Die Hebel der Pedale2 werden auf einen leicht konischen Vierkant gesteckt. Eine Schraube drückt diese beim Anziehen dann so weit auf den Vierkant, daß das ordentlich klemmt. Dementsprechend braucht es bei der Demontage eine Abdrückschraube. Auch hier anfänglicher hoher Widerstand, aber lösbar. Die vorderen Zahnräder waren tatsächlich in einem erbärmlichen Zustand, einem Mix aus verschlissen und “mach ich nicht mehr sauber, kommen eh bald raus”. Und mir fiel auf, daß ich bei der neuen Kurbelgarnitur 5mm längere Hebel geordert hatte. Zwischenzeitlich vergessen, dabei war ich doch gespannt, wie sich das auswirkt.

Übrigens war eine Demontage des Kettenschutzes völlig überflüssig. Pedale weg, Abdeckkappen raushebeln, Schrauben raus, Abdrücken, Reinigen und Schmieren, neue Teile dransetzen, neue Schrauben3 anziehen und Pedale wieder anschrauben. Stück Kuchen, wie der Angelsachse sagt. Das alles mit dem Fahrrad umgedreht auf dem Boden. Das Schaltwerk verlangte dann nach dem Montageständer und etwas Lauferei. Die Einstellung war erschreckend. Schraube gelöst, Umwerfer wieder so gedreht, daß er mit den Zahnräder in einer Flucht läuft, Schraube angezogen, alle Gänge mal durchgeschaltet und festgestellt, daß es keinen weiteren Handlungsbedarf mehr gibt. Schaltete sich schon lange nicht mehr so butterweich.

Dann kam noch das Tern schnell ran. Da lief die Schaltung auch nicht mehr ganz so cremig. Motorradkettenfett aus der Tube ist am Fahrrad großer Mist. Verhärtet wie eine Kunststoffbeschichtung. Zahnräder und Kette hatte ich schon bearbeitet gehabt, heute fielen mir die Schaltröllchen auf. Da musste ich noch bei, bevor das Justieren Sinn hat. Mir wurde schon Bange, daß einzelne Zähne abgebrochen wären. Dann merkte ich, daß das die Originalform ist und die Spitzen der anderen Zähne purer Kettenfettdreck. Nach dem Ptzen lief die Schaltung schon besser, nach wenigen Drehunngen am Einsteller praktisch perfekt.

Probefahrt gabs fürs große Rad dann in Form einer Einkaufstour. Alles wunderbar. Die Knarzgeräusche stammen übrigens nicht vom unauffälligen Tretlager, sondern von der einfachen Sattelfederung. Wenn ich mich jetzt noch bei der Gabel mal bemühen würde…

  1. der unserem Kellerkabuff am nächsten gelegene Gemeinschaftsraum, den ich gerne als temporäre Werkstatt nutze []
  2. mal vereinfacht benannt []
  3. mit integrierter Abdeckkappe []

Mit dem Fahrrad nach Frankreich

Geht. Ab der Haustür.

Gut, wir haben nur kurz den großen Zeh ins Meer gestippt, sinnbildlich. Über Knielingen ging es zur Wörther Rheinbrücke, da dann südwärts und leider nicht so sehr am Rhein entlang wie gewünscht. Wobei wir den Weg direkt am Rhein entlang vom Frühjahr in übler Erinnerung haben. An der Rheinfähre in Neuburg dann noch ein Stück weiter flußaufwärts, an der Stelle, an der letztes Mal pandemiebedingt gesperrt war, vorbei und plötzlich gab es französische Schilder zu lesen. Die iegentlich Grenze konnte ich erst im Nachhinein auf der Karte ausmachen, so grün ist die da: Es ist die Alte Lauter, in natura ein kleiner Bach, der den Fahrweg auf dem Damm kreuzt bzw. da durch den Damm fließt. Recht unscheinbar, da man gefühlt nicht mal eine Brücke quert.

Ansonsten Ganz nett, in Neuburg/Neuburgweier mit der Fähre übern Rhein, Mittagessen im Biergarten des Zollhauses und dann heimwärts. Nicht wie ber der anders herum gefahrenen Runde zuletzt mit der S-Bahn ab Forchheim, sondern komplett aus eigener Kraft durch die Stadt. War an sich gar nicht so schlimm wie befürchtet. Mag ich aber als regelmäßiger Innenstadtradler anders sehen als Annette. Blöd war dann nur meine runtergesprungene Kette auf der Kaiserallee. Beim rückwärts Rangieren verkeilte sie sich noch dermaßen im voreren Umwerfer, daß es diesen verdrehte. Waidwund konnte ich aber auch das letzte Stück fahren. Übermorgen habe ich frei, da wird dann gleich noch mehr gerichtet.

Karlsruhe

Nachtrag vom 25.07.2020 22:00 Uhr

Wenn die Tagesbreichte schon nach den Zielorten benannt sind, dann muß auch mal die Heimatstadt herhalten. Eigentlich logisch auf der letzten Etappe. Der Plan war simpel. Heimkommen, dieses Mal wie gewohnt über die französische Autobahn und mit einem Abstecher für den Wochenendeinkauf in einem grenznahen französischen Supermarkt. Wobei entlang der Strecke alle grenznah genug sind, um von Deutschen zahlreich besucht zu werden, so daß es der nächstgelegene an der Heimat sein sollte. Wegen Kühlung.

Aber erst noch ein Frühstück, das wir deutlich ausgiebiger als die Franzosen und Italiener unter den Gästen zelebrierten. Schließlich soll ja das Mittagessen wegfallen. Die Auchan-Tanke nahe Belfort ist inzwischen ein Fixpunkt. Eine Tankfüllung von daheim entfernt ist sie die erste Anlaufstelle beim Start in den Urlaub1 und der Punkt auf dem Heimweg, ab dem jeder weitere Stop optional ist. Wie der an der Koenigsbourg-Raststätte. Nicht wegen des halbwegs brauchbaren Restaurants, sondern wegen der blitzsauberen sanitären Einrichtungen. Das reichte dann auch bis Lauterbourg. Dort neben dem Einkauf das schon beschriebene Wiedersehen mit der deutschen Mentalität. Das Abrödeln daheim war dann routiniert, die Helme schneller sauber und geladen als die erste Waschladung durch war. So werden wir den Sonntag noch als Ruhetag haben. Als Abschluß haben wir uns dann aber noch einen Restaurantbesuch gegönnt im Holzhacker unweit von daheim.

  1. in diese Richtung []

Belfort

Nachtrag vom 24.07.2020 22:30 Uhr

Belfort war das erklärte Ziel, weil “unser” Hotel in Montbéliard mangels Buchungen länger geschlossen blieb und unsere Buchung stornierte. Mit dem Hotel-Restaurant in Belfort schien die Wahl auch gut und so wollten wir diese Stadt auch mal kennenlernen. Doch wie kommt man hin? Drei Routen hatte ich ausgearbeitet. Da wir immer früh dran waren in diesem Urlaub, entschieden wir uns für die längste. Bis Besancon quasi direkt ohne den nahegelegten Abstecher nach Arbois, welches wir auf der ausgebauten Nationalstraße passierten. Dann so direkt wie möglich am Doubs entlang bis kurz vor Mömpelgard. Das ist mit Belfort zusammen fast schon ein Ballungsraum und am besten auf der mautfreien Autobahn durchquert.

Klappte auch alles prima inklusive der Tankerei. Und da es wieder kein Mittagessen gab, war die Pausenwahl auch recht frei. Wir hatten uns beim Bäcker Frühstück besorgt und im Zimmer gefuttert. So kamen auch die Käse- und Wurstreste weg. Zudem haben wir beim Start schon getrödelt und erst mal den Wochenmarkt in Moirans besucht, was unseren Nachbarn ein Mitbringsel bescherte. Am Stausee bei Moirans machten wir auch noch einen Abstecher. Ebenso in Baumes-les-Dames, bekannt aus unserer Cevennenreise. War aber leicht enttäuschend. Die Aussicht oben war immer noch schön. Unten stauten sich am Fereinfreitag die Touristen, wie wir es noch nicht kannten. Und der Wasserfall war ausgetrocknet. Wenden, nicht anhalten, war da die Devise. Haben dadurch Zeit vertrödelt, hätte man aber anderswo schöner verbringen können.

Richtig getrödelt, sprich Annettes geliebte Mittagssiesta gemacht, haben wir dann in L’Isle-sur-les-Doubs auf dem verschlafenen Parkplatz der Gemeindeverwaltung direkt am Fluß. War nett, aber die Kerne der am Boden liegenden Kirschen verteilten wir nicht nur abends im Hotel, sondern brachten welche bis nach Hause. Am Hotel waren wir prompt wieder sehr zeitig, weil eben alles so glatt lief. Bis dahin. Im Detail: Einchecken war kein Problem, die Reservierung im angegliederten Hotel stand auch schon. Und eine Garagenbuchung. in der “Großstadt” wollte ich nicht unbedingt das aufgerödelte Motorrad auf der Straße parken und alles hochschleppen auch nicht. Die Garage war ums Eck. Eigentlich kein Problem. Eigentlich. Das Hotel liegt auf dieser Ecke, angekommen sind wir auf einer zweispurigen Einbahnstraße. “Ums Eck” hieße, die nächste Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung zu befahren. Als ich nach einer Wegbeschreibung – schließlich preist man das kleine Garägle nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Autos an, gab es ein schulterzuckendes “auf dem Gehweg schieben” als beste Option. Kann man jenseits der 30°C machen, will man aber nicht. Speziell dieser man, der hier schreibt. Autos werden auch nicht ums Eck geschoben, drei mal links abbiegen sollte doch auch gehen. 20km später1 wusste ich, daß ein Navi auch für die paar Meter zur Garage hilfreich sein kann2, meine Halterung für die Kamerafernbedienung vermeintlich3 zu schmal fürs Mobiltelefon ist, dieses ausgerechnet für die Sprachansagen einer beliebten Navi-App nicht mit meinem Helm reden will, “drei Mal links” dank Einbahnstraßen knifflig werden kann und bei einem organisch gewachsenen Straßennetz ein Blick aufs Telefon zwischendurch am Straßenrand wenig hilft, wenn er in einer Einbahnstraße nach der Kreuzung getätigt wird, an der man hätte anders abbiegen müssen. Als Trostpreis gab es drei Runden druch den weniger schönen Teil der Stadt.

Bis ich aus der Dusche kam, war der Tag nicht mehr so jung und der Abstecher in die Innenstadt entsprechend kurz. Wobei man außer einer tagesfüllenden Besichtigung sämtlicher Festungsanlagen wenig mehr hätte machen können. Die Aussicht beim berühmten Löwen haben wir kurz genossen, ein wenig im schönen Park rumgesessen und sind dann ins Restaurant eingelaufen. Überpünktlich natürlich.

Ich fühlte mich in meinen kurzen Wanderhosen ein wenig underdressed, aber alles andere war tief vergraben im Gepäck in der Garage. Les Capuzins heißt übrigens sowohl das Hotel als auch das Restaurant, fährt groß auf und ist mal so richtig schick. Menü, Fixpreis, fertig, könnte man denken. Gut, es gibt Abstufungen. Nur Hauptgericht, 2 Gänge, alle drei, alles möglich. Und Fixpreis ist relativ, wenn bei den meisten Gerichten noch ein Aufschlag mit angegeben ist. Aber egal, es war es wirklich wert. Auch wenn die Rechnung dann mit Getränken, Apero etc knapp am Dreistellien schrammt. Kann man sich mal gönnen, Butterbrot4 gibt es daheim wieder. Das Frühstücksbuffet haben wir dann doch auch gleich noch gebucht. Zum Ausgleich war das Zimmer erstaunlich günstig, sehr gut renoviert und auf eine kitschige Art modern. Und ruhig. Dementsprechend dürfen bald die Augen zufallen.

  1. um die Pointe vorwegzunehmen []
  2. so es nicht im Zimmer liegt []
  3. merkte ich am nächsten Morgen []
  4. für mich ohne Butter []

Moirans-en-Montagne

Nachtrag vom 23.07.2020 22:30 Uhr

Die nächste Etappe der Heimfahrt. Ich wollte mal die Gegend etwas weiter westlich der alten Route erkunden. Könnte ja sein, daß man bei Kurzreisen da mal hin will. Muß aber nicht.

Nach einem brauchbaren Frühstück im U’Fredy ging es los. Wieder hat das Mädchen für alles im Hotel mit ihrer netten Art alle sonstigen Unzulänglichkeiten ausgebügelt. Auch zickte die KTM anfangs etwas rum, ging immer wieder während der Fahrt aus. Irgendwie bekommt ihr der Franzosensprit nicht immer. Und weil wir schon gemütlich unterwegs waren, passierte uns auch das eine oder andere flotte Handwerkerle in seinem weißen Kastenwagen. Wir genossen die Aussicht.

Die ist an der Straße entlang des Lac d’Annecy gar nicht mal so gut. Egal, wie handtuchschmal das Grundstück am See neben der Straße ist, irgendeine Datsche wird mindestens draufgeklatscht. Verwunderlich bei dem starken Verkehr, erholen würde ich mich da nicht. Irgendwie eine ungute Mischung und so setzten wir uns planmäßig nach der Hälfte der Seelänge ab in die Berge. Hier dann wieder der Fluch der landschaftlich schönen Rückfahrt statt der Direttissima: Ja, irgendwie hübsch, aber nach den bereits gesehenen Highlights dann doch fad.

Kurzer Supermarkttankstop in Rumily, bei Seyssel wieder über die Rhône. Was beinahe zu kurz kam, war eine Pause. Da ja die Mittagsvesper ausfällt, vergisst man das leicht und irgendwie kämen wir viel zu früh an. Ein Wegweiser zu einem See schaffte da Abhilfe. Der entpuppte sich trotz der kleinen Zufahrtsstraße als touristisch1 gut erschlossen mit Liegeweisen, Badestrand, Restaurant und und und. Da warfen wir auf der Weise mal die Motorradklamotten von uns und genossen die Sonne bei ganz akzeptablen Temperaturen.

Zu früh kamen wir dennoch an. Aber man war sehr hilfsbereit. Die Brasserie vorne im Gebäude gehört wirtschaftlich nicht zum Hotel, aber man erfragte telefonisch den Zugangscode und die Zimmernummer. Hätte man eigentlich auch per Mial bekommen sollen für den Fall einer frühen Anreise. Faktisch, wenn auch zur Verwirrung des Betriebs, hätte man aus einigen Zimmern auswählen können, die offen standen. Aber unseres gefiel uns eh auf Anhieb. Ruhig hintenraus zum eigentlichen Parkplatz, wie sich rausstellen sollte. Denn schon während ich das Gepäck hoch trug, war die Rezeptionistin da und wir parlierten ein wenig. Fazit: Ja, der geschotterte Platz im Hotel ist der Parkplatz und ich solle lieber dort parken statt bei dem an der Straße geparkten Auto mit dem seit zwei Jahren abgelaufenen deutschen Exportkennzeichen2. Und am allerbesten direkt am Hotel. Das war allerdings recht steil und gefiel mir nicht sonderlich. Alternativ könne ich das Motorrad auch in ihre Garage in der Nähe stellen, was mir auch nicht gefiel. Schließlich durfte ich nach Rücksprache mit dem Betreiber der benachbarten Fahrschule oben auf dem Plateau parken. Mein Eindruck: Geteiltes Grundstück, jeder hat seinen (unmarkierten) Bereich und der nette Nachbar drückte ein Auge zu.

Nach dem Frischmachen schlenderten wir durch den Ort, der in Sachen morbider Charme Florac übertreffen will. Viel zu, viel Leerstand, aber im Zentrum auch viel Leben. Am Spielzeugmuseum, DEM Touristenmagneten laut den Prospekten, war tageszeitlich und pandemiebedingt nichts los. Die drei in Frage kommenden Einkehrmöglichkeiten waren schnell abgeklärt und wir reservierten formlos kurz vor Öffnung an dem leckersten mit der Terrasse Richtung Museum. Wobei direkt daran auch ein Schotterparkplatz grenzte. Die Wahl war kulinarisch sehr gut. Neben dem Konzept “Leckeres Bier3 als Aperetiv, Wein zum Essen” hatte ich in einem Risotto die leckersten und am besten gegarten Jakobsmuscheln überhaupt. Annette war mit ihrem Perlhuhn nicht ganz so zufrieden, da es trockener als erwartet war. Und weil wir im Jura waren, sollte es noch mal regionalen Wein geben. Savagnin bzw. den Cuvee mit Chardonnay hatte ich mangels breiter Verfügbarkeit bei uns schon wieder verdrängt. Böser Fehler, der Stoff ist einfach nur lecker.

Im ruhigen Hotelzimmer wird der Schlaf schnell kommen. Morgen noch eine Nach in Belfort, dann sind wir daheim!

  1. oder zumindest naherholungstechnisch []
  2. nur mal am Rande erwähnt []
  3. man würde es heute Craft-Beer nennen, was lokales jenseits des Reinheitsgebots []

Assietta

16.07.2020 22:00

Colle Assietta ist sowas wie der zentrale Punkt, das ganze wird auch Assietta-Kammstraße (AKS) genannt und ist eine alte Militärstraße, die inzwischen als unbefestigte, aber recht gut erhaltene Piste beliebt ist. Beliebt genug, daß in der Zeit der Sommerferien an mehreren Wochentagen die Strecke gesperrt ist.

Einstieg ist der Colle delle Finestre, der im oberen Teil auch unbefestigt ist, was ich vergessen hatte. Wohl auch der Holländer im SUV, der wohl feststellte, daß es halt doch kein Geländewagen ist und er weniger Fahrpraxis hat als ich. Was ihn nicht davon abhielt, staubend und dieselnd die komplette Wegbreite für sich zu beanspruchen. Da sollten ganz andere Fahrzeuge später noch kooperativer sein. Nicht nur E-Klassen, sondern auch regelrechte Expeditionsmobile.

Wobei mir gerade einfällt, daß an der Einfahrt zur eigentlichen AKS ein Schild steht, das eine Maximalbreite von 2m erlaubt. Und da weiß man aus diversen Autobahnbaustellendiskussionen, daß es da für so manchen PKW eng wird. Wie da diese Geländewohnmobile im wahrsten Wortsinne reinpassen, weiß ich nicht. Aber egal, nach der Abfahrt auf der befestigten Südrampe des Finestre begann als Abzweigung die eigentliche AKS. An die 30km/h Höchstgeschwindigkeit hielten sich längst nicht alle und ich ließ sie ziehen, so wie auch alle Zweispurigen Platz machten, sobald wir auf sie aufliefen. Geht doch, ist schön.

Schön waren auch die Aussichten und auch hier lauerte wie am Iseran ein Photograph auf Beute. Anstrengend war es, aber die positive Art von Anstrengung. Wo man sich hinterher über das Geleistete freut. Am namensgebenden Colle die Assietta gab es einen kleinen Fotostop und Smalltalk mit einem Schweizer. Der trug eine Leihjacke wie nur Louis sie ausgibt und sein Motorrad eine Züricher Nummer. Da konnte ich mir nicht verkneifen, ihn in der Walliseller Filiale Grüße ausrichten zu lassen.

Die viel erwähnte Baustelle am Abstieg nach Süden hin scheint es nicht mehr zu geben, aber um den langen Weg im Tal um den Gebirgszug herum zu vermeiden fuhren wir wie geplant nordwärts durchs Skigebiet. Auch gut machbar und die Gastronomie war auch zu vorgerückter Mittagsstunde noch bereit für Gäste. Ich parkte dann auch prompt in einer Gruppe Enduros direkt im Blickfeld des Außenbereichs.

Entgegen meiner Befürchtungen hatte ich doch keinen zugeparkt, als die Jungs aus Frankreich aufbrachen. Wahr wurde jedoch die Ahnung, daß so eine Skibutze nicht die billigste sein wird. Das Essen auf der Karte war akzeptabel bepreist, Getränke bestellten wir auf Verdacht. Was die genau kosteten, bleibt ebenso wie die Höhe des in Italien üblichen “Brot und Gedecks”1 im Dunkeln. Die Rechnung bestand nur aus dem einen Posten “Divers” in einer Höhe, der noch vertretbar war. Da hatte man wohl den Logenparkplatz eingepreist oder es ist ein Steuersenkungsmodell. Egal. Rückfahrt.

Die hatte es vom Start weg in sich. Beim Wenden vom Parkplatz runter über eine Art Feldweg kippte mir erst mal die KTM um. Dann drängelte ein Rettungswagen – ohne aktives Blauchlicht! – dermaßen, daß ich ihn durchwinkte. Prompt bedankte der sich mit dem Versuch, in einer engen, abschüssigen Gasse sich an einem abgestellten Postlieferwagen durchdrücken zu wollen. Es blieb beim Versuch, die Gasse war zu schmal und der Rettungswagen setzte mit Schmackes zurück, bis mein Gehupe ihm Millimeter vorm Vorderrad Einhalt gebot. Ich schrieb schon, daß die Gasse abschüssig ist?

Mit Hilfe des nachfolgenden Autofahrers bugsierten wir das Motorrad rückwärts und die beiden großen Wägen mogelten sich irgendwie aneinander vorbei. Warum nur hatte ich der Besatzung des Rettungswagens etwas mehr Pause auf der Wache gönnen wollen? Wir hätten längst etliche Kilometer weiter sein können… Oder beim Tanken, den der Stop musste kurz drauf auch noch sein.

Da wir nun schon eine warme Mahlzeit – es war übrigens ein großes, geteiltes Schnitzel Wiener Art mit Pommes und großem Salat gewesen – holten wir auf dem Rückweg noch was für eine Brotzeit ein und gönnten die uns auf dem Bänkchen im Garten. Oder besser in dem Unterstand, in dem auch die KTM unterschlüpfen durfte. Duschen, Heia. Morgen geht es wieder über den Mont Cenis, Iseran und kleinen St. Bernhard nach Aosta.

  1. auch als Servierpauschale gedacht und somit das Trinkgeld ersetzend []

La Clusaz – nochmal

Das mit La Clusaz war eigentlich eine lange Geschichte. Eigentlich hatten wir stumpf in der selben Unterkunft wie für den Hinweg gebucht. Stornierung bis nach dem Aufenthalt auf der Anreise möglich und das haben wir auch prompt gemacht. Eigentlich war alles ganz ok, aber doch viel Trubel. Nachts war es immerhin ruhig, aber naja. Zu dem Zeitpunkt wollten wir auch noch für die Rückreise umplanen. Durch die Schweiz über den Großen St. Bernhard und Martigny und nördlich davon wider rüber nach Frankreich. Kurz: La Clusaz wäre dann ein unnötiger Umweg gewesen. Wurde aber verworfen und wir buchten direktemang woanders in La Clusaz. Weil viel schönere Bilder, wenn auch etwas teurer, nach Karte ruhiger gelegen und überhaupt. Dazu später mehr, erst mal der Tag da hin.

Der Abschied von Arvier fiel schon recht schwer. Nette Gastgeberin, wunderschönes Zimmer und noch reichlich Wandergelegenheiten. Aber es muß mal endlich heimwärts gehen. Und das Wetter wirkte bedrohlich, üble Niederschläge waren entlang der Strecke immer dann möglich, wenn wir gerade vor Ort sind. Ich hatte schon das Bild im Kopf, daß uns unsere private kleine schwarze Wolke verfolgt, während sonst überall die Sonne schein. Es kam aber genau anders herum, Glück braucht der Mensch.

Es sollte ja über den kleinen Bernhard gehen. Statt dem schnelleren Weg durchs große Tal und die Skiorte prügelte ich die vollbeladene Else wieder über den San Carlo, der wochentags mit merklich weniger Verkehr richtig spaßig war. Auch hat es bei mir bei der Blickführung endlich mal wieder geschnackelt, Kehren gehen deutlich besser. Dazu noch etwas italienisches Temperament beim Überholen der Schleicher – die durchaus auch absichtlich Schleichen, damit man endlich mal überholt – und schon war der Paß die helle Freude. Am Parkplatz für die Arpy-Wanderung haben wir kurz angehalten. War wieder gut voll da. Annette riss sich förmlich die wasser- und winddichte Innenjacke raus während ich nochmals feststellte, wie übel die Toiletten dort sind.

Am kleinen St. Bernhard hat es dann doch minimal kurz geregnet, wir kamen nicht mal zum Anhalten. Die Straße war fast durchgehend naß, unsere schwarze Wolke war wohl zu früh gestartet. Außer zwei deutschen Motorradfahrern, die beim Überholen motivierter waren als danach in den Kurven, gab es nichts zu vermelden.

Bourg-St-Maurice, das klassische Etappenziel am Fuße des Passes. Genauer wieder “unser” Super-U. Boxenstop, tanken und weiter. Neue Erkenntnis hier: Die haben tatsächlich ein Parkhaus, von dessen erster Etage eine Brücke zum Markt führt. Direkt zu den Toiletten. Merken für Regentage oder wenn die Sonne zu sehr brennt.

Die Fahrt zum Stausee von Roselend war wieder sehr schön und wir sind es entspannt angegangen. Doch merkte man bald, daß die Schulferien definitv in vollem Gange sind. Reichlich Betrieb. Und natürlich zur Mittagszeit alle Picknickplätzchen belegt. Betraf uns aber nicht, wir hatten reichlich gefrühstückt. Unseren alten Parkplatz von der letzten Reise fanden wir wieder, er ist doch jenseits der Staumauer. Die kleine Straße danach wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich hatte sie genommen, weil wir sonst immer die große genommen hatten, ich nicht umdrehen, dafür aber was Neues probieren wollte. Zeit hatten wir ja reichlich. Nett, aber klein und wurstelig war dann die Strecke über Arêches nach Beaufort, das heißt eher der erste Teil bis Arêches. Haken dran.

Villard-sur-Doron klingelte noch in meinem Hinterkopf. So laut, daß ich Madame Garmin überhörte, die mich abzubiegen anwies. Großer Tip: Nicht einfach nach der Neuberechnung in die folgende kleine Gasse einbiegen. Die “Durchgangsstraße” ist schon klein, aber diese Gasse mündet mit gefühlten 30% Steigung ohne Spiegel und ohne Sicht. Das restliche Sträßchen hoch zum Mont Bisanne war zwar bewältigbar und ohne den ungeplanten Schlenker am Stausee auch eine willkommene Abwechslung, aber so zu es sich etwas zäh. Auf dem Weg runter war klar, daß das die Hauptzufahrt zu dem Skigebiet ist.

Doch zuerst der Abstecher zum Gipfel. Dort steht nicht nur die Bergstation eines Sessellifts, sondern auch ein Restaurant/Café mit zu erwartender großer Aussicht. Doch auf dem Weg lauerte erst mal ein Straßenbautrupp, der ohne Beschilderung hemdsärmelig die Straße ausbesserte und dabei mit allerhand schwerem Gerät an mehreren Stellen den Weg blockierte. Doch man fuhr in angemessener Zeit beiseite. Was wollen auch die blöden Touristen zu Unzeit da hoch, Mittag ist doch rum? Und wir hatten schon gezweifelt, ob wirklich offen ist. Oben standen aber schon ein paar Autos und der Sessellift setzte sich auch gerade in Bewegung und schaufelte einen Mountainbikefahrer nebst Sportgerät nach dem anderen nach oben.

Das Aussichtscafé war erwartungsgemäß teuer und die Aussicht leider etwas trüb, aber dennoch grandios. Und sagte ich schon, daß es immer noch nicht geregnet hat? Nach Kaffee, Crêpes und Blaubeerkuchen1 ging es wieder talwärts und dann mal über den Aravis gen Ziel. Die Berge hier sind wunderschön. Wohl kommen sie uns auch so vor, weil sie stellenweise an Südtirol erinnern. Ein gutes Stück vor La Clusaz, mitten im Skigebiet, kamen wir dann bei unserer heutigen Unterkunft an.

Die Enttäuschung war groß genug, daß Annette ein paar deutliche Worte mit der Rezeptionistin wechselte. Ähnlichkeit mit den Bildern hat das Zimmer nicht und sie wüsste auch kein Zimmer, das so aussieht. Aha. Immerhin geräumig und sauber, aber auch an einigen Stellen ziemlich verbastelt. Und da wir früh dran waren, kamen wir uns in dieser Abgelegenheit wie die einzigen Gäste vor. An der Rezeption jammerte man auch ein wenig darüber, wie man bei der geringen Gästezahl über die Runden kommen soll. Aha. Gut, die Lage mag im Sommer schlechter sein als im Rest des Ortes, da das Skigebiet im Sommer nichts bringt und der Rest des Ortes, die MTB-Strecken und die Sommerrodelbahn zu weit weg sind. Vielleicht gehen alle Zimmer der Kategorie, die wir gebucht haben, zu Paßstraße hin raus und vielleicht wird der Laden noch so proppenvoll, daß man die bis dato einzigen Gäste außer uns genau über uns unterbringen muß, so daß wir was von deren Gepolter haben. Aber vielleicht hat man unseren klassischen Wusch nach einem ruhigen Zimmer – im Buchungsportal muß man dafür nur noch einen passenden Haken setzen, schlicht genau anders herum verstanden. Das würde auch die laute Musikbeschallung der leeren Terrasse erklären.

Wir schauen jetzt erst mal, ob das Restaurant was rausreißen kann. Wobei ich beim Tagesmenü Spaghetti Bolognese und hinterher Tiramisu – man nehme die fehlende Vorspeise zur Kenntnis – schon etwas skeptisch bin.

  1. lecker mit Marzipan oder zumindest Persipan im unkrümeligen Boden []

Lago di San Grato

Vorneweg: Nach all den Tagen, auch zuletzt hier in der Bruthitze, konnten wir mal die mitgeschleiften Regensachen verwenden.

Die Wanderung zum See war ein Tip unserer herzigen Gastgeberin im sehr empfehlenswerten Maison de la Montagne in Arvier. So gab es erst eine gute dreiviertel Stunde feines Serpentinenschlenkern und Kurvenwedeln das Val Grisenche hoch bis zur Abzweigung einer gesperrten1 Almstraße. Dort sollte ein Parkplatz sein, der war jedoch nicht markiert, dafür schon teilweise genutzt. Also die Kanten am Wegesrand abgestellt und bei abklingendem Regen – ja, es war die letzten Kilometer feucht – das Bike-to-Hike-Ritual noch einmal durchgeführt: Haix-Stiefel öffnen, jeweils einen Schuh ausziehen und das Bein der Motorradhose abstreifen, wieder in den Stiefel schlüpfen und auf der anderen Seite wiederholen. Ergebnis: Der Peter steht in der unter der Motorradhose getragenen Wanderhose da. Inzwischen bin ich mit der Schnellschnürung der Stiefel auch wirklich schnell.

Sicherheitshalber gingen aber Regenhose und Regenjacke mit auf die Wanderung. Die war größtenteils, speziell am Anfang, anspruchslos. Fahrweg. Später gab es ein paar Schlüsselstellen im Schnee und Geröll und fiese Anstiege, aber nix Schlimmes. Dafür um so schöner: Murmeltiere. Wir waren alleine unterwegs oder, wie wir später am Gegenverkehr feststellten, so ziemlich die ersten des Tages. Weshalb die moppligen Nager noch recht unbekümmert nahe am Weg rummümmelten. Doch es gab dann auch diverse Warnungen und da wurden die Sichtungen seltener. Aber schön wars.

Kurz vorm See gab es dann noch eine kleine Kapelle2, die wie eine kleine Schutzhütte aussah. Lediglich ein Bildstock erinnerte an einen weißhaarigen3 Bergfreund, der zu Lebzeiten dort wohl oft saß. Irgendwie passend zu einem anderen Weißhaarigen, dessen letzten Weg wir heute nicht begleiten konnten und der den ganzen Tag in Gedanken mit uns war.

Im See selbst schwamm nicht wie vorgeschwärmt noch ein Schneeberg, so wie am Lago die Pietra Rossa, aber schön war es dennoch. Der zwischenzeitliche Schauer, der uns tatsächlich mal in die Regensachen gescheucht hatte, war vergessen. Doch just dann füllte es sich zusehends. Gipfelrast gibt es ja dank üppigem Frühstück nicht, es zog wie Hechtsuppe und die Bilder waren gemacht: Also ab runter.

Bei immer wieder kurz ansetzenden leichten Schauern gab ich den dick vermummten Italienern4 den Norweger in meinen kurzen Hosen und dem T-Shirt. War doch aber auch ok, lediglich das Schlauchtuch musste wegen dem Wind über die Ohren.

Auf dem Rückweg – im Tal waren es schon wieder über 30°C bei Sonnenschein – gab es noch einen Schlenker Richtung Aosta zwecks Einkauf. Denn unsere liebgewonnene Osteria hat heute geschlossen, das Schickimicki-Restaurant wollte ich nicht mehr besuchen und zum Essen fahren wollten wir auch nicht. Lecker Brotzeit am Abend war aber auch bestens. Und irgendwie ist schon wieder das meiste gepackt. Modulares Packen hat was für sich.

Morgen müssen wir dann wohl wasserfest unterwegs sein. Am Kleinen St. Bernhard kann es schon regnen und bei unserer Ankunft in La Clusaz wird es höchstwahrscheinlich pissen. Schade, aber dann entspannen wir ein wenig im großen Zimmer und ich kann vielleicht hier schon wieder was nachliefern.

  1. für alle außer dem Almöhi []
  2. laut OSM []
  3. Don Bianco… []
  4. und laut Autokennzeichen Briten und Dänen []

Colle Sommeiller

15.07.2020 22:00 Uhr

Vorweg: Ganz hoch ging es nicht, das wollte ich dann mit Sack, Pack und Frau an Bord doch nicht. Aber zumindest das Ganze mal anschauen bis zum Rifugio Scarfiotto1 und Wandern wäre ja auch eine Idee. So kam es dann auch.

Die Anfahrt beschleunigten wir über die Autobahn. Es gibt nur eine Zahlstelle mittendrin und die verlangt gleich 7,30€ aber es spart reichlich Zeit und Nerven. Das letzte Stück nach Rochemolles ist noch befestigt, aber so schmal, daß am Ende eine slowenische Alm liegen könnte. Hier schon rumpelten wir hinter zwei Monteurswägelchen eines Mobilfunkanbieters und einem SUV her, der hinter sich einen Hänger mit zwei Hardenduros oder Crossern zog. Selbst am Parkplatz zu Beginn der unbefestigten Strecke hielt er nicht, sondern staubte uns voll.

Irgendwann fuhr er doch mal ran. Danke Kollege! Da hättest Du schon Kilometer vorher auf die Zweiräder umsatteln können, wäre sinnvoller gewesen. Insgesamt ist die Strecke gut bewältigbar, auch wenn ich mit unbefestigten und/oder sehr engen Kehren auf Kriegsfuß stehe. Das Rifugio war dann eine willkommene Gelegenheit für eine Pause. Und da die Zeit dafür schon da war, bauten wir uns je eine Polenta mit Würstchen ein und erkundigten uns über die ausgeschilderte Wanderung, einen geologischen Lehrpfad.

Im Uhrzeigersinn gelaufen ist der Anstieg erst mal knackig, die Aussichten sind hübsch und im Abstieg kann man schön auf die Fahrbahn ausweichen, wenn der Wanderweg einem zu steil vorkommt. Und dabei feststellen, daß die gut sichtbaren Kehren gleich nach dem Rifugio doch gut bewältigbar sein müssten. Da muss man mal noch ganz hoch.

Wie angekündigt dann noch Käffchen und Tee im Rifugio, Rückweg wieder über die Autobahn und da wir ja schon eine warme Mahlzeit gehabt hatten, reichte eine Brotzeit in der Unterkunft. Bei der wir von der Hauskatze sehr umgarnt wurden.

  1. oft von mir falsch Scoiattolo bezeichnet, naja, italienisch und fängt mit Sc an… Den Pass spreche ich ja auch ständig Sommellier aus, obwohl er nichts mit Wein zu tun hat. []